Archiv für Januar 2007


Schweizer in Deutschland

8. Januar 2007 - 14:50 Uhr

Herr Köppel hat die “Welt” revolutioniert, was er jetzt jedem in der Schweiz erzählt. Und Herr Schawinski ist an bösen, dynamischen Jungvorständen bei ProSiebenSAT1 gescheitert – und nicht etwa an Ideen wie der, Anke Engelke Latenighttalkerin werden zu lassen, wo dann Frau Merkel zu Gast ist. Und auch nicht an der Schmidt-Geschichte und natürlich auch nicht an Bettina “Miss 4 Prozent” Rust.

Im Übrigen wäre der Deutsche gerne so wie der Schweizer.  Ist ja klar.

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Der Stern…

7. Januar 2007 - 19:45 Uhr

…hat sich selbst ein neues Layout verpasst und sieht damit ein bisschen aus wie ein Rentner in Jeans und mit japanischem Sportwagen. Unverkennbar: Die Zukunft des Stern heißt Neon.

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Was an Google Analytics deprimierend ist

6. Januar 2007 - 19:22 Uhr

Im Grunde war es mir immer egal, wer hier warum sich rumtreibt. Hauptsache, alles bleibt im zivilisierten Bereich. Dann trieb mich die Neugier; nicht wegen dieser Seite, sondern weil ich, alter Autodidakt, gerne sehen und wissen wollte, wie weit man mit einem Tool wie Google Analytics kommt. Weit, so viel sei verraten, manchmal ist es sogar ganz amüsant zu sehen, woher die Leute so kommen.

Richtig niederschmetternd, aber hey, das ist Web zwonull, ist allerdings die Auswertung der Suchbegriffe und Referrer. Jungs, jetzt mal im Ernst: Hier gibt es weder “mollige Girls” noch “Sexyclips” noch “nackte Frauen”. Und “youtube.de” bin ich auch nicht, auch wenn ich es gerne wäre.

Wenigstens zeigt mir die Nummer dann doch, wie leicht man irgendwelche Zugriffszahlen steigern kann. Und wie wenig die reine Zahl wert ist. Zur Steigerung der Quote deshalb jetzt (sensible Gemüter bitte aussteigen):

  • Ficken
  • Gruppensex
  • Gruppensex mit molligen Mädchen
  • Ausgefallener Gruppensex mit überaus molligen Mädchen
  • Mollige Sexyclips auf Youtube.de (überaus pervers)

Resultate dann demnächst.

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Regionalblätter online

6. Januar 2007 - 16:25 Uhr

Auslöser für diesen Beitrag ist – zugegeben – das Medium Magazin, das in seiner aktuellen Ausgabe zweimal das Thema streift: Wie halten es die regionalen Zeitungen, immerhin ja kraft Masse ein immer noch gewichtiger Faktor in Mediendeutschland, eigentlich mit ihren Online-Auftritten?

Beitrag 1 im Heft analysiert ziemlich gründlich, welches Blatt was macht, Beitrag 2 kürt WAZ-Online-Chefin Borchert kurzerhand zur journalistischen Nachwuchskraft des Jahres (nebenbei: 101 Journalisten des Jahres wählen zu lassen, das finde ich ganz generell sehr zweifelhaft, und über die Ergebnisse der Jury ließe sich auch prima streiten und über die Jury auch, aber irgendwoher müssen die vielen Galas und Empfänge ja kommen, auf die man jedes Jahr so muss, nicht allerdings, ohne sich vorher laut zu beklagen, dass man heute abend schon wieder…so läuft halts Business, gell?).

Was also läge näher, als nachzusehen, was jetzt eigentlich aus dieser Geschichte “Bloggerin wird Chefredakteurin” geworden ist? Man sieht sich die WAZ also mal näher an, stellt fest, dass aus dem gelegentlich etwas schwerfälligen Regionalriesen ein ganz ansehnliches Portal geworden ist, auf dem die gesame Klaviatur dessen gespielt wird, auf was man sich inzwischen als anerkannt vernünftig einigen kann. Es gibt Blogs (geht wohl nicht mehr ohne, wobei ich deren Relevanz fürs Ruhrgebiet natürlich nicht beurteilen kann, aber inzwischen bloggt anscheinend nahezu jeder Lokalredakteur in Deutschland; es wäre spannend, irgendwann mal den Sinn dessen und auch die Akzeptanz und Relevanz beim Leser zu hinterfragen). Es gibt Videos und anderes mehr; kurzum: Die WAZ macht ein Portal, so prickelnd wie ein Golf. Alles drin, alles solide. Das war´s dann aber auch.

Grundsätzlich fällt auf, dass inzwischen nahezu alle größeren Blätter Online-Angebote der Kategorie “solide” abliefern. Bei der Rheinischen Post hat man sogar die Redaktionen mehr oder minder miteinander vermengt; das was rauskommt, ist wie die WAZ, nur ohne Blogs und Videos. Ganz generell scheint es so zu sein, dass die Online-Angebote auch die Leistungsfähigkeit der Blätter wiederspiegeln. Die Großen befinden sich allesamt auf einem sehr ähnlichen Level. Man entdeckt dort nichts Atemberaubendes, muss sich aber auch nicht übermäßig ärgern. Die mittelgroßen und kleineren Zeitungen hingegen liefern durchaus teilweise noch Angebote aus der Kategorie haarsträubend ab; es finden sich tatsächlich auch immer noch solche, die große Teile ihrer Angebote wegsperren und nur Abonnenten zugänglich machen.

