7. Juni 2006 - 15:44 Uhr
Mag sein, dass es umständlich, altmodisch und so gar nicht uptodate ist – aber nach mehrmonatigem Rumexperimentieren mit der personalisierten Google-Startseite und einigen damit verbundenen an Irrelevanz nicht mehr zu toppenden Feeds, suche ich mir meine Nachrichten-Inhalte jetzt wieder selber zusammen.
Computer sind doof.
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7. Juni 2006 - 9:59 Uhr
Digital-Tsunami: Man kann hinschauen, wohin man will. Momentan gehört es zum guten Ton, mit Videos, Communitys, Fotos, Citizen Journalism et al zu experimentieren. (Wir machen da, zugegeben, bei AZ Media und Center TV keinerlei Ausnahme). Bin nur gespannt, was von diesem Overkill übrig bleibt. Und vor allem bin ich gespannt, ob die Zuschauer die Suppe mögen werden, die wir ihnen da vorsetzen. Bis jetzt glauben wir ja nur, dass sie sie mögen müssten.
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6. Juni 2006 - 9:55 Uhr
Heute in einem nostalgischen Heimatanfall auf dem Weg zum Flughafen die Heimatzeitung gekauft. Bestehend aus: 1 x Mantel, welcher eine Anhäufung von dpa-Meldungen des gestrigen Tags ist. Plus 1 x Lokalteil, der mich heute darüber informierte, dass der Glöckerlverein in Schärding am Inn war und der Gartenbauverien einen exklusiven Kürbiswettbewerb ausgeschrieben hat.
Dann auf den Preis geschaut. 1,30 Euro. Elegant umgerechnet über 2, 50 Mark.
Huch. Das ist ja zukunftsträchtig.
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4. Juni 2006 - 11:19 Uhr
Natürlich hätte mir das viel länger klar sein müssen, aber als ich gestern mir erstmals etwas intensiver die deutsche (Beta-)Version von Google Base angesehen und dabei vor allem ein wenig mit den Immobilien-Anzeigen rumgespielt habe: Himmel, wer soll eigentlich jemals wieder eine Immobilien-Anzeige in der Zeitung aufgeben? Und dabei spielt m.E. die Tatsache, dass Anzeigen bei Google Base kostenlos sind, nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass ich mir mit Google Base ein ganz anderes Bild von der Immobilie machen kann als bei einer dreizeiligen Abkürzungs-Orgie im Anzeigenfriedhof einer Zeitung. Und reden wir in diesem Zusammenhang erst gar nicht über Reichweiten: Da müssten sich schon alle Zeitungen Europas zu einem Markt zusammenschließen, um den Giganten Google kratzen zu können.
Wenn sich zufälligerweise jetzt noch ein paar Zeitungsverleger auf ihren beliebten Standpunkt zurückziehen, die Zeitung sei aber immer noch der seriöseste und akzeptierteste Vermittler und Marktplatz – meine eigenen, ganz praktische Erfahrungen sagen mir anderes. Hatte vor kurzem eine Wohnung in München zum (nach-)vermieten. Brauchte genau zwei Anzeigen in Onlineplattformen. Kosten: null. Umsatz dementsprechend für meine Zeitungen vor Ort: null. Erfolg: durchschlagend. Dass die SZ jetzt neuerdings anbietet, Mietangebote solange (kostenlos) zu wiederholen, bis das Objekt vermietet ist, dürfte exakt diesen Umständen geschuldet sein – andere werden folgen, bis schließlich das Geschäftsmodell Rubrikanzeigen in der Zeitung tot ist.
Und bis dahin wird nicht mehr viel Zeit vergehen.
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3. Juni 2006 - 13:39 Uhr
Ja, d´accord. Man muss der Jury des diesjährigen Grimme-Online-Awards ziemlich dankbar sein, dass die dem öffentlich-rechtlichen Wahn der Nominierungskommission deutliche Grenzen gesetzt hat. Diejenigen, die in diesem Jahr gewonnen haben, sind klein, kreativ, innovativ, gut. Ohne Gebührenmillionen und teure Agenturen im Nacken. Nach meinem Dafürhalten: klare Kurskorrektur, lange überfällig.
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2. Juni 2006 - 13:23 Uhr
Schon seit ein paar Wochen sinniere ich, was mich an klassischen News-Seiten wie Spiegel, Focus oder N24 optisch stört. Seit ein paar Minuten ahne ich, was es ist: dieses zusammengestauchte, gequetschte, ungemütliche und einfallslose Layout, wo eine Geschichte an die andere gepresst wird. Mag sein, dass es funktional ist, einladend, geistreich, elegant ist es jedenfalls nicht. Speziell beim Focus sollten sie dringend den Hausmeister holen, der mal aufräumt. Und evtl. der Marketing-Abteilung mal sagen, dass Werbung und Inhalt durchaus Wechselwirkungen haben. Anzeigen für windige, schufafreie Kredite auf der Seite haben in etwa die Wirkung wie eine Anzeige für Telefonsex im gedruckten Spiegel.
Schöne, wirklich schöne Layout-Beispiele momentan (nicht wirklich neu, aber zeitlos gut:): FAZ.net und Zeit.de.
Und fragt mich jetzt nicht, wie ich plötzlich dadrauf gekommen bin.
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1. Juni 2006 - 17:21 Uhr
Das liebe ich wirklich sehr: erst imposante Screenings inszenieren, sich großkotzig mit Fanfaren und Brimborium in Szene setzen, so zu tun, als habe man den Fußball neu erfunden (“Aus Liebe zum Spiel”). Und dann bekomme ich Arena nicht. Nicht verfügbar an meinem Wohnort, sorry, tut uns leid, schreiben die Lautsprecher auf ihrer Webseite. Aber ich könne mich ja vormerken lassen, vielleicht klappt´s ja. Klar. Mache ich. Ich lasse mich bei euch vormerken, damit ich gnadenhalber mal bei euch Fußball schauen kann.
Irgendwie hatte ich es im Gefühl. Das mit Arena. Mit heißer Nadel gestricktes Tamtam-Tremolo. Diejenigen, die mich kennen, wissen, was und warum und wen ich meine.
Ab August gibts wieder nur noch eins: die gute alte ARD-Sportschau.
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1. Juni 2006 - 15:50 Uhr
Angesichts der andauernden aktuellen Jubelausbrüche bzgl. des Starts in das Zeitalter von Handy-TV wiederhole ich mich gerne: Schön, dass es jetzt die funktionierende Technik gibt – schaun mer mal, ob´s jemand schaut. Schauen will. Ich habe mir an dem Thema schon mal die zarten Händchen verbrant und würde einen Fehler ungern ein zweites Mal wiederholen. Insofern: Glückwunsch, wenn´s klappt, aber ich kann die Heerscharen handyglotzender Zuschauer noch nicht ganz erkennen.
Dass ich ausgerechnet zu diesem Thema bei einem nicht unbekannten Buchprojekt ein Kapitelchen beisteuern soll, macht mir allerdings nach just diesem Eintrag nicht weniger Bauchschmerzen.
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