Archiv für März 2006


Strombergs Comeback

14. März 2006 - 18:24 Uhr

Es gibt ja auch noch richtig gute Nachrichten in diesen schweren Zeiten:

In die dritte Runde
gehen die Gemeinheiten des Büro-Ekels Bernd “Stromberg”, gespielt von Christoph Maria Herbst.  Die dritte Staffel um das Büro-Ekel soll ab Herbst gedreht werden, austrahlt wird sie dann im kommenden Jahr. Der Sender hat sich für die Fortsetzung der preisgekrönten Reihe entschieden, obwohl die Quoten bislang unter dem Sender-Durchschnitt lagen. 

(via kress.de) 

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Ein Blick nach drüben

14. März 2006 - 18:14 Uhr

Zur Großfusion auf dem amerikanischen Pressemarkt liefert die Süddeutsche Zeitung heute noch ein paar generelle Fakten über den amerikanischen Zeitungsmarkt nach. Der ist, zugegeben, derzteit noch nicht ganz mit dem deutschen Markt vergleichbar – doch die Tendenzen dürften ähnlich sein.

Demnach sind vor allem junge Leute für die Zeitungen kaum mehr als Leser zu gewinnen. Sie präferieren eindeutig das Web und das Fernsehen. Damit verbunden: erheblicher Rückgang bei der Auflage, Einbrüche bei den zu erzielenden Preisen für Anzeigen.

47 Millionen Amerikaner informieren sich inzwischen auf den Webseiten der Zeitungen (was den von Murdoch prophezeiten Wandel der Zeitung zur News-Site beschleunigen dürfte). Für beide Modelle – bezahlt oder kostenlos – gibt es erfolgreiche Beispiele.

Alles nichts wirklich aufregend Neues. Man kann es nur nicht oft genug wiederholen. 

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Videos, selbstgemacht

14. März 2006 - 14:38 Uhr

Nach der FAZ versucht sich nun auch Spiegel Online an handgemachten Videos. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man verwendet angeliefertes Rohmaterial (in diesem Fall von der Bertelsmann-Stiftung) und betextet es. Das Resultat ist sehr häufig von rührender Unbeholfenheit, trotzdem: Wer jetzt ins Berufsleben einsteigt, sollte im stillen Kämmerlein die professionelle Produktion von Kurzvideos üben. Wird man gut gebrauchen können in den kommenden Jahren.

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Die Wandlung des Murdoch

14. März 2006 - 14:24 Uhr

Dass ausgerechnet Rupert Murdoch als alter Mann erkennt, dass wir uns gerade in einem Prozess äußerster kreativer Zerstörung befinden – Ironie des Schicksals. Aber immerhin – mir es ist lieber, dass ein 75-Jähriger noch vom Saulus zum Paulus wird, als diese Hamma-noch-nie-gemacht-Apologeten. Und von denen gibt es immer noch mehr als genügend, das sollte man nicht unterschätzen.

Die ganze Rede von Murdoch gibt´s hier.

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Blogger, ein disziplinloser Haufen

13. März 2006 - 21:15 Uhr

Der geneigte Leser weiß vielleicht, dass dies hier nicht mein einziges Blog ist. Was insofern von Vorteil ist, als dass ich mich nicht sklavisch auf ein Thema konzentrieren muss – und dass dabei trotzdem immer wieder Aspekte auftauchen, die auch für dieses Blog hier ganz interessant sind. Einer davon stammt aus dem Gästebuch meines Fußballblogs:

“Gehört zwar nicht unbedingt hierher, ist aber trotzdem ganz lustig: Giovane Elber, vor kurzem noch Wunderstürmer bei Borussia Mönchengladbach, ist unter die Blogger gegangen und berichtet aus Brasilien für das Portal der Deutschen Welle. In seinem ersten Beitrag verspricht er “ständig aktuelle Meldungen”, in seinem bislang letzten hofft er, dass Michael Ballack gegen Mailand in so guter Form ist, dass er den Angriff unterstützen kann (“dann kann Bayern ein gutes Ergebnis aus dem San Siro mitnehmen”). Sieht so aus, als habe die Arthritis bei Elber mittlerweile nicht nur die Beine befallen.”

