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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for April, 2006

Die Chancen häufen sich…

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…aber so langsam müsste was passieren. Sonst bekommen jetzt die Spanier nochmal Auftrieb, obwohl man ja nicht vergessen darf, dass es immerhin der FC Mainz O5 war, der in Sevilla 0:0 spielte.

Seit ich gestern abend einmal mehr das inhaltsleere und konsequent an den Fakten vorbeigesteuerte öffentlichrechtliche Geblubber des Herrn Poschmann ertragen musste, frage ich mich ernsthaft, ob es im deutschen Fernsehmarkt nicht einen echten Bedarf an guten Sportformaten und letztlich halbwegs gehaltvoller Moderation gäbe. Womöglich hat man sich einfach schon zu sehr daran gewöhnt, wie das ZDF uns zukernert und steinbrechert, da empfindet man inzwischen ja Netzer/Delling als echte Wohltat, obwohl die inzwischen auch häufig von begrenzter Originalität sind. Also, mal ganz im Ernst: Sportressorts wie das der FAZ oder der SZ oder auch Blätter wie 11 Freunde zeigen doch regelmäßig, das man aus Fußball mehr machen kann als die übliche Schaumschlägerei. Warum bekommt man das bei einem großen öffentlich-rechtlichen Sender nicht hin?

Getoppt wird´s nur noch vom DSF. An der so genannten Reportage gestern abend über den “Torwartkrieg” hat man gesehen, was dabei rauskommt, wenn man statt gestandenen Journalisten plötzlich 200-Euro-Praktikanten Filmchen drehen lässt. Passte sich nahtlos den grenzdebilen Gewinnspielen und der Übertragungen von Dart- und Pokerspielen an.

Written by cjakubetz

April 21st, 2006 at 12:03 pm

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Triple-Player

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Written by cjakubetz

April 20th, 2006 at 5:50 pm

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User-generierte Contents…

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…sind manchmal unfreiwillig ein guter Beleg dafür, warum professionelle Produktionen und vorsortierte Inhalte immer ihre Existenzberechtigung behalten werden, auch wenn die Epigonen des totalen Untergangs des klassischen Journalismus das anders sehen. Hatte in den vergangenen Tagen mal den vergnügsamen Job, mich durch unzählige Plattformen durchzuwühlen, die inzwischen ihre Pforten für all jene geöffnet haben, die vermutlich schon seit Jahren ein durch unzählige “DAS MUSST DU SEHEN!”-Mails angereichertes, enorm umfangreiches Video-Archiv besitzen. Mit diesen Plattformen haben sie jetzt die Möglichkeit bekommen, diesen unsäglichen Gemütsterrorismus mit richtig Reichweite zu publizieren, man muss dazu nicht erst das Outlook-Adressbuch bemühen und den Mailserver des Arbeitgebers mit unglaublichen Datenpaketen quälen. Vermutlich gibt´s auch echte Perlen auf solchen Portalen, aber es ist unglaublich mühselig und auf die Dauer nervtötend, sich durch diese Massen zu wühlen. Hat ein bisschen was von Goldschürfen an sich. Irgendwo kann schon mal ein Körnchen dabei sein, aber der ganze Rest, der daneben liegen bleibt…

Nicht falsch verstehen: Das hat seine Berechtigung und vemutlich gibt es eine ganze Masse an Leuten, die so etwas hoch spaßig finden und happy sind, sich endlich in den zäh dahin fließenden Bürostunden verlustieren können, ohne einen eigenen Ordner anlegen oder Dutzende “DAS MUSST DU SEHEN!”-Mails einzeln öffnen zu müssen. Aber nach einer Überdosis von dem Zeug würde man am liebsten einen Abend freiwillig 3sat schauen.

