Archive for Dezember, 2005
premiere verliert fußballrechte
blutige weihnachten in unterföhring. endlich mal wieder ne bevorstehende entlassungswelle, ich komme mir vor wie 2001.
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Nachrichten-Videos verbreiten will Reuters. Die Nachrichtenagentur hat ein Pilotprogramm vorgestellt, dass es Nachrichtenorganisationen, Bloggern und anderen Website-Betreibern ermöglichen soll, kurze Reuters-Videos auf der eigenen Seite einzubinden.
nachrichtenvideos auf blog-cj.de? netter gedanke.
fußball, komplett neu
dass ich das noch erleben muss. immerhin bin ich groß geworden mit ernst huberty und der sportschau, mit sechs spielergebnissen vorab und drei spielberichten im bild. mit kommentaren wie “die anschließende ecke brachte nichts ein” und dem gefühl, sich samstags in der badewanne beeilen zu müssen, weil ich sonst die sportschau verpassen würde. für mich war ulli potofski ein kulturschock und “ran” quasi der untergang des abenlandes.
aber man gewöhnt sich ja an alles und inzwischen ist mein fußballkonsum an eine kleine, des öfteren abstürzende (d-) box gekoppelt. bundesliga live aus allen neun stadien paralell, das hat schon was und das lässt man sich denn auch was kosten. das schnell-raus-aus-der-badewanne-gleich-kommt-huberty-lebensgefühl ist zwar irgendwie weg, aber dafür seh ich jetzt jedes tor aus fünf perspektiven und in der pause erklären mir der loddarmaddäus und andere koryphäen, wie das so ist mit dem runden, das ins eckige muss.
und nun das: künftig muss ich also vermutlich kabel deutschland haben, um die bundesliga zu sehen, muss premiere für die champions league haben und dsl natürlich auch, um die spiele im web zu sehen. und während ich meine kabel und d-boxen miteinander verdrahte, daueraufträge für die gebühren einrichte und ansonsten mir überlege, wie ich das alles organisiert bekomme, sehe ich vor meinem geistigen auge uli hoeneß, wetternd darüber, dass in italien und spanien und in england und überhaupt und dass man sich eh wieder viel zu billig hergegeben habe und dass man beim nächsten mal mindestens zwei milliarden mehr…
hauptabteilungs-redakteure
Der Bayerische Rundfunk sucht für seine Fernsehdirektion / Programmbereich Politik / Bereich Aktuelles und Landesberichte / Redaktion Rundschau und Nachrichten eine/n Redakteur/in.
ohne worte.
qualitätsjournalismus im netz
sonntagmorgen, aus alter gewohnheit doch mal wieder zu besuch bei spiegel online:
Eine Hymne für Wolfgang Niedeggen von Wolfgang Thierse.
wikipedia im test
wikipedia ist – was die qualität ihrer einträge angeht – nach einer neuen untersuchung nicht gravierend schlechter als andere, “richtige” lexika.
das nur mal zum geraderücken, wenn momentan in manchen debatten der eindruck entsteht, der untergang aller wikis sei nah.
staats-fußball
nur mal so drüber nachgedacht: ein immer noch weitgehend in staatsbesitz befindliches unternehmen (telekom) kauft fussball-rechte, die sie dann an ein mit öffentlichen gebührengeldern finanziertes öffentlich-rechtliches fernsehen weiter lizensiert? eigenartiger gedanke in einer zeit, in der man springer abverlangen möchte, mindestens einen seiner künftigen sender unter die kuratel eines beirats zu stellen, der dann vermutlich mit alice schwarzer und uli wickert besetzt ist.
suche nach der neuen startseite
das rennen hat die faz gewonnen. so dröge wie ich die printausgabe finde, so gut gefällt mir inzwischen der online-auftritt. ein guter beleg, wie man auch im netz guten und ansprechenden journalismus machen kann, ohne sich auf boulevard-geplapper a la spiegel online einzulassen. ich hab nix gegen ne gute geschichte vom bordstein, aber wenn zwischenzeitlich die hälfte des angebots aus britney-spears-geschichten, mediokren kolumnen eines hobby-joggers und bizarren testen-sie-sich-selbst-dingern besteht…da kann ich ja dann gleich focus online lesen.
salu, spon…
triple play
scheint so, als würden wir demnächst ein zumindest für deutschland neues geschäftsmodell bekommen: triple play, sprich telefon, internet und bewegtbildrechte aus einer hand. in einer netten fußballrechte-union zwischen kabel deutschland, der telekom und den ör-sendern. das wiederum hieße, dass sich kofler und premiere verspekuliert hätten und demnächst ohne bundesliga-rechte dastünden. man darf gespannt sein, wie schnell premiere seine mühsam zusammen geklaubten kunden wieder verlieren wird. pay-tv ohne bundesliga? geht nicht. da nützt auch die champions league nicht sehr viel. erstens sind das wesentlich weniger spiele und zweitens ist man von etlichen unwägbarkeiten abhängig. wenn keine deutsche mannschaft die gruppenphase übersteht, ist der wettbewerb deutlich unlukrativer.
was sich aber ebenso anbahnt (und was nicht nur von mir, sondern von vielen anderen) schon länger prophezeit wird: medienkonsum resp. tv-konsum wird teurer. wenn dieses triple-play-modell kommt, darf der hardcore-fußball-fan kräftig zahlen: an das neue bundesliga-konsortium auf der einen und an premiere (für die champions league) auf der anderen seite. von den gebühren für die ör´s erst gar nicht zu reden.
samstagabend…
…im deutschen (gebührenfinanzierten) fernsehen:
gottschalk: Kevin, du bist ein gefragter Sportler, die Werbung der Amis hat Dich bereits entdeckt?” -
fußballer: “Ja, ich mach so ein bisschen Werbung für Microsoft.” -
gottschalk: “Ist es nicht toll, wenn man merkt, dass einen der Sport über das Spielfeld hinaus bekannt macht?”
fußballer: “Ich glaub, ich freu mich drauf, dass ich durch den Sport auch besondere Menschen kennenlernen kann und einfach für was werben kann.”