Auffällig: Über das Thema “E-Paper” wird nur noch wenig gesprochen; massiv beworben wird es auch nicht mehr. Haken dran. Die Zeitung von gestern abend als PDF, das ist wirklich nur dann was, wenn ich gerade nach Peru ausgewandert bin, mich von meinem Lokalteil aus Bergisch-Gladbach immer noch nicht trennen kann.

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Die Seuche

4. Januar 2007 - 19:11 Uhr

So ziemlich das Absurdeste, was ich in den vergangenen Tagen gelesen habe: Stefan Kornelius behauptet in der Süddeutschen allen Ernstes, “die Seuche Internet”, über die sich die Bilder von Saddams Hinrichtung verbreiten, transportiere den “Stoff, aus dem Hass erwächst”.

Kornelius wörtlich: “Die Seuche Internet garantiert, dass die Bilder auf immer abrufbar sein und – so weit der Begriff in diesem Zusammenhang erlaubt ist – kulthaften Status annehmen werden.”

Keine Ahnung, ob das Nichtwissen von Printleuten über das Web immer noch so ausgeprägt ist oder ob so etwas auch mit einer tief sitzenden Angst vor einer Technologie zu tun hat, die man weder versteht noch beherrscht. Aber es ist, vorsichtig formuliert, schon etwwas befremdlich, wie man dutzende von Aspekten der Saddam-Hinrichtung außen vor lassen kann, um sich in diesem Kontext über das Web auszukotzen. Im Übrigen verweist Stefan Niggemeier völlig zurecht darauf, dass das Kornelius-Epos inzwischen selbst Bestandteil dieser Seuche geworden ist. 

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Zwonull und seine Grenzen

4. Januar 2007 - 18:52 Uhr

Am Anfang fand ich die Idee ganz witzig: Mit ilike kann man mit Gleichgesinnten seinen Musikgeschmack sozusagen computergesteuert abgleichen, man kann sich Empfehlungen geben lassen, während man gerade Musik über iTunes hört (ähnliches Prinzip wie bei Pandora.com). Und man kann sich zudem anschauen, was die lieben Buddys in letzter Zeit so alles gehört haben.

Kurz nachdem ich das Teil bei mir installiert und etliche Freunde mit einer Einladung zu dem Spiel gequält hatte, habe ich das bitter bereut. Nicht nur deswegen, weil die Sidebar für iTiunes regelmäßig 100 Prozent CPU braucht und somit den Rechner quasi lahmlegt; zudem sind mit noch einige andere Bedenken durch den Kopf geschossen. Zum Beispiel, dass ich mir zwar viel auf meinn überaus erlesenen Musikgeschmack einbilde, dennoch aber Tage habe, an denen ich gerne mal auch Dinge hören, mit denen man besser nicht hausieren geht; ich meine: Wer will schon den ganzen Tag das Beste aus 55 Spex-CD´s hören? Muss das dann jeder sehen, dass ich mir gerade eben ein paar alte Gassenhauer von den Toten Hosen (“Im Wagen vor mir” ist übrigens wunderbar) reingezogen habe, was ich natürlich bis zum Beweis des Gegenteils heftig abstreiten würde? Kürzer gesagt: Geht es irgendjemanden einen feuchten Kehricht an, was ich gerade tue oder gerade eben getan habe? Und andersrum, wem nutzt es; außer dass irgendwelche voyeuristischen Elemente sich dann im Stillen darüber freuen können, dass auch die Spex-Spezies sich gelegentlich alten Gassenhauer-Punk in die Gehörgänge pfeift? Und dass im Übrigen mein alter Kumpel M. und ich einen ziemlich kongruenten Musikgeschmack haben, hätte ich auch ohne Zwonull-Applikationen geahnt.

Also, liebe Freunde, sorry, dass ich euch mit dem Ding gequält hab. Passiert nicht wieder, ich schwörs.

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Digital, individuell, mobil

3. Januar 2007 - 19:10 Uhr

Was 2007 bringen wird?

Totaldigital, totalpersonal, totalmobil. Rückblickend bin ich mir ziemlich sicher, dass wir 2006 das letzte Jahr erlebt haben, in denen die konventionellen medien nochmal eine Art Panikblüte erlebt haben. Wer es sich leisten kann und die Technik beherrscht (und das sind inzwischen keineswegs mehr nur noch die First Mover), verabschiedet sich von linearen Medien, starren Programmvorgaben und versendetem Material. Stattdessen macht er sich sein eigenes Zeug, spielt es auf den unterschiedichsten Geräten ab, speichert es in seinen riesigen digitalen Schubläden, nimmt es sich raus wann er will, spult zurück, wenn er was nicht versteht oder wenn ihm etwas besonders gut gefällt – und klickt sich weg, wenn er nicht mehr mag.

Drei Tage sind in diesem Jahr gerade mal vergangen, nur an einem habe ich (zugegeben: auch aus Zeitmangel) zur Zeitung gegriffen. Ich habe trotzdem nicht das Gefühl, kurz vor der Verblödung zu stehen. So lange ich meine digitalen Spielzeuge bei mir habe, ist alles in Ordnung.

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