JakBlog

Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for September, 2006

Leser als Blogger

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Und noch eine kleine Ernüchterung für all jene, die dachten, es sei damit getan, Leser als Blogger auf der eigenen Plattform einzubinden: Die Zwischenbilanz derer, die es versuchen, fällt ernüchternd aus. Gut gemeint ist eben meistens das Gegenteil von gut gemacht – soll heißen, dass der gute Wille alleine noch lange nicht ausreichend ist. Und dass es eben nicht ausreicht, dem Leser ein Spielzeug hinzuwerfen und ihn dann damit alleine zu lassen. Noch dazu bei einer tendenziell lieblosen Anbindung an die Online-Plattform.

Vor allem: Um anständige Reichweite zu erzielen, dazu braucht ein guter Blogger heute nicht mehr die Tageszeitung als Flugzeugträger. Das schafft er erstens ggf. ganz alleine und zweitens schlägt hier das Imageproblem vor allem der regionalen Blätter voll durch: Blogger bei Suedkurier.de zu sein, ist vermutlich nur in Maßen sexy.

Etwas off-topic, aber dennoch: Dass ausgerechnet die tz in München ziemlich vorbildlich ihre tz-live-Community im Blatt verankert, hatte ich nicht zwingend erwartet. Über die Online-Präsenz von tz live kann man zwar vorsichtig gesagt, sehr geteilter Meinung sein, immerhin aber bindet man dieses Thema sehr stringent und konsequent in die Printausgabe ein.

Written by cjakubetz

September 22nd, 2006 at 2:43 pm

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Elektrischer Reporter

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Ziemlich gut geworden, der elektrische Reporter von handelsblatt.com (Ich hatte ihn erst als elektronischer Reporter gelesen, sorry for that). Schönes Beispiel für die These, dass man konventionelles Fernsehen nun wirklich ganz und gar nicht mehr braucht, wenn man nicht möchte. Aufwändig produziert, inhaltlich überaus solide, reinschauen lohnt sich. Und wenn der Server dann auch noch in der Lage ist, die anscheinend vielen Anfragen zu bewältigen und die Bildchen nicht mehr gar so heftig ruckeln…

Written by cjakubetz

September 22nd, 2006 at 11:05 am

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Digitale Welten

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Zwei Meldungen aus dem Handelsblatt-Dunstkreis, die erst einmal nicht miteinander zusammenhängen, gleichwohl aber zeigen, wo die Reise künftig hingehen wird.

Meldung 1: Die VHB baut zehn Prozent ihrer Stellen ab. Punktum.

Meldung 2: Die VHB lanciert zwei neue Produkte. Ein Videoblog und einen elektronischen Reporter. Nochmal Punktum.

Das bedeutet mehrerlei. Erstens: Klassische Verlagshäuser ächzen weiter; in Düsseldorf hatte ja erst vor Wochenfrist die benachbarte RP bekanntgegeben, sich von zehn Prozent des Personals zu trennen. Zweitens: Der Weg aus dieser Krise führt nur über eine multimediale Markenstrategie. Und bitte dabei beachten: Die Theorie, man nehme ein chices CMS und spiele ein und denselben Inhalt drei- oder viermal identisch für verschiedene Plattformen aus ist ziemlich einfältig. Warum diese Bemerkung? Weil ich heute beim Studieren des Programm der Medientage in München in der dort aufschlagenden Epigonen den Verdacht habe, dass man genau das als multimediale Zukunft belobigen wird und dafür auch noch auf Applaus hofft. Zum Mitschreiben: Multimedia heißt nicht einfach vielfache Reproduktion.

Drittens: Journalisten, elektronische, volldigitale Redakteure haben Zukunft. Nicht jeder wird alles gleich gut können, aber die VHB-Geschichte zeigt nur zu deutlich, dass man im Beharren darauf, dass man doch eigentlich Print-Mann sei, nicht mehr sehr weit kommen wird.

Und viertens schließlich: Das bewegte Bild bewegt sich künftig überall da, wo es einen Bildschirm gibt. Der Fernseher ist nur eine von vielen Optionen.

Written by cjakubetz

September 21st, 2006 at 7:22 pm

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Leserreporter – und was dabei rauskommt

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Vermutlich wird man nach diesem 5000-Euro-Foto nicht nur, aber natürlich vor allem bei Bild darüber nachdenken, ob man in den letzten Wochen den ganzen Leser- und Zuschauerreporterkram nicht ein wenig übertrieben hat.

Zeitungsseiten oder gar ganze Sendeflächen sollte man jedenfalls dafür nicht zwingend verplanen. 

 

Written by cjakubetz

September 21st, 2006 at 11:34 am

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PCGEZ

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Man möchte ja nicht mit dem Redakteur des BR tauschen, der gerade eben im  “Hintergrund” bei B5 aktuell erklärt, warum die Erhebung von GEZ-Gebühren auf internetfähige PC´s geradezu ein Segen für alle ist.

