Ein bisschen Software

Aus gegebenem Anlass ein kleiner Einblick in die Software, die ich zur Bearbeitung von Bewegt- und Unbewegtbildbild verwende…

Für Videos reichen im Grunde Adobe Premiere auch in der Elements-Version und AVID in der Free-Version aus. Vor allem AVID ist auch in der Free-Version wirklich ein vollwertiges und gut ausstaffiertes Schnittprogramm, mit dem TV-taugliches Material gemacht werden kann. Dem Profi-Cutter wird das natürlich nicht ausreichen, aber wer einen fixen Dreiminüter fürs Web oder auch fürs Fernsehen machern will, kommt mühelos damit aus. Beide, sowohl Premiere als auch AVID, sind dem Moviemaker von Windwos deutlich überlegen – letzterer eignet sich wirklich nur fürs Homevideo oder für den ganz schnellen und nicht wirklich sauberen Schnitt von Rohmaterial. Von AVID gibts übrigens auch kostenlose und gute Kovertierungssoftware.

Apropos Konvertierungen: Da bleibe ich nach wie vor bei den Video-Tools von AVS. Leicht zu handhaben und flexibel in den Anwendungen. 30 Euro, dier wirklich gut investiert sind. 

Gute Alternative zu Tools wie Soundslides ist inzwischen das gute, alte Photoshop in der Elements-Version. Darauf vertonte Slideshows zu machen, ist denkbar einfach. Im Zusammenspiel mit AVS wird aus der Slideshow dann mühelosein chices Flash-Movie oder auch eine mobilfähige Geschichte.

Vertonung: einfach, aber für mich immer noch das angenehmste – Audacity.

2007

2007 erinnert mich verdammt an 2000. Auf einmal ist bei vielen alles möglich. Alle wollen dabei sein, wenn es in die wunderbare neue Medieenwelt geht, vermutlich ist den meisten auch tatsächlich klar, dass 2007 die zweite und letzte Chance ist. Wer 2000 gepennt hat, kann jetzt nochmal aufholen. Wer es diesmal wieder verbockt, ist draußen, Für immer.

Allerdings erinnern mich auch die merkwürdig schwammigen Begrifflichkeiten und die Tatsache, dass man es mit den Ankündigungen mal wieder nicht so genau nimmt, ziemlich an 2000.  Das Gipfeltreffen der Onlinechefredakteure in Berlin (kress) lässt jedenfalls vermuten, dass es beim einen oder anderen evtl. etwas später wird als gedacht. Und irgendwie machen wir ja alles was mit Video und mit Blogs und Community.

Die neue Welt

Ein klitzekleines bisschen Verspätung, dafür aber hat sich das Warten durchaus gelohnt: Der neue Online-Auftritt der Welt ist sehenswert. Alles drin, was drin sein muss: viel Video, viel Audio, optisch zumindest überaus solide. Wenn man mäkeln wollte (aber wer will das schon), könnte man anmerken, dass Welt Online ein wenig so aussieht, als wenn es am Reißbrett nach der Lektüre der wichtigsten Ratgeber für gelungene Online-Auftritte im Jahr 2007 gemacht worden wäre – aber es gibt weiß Gott schlimmere Kritik. Und, ach ja, ich fände es ja fast schon wieder avantgardistisch, wenn sich jemand trauen würde, auf Redaktions-Blogs zu verzichten.

Also, ganz im Ernst: Welt Online ist die ziemlich konsequente praktische Fortsetzung dessen, was Springer in der Theorie schon vor Monaten angekündigt hatte. Das wiederum ist insofern bemerkenswert löblich, als dass es Ankündigungsweltmeister gerade beim Thema Zeitungen und Online ja zuhauf gibt. Niemand würde mehr negieren, wie wichtig Online ist, die wenigsten liefern dann allerdings wirklich Brauchbares ab.

Über die Inhalte der Welt zu schwadronieren – nach zwei Tagen Relaunch zu früh. 

Sonst aber ist der Trend nach dem Relaunch: Die kleinste (zumindest auflagenmäßig) der überregionalen Tageszeitungen setzt sich online in ihrem Genre erst mal an die Spitze. So schnell kann das gehen in der neuen, digitalen Welt. Lektion notieren, die Herren Verleger, Geschäftsführer, Chefredakreure.

Zehn Dollar für die Zeitung

Interessant, was US-Zeitungsmanager dem im Regelfall übrigens empfehlenswerten Medienmagazin von B5 aktuell (immer sonntags, oder, noch besser: als Podcast) erzählt haben. Nämlich, dass es ihnen erstens zunehmend zweifelhaft erscheint, ob Papier als Plattform für die Übermittlung von tagesaktuellen, journalistischen Inhalten noch sehr zukunftsfähig ist. Und dass es ihnnen, zweitens, auch ziemlich einerlei ist.

Logisch. Sie verkaufen ja auch Inhalte. Nicht Papier.

Schön übrigens das Gedankenspiel eines der Herren Manager: In 20 Jahren gehöre Zeitungslesen zum Retrochic einer intellektuellen Avantgarde, die es sich zehn Dollar pro Ausgabe kosten lasse, um im Flugzeug mit der gedruckten Ausgabe einer Zeitung gesehen zu werden. Klar, Laptop und PDA kann ja jeder.

