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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Juni, 2007

Was Jörges zum Dreck zu sagen hat

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Bei tausendreporter.de (stern.de-Ableger) meldet sich inzwischen der “echte Jörges” zu Wort. Immer vorausgesetzt, es handelt sich wirklich um den echten Jörges, dann kann man ihm lediglich empfehlen, dass er beim nächsten Versuch, die intellektuelle Dampframme zu spielen, trotzdem noch ein klitzeskleines bisschen Dinge wie Differenzierung betreibt. Jörges will demnach folgendes gemeint haben:

hier meldet sich nun mal der echte uli jörges. und erklärt, wovon er wirklich gesprochen und was er gemeint hat: von hass, vorurteil und verächtlichmachung von menschen in vielen blogs – und das aus der deckung der anonymität. bis hin zu antisemitismus, besonders massiv bei außenpolitischen debatten. brauner dreck. (…)  deshalb sollte man sich genau überlegen, wo und mit wem man im netz diskutiert. und genau deshalb gibt es qualitätsblogs – wie diesen, in dem menschenverachtendes keine chance hat. willkommen bei stern.de! willkommen bei tausendreporter!

Erste Erkenntnis dessen: so what? Jeder halbwegs ernstzunehmende Mensch wird “Hass, Vorurteil und Verächtlichmachung aus der Deckung der Anonymität heraus – bis hin zum Antisemitismus” ablehnen. Sogar meine Tochter im Grundschulalter würde das instinktiv tun. Für diese Erkenntnisse brauche ich weiß Gott keinen Alphajournalisten. Dass es solche Dinge gibt – auch das wussten wir schon vor Herrn Jörges. Die gab und gibt es ürigens auch in der analogen Welt und natürlich würde ich auch in der analogen Welt einen anonymen Antisemiten auch öffentlich als “braunen Dreck” bezeichnen (ohne Herrn Jörges moralischen Support übrigens). Aber wenn ich über die Straße gehe und pauschal jeden, der vielleicht gerade mit ner Dose Bier am Hauptbahnhof rumsitzt, als “braunen Dreck” bezeichne – dürfte ich mich dann wundern, wenn ich einen auf die Mütze kriege? Nämlich von denen, die einfach nur friedlich rumsitzen und mit dem braunen Dreck nix am Hut haben? Genau deswegen finde ich die Jörges-Erklärung ziemlich kümmerlich – ich fürchte fast, er hätte mir mehr imponiert, wenn er zu der Aussage gestanden wäre, um dann ordentlich gegrillt zu werden. Aber dieses windelweiche Gutmensch-Zeugs….brrrrr.

Zweite Erkenntnis: Herr Jörges weiß nicht wirklich, was Blogs sind. Wenn man auf die Idee kommt, tausendreporter als Blog, noch dazu mit dem Präfix “Qualität” zu bezeichnen, dann hat man von Blogosphäre und dem, was Bloggen ausmacht, gar nichts verstanden.

Ich glaube übrigens ganz und gar nicht, dass in dieser Diskussion eine Demarkationslinie zwischen Bloggern und Journalisten verläuft. Es geht um ein sich grundlegend wandelndes, strukturelles Verständnis von Journalisten und von Medien. Es geht um alt oder neu, um Vergangenheit oder Zukunft. Es geht letztendlich darum, ob ich Kommunikation zulassen will – oder nicht. 

Written by cjakubetz

Juni 30th, 2007 at 7:26 pm

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Die Bahn geht – oder: Warum Journalisten besser Abstand nehmen sollten

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Die Bahn ist ein großes Unternehmen. Es geht demnächst in absehbarer Zeit irgendwann mal an die Börse und es baut große moderne (Hauptstadt-)Bahnhöfe. Gut, ab und an fahren die Züge mal nicht ganz hundertprozentig pünktlich und gelegentlich weht auch mal ein Stahlträger durch die Luft, anstatt den Bahnhof zu stützen. Aber dafür hat die große, bedeutende Bahn eine Pressestelle, die dann erklärt, dass das mit den verspäteten Zügen so gut wie nie vorkommt und durch die Luft wehende Stahlträger tendenziell kein allzu großes Problem sind, weil niemand ernsthaft gefährdet wird.

Und weil die Bahn auch ein modernes, transparentes Unternehmen ist und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet fühlt, freut sie sich auch, wenn sie Journalisten und deren Ausbildern, resp. Journalistenschulen hilfreich zur Seite stehen kann. Man möchte eine Reportage über die Bahn drehen und braucht ein bisschen Material? Kein Thema für die Pressestelle, man hilft den Journalistenschülern gerne (und sorgt so, schöner Effekt nebenher, dafür, dass die nachfolgende Journalistengeneration mit dem Gefühl heranwächst, die Bahn sei irgendwie ein richtig prima Unternehmen).

