Und wo bleibt das Positive (1)?

„Kannst du nicht auch mal was Positives schreiben? Was Nettes?“.

Reflexartig wollte ich auf diese Frage ja erst mal mit einem durchaus überzeugten „nein“ antworten, dann aber dachte ich mir: Och, warum eigentlich nicht. Weil eigentlich (die drei oder vier Mitleser, die mich kennen, werden das hoffentlich bestätigen) bin ich viel netter als wie es die zugegeben manchmal etwas arg nörgligen Einträge hier vermuten lassen. Und wie man der etwas arg optimistischen Überschrift entnehmen kann, soll es keine einmalige Sache bleiben, hier auch mal auf Positives zu verweisen. So schrecklich ist Welt ja nicht, nicht mal die Medienwelt.

Heute also als Auftakt ein schönes Beispiel: „Le Monde“, Weltblatt aus Paris, ist nicht nur den einfachen Weg eines Relaunches gegangen, sondern hat sich als Redaktion komplett neu positioniert. Sie hat das alte, bisherige Denken (Zeitung jetzt auch mit Onlineableger, sonst ändert sich nix) komplett über den Haufen geworfen. Persönlich habe ich immer noch Zweifel, ob die iPad-Applikationen der alleinige Retter der Verlage sein werden. Trotzdem halte ich das, was sich „Le Monde“ einfallen hat lassen, für eine der stringentesten und zwingendsten Konzepte, die Tageszeitungen bisher vorgelegt haben.