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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for März, 2006

Fußball übers Netz

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Mit Bundesliga übers Netz habe ich bisher nur die amüsanten Übertragungen des chinesischen Fernsehens verbunden, die man über einen eigenen Player abrufen kann und die eine Billig-Alternative für Gelegenheitsgucker sind, die nicht das Geld für Premiere ausgeben wollen.

Wenn Premiere allerdings allen Ernstes damit durchkommt, dass man eine IP-basierte Übertragung einfach mal so umwandelt, dass sie letztendlich dann doch wieder als Fernsehbild beim Zuschauer ankommt, dann gibt´s bei der DFL und bei Arena ein paar ganz lange Gesichter. Und Kofler wäre ein Husarenstreich geglückt: Die Telekom hat für die Internet-Übertragungsrechte alberne 50 Millionen bezahlt. Nur: Hat denn wirklich niemand bei der DFL bedacht, dass man über eine DSL-Leitung nicht notwendigerweise nur Fernsehgeräte bedienen kann? Kann man sich kaum vorstellen, das.

Lerneffekt daraus: Fernsehen kann auch übers Internet kommen und man kann trotzdem klassisch fernsehen. Ganz ohne Computer. Dem Zuschauer ist schließlich ziemlich egal, ob sein Bild in der Glotze über Kabel oder Satellit kommt. Oder eben über DSL.

Digitaler Umbruch halt. 

Written by cjakubetz

März 31st, 2006 at 12:09 am

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Lektion 1: Blogger auf dem Radar behalten

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Diese Geschichte ist zu lang, um sie hier zu schildern. Nur so viel: Es geht darum, wie man die Mechanismen der Blogosphäre hoffnungslos unterschätzt und wie man danach folgerichtig in einen erstaunlichen PR-Gau schlittert. So ist das eben, wenn man etwas nicht nur unterschätzt, sondern auch einfachstes Handwerk nicht beherrscht. Und dazu gehört nunmal inzwischen auch, die Blogosphäre auf dem Radar zu haben. Als ob das heutzutage noch schwer wäre. Und als ob es nicht schon einige Beispiele gegeben hätte, die Warnung genug sein sollten.

Davon abgesehen ist das, was sich die Hauptbeteiligten an der Geschichte ursprünglich geleistet haben, ein ziemlich unappetitliches Stück.

Written by cjakubetz

März 29th, 2006 at 3:24 pm

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Ex Cathedra

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Nur mal auf die Schnelle so überlegt: Vielleicht wehren sich ja viele Journalisten auch deswegen so verehement gegen die Möglichkeiten der Neuen Medien, weil sie ihren Ex-Cahthedra-Journalismus gar nicht aufgeben wollen. Nicht also, dass sie Technologien nicht beherrschen würden oder anderweitig überfordert sind, es fehlt einfach am Willen.

Es ist möglicherweise ja einfach angenehmer, nach seiner Predigt von der Kanzlei des journalistischen Stadtpfarrers wieder herabzusteigen und im stillen Kämmerlein weiter zu meditieren, was man den Schäflein denn morgen erzäheln wird. Anstatt sich bei einer ordentlichen Interaktion auch mal eine aufs Maul geben zu lassen.

Written by cjakubetz

März 29th, 2006 at 8:00 am

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Wie viel Innovation braucht Journalismus…

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…fragt sich der BJV in der Ausgabe 1/2006 seines BJV-Reports.

Und lädt deshalb zur “Posiumdikussion”.

Written by cjakubetz

März 28th, 2006 at 12:03 pm

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Zugfahren anno 2006

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Zug fahren kann gelegentlich eine erhellende Wirkung haben. Eineinhalb Stunden war ich heute unterwegs und das ist eine Zeitspanne, für die ich mir früher entweder ein paar Zeitungen oder ein Buch als Zeitvertreib eingepackt habe.  Und das schien mir früher das normalste auf der ganzen Welt zu sein, ebenso wie es für mich als Volontär vor 20 Jahren das normalste auf der ganzen Welt war, dass ich zur Produktion von Medien in einem Büro sitzen und dafür durchaus schweres Gerät verwenden muss. Davon abgesehen, dass ich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu jemand publizieren muss, der in der Lage ist, sich diese Produktionsmittel auch zu leisten (äh, klingt das jetzt nach Marx?).

Und schließlich war auch klar, dass die Möglichkeit, Medien zu konsumieren, sowohl zeitlich als auch eine ziemlich eingeschränkte Sache war.

Wenn mir also jemand damals prophezeit hätte, ich könne nahezu von jedem Ort der Welt publizieren, ohne dazu im Besitz teurer Produktionsmittel zu sein (hab ich meinen Marx nicht brav gelernt?), hätte ich ihn für reichlich bescheuert erklärt.  Für ebenfalls absurd hätte ich den Gedanken gehalten, nebenbei nahezu jedes beliebige Medium konsumieren zu können, so dass mir die Zeit im Zug fast zu knapp wird.

