Usability

Mein aktuelles Lieblings-Beispiel aus der Kategorie „Was juckt mich der User?“: Videos auf einer Seite lassen sich offenbar mit Windows Media Player 11 nicht abspielen. Der Fehler, teilt der Seitenbetreiber mit, liege offensichtlich bei Microsoft (aha).

Lösungsvorschlag: Media Player 11 runter von der Platte, stattdessen downgraden auf 10 oder (noch besser) 9. Klar, die Dinge halt, die man dem Seitenbetreiber zuliebe gerne mal macht.

Und jetzt stelle ich mir gerade vor, wie der moderne User von heute seinen chicen Player 11 von der Platte wirft, sich Version 9.x besorgt und installiert, um dann dort wieder Videos sehen zu können. Wundert mich ja immer noch, wie man im Web so ungestört dilettieren darf, ohne auf der Stelle seinen Job in den Wind schreiben zu können.

BBCTube = YouBBC

Naheliegend und vernünftig: BBC und YouTube, zwei Bewegtbildriesen, werfen sich zusammen, ohne dem anderen wehzutun. Kluge Ergänzung, das. YouTube sendet weiterhin die Häppchen, bleibt sich selbst treu und bekommt das alles auch noch legal. BBC wiederum erhält quasi einen neuen Vertriebskanal, kann seine eigenen Multimedia-Pläne weiter verfolgen und erreicht womöglich noch ein Publikum, bei dem es zumindest Gefahr gelaufen wäre, es mittelfristig zu verlieren.

Und aus gegebenem Anlass in dieser Woche fallen mir gerade wieder all jene ein, die gerne so argumentieren, als sei der Fortbestand der klassischen Mediennutung ein Naturgesetz. Der BBC/YouTube-Deal jedenfalls ist – wieder mal – ein schönes Beispiel dafür, wie alte Strukturen gerade wegbrechen. 

 

Zeit

Dass die „Zeit“ nicht nur in ihrem Stammgeschäft gute Zahlen vorlegt, sondern so ganz nebenbei auch ihre Online-Umsätze im zurückliegenden Geschäftsjahr verdoppelt hat, zeigt nicht nur, dass der Trend irgendwie hin zum Digitalen geht, sondern dass sich Qualität auch online gut vermarkten lässt. Fernab irgendwelcher, nunja, nennen wir sie mal zweifelhafter PR-Inhalte, die man redaktionell getarnt dem User unterjubeln will. Und hätte man dort nicht die Reunion von The Police so gnadenlos verrissen, wäre zeit.de vermutlich aus vielen guten Gründen mein aktuelles Lieblingsangebot…;-)