Archiv für Februar 2006


Schwanengesang, Teil 2

16. Februar 2006 - 9:36 Uhr

Die Schwäne beim ZDF sehen inzwischen nicht mehr so idyllisch aus wie vorgestern abend.

Dafür ist man bei N24 zu der Auffassung gekommen, man müsse sich mit seiner Agenda auch mal von den anderen abheben. Deswegen ist der Aufmacher heute Dick Cheneys Jagdunfall.

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Medien-Blogs, Teil 2

15. Februar 2006 - 17:33 Uhr

Hatte bei meinem Posting zum Thema “tote Medienblogs” vergessen, mal bei Focus online nachzusehen. Immerhin hatten die ja vor allem im Wahlkampf vergangenes Jahr eine ganze Armada von Bloggern an den Start geschickt.

Was mich dabei wundert: Selbst der dort so titulierte “Internet-Guru” Ossi Urchs hat das Prinzip des Bloggens nicht verinnerlicht (dass er keinen wirklichen Bock hat und das prominente Blog nur als PR-Instrument betrachtet, will ich ihm natürlich nicht unterstellen). Drei Postings bisher in diesem Monat, durchschnittlich also alle fünf Tage eines: Ich wiederhole mich ungern, aber das ist kein Blog, sondern ne Kolumne, demnach also alter Wein in neuen Schläuchen.

Auf der anderen Seite ist das vielleicht (auch) ein Beleg dafür, warum sich etablierte (Print-)Medien mit Multimedia so schwer tun. Sie geben sich zwar den Anstrich des Neuen, dahinter liegt aber die alte Denke. Kolumne=Blog, Webseite=Text und Bild am Computer.

Sieht momentan nicht so aus, als wenn Old Media New Media wirklich verstanden hätte.

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Herausforderung für Bildredakteure

14. Februar 2006 - 23:47 Uhr

Es gibt Themen, die sind schwierig zu bebildern. Beispielweise, wenn eine Mutter ihr Kind mit Rotkohl…aber lassen wir das.

Nachdem nun auch in Deutschland erste Verdachtsfälle von Vogelgrippe aufgetreten sind und es auf der anderen Seite noch keine Bilder mit verhuschten Deutschen samt Mundschutz in der Münchner Fußgängerzone auf dem Markt sind, war ich gespannt, wie die Nachrichtenseiten mit diesem Thema umgehen.

Klassische und beste Lösung: N24 und n-tv haben sich für ein Bild direkt vor Ort entschieden. Veterinär im Raumanzug schleppt toten Schwan weg. Nicht spektaklär, aber treffend. Warum n-tv allerdings noch einen lachenden Seehofer dazu gestellt und das auch noch mit einem Bildtext “Seehofer sieht verändertes Risiko” verunstaltet hat, bleibt das Geheimnis derer zu Köln.

Die Tagesschau wartet mit einer jener Montagen auf, bei denen ich immer Bauchweh habe. Ein Schwan und ein Logo, das irgendwie an Radioaktivität erinnert – nunja, grenzwertig.

Richtig lustig indes die Kollegen von heute.de: Ich habe Schwanensee im Ohr und denke an wunderbare deutsche Urlaubsidyllen, wenn ich diese Bebilderung sehe – aber bestimmt nicht an Vogelgrippe.

Nachtrag: Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick. Gerade bemerkt, in welches Ressort N24 die Geschichte gepackt hat: Politik, Ausland, Wissen & Technik. So kann man das auch sehen. 

 

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Google Mail

14. Februar 2006 - 13:32 Uhr

Etwas off-topic, aber trotzdem: Wer als Journalist viel unterwegs ist und trotzdem kommunizieren will, der kommt um einen webbasierten MailAccount nicht rum. Google Mail hat sich dabei für mich als echt großartiges Tool erwiesen (bei aller Kritik, die momentan – zurecht – an der heranwachsenden Krake geübt wird). Trotz aller Gigantomie ist Google immer noch in der Lage, Dinge zu entwickeln, bei denen die Konkurrenz mit staunendem Mund daneben steht. Gmail jedenfalls kann wirklich großartige Dinge und über Platzprobleme nachzudenken, das ist bei nahezu 3 GB Kapazität auch nicht mehr nötig.

Sehr gespannt bin ich, wie die bisherigen Free-Mail-Anbieter ihr Geschäftsmodell aufrechterhalten wollen. Wer sich bspw. bei Web.de einen Free Account einrichtet, der wird mit albernen 12 MB Platz abgespeist; davon abgesehen, dass das Web.de-Postfach in seinen technischen Möglichkeiten weit hinter Gmail zurück bleibt. Noch prekärer ist das beim Geschäftsmodell “Bezahl-Account”. Warum soll jemand ernsthaft 60 Euro p.a. für ein solches Ding bei Web.de ausgeben, wenn er das gleiche bei Gmail for free bekommt?

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GEZ

13. Februar 2006 - 23:47 Uhr

Wusste ich doch, dass es Leser gibt, die alleine bei diesen drei Buchstaben in der Überschrift anspringen. Und Ihr wollt jetzt was Neues wissen, oder? Was Lustiges. Einen kleinen Schenkelklopfer.

