Vier Wünsche an die neue Tageszeitung

Es könnte alles so einfach sein: Heute früh ist die Mail des zuständigen Kollegen der offensichtlich etwas erratisch kommunizierenden Tageszeitung gekommen – und siehe da, die Sache hat sich geklärt: Ich hatte nach einem Zustell-Reklamations-Formular gegoogelt und bin auf einem alten gelandet, das irgendwo noch im Nirvana des Netzes vorhanden war. Deswegen eine leere Antwort und das beim Leser zurückbleibende Gefühl, dass man sich nur sehr bedingt um ihn kümmert. Der Kollege hat eine ausgesprochen freundliche Mail geschrieben und schon ist alles wieder gut. “Read

Das Mittelmaß ist am Ende

Nach zwei Monaten als Abonnent einer Allerweltszeitung gebe ich wieder auf. Mit der Erkenntnis, dass weder dieses Internet noch die Umsonst-Kultur der größte Feind dieser Blätter sind.  Viel gefährlicher: gelebtes Mittelmaß und eine erstaunliche Wurstigkeit in einer Branche, in der man so etwas Altmodisches wie Leidenschaft immer noch gut gebrauchen könnte. “Read

Wie ich einmal versuchte, eine Zeitung zu abonnieren

Bisher dachte ich ja meistens über die Probleme deutscher Regionalzeitungsverlage, dass dies hauptsächlich eine Sache des Inhalts und damit der Redaktion ist. Aufzählen muss man das alles ja nicht mehr: mäßig inspirierte Mantelteile mit viel Agentur und wenig eigenem Antrieb, dazu Lokalteile, die man durchblättert – und das war es dann in den meisten Fällen auch schon wieder. Was aber, wenn die Probleme solcher Häuser tiefer gehen? So tief, dass sich eine erstaunliche Grund-Wurschtigkeit in die DNA des Verlags eingeschlichen hat, so tief, dass man Leser weniger für Kunden als für lästige Bittsteller hält? Und man denkt, Zeitung gebe es immer weiter – also eine Art Naturgesetz? “Read

Fake News: Was bringen Faktenchecks?

Vermutlich gibt´s bald in jeder Redaktion Deutschlands irgendwas mit Faktenchecks. Trotzdem sollte man auf das vermeintliche baldige Ende der Fake News nicht allzu viele Hoffnungen setzen…

Erstmal so eine halb-philosophische Bemerkung: In der Natur des Menschen (und zwar tendenziell: jedes Menschen) liegt der ebenso absurde wie nachvollziehbare Reflex, dass man am liebsten das glaubt, was man ohnehin schon zu wissen meint. Kaum etwas ist so schwer wie der Versuch, etwas scheinbar der natürlichen Weltordnung (also: der eigenen) Widersprechendes als möglicherweise doch richtig anzuerkennen. Diese Woche beispielsweise habe ich leicht amüsiert an mir selbst und an vielen anderen in meinen diversen Timelines gemerkt, wie sehr man sich krümmen und verbiegen muss, um sich selbst einzugestehen, dass ausgerechnet Donald Trump etwas richtig gemacht haben könnte.

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Flachsinn in der Filter Bubble

Diese Geschichte hier benötigt einen mittellangen Vorlauf. Ich habe mich sehr lange der Szene der Digitalisten sehr zugehörig gefühlt. Wenn jemand die Auffassung vertrat, zu viel flaches Zeug im Netz sei nicht allzu gesund, hat das bei mir schnell Reflexe ausgelöst. Ich dachte dann sofort an Menschen der Kategorie Manfred Spitzer, die grundsätzlich alles für gehirnschrumpfend halten, was nicht auf Papier oder noch besser Buchseiten gedruckt ist. Ich habe an eine Print-Kamarilla geglaubt, die aus reinem Eigeninteresse alles verhindern will, was digital ist. Meistens kam ich mir vor wie in den späten 70ern, in denen es gerne mal hieß, Fernsehen führe zur Totalverblödung. Flachsinn im TV also immer, nur im Netz nicht?

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Machen wir unseren Job…

Die Wahl im Saarland war noch nicht richtig ausgewertet, da durfte man sich mal wieder die Frage stellen: Wie weit kann man Journalisten und anderen Meinungsmachern noch trauen?

Keine Sorge, ich bin nicht unter die Populisten gegangen und brülle jetzt auch irgendwas von „Lügenpresse“. Aber ein paar Gedanken über den ritualisierten Journalismus darf man sich ja schon mal machen, vor allem dann, wenn einem der eigene Berufsstand doch noch ein wenig am Herzen liegt. Und der hat keinen guten Eindruck hinterlassen in den letzten Tagen, was dummerweise den Lügenpresseschreihälsen ein bisschen Wasser auf die Populistenmühlen geben könnte.

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Wer braucht schon Fakten?

Nicht mal mehr die Hälfte der Deutschen vertraut Medien, sagt eine neue Studie. Jetzt sollen es Fact-Checking und Transparenz auf Teufel komm raus irgendwie richten. Dumm nur, dass das eigentliche Problem ein ganz anderes ist…

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Das üble Spiel der Populisten

Einfach mal irgendwas raushauen und dann schauen was passiert: Populisten machen es dem Journalismus gerade reichlich schwer. Auch deshalb, weil digitale Strukturen das Lügen so einfach wie noch nie machen…

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Noch 5 Jahre bis zum Touchdown…

Nur zwei Zeitungen sollen in den USA überleben. Und in Deutschland? Der Countdown für Verlage und Sender läuft auch hier…

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Mein Snapchat hieß noch Blog

Es gab Zeiten, da existierte Facebook noch nicht mal. Und mit Handys konnte man bestenfalls telefonieren. Aus dieser Zeit stammt dieses Blog. Zeit für eine gnadenlose Abrechnung mit sich selbst, vielen lustigen Irrtümern und diesem Medienwandel nach beinahe 15 Blogger-Jahren…

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