Archive for Februar 14th, 2006
Herausforderung für Bildredakteure
Es gibt Themen, die sind schwierig zu bebildern. Beispielweise, wenn eine Mutter ihr Kind mit Rotkohl…aber lassen wir das.
Nachdem nun auch in Deutschland erste Verdachtsfälle von Vogelgrippe aufgetreten sind und es auf der anderen Seite noch keine Bilder mit verhuschten Deutschen samt Mundschutz in der Münchner Fußgängerzone auf dem Markt sind, war ich gespannt, wie die Nachrichtenseiten mit diesem Thema umgehen.
Klassische und beste Lösung: N24 und n-tv haben sich für ein Bild direkt vor Ort entschieden. Veterinär im Raumanzug schleppt toten Schwan weg. Nicht spektaklär, aber treffend. Warum n-tv allerdings noch einen lachenden Seehofer dazu gestellt und das auch noch mit einem Bildtext “Seehofer sieht verändertes Risiko” verunstaltet hat, bleibt das Geheimnis derer zu Köln.
Die Tagesschau wartet mit einer jener Montagen auf, bei denen ich immer Bauchweh habe. Ein Schwan und ein Logo, das irgendwie an Radioaktivität erinnert – nunja, grenzwertig.
Richtig lustig indes die Kollegen von heute.de: Ich habe Schwanensee im Ohr und denke an wunderbare deutsche Urlaubsidyllen, wenn ich diese Bebilderung sehe – aber bestimmt nicht an Vogelgrippe.
Nachtrag: Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick. Gerade bemerkt, in welches Ressort N24 die Geschichte gepackt hat: Politik, Ausland, Wissen & Technik. So kann man das auch sehen.
Google Mail
Etwas off-topic, aber trotzdem: Wer als Journalist viel unterwegs ist und trotzdem kommunizieren will, der kommt um einen webbasierten MailAccount nicht rum. Google Mail hat sich dabei für mich als echt großartiges Tool erwiesen (bei aller Kritik, die momentan – zurecht – an der heranwachsenden Krake geübt wird). Trotz aller Gigantomie ist Google immer noch in der Lage, Dinge zu entwickeln, bei denen die Konkurrenz mit staunendem Mund daneben steht. Gmail jedenfalls kann wirklich großartige Dinge und über Platzprobleme nachzudenken, das ist bei nahezu 3 GB Kapazität auch nicht mehr nötig.
Sehr gespannt bin ich, wie die bisherigen Free-Mail-Anbieter ihr Geschäftsmodell aufrechterhalten wollen. Wer sich bspw. bei Web.de einen Free Account einrichtet, der wird mit albernen 12 MB Platz abgespeist; davon abgesehen, dass das Web.de-Postfach in seinen technischen Möglichkeiten weit hinter Gmail zurück bleibt. Noch prekärer ist das beim Geschäftsmodell “Bezahl-Account”. Warum soll jemand ernsthaft 60 Euro p.a. für ein solches Ding bei Web.de ausgeben, wenn er das gleiche bei Gmail for free bekommt?