Hab ich nicht im Sortiment.

Aber, ach, hatte ich schon erwähnt, heute wieder Post von der GEZ bekommen zu haben? Ihr wisst eh, was drin steht? Dann iss´ja gut.

 

PS I: Falls jemand sich in den Kommentaren über die Frage wundert, ob die GEZ auch Küchen verkauft – hier ist des Rätsels Lösung.

PS II: Ich muss mir Sorgen machen. Entweder um dieses Blog. Oder um meine Leser. Jahr und Tag schreib ich mir die Seele mit ernsthaften Themen aus dem Hals. Niemand kommentiert. Kaum mach ich mich öffentlich zum Deppen, rumpelt hier ein Kommentar nach dem anderen rein. 

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Der Verband spricht

13. Februar 2006 - 23:42 Uhr

Ein Redakteur schlägt Susanne Osthoff für den Grimme-Preis vor. Sein Blatt macht daraus dann eine Exklusiv-Geschichte (nämlich die, man wisse exklusiv, dass dem so sei). So was nennt man, unbeschadet dessen, wie viel Absicht hinter dem Tun des Redakteurs steckte, eine konstruierte Geschichte.

Die betroffene Zeitung (“Tagesspiegel”) tut das Einzige, was sie in einer solchen Situation tun kann: Sie trennt sich von dem Redakteur und versetzt seinen Ressortleiter, der pikanterweise auch noch in der Kommission sitzt, die über die Vergabe der Preise entscheidet, an eine andere Stelle. Jede andere Entscheidung hätte die Glaubwürdigkeit des Blatts schwer beschädigt.

Ausgerechnet diejenigen, die sonst immer die Glaubwürdigkeit des Journalismus wie eine Monstranz vor sich hertragen, bezeichnen das Vorgehen des Verlags jetzt als überzogen: nämlich der Journalistenverband. Das sind dann wieder die Momente, in denen ich weiß, warum ich Nicht-Mitglied des DJV bin. 

 

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Vorsicht ist die Mutter…der Vater…?

13. Februar 2006 - 19:52 Uhr

ProSieben hat bekannt gegeben, dass der Name des TV-Films “Mein Schwiegerpapa, Allah und ich” geändert wird in: “Meine verrückte türkische Hochzeit“.

(Quelle: Kress)

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Bleibt alles anders

13. Februar 2006 - 9:06 Uhr

Saban will jetzt ProSiebenSAT1 doch nicht mehr verkaufen.

Natürlich.

Kaufen wollte er den Laden ja auch schon nicht.

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Rubrikenmärkte der Zukunft

10. Februar 2006 - 11:08 Uhr

Natürlich kann man über die journalistische Zukunft von Tageszeitungen wunderbar debattieren. Nicht debattieren kann man hingegen darüber, dass sich ihre ökonomische Grundlage gerade rasant verschiebt. Wenn man davon ausgeht, dass rund 50 Prozent des klassischen Anzeigengeschäfts von Zeitungen bisher aus den Rubrikenmärkten Kfz/Stellen/Immobilien kommen, dann kann man sich vorstellen, was es bedeutet, wenn genau in diesem Sektor die Umsätze wegbrechen.

Klar also ist, dass der klassische Dreizeiler (verm. schl. 3-Zu-Whg zentrl Lg) für den stolzen Preis von 250 Euro dem Untergang geweiht ist. Zumal Textanzeigen nicht im Ansatz mit dem konkurrieren können, was im Netz mit einfachsten Mitteln möglich ist, vom Umgebungsplan bis hin zur unmittelbaren Kontaktaufnahme mit dem Inserenten.

Für die Tageszeitungen gibts demnach exakt zwei Möglichkeiten: sich dem Feind mit dessen Waffennähern und vernünftige Rubrikenmärkte im Netz schaffen (bei denen dann Print nur noch die Verlängerung von online ist). Passables Beispiel findet sich hier. 

Oder weiter lamentieren.   

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Ein Klasse-Mord

9. Februar 2006 - 23:24 Uhr

Immer wenn ich Rudi Cerne beim Moderieren von XY ungelöst zuschaue, wünsche ich mir einen Souffleur, der ihm sagt: Rudi! Das ist nicht das Sportstudio!

“Ja, liebe Zuschauer, das ist ein Mord, der echt unter die Haut geht…” (XY von heute abend)

Und einen erfahrenen Moderations-Coach wünsche ich ihm auch:

Cerne: “Wie hätte sich das Opfer denn schützen können?”

Irgendein Kommissar: “Keine abgelegenen Wege nutzen, nachts möglichst in Gruppen unterwegs sein.”

Cerne: “Also Dinge, die einem schon der gesunde Menschenverstand sagt…”

Eine etwas euphemistische Beschreibung eines Falls, bei dem ein armer Kerl nachts von zwei Typen totgeschlagen wird. Ich wartete auf ein abschließendes: “Ja, eigentlich isser ja selbst schuld…”

Ede,komm zurück.

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