Archiv für Juli 2006


SZAS?

16. Juli 2006 - 22:41 Uhr

Angeblich für 2007 im Gespräch: eine SZ am Sonntag.

Jaa. Bittebitte. Wams und Bams geht eh nicht, FAS auch nur eingeschränkt. Und warum soll man eigentlich am Sonntag keine Zeitung lesen? Auch so eine Eigenart der Verlage, aus der ich nicht schlau werde. 

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Zeit Multimedia

16. Juli 2006 - 19:59 Uhr

Endlich mal wieder die Muße gefunden, mir die Multimedia-Sektion von Zeit.de gründlich anzusehen. Und in der Tat, diese Sektion verdient nicht nur den Namen Multimedia, dort sind auch richtig gute Stücke zu sehen. Mir gefallen insbesondere die Video-Reportagen (ein schönes Beispiel findet sich hier). Schöner Beleg dafür, dass es möglicherweise an der Zeit wäre, mal auch wieder andere Dinge zu diskutieren und zu nutzen als das ewige 2.0-Gefasel. Journalistische Standards zum Beispiel, sehr schön hier umgesetzt.

Für mich persönlich interessant: Mit der gedruckten Zeit habe ich meine Probleme, ein 70-Zeiler von Josef Joffe, in dem er sich vehement für das Beibehalten des Ladenschlusses ausspricht (weil wir sonst noch amerikanisierter werden) verursacht mir eher körperliche Schmerzen. Zeit.de ist dagegen immer mal wieder einen Besuch wert; bei weitem nicht so bräsig, staatstragend und tantenhaft, wie es die Print-Ausgabe immer noch ist.

Erstaunlich auch: Zeit, Spiegel, Focus oder auch der Kölner Stadt-Anzeiger (KSTA-TV); immer mehr einstmals klassische Printmedien nutzen im Web das Medium Fernsehen/Bewegtbilder; nur die großen Fernsehsender wie auch die Produzenten sind da auf ihrem ureigensten Terrain immer noch sehr zurückhaltend. Bei den meisten erschöpft sich dieses Thema bei Video on demand. Oder haben Sie schon mal eine eigene, gute Videoproduktion von RTL Newmedia gesehen?

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Onlineblattmacher…

15. Juli 2006 - 12:10 Uhr

…interessanter neuer Begriff. Gefunden in einer Stellenanzeige der FTD, die soeben ihre Redaktionen umstrukturiert hat und ein gemeinsames Newsdesk für Web und Zeitung installiert. Pinzip: Web first.

Könnte man natürlich auch Newsdeskchannelmanager nennen oder Multimedianachrichtenredakteur. Oder wie auch immer – wie man es nennt, dieses Berufsbild des bimedial tätigen Journalisten an einem Newsdesk wird in Zukunft eher die Regel denn die Ausnahme sein.

Huch, habe ich da eben wirklich bimedial tätiger Journalist an einem Newsdesk geschrieben? Dann doch lieber Onlineblattmacher. Oder was auch immer.

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Fußball – jetzt doch bei Premiere

13. Juli 2006 - 9:54 Uhr

Als Fußballfan sieht man das irgendwie mit leidvoller Miene: Premiere wird nun doch ab kommenden Monat Bundesliga live zeigen. Zumindest partiell, übers Kabel. Was dann was wie kostet, keine Ahnung.

Für den Außenstehenden liest sich das jetzt jedenfalls so: Arena kauft Premiere die Rechte weg, alle bejubeln den Coup von Arena und prügeln auf Premiere ein. Danach kann sich Arena mit KDG nicht einigen und gibt deswegen einen Teil der Rechte wieder ab. An Premiere.

Irgendwie muss ich gerade an Obelix denken – die spinnen, die… 

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Newsrooms

12. Juli 2006 - 16:39 Uhr

Der Trend geht zum Newsroom, multimedial: nach einigen anderen jetzt auch bei der Financial Times Deutschland. Web first und gemeinsames Inhalteerstellen – das, was jetzt noch nach Innovation klingt, wird in wenigen Jahren Standard sein. Es ist ja auch eine bizarre Vorstellung, dass Journalisten gemeinsam am Produkt einer Marke arbeiten und dabei keinerlei Anknüpfungspunkte haben. Und ebenso bizarr ist der Gedanke, eine Nachricht, in deren Besitz man schon ist, noch 12 Stunden zurückzuhalten, um sie am nächsten Tag gedruckt zu publizieren. Als Leser des Kleinbloggersdorfer Tagblatts erwarte ich von den Journalisten dort…Journalismus. Nichts anderes. Ob gedruckt oder online, ist mir zunächst einmal egal.

Von der Zeitungsredaktion jedenfalls, wie ich sie vor 20 Jahren als Volontär kennen gelernt habe, wird 2010 nicht mehr viel übrig sein.

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Ein paar Worte zur Konvergenz

12. Juli 2006 - 9:04 Uhr

Wenn ich Beiträge fürs Radio mache, sind sie im Regelfall – scheußlich. Ich finde nicht mal einen vernünftigen Grund dafür, es ist einfach so. Meine Stimme ist nicht unerträglich, schneiden und vertonen kann ich einigermaßen, ich habe brav gelernt, wo sich ein O-Ton gut macht und dennoch: Radio – kann ich nicht wirklich gut.

Warum diese halböffentliche Selbsthinrichtung? Weil momentan mitten in dieser Web2.0- und Konvergenzdebatte schon wieder Blütenträume hochkommen, die letztendlich zur Totalverflachung von Journalismus führen würden: jeder kann alles, jeder macht alles – und das mit nur einem Gerät. An der Blogbar wird dieser Trend aus gegebenem Anlass beklagt. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die technische Debatte. Jeder, der sich schon mal via Avid ein Still aus einem TV-Beitrag geholt hat, weiß, wie weit Theorie und Praxis auseinanderklaffen.

Mir geht es um anderes: Ein gutes Foto ist kein Recyclingprodukt, das man sich eben mal aus nem Vieotape rauszieht. Ein gutes Foto hat etwas mit Können und mit harter Arbeit zu tun; ersteres (das Können) ist übrigens der Grund dafür, warum ich in meinem Portfolio ausdrücklich keine Fotos anbiete. Ich fotografiere für mein Leben gerne; zum Fotografen reicht es dennoch nicht. Selbst mit den besten Objektiven und den hochwertigsten Kameras nicht. Selbst dann nicht, wenn mir jemand eine Kiste mit 30 Megapixeln in die Hand drückt.

Journalismus und Publizistik haben immer noch etwas mit Kreativität und Können zu tun. Ich glaube nicht an die, die ales können oder zumindest behaupten, sie könnten es. Natürlich glaube ich an Multimedialität, an Interaktion, an Medien, die sich in den kommenden Jahren einigermaßen rasant verändern werden. Und ich würde jedem Nachwuchs-Journalisten dringend empfehlen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Der gute Allrounder hat eine Zukunft, sicher.

Aber alles andere ist, mit Verlaub, Quatsch.

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Zeitungszukunft

11. Juli 2006 - 23:09 Uhr

Es sein wirklich kein gutes Jahr für Zeitungen gewesen, konstatierte der Zeitungsverlergerverband jetzt für das Jahr 2005. Die Anzeigenumsätze seien erneut gesunken und auch im ersten Halbjahr 2006 seien die Umsäze weiter zurück gegangen.

Was mich wundert – dass sich der Verband wundert. Erstaunlich wäre es allenfalls gewesen, wäre es andersrum gekommen. Möglicherweise wären Zeitungen einfach gut beraten, würden sie schon jetzt weiter sinkende Anzeigenerlöse einplanen und sich gleichzeitig neue Erlösquellen ausdenken. Man muss ja nicht gleich 200 DVD´s auf den Markt bringen, obwohl die SZ an diesen Nebenbei-Geschäften ziemlich gut verdient hat. Nur, so viel ist sicher: Der Großteil der heutigen Anzeigenmärkte verschwinden ins Netz. Unwiderbringlich. Keine Konjunkturdelle, sondern eine strukturelle Krise.

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Videos auf Nachrichtenseiten

11. Juli 2006 - 9:33 Uhr

Wenn´s das jetzt sogar schon intensiv bei bild.de gibt, dann ist das alles mögliche – nur nicht Avantgarde: Videos auf Nachrichtenseiten. “Das Wichtigste vom Tage” ist bei Seiten wie Spiegel oder Focus Standard. Man muss wirklich nicht mehr irgendwelche Nachrichtensendungen im TV sehen, um mit Bewegtbild auf dem Laufenden zu sein.

Niemand sagt deswegen die Tagesschau tot, aber klar ist: die Selbstverständlichkeit, mit der man bis vor kurzem noch angenommen hatte, Fernsehen müsse sich zwingend auf einem Fernseher abspielen, ist endgültig überkommen. Reden wir in diesem Zusammenhang lieber erst gar nicht über so etwas wie Sendeschemata. Ein Relikt aus vergangenen Tagen.

Gute Idee vom Focus übrigens, das “Nachrichten-Video vom Tage” immer rechts oben zu platzieren. Damit hat es seinen festen, prominenten Platz. Die Chance, dass der User dies auch als festen Bestanteil des Angebots wahr nimmt ist deutlich größer, als wenn er jeden Tag aufs Neue suchen muss.

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Opinio am Ende?

9. Juli 2006 - 15:40 Uhr

Mutmaßt man zumindest an der Blogbar. Schöner Schlag für alle, die dachten, AAL (andere arbeiten lassen) sei das Businessmodell der Zukunft. Blogs und all das andere Zeugs werden auf unabsehbare Zeit ein Mikrokosmos für sich bleiben, der sich nicht mal so eben in der alten Welt andocken und vemarkten lässt. Dazu würden dann auch Dinge wie Credibility und vor allem konstant gute Autoren gehören, beides gibt es nicht in rauen Mengen und vor allem nicht umsonst. Ähnliches – vor allem den Mangel an guten Autoren - meine ich auch beim Readers-Edition-Projekt festzustellen. Die Idee ist schön, die Umsetzung ok, allein, für mich mangelt es an Relevanz.

Interessant am Rande: Die RP wird in der aktuellen Ausgabe des Medium Magazins noch gerühmt für ihre vorbildliche Verknüpfung von Print und Online.

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Werbung auf Blogs

7. Juli 2006 - 10:02 Uhr

Dürfen Blogger Werbung machen, dürfen sie Geld verdienen? Aber ja doch. Ich bin da völlig schmerzfrei. Die meisten Blogs, die ich kenne, lese und schätze haben nach meiner externen Draufsicht richtig was mit Arbeit zu tun. Mit viel Arbeit. Und die meisten von denen, die ich kenne, lese und schätze, liefern jeden Tag gute, hochwertige Arbeit ab. Also, wo soll das Problem sein, wenn sie dafür ein paar Euro bekommen (mutmaßlich werden sie ja nicht wirklich reich dadurch)?

Peter Turi macht auf seinem Blog jetzt auch Anzeigenschaltungen möglich, wobei ich das Geschäftsmodell interessant finde: Der Anzeigenkunde entscheidet nach zwei Wochen selbst, ob und wieviel er für die Anzeige bezahlt. Man muss vermutlich sehr an das Gute im Menschen glauben, wenn man ein solches Modell versucht. Man behält es trotzdem mal im Auge.

Apropos Turi und zugegeben ein wenig off topic: Wenn man seine Seite liest, dann geht einem der Gedanke durch den Kopf, dass viele der Debatte über Blogs sehr akademisch und ein Stück weit sinnlos sind. Zwischen Turi2 und kress.de große Unterschiede zu finden, fällt mir persönlich jedenfalls schwer.  

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