Offensichtlich war es dann aber in der letzten Zeit doch ein bisschen viel mit den verspäteten Zügen und den umherfliegenden Stahlträgern. Jedenfalls hat die Bahn jetzt ein Rundschreiben an die Journalistenschulen (und andere Ausbildungseinrichtungen dieses Landes) geschrieben und die dramatische Situation der Arbeitsüberlastung der Pressestelle ausführlich in zwei Sätzen geschildert.  Und weil man so arg im Stress ist, zeigt die Pressestelle der Bahn Lösungsansätze, die in etwa so innovativ und originell sind wie eine Regionalbahn zwischen Landshut und Plattling: Man bitte die Schulen und Ausbildungseinrichtungen darum, sie künftig nicht mehr mit Anfragen zu belästigen – oder etwas eleganter formuliert: Man solle doch “bitte Abstand nehmen von die Bahn betreffenden Themen”.

Ein großer Job, den die Pressestelle da macht. Der Regierungssprecher, übrigens auch ein ehemaliger Journalistenschüler, kommt jetzt sicher schon neidvoll ins Grübeln, wem alles er einen Brief dieses Wortlauts gerne mal schreiben würde: “Nehmen Sie bitte Abstand von allen Frau Merkel betreffenden Themen…”

Written by cjakubetz

Juni 30th, 2007 at 10:49 am

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1 Euro für 1 Jörges

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Eigentlich wollte ich gerade mal nachschauen, ob man Kommentare von Herrn Jörges auch kommentieren kann. Und ob ihm eventuell mal einer für seine ignorant-arrogante Dreck-von-unten-Bemerkung ordentlich einer was hinter die Alphalöffel gehauen hat.

Geht aber nicht. Bevor man Jörges´ Zwischenrufe nämlich überhaupt lesen kann, muss man sie bezahlen. 1 Euro für 1 Jörges. Qualität hat ihren Preis – weil sie ja schließlich was anderes ist als Dreck, der von unten kommt. 

Written by cjakubetz

Juni 29th, 2007 at 3:02 pm

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Von Edelfedern und Contentlieferanten

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Die Zukunft von Print, von Online und von uns Journalisten. Kleine Diskussionsrunde in München - und wie immer freue ich mich, wenn jemand da ist, der hier mitliest (über alle anderen natürlich auch).

Written by cjakubetz

Juni 29th, 2007 at 10:31 am

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Sachen, die mir bisher so noch gar nicht aufgefallen sind (1)

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Written by cjakubetz

Juni 28th, 2007 at 6:37 pm

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1000Langeweiler.de

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Was ich heute so alles erfahren habe, lautet zusammengefasst wie folgt:

Es gibt da einen Musiker namens Patrice, dessen Eltern aus Sierra Leone stammen und den man in keine Schubladen stecken kann. Ich sowieso nicht – ich kenne nämlich keinen Patrice. Aber er ist bestimmt toll.

 Außerdem gibt es einen jungen Mann aus Uelzen, der seit ein paar Wochen in einem türkischen Knast hockt, was jetzt ein ziemliches Politikum ist. Das wiederum wusste ich zwar schon, aber man kann ja manche Sachen nicht oft genug lesen. Momentan frage ich mich allerdings, wann ich zum letzten Mal einen journalistischen Text gelesen habe, der mit dem Wort “kürzlich” begann. Ich denke, es muss so um 1987 irgendwo in Niederbayern gewesen sein. Allerdings, ich finde, im Internet gewinnt der Begriff “kürzlich” gleich noch mal eine ganz andere Dimension.

Und hallo, weil wir schon bei “kürzlich” sind – Miro Klose verlässt Werder! Sofort! Geht zu den Bayern! Sofort!! 

Wer diese ganzen Sensationsgeschichten nicht glauben will: Steht alles aktuell, jetzt, Donnerstag, 12.32 Uhr, auf der Titelseite der Readers Edition. Ein kurzer Blick genügt und man weiß, was man sich schenken kann. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber sie gewinnt an Relevanz, wenn man jetzt liest, dass stern.de jetzt eine News-Community namens tausendreporter.de gegründet hat (nebenbei: Weiß eigentlich irgendjemand, warum sie jetzt alle News-Community gründen?).  Tendenziell zucke ich ja immer zusammen, wenn jemand ankündigt, “tausend Reporter” irgendwohin schicken zu wollen, beim letzten, der das angekündigt hat, sind es meines Wissens nach ein bissel was über 50 geworden, was immer so ein klitzekleines bisschen peinlich ist, wenn man von tausend spricht und dann nicht mal die hundert voll bekommt, aber manche mögen´s eben gerne ein bisschen größer. Und es hat ja auch seine Vorteile: Bei entsprechender Fallhöhe klatscht es beim Aufprall unten umso schöner.

