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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for September, 2005

nett ist das nicht

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bei der ard ist der untergang des abendlandes erwartet worden, bei sat1 berichtet außer der sz fast niemand drüber – legen wir bei schleichwerbung im tv unterschiedliche maßstäbe an, liebe kollegen?

nur mal so nachgefragt.

Written by cjakubetz

September 30th, 2005 at 12:14 pm

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ein mädchen! ein mädchen!

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jennifer garnes bekommt ein mädchen!

dabei hatte sie das gaaanz lange geheim gehalten!

(dpa heute mittag, so gegen 12)

Written by cjakubetz

September 29th, 2005 at 5:08 pm

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penetranz-placement

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jetzt also sat1. der privatsender habe über jahre hinweg gekaufte productplacement-beiträge als getarnte redaktionelle eigenleistung gesendet und dabei umsätze jenseits der millionengrenze erzielt, schreibt heute die sz.

erste reaktion bei mir: wundert mich nicht.

zweite reaktion bei mir: es sollte mich aber eigentlich schon wundern, dass ich mich nicht wundere. oder ist man bei den schaudermeldungen aus der branche inzwischen so abgestumpft, als dass man es als selbstverständlich hinnimmt, wenn man darüber im klaren sein sollte, dass ein beträchtlicher teil dessen, was man im tv so zu sehen bekommt, von konzernen gekauft ist?

das problem – ganz generell und keineswegs nur auf tv-sender beschränkt – scheint mir zu sein, dass der erlösdruck angesichts sinkender oder bestenfalls stagnierender werbemärkte so groß geworden ist, dass man seitens der sender und zeitungen sehr empfänglich geworden ist für einen sehr kreativen umgang mit gesetzen und richtlininen. ohne es rechtfertigen zu wollen: aber wenn ich bei spiegel online “krankenkassen-news” als eine redaktionell getarnte rubrik entdecke, bei n-tv ein paar sparkassen-meldungen und eigentlich auf jeder größeren webseite ähnliche beispiele, dann zeigt das deutlich, wie stark die dämme inzwischen schon gebrochen sind. da macht übrigens auch die sz keine große ausnahme, weder online noch print. dass die so genannten sonderveröffentlichungen in der sz wie in vielen anderen zeitungen auch nichts anderes sind, als den anzeigenkunden sehr wohl gesonnene publikationen, muss man einfach so hinnehmen. nicht, um irgendetwas gegeneinander aufzurechnen, sondern um klarzumachen, dass es sich hier um einen teufelskreis handelt: wer heute als sales-mensch zu einem kunden geht und dem eine konventionelle werbeform (anzeige, spot) anbietet, ist eine arme sau. im regelfall fragt ihn der blasiert-gelangweilte mediaplaner gegenüber, ob er nicht irgendwas kreatives in der tasche habe.

spannende frage aus der heutigen sz, teil 1: wäre es nicht ehrlicher, man würde, wie doetz es bspw fordert, gleich das ganze product placement freigeben?

spannende frage aus der heutigen sz, teil 2: wird bild morgen die sat1-verfehlungen ebenso wie bei der ard als “dokument der schande” bezeichnen?

spannende frage bei mir: wird eigentlich mal jemand begreifen, dass man mit solchen aktionen zwar sehr kurzfristig erlöse sichern kann, man aber gleichzeitig damit das grundvertrauen der leser/zuschauer/user in seine eigene marke verspielt?

Written by cjakubetz

September 29th, 2005 at 4:03 pm

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warum journalisten schlechte blogger sind

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ich hatte mich schon an anderer stelle etwas gewundert, warum die journalistenblogs im rahmen etabalierter marken zum niederknien schlecht sind. viele an der zahl, aber einfach lausig.

insofern danke an thomas, der eine ziemlich einleuchtende antwort auf diese frage charmant formuliert hat. treffer, versenkt.

Written by cjakubetz

September 28th, 2005 at 12:42 am

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gegenentwürfe zum konglomerat

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den guten don alphonso zu zitieren, ok, das ist wirklich nicht sehr originell, weil ihn ohnehin jeder schon gelesen hat. ich mache es ausnahmsweise trotzdem – das nachfolgende zitat ist es wert, finde ich:

(…)Ich halte die Medien in ihrer jetzigen Form für tot, ausgereizt, am Konsens verreckt. Ich hasse, vielleicht weil ich als Journalist Autodidakt bin, dieses idiotische System des Gatekeepers oben und den Lesern unten. Das hatte seine Berechtigung in einer Zeit, als die Produktion von Medien teuer war, aber heute ist es nur noch gesellschaftspolitischer Machterhalt der Medienkonglomerate mit all ihrem Crossmarketing und Agendasetting. Die ganze Kaste hat nichts mehr mit der Realität am Hut, ganze Realitätsfragmente werden unterdrückt oder marktgängig zurechtgeprügelt. Das hat mit Freiheit des Wortes herzlich wenig zu tun. Blogs schaffen da einen Gegenentwurf, und obwohl ich mir sicher bin, dass sie die Medien nicht abschaffen werden, werden sie doch einen starken Einfluss auf die Medien haben. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es kommt. Und das zu begleiten, ist spannend und gut.”

das ganze interview gibt´s hier.

Written by cjakubetz

September 28th, 2005 at 12:11 am

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revolution, nächster teil

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nee, echt nicht – ich mag euch eigentlich nicht als wanderprediger in sachen sich verändernder medienwelten auf den geist gehen.

zur lektüre empfehle ich dennoch dieses stück hier und frage mich gleichwohl, warum eigentlich die meisten old-media-kollegen immer noch so entspannt sind. (gilt übrigens auch für ausbilder, journalistenschulen etc.: kenne nur sehr wenige, die diese themen auf dem radar haben, außer, hmpf, der djs natürlich).

