9. Januar 2006 - 23:00 Uhr
Herr Schmidt sieht fern, zusammen mit Frau Heidenreich. Ein wunderbarer Rückblick auf 50 Jahre Unterhaltung beim WDR-Fernsehen. Schmidts Resumee: “Eigentlich eine unertägliche Scheiße.”
Kein Versuch, den Privaten hinterherzuhecheln, kein dümmliches Panel (Schmidt: “Randbegabungen”), keine hektischen Schnitte: Wenn öffentlich-rechtliches Fernsehen immer so wäre, würde ich meine Gebühren gerne zahlen.
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9. Januar 2006 - 12:16 Uhr
Laut Handelsblatt prüft Springer derzeit die Option, aus der geplanten ProSiebenSAT1-Übernahme wieder auszusteigen – man wäre ja auch ziemlich beschränkt, täte man es nicht. Immerhin geben sowohl KEK als auch Kartellamt momentan klare Signale, den Deal nicht durchgehen zu lassen. Meine Prognose: Ein Dritter machts, vermutlich spricht man in Unterföhring bald Französisch. Das wär dann der vierte oder fünfte Beinahe-ganz-sicher-vielleicht-dann-doch-wieder-nicht-Eigentümer des Konzerns.
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7. Januar 2006 - 9:00 Uhr
Wenn jemand im Irak einen Anschlag verübt, handelt es sich laut Tagesschau um einen “Regimegegner”. Inzwischen nennt man die Formulierung selbst “unglücklich”.
Mich erstaunt immer wieder, welch schwieriges Verhältnis Medien in Deutschland mit eigenen Fehlern haben. Der gewählten Regierung im Irak unterstellt man, ein Regime zu sein und einen Terroristen nennt man “Regimegegner” – und das soll dann “unglücklich” sein?
Bei der “Süddeutschen Zeitung” ist man übrigens inzwischen weiter: Dort gibt es mittlerweile regelmäßig auf der Seite 2 einen Kasten namens “Korrekturen”. So einfach ist das.
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6. Januar 2006 - 19:00 Uhr
Darauf darf man denn echt gespannt sein: Nachdem Sony frisch zu Jahresbeginn einen Bezahl-Downloaddienst für Videos für seine PSP vorgestellt hat, soll – gerüchtehalber – heute nacht in Las Vegas Google nachziehen. Google Video Downloadstore soll das Ding heißen. Netter Gedanke, dass sich zwei der wichtigsten Themen dieses Jahres schon nach wenigen Tagen an einem Kristallisationspunkt treffen. Thema Nummer eins: Google und die anderen Online-Riesen. Thema Nummer zwei: Wohin sich Fernsehen resp. bewegte Bilder bewegen.
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6. Januar 2006 - 9:59 Uhr
Wenn man das Interview mit Susanne Osthoff heute abend bei n-tv gesehen hat, dann wird einem erst klar, was es für ein Unding seitens des ZDF war, im “heute-journal” mit einer tief verschleierten, offensichtlich traumatisierten Frau nicht nur sehr eigenwillig zu redigieren und zu schneiden, sondern das auch noch zu senden. Bei n-tv jedenfalls wirkte Frau Osthoff keineswegs völlig durch den Wind, wie nach dem ZDF-Interview vor allem der Boulevard suggerierte (Abendzeitung: “Wie krank ist Susanne Osthoff?”). Ich hätte jedenfalls gerne die Herren Schächter und Brender gehört, wenn – sagen wir – RTL dieses Interview aus dem Journal gesendet hätte. Da wäre ganz schnell von der Sensationsgier und der mangelnden Verantwortung der Privaten die Rede gewesen.
Generell finde ich, dass unsere Branche im Fall Osthoff kein gutes Bild abgegeben hat. Da ist jemand öffentlich als irre hingerichtet worden, ohne irgendeinen Beleg für irgendwas. Einen Psychologen mit Ferndiagnosen zu beauftragen, finde ich ziemlich fragwürdig.
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5. Januar 2006 - 19:06 Uhr
Welcome back. 2006 wird´s hier zwei Neuerungen geben, die eine sieht man schon in der ersten Zeile des neuen Jahres: Es wird nicht mehr kleingeschrieben. Hab nach ein paar Tagen Pause einen Blick auf die Seite geworfen und fand die Kleinschreiberei plötzlich affig. Schluss damit.
Die zweite Neuerung ist streng genommen nur eine Änderung: In den kommenden Monaten wird´s hier verstärkt um das Thema Fernsehen gehen. Nicht nur, aber vermehrt. Interessantes Thema in Zeiten, in denen Springer gerade etliche Zeitungen und auch noch ein wenig Radio über Bord werfen will, um ProSiebenSAT1 übernehmen zu können. Und in Zeiten zudem, in dem der TV-Markt mal eben so umgewälzt wird, dass kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Werden wir uns also am Ende dieses Blogger-Jahres wirklich fragen, wie Döpfner einen solchen strategischen Unsinn wie die Übernahme einer Free-TV-Kette in die Wege leiten konnte? Schauen wir am Ende dieses Blogger-Jahres fern wie und wann und womit wir wollen? Und was macht am Ende dieses Jahres eigentlich Herr Kofler?
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