Jedenfalls, jetzt hat auch stern.de seine tausend Reporter. Man wundert sich zwar ein bisschen und sieht Herrn Jörges und die anderen Alphajournalisten des Hauses förmlich vor sich, wie sie die Klodeckel festketten wegen der drohenden Fäkalien von unten, aber ein wenig partizipieren möchte man von dem Mist, der von unten kommt, dann doch.

Das Problem nur: Es kommt keiner. Es kommt bloß gähnende Langeweile. Es kommen Teaser wie

Gleich zwei Jubiläen konnte die FernUniversität in Hagen feiern: Zum 1.500sten Mal wurde an der Hagener Hochschule eine mündliche Prüfung über eine g

und man weiß dann, dass man entgegen des Claims (“Das musst du lesen”) hier gar nix lesen muss und dass das größte Problem solcher Geschichten nicht die Toilettenanlagen im Hause stern, sondern einfach nur die blanke Belanglosigkeit ist.    

Written by cjakubetz

Juni 28th, 2007 at 12:43 pm

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Blogs, der Dreck von unten

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“Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt.”

Ochjeh, Herr Jörges…Angst, dass man dann Ihre seit Jahren irgendwie immer gleich lautenden, etwas bräsigen und meistens in einem nöligen Ton geschriebenen Besserwisser-Kommentare, in dem sie allen und jedem erzählen, was sie jetzt gerade wieder falsch gemacht haben, nicht mehr so wahrnimmt?

Und Angst, dass man Ihnen dann auch in einem Kommentar unter Ihrem Kommentar sagen könnte, dass man den nicht so dolle fand? Wo es doch viel schöner ist, in ausgewählten Leserbriefen im Stern sich selbst ein bisschen belobigen zu lassen, kann das sein?

Ach, und was mich am meisten interessieren würde: Schon mal ein Blog gelesen?

Schönes Leben noch, da oben im Elfenbeinturm. Zusammen mit den anderen Alpha-Journalisten.

Written by cjakubetz

Juni 28th, 2007 at 10:24 am

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Wie sich Journalismus kaufen lassen muss

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Unternehmen kaufen sich redaktionelle Beiträge, Journalisten sprechen beim Anzeigenleiter vor, welches Unternehmen sie befragen sollen, wenn es um Wrtschaftsthemen geht? Und es sind dann meistens die Anzeigenkunden, die gefragt und die Nicht-Kunden, die ignoriert werden? Redakteure, die meinen, sie könnten die hehren Grundsätze des Journalismus auch im Lokalen durchziehen? Offen gestanden: Im ersten Moment war das, was die Kollegen des ZDF als vermeintlich neuen Negativ-Trend im Journalismus aufdecken wollten, für mich erst einmal nicht sehr viel mehr als ein Schulterzucken wert. Nicht, weil der Beitrag in irgendeiner Weise zu kritisieren wäre – sondern weil das, was Frontal 21 da am Dienstag sendete, jeder wissen müsste, der ein bisschen länger im Geschäft ist und der ein wenig genauer hin sieht. Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie in der vieldiskutierten Dreckschwein-Debatte um und mit Don (und vor allem muss man vermutlich auch den Druck berücksichtigen, unter den normale angestellte Redakteure ohne große Alternativen gesetzt werden), aber von der Hand zu weisen ist das Thema nicht: Redaktionen sind tendenziell käuflich, vor allem diejenigen, die unter wirtschaftlichem Druck stehen.

Man könnte es sich (zu) einfach machen und das Problem – so wie in dem ZDF-Beitrag geschehen – auf unsere Regionalpresse reduzieren. Tatsächlich würde ich nahezu jede Wette eingehen, dass in der Tat jeder Redakteur die Aussagen aus dem Beitrag unterschreiben würde. Tatsächlich bin ich mir auch sicher, dass selbst unbedarfte Leser eine Ahnung davon haben, dass im Lokalen manches ein bisschen anders tickt als im “großen” Journalismus. Und das nicht nur im Hinblick auf Wirtschaft und Anzeigenkunden. Wenn ich mir so durchlese, wie die Welt hier bei uns auffm flachen Land läuft, dann würde ich nach Lektüre unserer Tageszeitung sagen: Alles supi! Prima Politiker! Prima Leute! Prima Gegend! Alle engagiert, alle lieb zueinander – nicht alles wird gut, alles ist gut. Natürlich weiß jeder, der nicht halbwegs verblödet ist, dass es nicht so ist. Nur: Vielleicht will man es in seinem eigenen Mikrokosmos gar nicht so genau wissen, weil man sowas dann nicht mehr als kritischen Journalismus, sondern schnell mal als Nestbeschmutzung empfindet.