Da ist der gute Giovane leider nicht alleine: Blogger sind meistens ein ziemlich disziplinloser Haufen; Lebensdauer eines Blogs im Durchschnitt: nichtmal zwei Monate. Danach ist das Teil so tot wie der MSV Duisburg. Insofern sagt die blanke Masse an Blogs mal noch nicht viel über Qualität aus. In dem Zusammenhang eine passende und gute Geschichte von Thomas Mrazek über das Leiden von Profi-Bloggern und die entsprechende Erweiterung bei Fabian Mohr.

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Lokales

12. März 2006 - 17:00 Uhr

Musste mich in dieser Woche zwangsweise etwas mit einem uralten Metier beschäftigen: Lokaljournalismus. Und ja, auch wenn es völlig political incorrect ist: Was bin ich froh, damit nichts mehr zu tun zu haben. In der Theorie ist alles wunderbar, in der Praxis ist der Lokaljournalismus in einem ziemlich schauderhaften Zustand. Sowohl für die Leser als auch die Redakteure – beide können mit dem, was da tatgtäglich produziert wird, unmöglich zufrieden sein.

Natürlich könnte, müsste man daraus viel mehr machen. In der Praxis wird dies an dem scheitern, was in den Lokalredaktionen deutscher Zeitungen schon seit Jahrhunderten beklagt wird: chronische Unterbesetzung, schlecht ausgebildete Redakteure, tägliches Absaufen im Strudel des Terminjournalismus. Dazu wenig bis keine Rückendeckung durch Verlag und Chefredaktion, Leser und auch Redakteure, deren Standardargument “Das haben wir noch nie so gemacht” ist. Wer 15 oder 20 Jahre in diesem Sumpf steckt, sich mit mächtigen Lokalpolitikern und uninspirierten Kollegen auseinadersetzen  muss, der resigniert fast zwangsläufig. Noch dazu, wo er in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht als “richtiger”  Journalist registriert wird. Sie sind Journalist, wie spannend. Wo arbeiten Sie denn? Im Lokalen? Ach so.

Vermutlich wird diesen nicht sehr neuen Beobachtungen auf jedem Panel von engangierten Regionalzeitungsmachern heftig widersprochen und vermutlich gibt es viele gute Argumente, warum der Lokaljournalismus vor einer güldenen Zukunft steht. Ganz bestimmt.

Aber ehrlich gesagt: Nach dieser nur halb gewollten Konfrontation mit diesem Thema in den vergangenen Jahren habe ich die Hoffnung fürs Lokale restlos aufgegeben.

Belehr mich einer  eines Besseren.

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Wie sich die Zeiten ändern

11. März 2006 - 22:40 Uhr

Kann mich erinnern, als ich vor ca. zwei Jahren mal den damaligen ProSieben-Chef Nico Paalzow zu einem Gastvortrag an der DJS eingeladen hatte. Damals hatte Paalzow mit sanfter Ironie über den seinerzeit lebendig begrabenen Maxdome gespöttelt und die Beteiligten an diesem Konzept als zumindest nur noch eingeschränkt zurechnungsfähig bezeichnet (nicht wissend, dass einer dieser Unzurechnungsfähigen in eingeladen hatte und ca. 50 Zentimeter von ihm entfernt saß).

Heute lese ich in der SZ ein Interview mit dem neuen ProSieben-Chef Andreas Bartl, der Maxdome als einen der Kernpunkte der ProSieben-Strategie bezeichnet. Schön, dass es langsam dämmert in den TV-Macher-Köpfen.

Ganz persönlich, der geneigte regelmäßige Leser mag es bemerken, leide ich allerdings gerade in den letzten Tagen an einem Post-Maxdome-Trauma. Falls Psychologen unter Ihnen sind, bitte melden Sie sich.