Written by cjakubetz

September 27th, 2005 at 7:20 pm

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ich, der kaiser

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ich bin beckenbauer und ich bin einstein.

wer um himmels willen hat sich diese unsinns-kampagne ausgedacht und ist auch noch stolz darauf, sie als kampagne der deutschen medien zu verkaufen?

Written by cjakubetz

September 27th, 2005 at 3:22 pm

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eine böse ahnung

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man sollte ziemlich dringend lesen, was fabian mohr über seine persönliche berührung mit dem überlebenskampf von zeitungen berichtet. dabei hatte ich fabians erzählungen aus den usa in den letzten monaten sehr intensiv mitverfolgt – und mir gedacht, dass die ziemlich intensive crossmediale herangehensweise der dortigen kollegen und ihre (so weit ich mir da ein urteil erlauben darf) bemerkenswerte journalistische qualität sie vor größerem unbill bewahren würde. und siehe da – trotzdem aktuell wieder über 60 leute, die den nächsten redaktionellen frühling nicht miterleben werden.

das ist erstmal nicht lustig, regt aber zum nachdenken an. umso mehr, als dass den kollegen dort nicht vorzuwerfen wäre, die zeichen der zeit nicht erkannt zu haben; ganz im gegenteil. blogs, podcats, die ganze litanei, dazu vermutlich eine anständige zeitung – mir fallen nicht viele in deutschland ein, die so aufgestellt wären (eigentlich niemand). und mir fällt auch niemand ein, der hier die erkenntnis verinnerlicht hätte, dass man junge leser eher über das medium online zur zeitung bekommt als umgekehrt.

weswegen ich fürchte, dass diese böse geschichte, die da gerade den kollegen in kalifornien widerfährt, sich auch bei uns demnächst wiederholen wird. wenn schon die in die krise stürzen, die sich darauf vorbereitet hatten – was passiert eigentlich dann mit unseren ganzen zeitungshatsschonimmergegeben-schönrednern?

Written by cjakubetz

September 26th, 2005 at 2:03 pm

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redaktion fröhliches wandern

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heute nachmittag moderation einer diskussion zum thema “fernsehen der zukunft”. im vorfeld mit dem br kommuniziert und gestaunt, dass es eine eigene redaktion medienkritik gibt, die sich zur berichterstattung angemeldet hat.

später erfahren, dass es auch eine eigene redaktion “wandern” gibt.

staunen wieder eingestellt.

Written by cjakubetz

September 22nd, 2005 at 11:32 am

Posted in RADIO

der griff an die eigene nase

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natürlich war das für die allermeisten parteien kein sehr schöner wahlabend gestern. für die demoskopen aber erst recht nicht und auch für unseren berufsstand nicht. obschon man natürlich darüber streiten kann, ob der noch-und vielleichtbaldwiederkanzler schröder unbedingt als erstes die medien attackieren musste, unrecht hat er nicht. über monate hinweg haben durch die bank alle eine kanzlerin merkel als gottgegeben angesehen. die möglichkeit, dass die union bei für ihre verhältnisse albernen 35 prozent landen könnte, ist nicht mal ansatzweise ins kalkül gezogen worden.

was das bedeutet? nichts anderes, als dass wir über monate hinweg kritiklos den zahlen der meinungsforscher gefolgt sind, ohne jeglichen hinweis darauf, wie volatil diese zahlen sind. aus den erfahrungen von 2002 nix gelernt; da mag man sich noch wundern, dass das latente misstrauen gegenüber etablierten medien zunehmend wächst. insofern wirft das fragen auf – vor allem die, ob es nichgt ein wenig verantwortungslos ist, zahlenwerke von demoskopen unreflektiert wiederzugeben.

btw, dazu tragen dann auch auftritte wie der der herren von der tann und brender gestern abend bei der elefantenrunde bei. bräsig, onkelhaft, überheblich, ohne jegliche einsicht: wie man sich nach monatelanger letztendlich desaströser berichterstattung zur wahl auch noch so aufplustern kann, ist mir ein rätsel.

überhaupt sahen die ör´s nicht gut aus gestern abend. brender und von der tann indiskutabel, hahne salbaldernd, predigend, inkompetent; dazu ritualisierte und wenig aussagekräftige diskussionsrunden. um klassen besser: rtl mit einem souveränen kloeppel, bei sat 1 ein witziger kausch und bei n-tv eine enorm gute maischberger.

bitte bei der nächsten neuwahl (also in ca. 3- 4 wochen) dringend unterlassen: die anschließenden talkrunden. christiansen wie immer unterirdisch. und was frau rust bei sat1 dringenden mit den herren willemsen und tiedje zu besprechen hatte, man weiß es nicht. tiedje und willemsen in der sendung zu wahl; liebe güte, liebes sat 1 – da dürft ihr euch nicht wundern, wenn man euch einfach keine politische kompetenz zubilligen mag.

wie gewohnt realsatirisch der br: markus söder mit der interessanten einschätzung, frau merkel habe einen klaren regierungsauftrag erhalten; davor ein als redakteur getarnter mikrofonständer. sigmund gottlieb in blanker aufregung und mit einer um eine oktave höhergelegten stimme (“wie konnte das passieren?”), dazwischen fakten-markwort, der stoiber nach berlin schicken wollte (“jetzt muss der erste sturm aufs eis”). was, lieber br, ist eigentlich der erkenntniswert einer unterhaltung zwischen gottlieb und markwort, hä?

danke insofern an pro 7. exakt in dem moment, als der wahlabend die unvermeidliche christiansengottlieb-phase erreicht hatte, kam stromberg.

Written by cjakubetz

September 19th, 2005 at 11:54 am

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