JakBlog

Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Februar 7th, 2006

Ein Blog ist keine Kolumne

with 2 comments

Erhöhtes Blog-Aufkommen auf “autobild.de”. Das Internet-Angebot der Springer-Autozeitschrift bietet seinen Lesern ab sofort Online-Tagebücher an. In dem neuen Channel “Tuning und Kult” gibt es vier Blogs mit Tipps aus der Werkstatt, Berichten aus der Racing-Szene, Neuigkeiten von Tuner-Treffen und Erfahrungen beim Aufbereiten verschiedener Modelle. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn präsentiert “autobild.de” außerdem das “Autoreise-Blog”.

…schreibt kress.de heute. Ähnliche Meldungen lese ich in letzter Zeit ziemlich oft, von der Süddeutschen bis hin zur Apotheken-Rundschau bloggen sie jetzt anscheinend alle. Wirklich gute, lesenswerte Blogs etablierter Medien finde ich allerdings selten. Vermutlich deswegen, weil das Ganze ist wie so oft bei den Old-School-Leuten: Sie hören und lesen oberflächlich etwas von Dingen, die im Netz passieren. Ohne sie allerdings wirklich zu verstehen. Denn das, was die allermeisten Old-Media-Blogger betreiben, sind keine Blogs, sondern Kolumnen, die sich jetzt Blogs nennen. Wenn man alle paar Tage mal “was reinschreibt” und einem die Kommunikation mit dem Blog-User herzlich egal ist, dann kommt sowas raus (Die Ausnahme bestätigt wie immer die Regel).

Ganz davon abgesehen, dass ich mir absolut nicht sicher bin, ein Blog von autobild.de lesen zu wollen…

Nachtrag: Wer sich selbst ein Bild davon machen will, dem sei ein Blick auf sueddeutsche.de empfohlen. Die eintsmals mit einigermaßen Getöse gestarteten 14 Blogs fristen inzwischen ein Dasein, das mit “trist” noch höflich umschrieben ist.

Written by cjakubetz

Februar 7th, 2006 at 6:10 pm

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA

Bayern 6

without comments

Nachdem mich die Geschichte mit der GEZ heute eh schon einigermaßen in Fahrt gebracht hat, verdüsterte sich meine Miene bei solchen Geschichten noch mehr: Der Bayerische Rundfunk, Betreiber von zwei TV-Kanälen, fünf Radiosendern und einem Rundfunkorchester, denkt laut darüber nach, eine eigene Jugendwelle im Rundfunk zu etablieren – eine Art Bayern 6 also. Ob man dann diese Jugendwelle nur für DAB-Hörer empfänglich macht oder ob man im Gegenzug B4 ins Reich der ungefähr 237 DAB-Hörer in Bayern verschiebt und dafür Bayern 6 auf die UKW-Frequenz legt, egal. Man wird sicher wieder viele gute Gründe für die nächste Gebührenerhöhung finden.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin der letzte, der das duale Rundfunkystem in Frage stellt. Aber ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was es mit Grundversorgung zu tun haben soll, wenn sich der BR zwei TV-Sender, sechs Radiokanäle und ein Online-Angebot (und ein Rundfunkorchester) leistet. Mit Programmen, deren Ergebnisse sehr häufig mediokrer Natur sind. Mit Programmen, die (BR-Alpha) gelegentlich an das Telekolleg der 70er erinnern. Und einem Wasserkopf und einer Personalpolitik, die beide bei einem privaten Anbieter völlig unmöglich wären. Vorsichtig formuliert: Man hat nicht immer den Eindruck, dass es ausschließlich nach dem Leistungsprinzip geht.

Natürlich ist das Gebühren-Argument nicht das einzige (gleichwohl ein wichtiges). Es geht vielmehr um Grundsätzliches. Wieso soll/muss/darf ein öffentlich-rechtlicher Sender ungebremst weiter expandieren, ohne dass seine derzeit bestehende Struktur überhaupt auch nur in Frage gestellt wird?

Written by cjakubetz

Februar 7th, 2006 at 4:43 pm

Posted in TV

GEZ oder die Ankündigung eines Suizids

with 4 comments

Der treue Leser dieser kleinen Kolumne weiß es: Der Autor hat ein Problem mit unserem öffentlich-rechtlichen Gebührensystem. Dergestalt, als dass er von diesem kleinen, niedlichen Bürokratiemonstrum laufend aufgefordert wird, seine Gebühren endlich zu entrichten (letzter Drohungsstand: Gerichtsvollzieher, Ordnungswidrigkeitenverfahren, Zwangsgeld). Auszüge des letztes Schreibens an die GEZ sind in diesem Blog dokumentiert.

Zur Erinnerung: Die GEZ fordert, für einen Fernseher und ein Radio zweimal Gebühren zu bezahlen. Mit der kruden Logik, dass dieser eine Fernseher ja zweimal genutzt werde: einmal privat und einmal geschäftlich. Ergo: Ein Fernseher, zweimal Gebühren. Sagen die Herrschaften vom öffentlich-rechtlichen Monstrum.

Der kleine Briefwechsel zieht sich jetzt seit einem guten dreiviertel Jahr. Und siehe da, auf meine kleine Beschimpfungsorgie hat die GEZ inzwischen reagiert und das nicht einmal, wie sonst, mit einem maschinell erstellten Wischwasch, sondern mit einem richtigen Brief, von einem richtigen GEZ-Mitarbeiter aus Fleisch und Blut. Nur der Inhalt ist leider etwas ernüchternd: …grundsätzliche Unterscheidung zwischen privater und geschäftlicher Nutzung…müssen Sie selbstverständlich weiter für die private Nutzung bezahlen…keinen anderen Bescheid geben, tut uns leid.”

Vor meinen Augen hüpfen irre, wirre Punkte. Ich schwanke zwischen der unglaublichen Lust, den nächsten Gegenstand in meiner Umgebung zu zertrümmern, dem Gedanken, vor dem Bundesverfassungsgericht die sofortige Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu beantragen – und glatter Verzweiflung. Ich habe EINEN Fernseher – und ich möchte dafür bitte nur EINMAL Gebühren bezahlen.

Warum, verdammt, passt das in ein öffentlich-rechtliches Bürokratenhirn nur nicht rein? Warum, warum, warum???

Written by cjakubetz

Februar 7th, 2006 at 3:30 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Blog-Umfrage

without comments

Nachdem die großen und wichtigen Blogs dieses Landes schon darauf hingewiesen haben, dürfen natürlich die Kleinen aus der 2. Liga nicht zurückstehen. Eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Blogs: Ausfüllen dauert ca. 10 Minuten, zur Umfrage bitte hier entlang…

Written by cjakubetz

Februar 7th, 2006 at 3:06 pm

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA