Archiv für Mai 2006


Postboten

8. Mai 2006 - 15:10 Uhr

Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn Verlage jetzt (wie die SZ als aktuelles Beispiel) auch Briefe austragen, CD´s verkaufen, als Telefonprovider auftreten.

Wundert mich nur, wenn man bei den ganzen Aktivitäten auf diesem Sektor so wenig über seine Redaktion und deren Qualitäten nachdenkt.

(Nachtrag: ziemlicher Zeitmangel momentan, deswegen eingeschränktes bloggen)

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Wer darf bloggen?

8. Mai 2006 - 8:40 Uhr

Bei Indiskretion Ehrensache wird momentan heftig darüber debattiert, ob Blogs der “Freundin” sinnvoll, gut, lesenswert oder was auch immer sind. Ehrlich gesagt, ich habe noch keines davon gelesen und habe auch nicht vor, dies zu tun. Mich wundert nur, mit wie viel Schaum vor dem Mund da diskutiert wird. Wenn die Blogs gut sind oder wenigstens den Geschmack von ein paar Leuten treffen, ist es gut. Und wenn nicht, werden sie nicht überleben. Siehe SZ.

Für mich haben einfach und billig zu produzierende Medien ein Stück weit auch mit Basisdemokratie zu tun. Wer bloggt, der bloggt. Natürlich muss er sich dafür auch kritisieren lassen. Aber bei der Freundin-Debatte habe ich den Eindruck, dass sich ein elitärer Zirkel seine Blog-Privilegien nicht nehmen lassen will.

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Niemand braucht Sender

6. Mai 2006 - 13:04 Uhr

Wer braucht eigentlich noch einen Fersehsender? Niemand: 

Wenn das so weiter geht, werden wir bald schon nur noch melden, wenn sich ein TV-Sender dagegen entscheidet, auch über das Web auszustrahlen: IP-TV ist mächtig im Kommen, zumindest in den Staaten geraten die TV-Networks schon regelrecht unter Zugzwang.

Dem ergibt sich gerade aktuell der Sender CBS, der mit diesem Schritt dem Konkurrenten ABC hinterher trabt, berichtet Reuters. Seit einigen Tagen bietet ABC on demand und kostenlos Downloads populärer TV-Serien wie “Desperate Housewives” (wir berichteten). CBS folgt mit dem “innertube” getauften Webangebot dem gleichen Modell und bietet neben exklusiv für das Web produzierten Shows Inhalte aus dem TV-Archiv. Für das nötige Kleingeld sorgen Werbekunden wie Cadbury Schweppes, Chili’s, Pier 1 Imports Brinkmann Corp. und Verizon SuperPages.com. (Spiegel online)

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Pro7, nächste Runde

5. Mai 2006 - 14:32 Uhr

Laut SZ steht die nächste Runde im Verkaufspoker rund um Pro7Sat1 an: Saban verhandelt angeblich undercover und möchte diesmal rund ein Drittel mehr haben, als ihm der Springer-Verkauf gebracht hätte. Und mit einiger Sicherheit darf man annehmen, dass der künftige Mehrheitseigner nicht unbedingt eine deutsche Firma sein wird. Bevor das Wehklagen beginnt, darf man dann allerdings darauf verweisen, dass es Springer ja nicht werden durfte (was gut so war) und dass es im Lande D. nicht viele gibt, die die Übernahme eines solchen Konzerns wuppen könnten.

So viel dann zum Thema ausländische Investoren am Medienstandort D.

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Was wäre wenn…

5. Mai 2006 - 11:01 Uhr

…es wirklich nur noch ein Medium gäbe? Hier die Präferenzen:

Fernsehen 45%,Radio 28%, Zeitung 11%, Internet 15%

(Quelle: Mediaperspektiven)

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Berlin, Berlin

4. Mai 2006 - 16:42 Uhr

Fabian Mohr über das Redesign der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung. In den fünf Zeilen ist alles gesagt – eines würde ich aber gerne noch ergänzen. Nämlich, dass es leider immer wieder das gleiche bedauerliche Spiel ist. Irgendwann wird jemand feststellen, dass das Ding nicht läuft, weder inhaltlich und ökonomisch. Und dann werden sie wieder alle die Köpfe zusammen stecken und lamentieren, dass diese ganze Internet halt doch ne Schnappsidee ist.