Kurz gefasst: Das soll´s meinetwegen alles geben, wird aber klassische Medien nicht umbringen. Nein,das bedeutet jetzt nicht: Weiter so. Es zeigt aber schon, dass man sich darüber im Klaren sein muss, dass in absoluten Zahlen gerechnet die Ausmaße des publizierten Amateurschrotts enorm steigen werden und man als Nutzer wie auch als Journalist und als Medienmacher gut beraten ist, sich ein paar Gedanken über wirksame Filter und Personalisierungen zu machen. Für Medien(macher) kann das ein vielversprechendes Geschäftsmodell werden und als User hat man auch was davon: Man kann in Gülle auch absaufen.

Written by cjakubetz

April 19th, 2006 at 7:03 pm

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Zündfunk

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Der sakrosankte Zündfunk des BR soll seinem Ende entgegen gehen – und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist die Aufregung groß. Bei Don Alphonso steht alles, was zum Zündfunk zu sagen ist, auch wenn das erwartungsgemäß nicht alles so sehen. Aber einer muss es ja mal sagen, auch wenn´s weh tut.

Written by cjakubetz

April 18th, 2006 at 5:04 pm

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Warum wir uns selbst so lieben

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Versprochen, das wird das letzte Posting zum Thema “Dialog-Seite” in der AZ. Aber die Osterausgabe ist zu bizarr, als dass man sich das entgehen lassen könnte…

Diese so genannte Dialog-Seite besteht diesmal aus satten zwei (zum Mitschreiben: zwei) Leserbriefen. Insgesamt ca. 30 Zeilen. Dafür bekommt der OB Ude den Aufmacher auf dieser Seite zur Verfügung gestellt, den er dazu nutzt, auf knapp einer halben Seite der 80jährigen TV-Kritikerin “Ponkie” seine Aufwartung zu machen. Das also versteht man dort in der Sendlinger Straße unter Dialog, wenn der OB einen Monolog hält.

Natürlich soll die gute “Ponkie” gewürdigt werden, keine Frage. Ein paar Seiten später tut die AZ dies auch – auf einer ganzen Seite. Eine Horde beinahe 80jähriger von Dietl bis Hildebrand würdigt Ponkie ausgiebigst, so dass unter dem Strich folgendes rauskommt:

Platz für Ponkies 80.: 1,5 Seiten.

Platz für Dialog: 30 Zeilen. 

Und so selbstverliebt, wie wir nicht nur bei der AZ sind, negieren wir natürlich fleißig weiter, dass es einen Bedarf gibt, auch einmal das eigene Selbstverständnis auf den Prüfstand zu stellen. Wir schimpfen weiter auf das doofe Internet, weil uns dort der User manchmal unangenehm nahe auf die Pelle rückt und zudem sich manchmal auch noch die Frechheit rausnimmt, selbst zu publizieren – wo das doch unser Privileg sein sollte. 

Ich gehöre bestimmt nicht zu denjenigen, die den klassischen Journalismus als tot betrachten. Aber wenn ich solche Dinge sehe – dann denke ich zumindest, dass er auf einem guten Weg ist, sich selbst zu beerdigen. Und ehrlich gesagt: Es wär´nicht mal schade drum.

Written by cjakubetz

April 16th, 2006 at 6:15 pm

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Basler bei Bild

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Man muss die Bild ja manchmal fast schon wieder lieb haben für ihre verzweifelten Versuche, den Klinsmann hinzurichten. Dafür greift sie dann auch mal zu bizarren Interviews, in denen dann so lustige Sätze fallen wie:

“Aber im Unterschied zu großen Trainern wie Hitzfeld, Trapattoni oder Rehhagel ist er noch keine große Persönlichkeit. Die wird man als Trainer nur über Erfolg.“

Sagt die große Persönlichkeit M. Basler, die bis vor kurzem hocherfolgreich als Trainer bei Jahn Regensburg aktiv war und dort dann entlassen wurde, als man sich beim Jahn darüber im Klaren war, dass ein prominenter Name auf der Bank auch nix hilft, wenn man dafür dann demnächst in Liga 4 spielen muss.

