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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for August, 2006

Fernsehen macht Pay-Fernsehen

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Dass RTL jetzt ebenfalls eigene Bezahlkanäle anbietet – keine echte Überraschung mehr. Gespannt in ich vielmehr darauf, wann es das RTL-Pendant zu Maxdome geben wird. Kaum vorstellbar, dass nicht auch die Kölner irgendwann mal auf die Idee kommen, ihre Produktionen auch über das Web zu vertreiben.

Written by cjakubetz

August 29th, 2006 at 4:14 pm

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Zeitung macht Fernsehen

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Zwei Beispiele für das Verwischen von medialen Grenzen, beide aus dem Haus DuMont: Der Kölner Stadt-Anzeiger betreibt seit längerem schon KSTA-TV, der “Express” startet heute mit einem 5-Minüter-Experiment namens Express-TV. Zwar hat man dort an wirklich bewegtem Bild keine Rechte, hat das aber mit viel Zisch und Peng ganz passabel gelöst. Drei Schlussfolgerungen daraus: Zeitungshaus wird Medienhaus – eine logische Konsequenz. Zweitens: multimediales Arbeiten von Journalisten, eine künftige Selbstsverständlichkeit. Drittens: Lokales “Fernsehen” übers Web, der Gedanke gefällt mir nicht erst seit den Vorarlbergern einigermaßen gut.

Written by cjakubetz

August 28th, 2006 at 5:40 pm

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Sexy Clips und lokales TV

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De SZ widmet heute fast eine ganze Seite dem alten-neuen Münchner Lokalfernsehen. Erkenntnis daraus: Es ist immer wieder dasselbe beim Lokal-TV. Am Anfang starten ambitionierte Macher und sondern dabei erst mal Grundsätzliches ab:

1.) Wir haben aus den Fehlern der Vorgänger gelernt.

2.) Wir machen wirklich lokales Fernsehen und sind ganz nah dran an den Zuschauern.

3.) Qualität, Qualität, Qualität – wir machen richtigen Journalismus.

4.) Wir machen alles neu und alles besser.

Die Ernüchterung setzt dann ein, wenn man solche Geschichten wie heute in der SZ liest. Natürlich wird da seitens des Senders gejubelt, aber man muss nicht sonderlich viel interpretatorische Fähigkeiten haben, um das zu übersetzen. Und da sieht dann die Realität aus wie folgt:

1.) Wir machen Fernsehen in allererster Linie mit Praktikanten und Volontären. Wie unsere Vorgänger. Gut, natürlich weiß man, dass richtige Journalisten schon ganz hübsch wären, aber das Geld, das Geld, und die sind ja so teuer, diese Journalisten.

2.) Wir produzierieren so billig wie möglich. Damit das nicht so auffällt, nennen wir es Videojournalismus.

3.) Natürlich ist uns Qualität schon sehr wichtig und eigentlich finden wir es ja auch nicht richtig, aber wir sind jung, brauchen das Geld – und senden deswegen nachts ein paar sexy Clips. Tut doch keinem weh.

4.) Neu sind vor allem unsere kreativen Ideen in Sachen Geschäftsmodell und Vermarktung. Wir verkaufen beispielsweise Sendezeit an Firmen, machen eine Dauerwerbesendung – und damit das nicht so auffällt, nennen wir das Unternehmens-TV. Kreativ sind wir auch in den Wortschöpfungen, falls sich irgendjemand von unseren Aufsehern mal beschwert. Wir nennen das dann, leicht zerknirscht tuend, “Grauzone”.

5.) Wir haben auch schon mal was von Citizen Media gehört und fordern deshalb unsere Zuschauer auf, uns ihre besten…ach, das kennen Sie schon? Sie gähnen gerade? Schade, wir hätten jetzt gerne die Geschichte vom Pioniergeist…naja, ok, zugegeben: So füllt man Sendeflächen. Programm würden nicht mal wir das nennen. Aber ehrlich, die meisten sind ganz begeistert, wenn wir ihnen erzählen, dass sie jetzt unser Programm mitgestalten können.