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SZ-Blogs vorm Exitus

4. Mai 2006 - 10:14 Uhr

…und es ist nicht so, dass irgendjemand diesen “Blogs” auch nur ein Tränchen nachweint. Ein schöner Beleg für die Arroganz der Etablierten. Und auch für ihre völlige Unfähigkeit, den Charakter neuer Medien zu erfassen und sie in ihren Grundzügen zu verstehen. Da kommt dnn halt sowas bei raus. Alle weitere hier.

Nachtrag: Noch ulkiger ist der Chef der Wirtschaftswoche. Herr Baron hat den letzten Eintrag in sein so genanntes Blog am 8.4. verfasst. Liebe Zeit, dann sperrt das Ding doch zu, wenn der Chef keine Zeit oder keine Lust zum bloggen hat.

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Bewegend

3. Mai 2006 - 15:18 Uhr

Ich gehöre ja blöderweise zu den Leuten, die mit langen theoretischen Abhandlungen nicht richtig viel anfangen können. Ich muss etwas immer erst etwas sehen und “anfassen”, ehe ich mir mein Urteil erlaube.

In den letzten Tagen habe ich jedenfalls viel rumgespielt mit Bewegtbildportalen – und ich staune: Himmel, was könnten TV-Sender an zusätzlichen Reichweiten generieren, wenn sie sich dieses Thema zunutze machen würden. Da ist dieses ganze VoD-Zeug ziemlich langweilig dagegen, sorry my dear Maxdome. Aktuelles Beispiel siehe auch hier.

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Die spinnen, die Briten

1. Mai 2006 - 11:29 Uhr

Angeblich wittern die Zeitungen jetzt den großen Boom in Diversikationsgeschäften mit mobilen Krimskrams: Klingeltöne, Fotos, Content. Ganz vorne dran: die Briten, die angeblich bis zu 5 Pfund löhnen, wenn sie sich das Seite1-Girl der “Sun” runterladen können. Und ein Beckham soll demnach immerhin noch vier Pfund bringen.

Weil deutsche Zeitungen den Entwicklungen gerne ein wenig hinterherhinken, soll dieses Geschäft bei uns so richtig erst in einem Jahr angehen, prophezeit deswegen Spiegel online. Und wie müssen wir uns das dann vorstellen? Die Seite1-Mieze der Bild für zwei Euro, Ballack für einen, den Gute-Freunde-Kann-Niemand-Trennen-Klingeltöne für 50 Cent? So richtig dran glauben mag ich nicht, zumal solche Merchandising-Geschichten immer auch was mit Markenführung zu tun haben. “Hol dir die neusten Klingeltöne bei deinem Remscheider Generalanzeiger” – hui, das klingt richtig sexy und wir sehen vor unserem geistigen Auge, wie sich die Remscheider Jugend auf das neue Mobilportal des Generalanzeigers stürzt.

Ein wenig seltsam ist auch die Logik, die der Berliner “Tagesspiegel” suggeriert: 1 Euro für 12 Stunden Tagesspiegel-Mobil-Nutzung. Ganz so, als wäre der gedruckte Tagesspiegel immobil.

Überhaupt habe ich ja immer etwas Bauchweh, wenn Zeitungen sich auf ihre Nebengeschäfte stürzen. Natürlich ist es legitim, Bücher, DVD´s und Telefonanschlüsse zu verticken. Aber den Effekt gibt´s halt leider nur einmal; der Versuch der SZ, ihre DVD-Reihe plötzlich auf 100 Stück aufzuplustern wirkt ja irgendwie schon gequält.

Vielleicht sollten es die allermeisten ja einfach mal damit probieren, wieder bessere Zeitungen zu machen. Soll angeblich ein probates Mittel gegen Krisen aller Art sein.

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Blogging making money

1. Mai 2006 - 10:23 Uhr

Die Diskussion hatte ich erst unlängst mit einer paar Studenten – und überhaupt kommt gerne diese Frage/dieses Thema auf, wenn es um Neue Medien im allgemeinen und Blogs im speziellen geht: Kann man damit Geld verdienen und wenn nein (was meistens impliziert wird), warum ist dann jemand so bescheuert und tut sich das alles an?

Über Motivationen anderer mag ich hier nicht spekulieren, aber das große und bekannet Blogs Geld verdienen können, ist inzwischen erwiesen. Schönes Beispiel aus Frankreich gibt´s bei Dienstraum, von dem ich allerdings nicht weiß, ob er Geld verdient oder überhaupt verdienen will. Manchmal, liebe Studenten, macht man auch Sachen, weil sie einfach Spaß machen.

Schöne Feststellung aber in jedem Fall, dass gutes Bloggen richtig was mit Arbeit zu tun hat: Ein Blog ist wie ein Haifisch.

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