Written by cjakubetz

September 21st, 2006 at 8:24 am

iTunes 7

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Erst gelesen, dann aus dem eigenen Umkreis schmerzhaft erfahren: Von Tunes 7 sollte man derzeit gebührenden Abstand nehmen. Nicht lustig, das. Haufenweise hört man von iPods, die dann nicht mehr erkannt werden und ähnlichen Späßen. Und auch das Abspielen von Musik soll, zumindest was bei mir so gelandet ist, stellenweise an das Abspielen alter, verkratzter Vinyl-Platten samt eingebauter Sprünge erinnern.

(via Notebook Onlinejournalismus und andere Quellen) 

Written by cjakubetz

September 20th, 2006 at 5:27 pm

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Napster sucht Käufer

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Dass Napster mit seinem neuen Bezahlmodel nicht richtig auf die Füße kommt und dieserhalb jetzt auf der Suche nach einem Käufer bzw. Investor ist, sollte niemand wundern: Was ist das für ein eigenartiges Modell, wenn ich zwar Musik saugen kann, bis die Leitungen glühen, gleichzeitig aber klar ist, dass meine möglicherweise über Jahre hinweg mühsam aufgebaute Sammlung null, rien, nada mehr wert ist, wenn ich das Abo irgendwann beende? Als Sammler will ich Musik besitzen – nicht ausleihen. Irgendwann möchte ich sie vielleicht auch mal weiter vererben. Und gleichzeitig möchte ich bei keinem Anbieter dieser Welt ein Lebenslang-Abo abschließen müssen.

Written by cjakubetz

September 20th, 2006 at 1:06 pm

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Schuss nach hinten

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Das erste Mal seit ca. 15 Jahren eine Fußball-Saison ohne Pay-TV. Aus bekannten Gründen. Premiere zeigt nur noch Champions League, Arena bekomme ich hier immer noch nicht – und selbst wenn ich es bekäme, würde mich der Gedanke stören, für jede Liga einen eigenen Anbieter abonnieren zu müssen. Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen der zu erwartenden technischen Verwicklungen.

Die Liga resp. die Pay-TV-Anbieter haben übrigens schon im Vorfeld reagiert und den Fußball im Free-TV zu einer echt verknappten Ware gemacht. CL gibt´s so gut wie gar nicht mehr, Bundesliga nur noch stark eingeschränkt (Freitagsspiel nein, Sonntagsspiele erst ab 22 Uhr).

Aber was soll ich sagen? Seitdem genieße ich das Radio wieder viel stärker als früher, lasse am Rechner intensiv Liveticker mitlaufen und schaue halt ansonsten, was es im Free-TV so gibt. Und manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich 15 Jahre lang ein Premiere-Abo hatte.

Geht doch.

Written by cjakubetz

September 19th, 2006 at 9:48 am

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Fußball-Podcast

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Die Nachricht als solche ist unspektakulär: Die WAZ bietet ab demnächst einen eigenen Bundesliga-Podcast an. Das klingt einleuchtend in einem Zeitalter, in dem fast jeder den Regionalzeitungen eine mindestens bimediale Strategie vorschlägt. Gleichzeitig zeigt die Podcast-Ankündigung der WAZ aber auch, welchen Risiken die regionalen Blätter selbst dann ausgesetzt sind, wenn sie eine Größenordnung wie die der WAZ erreicht haben. Denn nur mit dem Podcasten ist es natürlich noch nicht getan, schließlich sollen sich ja auch mal Leute finden, die sich das anhören. Und dazu bedarf es nicht nur einer neuen Kompetenz in Sachen Audiobeiträge, sondern man misst sich auf einmal auch mit ganz anderen Größen im Markt. Die heimelige Welt der Beinahe-Monopolisten (was de facto die meisten Regionalzeitungen sind) geht unweigerlich zu Ende, wenn man auf einmal sich wirklicher Konkurrenz stellen muss.

Grundsätzlich gibt es an dieser Idee der WAZ aber nichts zu mäkeln – wenn man das Publikum der Zukunft erreichen will, muss man eben irgendwann raus aus dem leicht angemieften Lokalzeitungs-Biotop. Bin gespannt, wann die nächsten Blätter folgen werden.

Written by cjakubetz

September 18th, 2006 at 6:14 pm

Altherrenwitz, Fortsetzung

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Immerhin, bei der unsäglichen Wahl des “Lieblings des Monats” bei kress.de hat man die verstorbene Yvonne Wussow runtergenommen. Wenn jetzt noch Natascha Kampusch verschwindet, würde ich fast von so etwas wie verspäteter, aber wenigstens vorhandener Einsicht sprechen.

Written by cjakubetz

September 18th, 2006 at 4:55 pm

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