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Konkurrenz für Mäxchen

9. März 2006 - 14:24 Uhr

Nachdem der kleine Max Dome gestern das Licht der Welt erblickte, lernt er gleich mal, dass das Leben als VoD-Portal kein Ponyhof ist: Heute hat Spiegel TV nachgezogen; dort werden jetzt ebenfalls Dokus zum (kostenpflichtigen) Download angeboten. Und vermutlich ist es nur noch eine Frage von sehr kurzer Zeit, bis VoD über das Web ein ebenso ertragreicher wie viel genutzter Distributionskanal ist. Die anderen werden nachziehen, ganz sicher.

Und in geraumer Zeit werden wir uns vermutlich über die Zeiten amüsieren, in denen der Start eines VoD-Angebots noch ernsthaft einen Blog-Eintrag wert war.

Nachtrag: Gerade noch gefunden und für passend befunden: TV-Abo: Apples iTunes Music Store bietet ab sofort TV-Sendungen im Abo an. Käufer können u.a. die komplette Saison einer TV-Sendung erwerben. Mit einem Einmalbeitrag sei der Kauf abgegolten, so Apple. Den Anfang machen die in den USA populären Comedy-Shows “The Daily Show” und “Colbert Report”. (aus: kress.de)

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Welcome, Max!

8. März 2006 - 16:11 Uhr

Das kleine Mäxchen hat wie erwartet das Licht der Welt entdeckt. Mit dem, was Maxdome mal hätte werden sollen, als ich noch dran rumgeschraubt habe, ist allerdings nicht mehr viel übrig geblieben, dem ersten Eindruck nach zu urteilen. Der Maxdome, den wir damals in die Welt setzen wollten, war Multimedia pur. Der Maxdome, den es jetzt gibt, ist ein eher minimalistisches VoD-Portal mit ziemlich strikten Regulierungen.

Aber immerhin: Pro7Sat1 als erster der beiden großen Privaten, die so etwas machen. Und man ja auch ausgestoßene Kinder ganz doll lieb; zumal man ja über die Zeitdauer einer siebenjährigen Schwangerschaft es doch immer wieder gewusst hat, dass er mal kommen wird, der Max.

Krieg ich da jetzt eigentlich Sonderpreise?

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Radio: Die Rätsel der MA

8. März 2006 - 12:56 Uhr

Vorweg zugegeben: Eigentlich dürfte ich über dieses Thema gar nichts schreiben. Radio ist am allerwenigsten mein Medium. Und ich verstehe auch nicht wirklich viel davon. In meiner laienhaften Sicht sind Frequenzen vollgestopft mit unerträglichen Gemütsterroristen, deren Wortschatz durchaus überschaubar ist. Und ohne es belegen zu können, hab ich die Ahnung, dass die Heavy Rotation der Sender in den letzten Jahren so überschaubar wie der Wortschatz der Moderatoren geworden ist. Bleiben ein paar echte Perlen in den Programmen, die man sich früher mühsam zusammensuchen musste und die man heute, dem Erfinder des Podcast sei´s gedankt, mühelos abrufen, archivieren und hören kann.

Amüsant finde ich dennoch die jährliche MA. Ziemlich verlässlich schaltet danach nahezu jeder Sender irgendwelche Danke-Anzeigen, in denen herausgestellt wird, dass man nicht nur wie eh und je der Marktführer sei, sondern seinen Vorsprung auch zuverlässig vergrößert habe. Passt gut ins Land der Konsens-Koalition, wenn alle nur gewinnen.

Irgendjemand muss allerdings auch heftig verloren haben, und sei es die ganze Gattung: Laut MA sind die Hörerzahlen in den letzten zwei Jahren um rund 800000 gesunken. Viel Holz. Wobei ich mir in einem nicht sicher bin: Wegen Podcasting? Oder trotzdem?

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