Die Geschichte, nur zur Vermeidung von Missverständnissen, muss nicht zwingend in München spielen, der Plot fiele mir auch für ne Menge anderer ein. Nur, weil doch heute gerade in der SZ…

Written by cjakubetz

August 28th, 2006 at 3:06 pm

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Wie geht das denn??

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Ich weiß, ich hatte die Frage an dieser Stelle schon mal gestellt – aber angesichts dessen, dass es das Teil immer noch gibt und ich keine plausible Antwort gefunden und bekommen habe, wiederhole ich sie gerne nochmal:

Wie kann sich sowas denn nur halten? Und ergänzen würde ich gerne die Zusatzfrage nach den verbotenen Substanzen, die der Web-Designer nimmt.

Written by cjakubetz

August 28th, 2006 at 10:55 am

Citizen reloaded

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Die letzten Beiträge auf dieser Seite und auch die entsprechenden Kommentare haben sich ausschließlich um das Citizen-Media-Thema gedreht und es sieht mir fast so aus, als würde ich etwas arg defätistisch klingen. Soll so nicht sein, ich stolpere immer wieder über ausgesprochen schöne Projekte, wie dieses der BBC beispielsweise (via Notebook-Onlinejournalismus, vielen Dank dafür). Und gerade, weil ich diese Seite und die entsprechenden Geschichten darauf so ausnehmend gut finde, denke ich, dass sich das als Beleg dafür verwenden lässt, dass es eben nicht ausreicht, die Zuschauer und Leser zum Einsenden von irgendwelchem Kram zu animieren und das dann unreflkertiert wiederzugeben. Dann wird nämlich Citizen Media zum Deckmäntelchen, zum Alibi-Journalismus. Lautes “Gibs mir!”-Krähen macht die Sache nicht besser…

Written by cjakubetz

August 27th, 2006 at 5:38 pm

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Darfs ein bisschen weniger sein?

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20 Millionen Redakteure und Reporter wolle man mit der Reader´s Edition gewinnen, tönte die Netzeitung, als ihr Projekt an den Start ging. Dass da einiges an Marketing-Getöse dabei ist, war mir schon klar – aber ich war dann doch gespannt, wie viele es tatsächlich werden würden.

Thomas Mrazek hat´s recherchiert und – wenig erstaunlich – herausgefunden, dass es nicht ganz so viele sind. Ca. 200, um genau zu sein.

Dass das nicht falsch rüberkommt: Ich finde das schon ok, was da gemacht wird, es ist aller Ehren wert. Und man sollte das auch mal ruhig weiterlaufen lassen, fernab aller Häme. Aber gelegentlich schadet es nicht, sich die Größenordnungen wieder vor Augen zu führen. 

Written by cjakubetz

August 25th, 2006 at 4:49 pm

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Ein kleines Loblied…

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…so ganz nebenbei auf uns Journalisten und resp. damit auch auf mich, was ja auch mal sein muss. Denn nachdem ich mich in den letzten Wochen mal intensiv durch unzählige Web2.0-Geschichten gequält habe – und es war manchmal wirklich eine Qual – bin ich zu einer ganz banalen Erkenntnis gekommen: Jawoll, es geht dann doch nicht ohne uns.

Zwischenzeitlich dachte ich ja schon mal, man könne ganz passabel zumindest mit deutlich weniger Journalisten auskommen. Aber nach dem Overkill von “Schicken Sie uns Ihr Video!”, “Schicken Sie uns Ihre Bilder!”, “Sagen Sie uns, welches Deo Sie bevorzugen” und diesen ganzen Community-Applikationen a la Qype, wo mir irgendjemand mitteilt, dass es bei Mustafa wirklich hammermäßig geilen Döner zu supidupidollen Preisen….uaaah! Reicht mir ein FAZ-Feuilleton! Lest mir zehnmal hintereinander Cicero vor! Ich will einen Welt am Sonntag-Leitartikel! Ein kleines Fernsehspiel aus dem ZDF!!! Aber verschont mich mit verwackelten Videos von Ommas 80. Bitte!