Tatsächlich ist beides Realität geworden. Ich befülle meine Blogs, in dem ich meinen Laptop auf den Knien habe, ich höre nebenbei eine sehr solide Wahlberichterstattung auf B 5 mit dem Handy-integrierten Radio, und wenn die Zeit irgendwie noch reicht, arbeite ich noch meine neuesten Podcasts und Videopodcasts mit dem guten, alten i-Pod ab.

Das alles bei einer rumpelnden Zugfahrt aus der Provinz nach München.

Die grundsätzlichen Erwägungen, keine Sorge, sind nur ein temporärer Zustand. Der packt mich meistens an den Vorabenden einer neuen DJS-Woche, weil ich weiß, dass ich dann wieder fünf Tage Überzeugungsarbeit leisten muss. Für die Überzeugung, dass der kreative, zerstörerische, gigantische Umbruch der Medienlandschaft nicht kommen wird, sondern schon lange begonnen hat.

(Amen. Während des Schreibens komme ich mir gerade etwas arg missionarisch vor. Bitte haltet mich zurück, falls ich ankündige, demnächst nach Afrika zu gehen.)

Written by cjakubetz

März 26th, 2006 at 9:42 pm

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Und noch ein Wettskandal…

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Man muss in diesen Tagen als Redaktion ein bissel vorsichtig sein, wenn man von einem Fußball-Wettskandal spricht. Das kann im ungünstigsten Fall mit einem unerwarteten Interruptus der journalistischen Laufbahn enden.

“Focus” jedenfalls macht jetzt das nächste Fass auf und behauptet, auch die 1. Liga sei betroffen. Und selbstverständlich wünschen wir auch in diesem Fall den Kollegen, gut recherchiert zu haben. Schon alleine um der Glaubwürdigkeit unserer Branche willen.

Unter Schmerzen liest man dann allerdings die entsprechende Meldung bei Focus Online. Wär schön, wenn man neben dem Geld für gute Rechercheure auch mal ein paar Euro in die Hand nimmt, um den Onlinern ein paar Grundregeln des Nachrichtenschreibens beizubringen. Bleibt erstmal wieder die Erkenntnis, dass die Diskrepanz im hausinternen Stellenwert zwischen Onlinern und Muttermedium fast überall noch enorm ist.

Nachtrag: Überhaupt haben die Kollegen von Focus Online eine merkwürdige Art, Meldungen zu schreiben. Aus der hier (es geht um Calmund) bin ich auch nach dreifachem Lesen nicht schlau geworden.

Written by cjakubetz

März 25th, 2006 at 1:29 pm

Die Sender mit der Maus

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Ein wenig Zeit mitnehmen, evtl. einen Kaffee und für die Raucher unter uns auch eine Zigarette – und dann genussvoll lesen: Ein wunderbares Stück über modernes, moderierendes und marodierendes Lumpenproletariat, das sich um die hintersten Ränge der Fernbedienung streitet und glücklich ist, die Vorzüge von Winkelschleifern anpreisen zu dürfen.

Mithin auch ein schöner Beleg dafür, dass man nicht immer Fernsehen bekommt, wo Fernsehen drauf steht.

NB: Tiefer geht der Link nicht, sorry…bitte selbständig nach der Geschichte suchen.

Written by cjakubetz

März 24th, 2006 at 11:27 pm

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In eigener Sache

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Ob man mit Diskussionen und Symposien die Medienwelt retten kann, darf jeder für sich selber beurteilen. Was mich nicht daran hindert, bei dieser Veranstaltung hier meinen Senf dazuzugeben.

Woran man wiederum sehr schön sieht, um wie vieles unmittelbarer und authentischer Blogs sind. Wer dieses Blog hier halbwegs regelmäßig liest, kann sich den Besuch guten Gewissens sparen – weil er eh eine Ahnung hat, was ich in etwa sagen werde.

Ganz sicher z.B., dass eine journalistische Qualität, so sie denn überhaupt vorhanden ist, sicher nicht wegen irgendwelcher Konvergenzen. Das hat dann schon ganz andere Gründe.

Written by cjakubetz

März 24th, 2006 at 6:34 pm

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Willkommen beim Dudelfunk

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Die deutsche Fußballnationalmannschaft bestreitet am Mittwochabend ein Testländerspiel. Gegen den Fußballgiganten USA. Sie gewinnt 4:1.

Dieses enorm bedeutsame Ereignis veranlasst Bayern 3 dazu, am Donnerstag um 8 Uhr die Nachrichten damit aufzumachen. Willkommen beim gebührenfinanzierten Dudelfunk.

Nebenan bei Bayern 2 läuft sicher bald mal wieder eine kulturpessimistische Debatte darüber, warum die Leute immer blöder werden.

Written by cjakubetz

März 23rd, 2006 at 11:56 am

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Li-La-Laune-TV

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Gute-Laune-Fernsehen, gebührenfinanziert – so lautet das bittere (oder verbitterte) Resumee von einem, der lange bei den Öffentlich-Rechtlichen war und nun deren Niedergang beklagt.

Man muss nicht jede Zeile aus dem Buch unterstreichen, aber die Tendenz ist unverkennbar richtig. Die ganze Buchbesprechung gibt´s in der SZ.

Written by cjakubetz

März 22nd, 2006 at 9:33 pm

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