Written by cjakubetz

April 15th, 2006 at 1:51 pm

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VoD beim Spiegel

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Karfreitag, regnerisch und kalt und ungemütlich. Ein guter Tag, um mal VoD zu nutzen. Das VoD-Portal von Spiegel TV und Arcor hat einiges im Angebot, was ich gerne mal sehen würde – und deswegen: ran an den Download. Wenn nicht heute, wann dann?

Dann allerdings die ernüchternde Ansage: “Ihr System ist für einen Download nicht geeignet.” Großes Staunen. Neuer Rechner, 2 MBit-Leitung. die neuesten Player – und das soll nicht reichen?

Dann die Auflösung: Firefox als Browser akzeptiert das Portal nicht. Nur IE oder Netscape.

Schönen guten Morgen.

Written by cjakubetz

April 14th, 2006 at 7:13 pm

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1. April revisited

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Der 1. April ist zwar schon vorbei, aber bizarre Scherze liest man ja trotzdem immer gerne – vor allem, wenn sie ungewollt offenlegen, ob die Lage bei den Zeitungsverlegern entweder von völliger Ignoranz oder Ahnungslosigkeit geprägt ist, je nach dem, wie man will. Wie auch immer, schönes Fest und viele dicke Eier…

“Print steht für Qualität – auch online. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die der VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in Auftrag gegeben hat. Dabei wurden 700 Internet-Nutzer zu verschiedenen Qualitätskriterien bei Websites befragt. Ergebnis: Websites von Print-Produkten schnitten in punkto Qualität und Glaubwürdigkeit deutlich besser ab als Online-Angebote von TV-Sendern oder reine Internet-Portale. Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien beim VDZ, nimmt das Ergebnis gleich zum Anlass, höhere Werbepreise für Online-Ableger von Printmedien zu fordern. Durchgeführt wurde die Studie von der Berliner Agentur different. Das komplette Teil gibt es unter www.vdz.de gedruckt für 49 Euro (für Mitglieder 39 Euro) oder als PDF für 59 Euro. PDF teurer als Print – da wird die Online-Premium-Preis-Strategie ja subito umgesetzt.” (kress.de)

Written by cjakubetz

April 13th, 2006 at 7:36 pm

So einfach geht das…

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…mal so ganz en passant einen Film zu pubilzieren.

Written by cjakubetz

April 13th, 2006 at 2:15 pm

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Mono,Bi,Tri

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Gerade eine interessante Studie der Österreichischen Medienakademie gelesen. Demnach behaupten fast 50 Prozent der österreichischen Journalisten, die für Regional- oder Tageszeitungen tätig sind, sie würden mehr oder minder regelmäßig bimedial arbeiten. Großes Erstaunen bei mir – entweder arbeiten die Österreicher gänzlich anders als wir oder aber, meine Wahrnehmung ist ziemlich verzerrt. Aber ich kann mir nach meinen Erfahrungen kaum vorstellen, dass in Deutschlands Regionalzeitungen inzwischen die Hälfte der Journalisten allen Erntes zwei Plattformen, in der Regel also Print und Online, bedienen würden. Im Gegenteil, das Thema Online wird von den meisten Printleuten mit spitzen Fingern angefasst. Und jetzt auf einmal sagt die Hälfte, sie würden für beide Plattformen arbeiten? Da wäre dann ja jede Tiroler Landeszeitung in etwa auf Augenhöhe mit der NYT. Oder aber, weitere Möglichkeit: systemimmantes Umfrageverhalten. So wie niemand die “Bild” liest, keiner rechts wählt und niemand auch nur ein einziges Mal bei McDonalds war – so arbeiten jetzt auf einmal alle crossmedial.

Ich werd´s rausfinden, versprochen…

Written by cjakubetz

April 12th, 2006 at 10:25 am

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