Archive for September, 2006
Pressesprecher machen TV
Wenn jetzt sogar das Fachmagazin der Pressesprecher ein eigenes Presseprecher-TV im Web macht, dann kann man sich erstens vorstellen, was das für die Zukunft von klassischem TV bedeutet – und wie sehr es die Berufschancen von Journalisten erhöht, wenn man sich wenigstens Grundkenntnisse der Bewegtbildproduktion aneignet.
ProSieben auf RTL
Ein Uralt-Beitrag von Pro7 läuft ein Jahr später (ironischerweise auch noch in einem “Zukunftsmagazin”) bei RTL.
Gibt´s nicht, sagen Sie? Gibt´s doch, hat Stefan Niggemeier herausgefunden – und sich gleichzeitig noch ein paar interessante Gedanken zu den Verquickungen im deutschen TV-Markt gemacht.
Töchterchens Podcast
“Und wenn ihr die heutige Sendung verpasst habt, klickt einfach auf www.logo.tv oder ladet euch die Sendung als Podcast runter.”
Gesehen gestern abend bei der Abmoderation der KIKA-Nachrichten. Töchterchen (fast 7) war darob nicht mal erstaunt.
Muss man noch mehr wissen über Zukunftsmedien?
Ist es überhaupt noch erwähnenswert…
…dass auch die Frankfurter Rundschau en passant 200 Jobs zur Disposition stellt?
Lustvolles Scheitern
Komisch, dass bei diesen ganzen Web 2.0-Debatten dauernd Dinge zusammengeworfen werden, die nicht zusammen gehören. Interessantes Beispiel: die aktuelle Aufmachergeschichte im Medienressort des Spiegel. Da heißt es sinngemäß, das Mitmach-Web würde alle zusammen plattmachen, egal ob Fernsehen, Zeitung, Radio. Was damit zusammenhänge, so heißt es weiter, dass die Leute auf einmal die unglaublich große Lust entdeckt hätten, selber Medien zu produzieren und sich nicht mehr von klassischen Journalisten bedienen zu lassen.
Und weil man ja – so hat man das gelernt irgendwo in der Ausbildung oder auf der Journalistenschule – auch in einem Artikel das Prinzip von Rede und Gegenrede einhalten sollte, wird am Ende der Jubelgeschichte über Zwonull und dem Untergangsgerede über klassische Medien als Kontrapunkt Friedrich Küpppersbusch hinzugefügt. Der wiederum sagt, er habe quasi im Selbstversuch festgestellt, dass ziemlich belanglose Sachen eingesendet würden, wenn man die Leute auffordern wrde, selbst zu filmen. Während der Fußball-WM, so Küppersbusch, habe er dreierlei Arten von Filmen bekommen: Ich im Trikot. Meine Frau im Trikot. Mein Hund im Trikot. Weswegen er all den Epigonen des AAL (Andere arbeiten lassen) ein “lustvolles Scheitern” prophezeit. Wumms, das sollte dann wohl sitzen als Schlusspointe in der Spiegel-Geschichte.
Dabei hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Keine wirkliche Ahnung, was jemanden antreibt, Videos der Kategorie “Ich singe unter der Dusche” zu publizieren, aber es sind im seltensten Fall journalistische Ambitionen. Und noch viel weniger haben die Heerscharen der singenden Leute unter der Dusche die Substanz, daraus ganze Fernsehsendeflächen zu gestalten. Küppersbuschs Erfahrungen decken sich im Übrigen mit denen, die ich während der WM bei einem ähnlich gelagerten Projekt gemacht habe. Außer verwackelter Langeweile kam raus: Ich entdeckte feiernde Brasilianer in der Stadt. Ich entdeckte feiernde Franzosen in der Stadt. Ich entdeckte feiernde Angolaner in der Stadt. Nett. Aber völlig ohne Bedeutung und auch ohne jeglichen Unterhaltungswert.
Das alles ist, kurz gesagt, kein Journalismus. Und es bedroht ihn auch nicht. Jemand, der zuhause einen privaten Diaabend über seinen letzten Urlaub in Kenia veranstaltet, ist keine Konkurenz zu Geo. Was wiederum ja nicht bedeutet, dass man nicht beides gleichermaßen machen und nutzbringend für sich einsetzen kann; den privaten Diaabend und die Lektüre von Geo. Umgekehrt wird allerdings auch kein Schuh und kein Geschäftsmodell draus: Fernsehen basierend auf ein paar privaten Wackelbildern funktioniert nicht. Eine Zeitung ganz ohne professionelle journalistische Begleitung funktioniert nicht. Nichts spricht gegen sinnvolle Ergänzungen durch Leser und Zuschauer, aber auch hier hat Küppersbusch recht: Diejeningen, die ernsthaft inhaltlich und journalistisch interagieren wollen, sind eine verschwindende Minderheit.
Wo dann die Hunderttausende täglich im Netz betrachteten Videos versanden? Das ist etwas anderes. Das ist Spaß auf Abruf, eine moderne Variante von Pleiten, Pech und Pannen. Mit Citizen Media hat das Null zu tun. Und selbst hartgesottene Nutzer dessen freuen sich, wenn sie dann irgendwann mal wieder halbwegs professionell gemachte Filmbeiträge vor die Augen bekommen.
UMTS im Ausland
Und dann noch was aus der Reihe Praxistipps: Unterwegs im Ausland und dann surfen mit der UMTS-Karte im Laptop? Vorsicht, höchste Vorsicht!
Köln = zehn Prozent weniger
Aus der Serie “Verlagsgemetzel”: Der Stellenabbau bei DuMont in Köln konkretisiert sich; die offiziellen Abfindungsangebote sind bereits bei den Mitarbeitern gelandet (schreibt kress.de) Die Rede ist von zehn Prozent weniger Personal.
Wie so oft in den letzten Tagen, wenn´s um Verlage geht.
Wer zu früh kommt…
Es gibt Tage, an denen ich mir nicht sicher bin, ob ich mir veralbert vorkommen soll – oder ob ich mich darüber freue, mich schon vor sieben Jahren intensiv mit Dingen beschäftigt zu haben, die inzwischen Realität werden (wobei man als nächste Variante noch ins Spiel heben könnte, ob ich damals die Dinge zumindest von ihrem zeitlichen Ablauf her kolossal falsch eingeschätzt habe; das meiste von dem, was gerade kommt, sollte nach den damaligen Prognosen eigentlich schon seit Jahren massenkompatible Realität sein).
Wie dem auch sei, dass es Maxdome inzwischen gibt, wurde auf dieser Seite bereits gebührend gefeiert. Und dann fiel mir noch diese Geschichte ein, als vor Jahren ein geschätzter Kollege mal meinte, mobile Medien seien schwer im Kommen und würden der einen oder anderen Company noch den Allerwertesten retten. Und ich erinnere mich an Gespräche mit einer Firma aus Israel, die mir merkwürdige Dinge zeigte, mit denen sich ganze Nachrichtensendungen auf irgendwelche Mobilgeräte zaubern ließen.
Zugegeben: Damals war ich der Skeptische. Mobile Medien als Allerwertesten-Retter? Das kam mir dann doch arg euphemistisch vor.
Und inzwischen – ist das alles wirklich massenkompatible Realität, wie dieses Beispiel hier (und diverse andere natürlich auch) zeigt.
Jugendmedientage
Jugendmedientage in München: Ich freu mich drauf.
Web überholt Radio
Nüchtern betrachtet keine wirkliche Überraschung: Das Web überholt in Sachen Werbeumsätze jetzt auch das Radio. Von dieser Kategorie Meldungen wird´s noch mehr geben, ganz sicher.