Archive for August 1st, 2006
CNN und Citizen Media
CNN setzt künftig verstärkt auf Zuschauer und Reporter:
Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN ruft auf seiner Website dazu auf, selbstgeschossene Bilder und Videos von aktuellen Ereignissen einzureichen. Der Krieg im Libanon, heimkehrende Soldaten, aber auch Wirbelstürme und Kinder im Sport sind Themen, zu denen CNN privates Bildmaterial sammeln und veröffentlichen will. Artikel, zu denen ausdrücklich Leser-Material gewünscht wird, werden zukünftig auf der CNN-Website mit einem roten I-Logo gekennzeichnet, der ganze Vorgang I-Report genannt.
Soweit die nackte Nachricht aus Spiegel online – und der daraus resultierende Alle-paar-paar-Tage-mal-Besuch bei der Readers Edition. Bisschen arg peinlich, das heute. Dort steht nämlich auf der Startseite, bei den Alpenetappen der Tour sei noch keine Entscheidung gefallen. Datum: 18. Juli. Dass direkt darüber eine Geschichte steht, nach der R. Scharping das Dopen generell nicht so sehr befürwortet, macht es nicht besser. Generelle Anmerkung: Das hier wird jetzt kein RE-Watchblog. Ich finde es nur über die Maßen erstaunlich, dass ein derart groß beworbenes Pionierprojekt mit derart eklatanten Schwächen an den Start geht.
Zahlenspiele
Inzwischen wissen wir das ja nur zu gut, dass sich (mediale) Trends am ehesten in den USA ankündigen. Und dort passiert derzeit Erstaunliches: Zwar wächst die Zahl der Online-Anbieter insbesondere von Nachrichten weiterhin ungebrochen, die Zeit aber, die der Durchschnittsamerikaner im Netz beim Nachrichtenkonsum verbringt, stagniert. Bevor die Old-Media-Epigonen zu jubeln beginnen – leider nein, das ist keine Rückkehr zur guten alten Zeitung. Bei der ganzen jungen Zielgruppe schon gleich gar nicht; für sie spielt die Zeitung beim täglichen Medienkonsum in den USA so gut wie gar keine Rolle mehr. Stattdessen informiert sich diese Zielgruppe mit wachsender Begeisterung inzwischen über mobile Plattformen wie PDA´s, Handys et al. Ein Thema, das bei uns erst die Allerwenigsten auf dem Radar haben. Schon gar nicht Zeitungshäuser. Die feiern sich großteils momentan ja schon dafür, dass sie inzwischen nicht mehr zwingend nur Praktikanten in ihre Oblineableger stecken, sondern auch den einen oder anderen Euro dafür ausgeben.
Interessant am Rande übrigens: Wenn es um harte Nachrichten und ggf. auch die Diskussion derer geht, spielen Blogs eine nur untergeordnete Nischenrolle.
Bevor der Kulturpessimist in Ihnen rebelliert: Man muss nicht begeistert sein ob der Tatsache, dass sich junge Leute Nachrichten am PDA reinziehen. Verhindern wird man das aber mutmaßlich auch nicht können.
Die ganze Studie zum Nachlesen gibts hier.