Gar nicht so abwegig, der Gedanke. Inzwischen gibt eine musikalische Avantgarde ja auch viel Geld für Vinyl-Platten aus, um ja nicht mit CD´s oder mp3 gesehen zu werden.

Website für 29, Flyer für 15 Euro

Einem nicht unbeträchtlichen Teil der Branche muss es verdammt dreckig gehen. Auf my-hammer.de jedenfalls auf Auktionen gestoßen, wo allen Ernstes jemand für 29 Euro eine komplette Website inhaltlich und technisch betreuen will. Die 29 sind pro Monat, versteht sich. Ein anderer bietet sich an, für sagenhafte 15 Euro einen kompletten Flyer zu entwerfen. Dafür verlangt der Auftraggeber in seiner „Ausschreibung“ aber auch „unbedingt PROFESSIONELLE Arbeit.“ Klar, was man so an Profis kriegt, die man vorher für 15 Euro arbeiten lässt.

Er verkauft übrigens Spargel, der Auftraggeber.

Print…kostet

Zunächst wollte ich mich einfach mal in einem Beitrag darüber amüsieren, wie sehr der Hochglanzjournalismus momentan verramscht wird. Vanity Fair für einen Euro, die Park Avenue für einen Euro, das ist ja ein Preisniveau wie sonst bei Alles für die Frau.

Dann der Blick auf meine überaus geliebte Samstags-SZ, die auf Seite 2 – nein, nicht etwa ankündigt, billiger zu werden, sondern ein klitzekleines bisschen teurer. Das unzweifelhafte Vergnügen, täglich SZ lesen zu dürfen, kostet mich fortan pro Jahr die Kleinigkeit von rund 415 Euro, und ich finde es ja in solchen Fällen immer wieder hilfreich, sich an die gute alte Mark zu erinnern. Über 800 Mark im Jahr für meine Tageszeitung, huii…dafür kann ich aber viel im Web surfen. In dem Zusammenhanhg fiel mir ein ehemaliger Zeitungs-Geschäftsführer ein, der mir vor einigen Jahren mal beim zufälligen gemeinsamen Warten auf einen Flug in Berlin die Ohren volljammerte, dass diese verdammte Kostenlos- und Schnorrermedium…naja, wir kennen das ja noch von früher.

Unbestritten ist indes, dass das Geschäftsmodell Inhalt gegen (viel) Geld in dem Moment an seine Grenzen stößt, in dem dem Konsumenten klar wird, dass es durchaus hochwertigen und gleichwertigen Inhalt andernorts kostenlos gibt. Die Bereitschaft für sehr allgemein gehaltene Inhalte zu zahlen (und die klassische Tageszeitung nimmt ja immer noch für sich in Anspruch, alles für alle zu bieten), wird sinken. Alleine das, was an tagesaktuellen Geschehnissen in Podcasts und Videopodcasts angeboten wird, drückt Zeitungen an die Wand. (nebenbei: Eine ziemlich gute wissenschaftliche Analyse zur Problematik der Tageszeitung habe ich hier entdeckt, und ich verspreche übrigens, dass ich bei meinen nächsten Veranstaltungen mit dem Begriff „Disruptoren“ nur so um mich werfen werde.)

Ich bin mir auch nicht mehr so sicher, inwieweit man sich auf das Argument zurückziehen kann, qualitativer Journalismus koste eben auch richtig Geld. Zumindest teilweise liegt der Verdacht nahe, dass man sich nur ungern vom alteingefahrenen Geschäftsmodell verabschieden möchte. Bequemer ist das ja allemale, als dauernd über neue Ideen nachdenken zu müssen. Indessen zeigen die zahllosen hochwertigen Websiten, Podcasts und überhaupt die rasante Entwicklung im Netz, dass serh wohl sehr gutes Geld verdient werden kann, ohne dieses sture Gebührenmodell verfolgen zu müssen. Mit ihren Abopreisen jedenfalls erreichen die Zeitungen ein Niveau, bei dem sich ihre Lektüre leisten wollen muss. Und das betrifft nicht die SZ alleine, sondern alle, die Jahr für Jahr gewohnheitsmäßig mit dem gleichen Standardtext darüber, dass das Papier so teuer sei und man gleichzeitig in die Qualität investieren wolle, die Preise anheben).

Und außerdem kommt mir gerade eben der Gedanke absurd vor, in einm digitalen Zeitalter für Informations-„Technologie“ Bäume umschlagen zu müssen…;-)

Liebe Freunde…

…von der Online-Welt: Ich hab´den ganzen Tag jetzt auf euren angekündigten Relaunch gewartet und nix gefunden. Dabei war ich so gespannt. Aber das sind eben die Eigenheiten der Onlineszenerie. Man nimmt´s niemandem krumm, wenn ein angekündigtes Projekt kurzerhand nicht so kommt wie angekündigt. Was wär wohl los, wenn – sagen wir – Vanity Fair letzte Woche einfach nicht am Kosk gelegen wäre?