Hat da jemand was von YouTube gelallt? Klar, YouTube ist großartig, aber ich wette, dass YouTube von der überwältigenden Mehrheit nicht wegen des Videos “Ich und meine Schwester tanzen zu Britney Spears” geschaut wird, sondern weil man dort ziemlich zuverlässig alle nur denkbaren professionellen Filme und Videos findet; das Napster 2.0 sozusagen. Dass man im Übrigen bei YouTube jetzt versucht, in Verhandlungen mit den Majors zu treten und die Videos quasi halbwegs legal anzubieten zeigt, dass man auch dort kapiert hat, dass es nur mit Wackel-Videos nicht gehen wird.

Ok – das war jetzt polemisch und nicht korrekt und all das Zeug. Aber nach intensiven Recherchen zum Thema, das musste raus jetzt, echt.

Written by cjakubetz

August 25th, 2006 at 4:03 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Ich weiß nicht…

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…was soll es bedeuten, aber das vor allem von sich selbst hochgepriesene, mit einer eigenen Redaktionspraktikantin ausstaffierte und weitgehend selbsternannte Nachfolgemedium des gedruckten Lokalteils, das Nachrichten-Was-auch-immer-Blog minga.de (für Nichtbayern: der Bayer nennt München “Minga”) sieht ein klitzkleines bisschen tot aus. Wenigstens im Moment.

Written by cjakubetz

August 24th, 2006 at 11:35 am

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Leser-Reporter

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Keine genaue Ahnung warum, aber irgendwie muss ich bei dieser ganzen grassierenden Leserreporter-Geschichte momentan an “Big Brother” denken. (also: das TV-Format; mit Orwell würde ich das dann doch nicht vergleichen wollen). Die eigentliche Erkenntnis damals war für mich nichts Skandalöses, sondern nur, dass es folgerichtig ziemlich langweilig ist, wenn langweilige und banale Leute ihr langweiliges und banales Leben öffentlich ausstellen.

Darf man natürlich nie laut sagen – aber bei den Leser-Reporter-Geschichten ist es ähnlich: der 37. abgeschossene Promi, der soundsovielte grotesk eingeparkte Fahrzeug, das ist die Wiedergabe langweiliger Alltagsmomente. Und was da gerade so als ganz neuer Trend bejubelt wird, gabs vor 30 Jahren schon in jeder Fernsehzeitschrift: “Unlängst begegnete ich Rex Gildo am Bahnhof, bereitwillig ließ er sich mit mir ablichten, ein sehr schönes Foto wie ich finde, würde mich eine Veröffentlichung…”

Dumm nur: Normalerweise würde ich dem ganzen Zeug ein ziemlich jähes Ende prophezeien; allerdings lief Big Brother auch sechs Staffeln lang.

Written by cjakubetz

August 23rd, 2006 at 6:18 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Web als Vetriebskanal

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Wenn die Großen was vormachen, ist das Beleg genug dafür, dass eine Erkenntnis, die zunächst im Kleinen und in der Theorie diskutiert wurde, inzwischen auch im Alltagsgeschäft angekommen ist. Schön jedenfalls, dass man inzwischen auch bei einem Branchenriesen wie Disney ganz hochoffiziell einräumt, dass das Web kein Marketing-Gimmick, sondern ein regulärer und zudem überaus zukunftsträchtiger Vetriebskanal ist. Und dass man seine Sendungen doch bitte lieber im eigenen Web-Channel mit den entsprechenden Finanzierungsmöglichkeiten abstrahlt, als dass sie bei BitTorrent oder YouTube landen. Und das tun sie ja über kurz oder lang sowieso. Auch wenn´s nervt, aber bei der Musikindustrie kann man sich noch einiges abschauen bzw. Lehren daraus ziehen, was dort damals falsch gelaufen ist.
 

Disney hat übrigens in den ersten zwei Monaten seines kostenlosen Streaming-Angebotes eine überwältigend große Resonanz erhalten.

Internet kills the video star.

Written by cjakubetz

August 22nd, 2006 at 7:32 pm

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