Unabhängig davon: Wahr ist natürlich, dass der blanke wirtschaftliche Druck, unter dem insbesondere Regionalzeitungen inzwischen stehen, das journalistische Argumentieren ungemein schwer macht. Dass man natürlich in einer mittelgroßen Stadt seinen besten Anzeigenkunden nur ziemlich ungern in die Pfanne haut, weil es um viel Geld und in vielen Fällen auch persönliche Verflechtungen geht. Das war schon vor etlichen Jahren so und es ist kaum anzunehmen, dass sich daran in Zeiten von sinkenden Umsätzen und schwindenden Auflagen auch nur das Geringste ändert.

Man würde indes der Gattung Tageszeitung ziemlich unrecht tun, würde man die Problematik auf sie beschränken. Wer jemals auch nur in halbwachem Zustand Lokalradio gehört oder Lokalfernsehen gesehen hat, der bekommt schnell eine Ahnung davon, wie viele Sendestrecken gekauft und nur sehr halbherzig als gekaufte Sendestrecken gekennzeichnet werden. Argumentativ haben diejenigen, die unter finanziellem Druck stehen, den Wünschen von Anzeigenkunden nix, aber auch gar nix entgegenzusetzen.

Unbestritten ist, dass es auch Journalisten gibt, die sich einzelnen Zuwendungen gegenüber nicht abgeneigt zeigen (um es diplomatisch zu formulieren). Sie sind ein Teil des Problems, aber eben nur ein Teil. So lange sich Medien, vor allem kleine und mittelgroße, über Werbung finanzieren, sind sie extrem anfällig gegenüber mehr oder minder unverschämten Wünschen der Kunden. Klar, das Manager Magazin (wie im Beitrag zu sehen) hält einen Anzeigenboykott der Bahn schon mal durch, wenn auch vielleicht unter Schmerzen. Der kleine Sender, die kleine Zeitung irgendwo da draußen auf dem flachen Land – die ist schnell um ihre Existenz gebracht.

Weswegen – und das ist systemimmanent – Journalismus immer auch für Käuflichkeit anfällig ist. Man sollte sich deswegen evtl. ein paar Gedanken über das System machen und nicht nur über die Dreckschweine.

Written by cjakubetz

Juni 28th, 2007 at 10:01 am

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Online kills the TV Star

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Nein, man muss kein großer Fan von SPON zu sein, um trotzdem feststellen zu müssen, dass dort in Sachen Videos momentan mal wieder auf höchstem Niveau gekämpft wird. Das neue Vollbild-Angebot kann sich wirklich sehen lassen. Und gleichzeitig geht dieses Angebot soweit, dass sich die These mühelos bestätigt, dass kein Mensch mehr einen Fernseher braucht. Wer schauen will – braucht DSL. Nix anderes.

Written by cjakubetz

Juni 27th, 2007 at 8:18 am

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Die General-Attackierer

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Im Jahr der Entscheidung, so hatte man landauflandab Ende letzten und Anfang dieses Jahres so gehört, wolle man dem Marktführer Spiegel Online ordentlich auf die Pelle rücken – namentlich insbesondere stern.de und focus.de. Das halbe Jahr von dem ganzen Jahr der Entscheidung ist jetzt dann fast vorbei, Zeit also, mal nachzusehen, ob die Attacke auf den Marktführer schon Fortschritte macht und ob sie beim SPON schon zittern müssen.

Kurze Antwort:

Nein. Während SPON im Mai laut IVW gut 70 Millionen Visits eingefahren hat, liegen Focus und Stern in einer Größenordnung von gut 13 bzw. 12 Millionen (Mai 2005). Bis man da auch nur im Ansatz zu einer Bedrohung wird, rauchen noch viele Vista-Rechner ab.

Lange Antwort:

Ich habe vor rund zwei Wochen einen der interessantesten Vorträge seit langem gehört, es ging um Märkte, nicht nur Medien, die sich rasant verändern. Eine (verkürzte) These dieses Vortrags: Nachdem sich viele Angebote von Einzel- und auch Großhändlern zum Verwechseln sind, die Produktpaletten nahezu identisch und nur die Vermarktungs-Inszenierung eine andere ist, bleibt dem Kunden nur ein Entscheidungskriterium: der Preis. Und nachdem Preise bei Online-Angeboten auch nicht relevant sind, die Angebote sich aber zum Verwechseln ähnlich sind in ihrer Funktion als schnelle Content-Schaufel-Maschinen mit ein bisschen Video und ein bisschen Multimedia, gibts vermutlich für die meisten User nur noch das Entscheidungskriterium, gleich beim Original zu bleiben, anstatt eine aufgemotzte Kopie zu wählen.

Und deswegen muss man weder Prophet noch Experte in diesem Genre sein um zu erahnen, dass auch in den kommenden Jahren sich auf dem Siegertreppchen nix ändern wird. Wie mir ganz generell auffällt, dass die lautstark angekündigten Online-Offensiven des einen oder anderen momentan ein wenig versanden. Und, ähm, darf man mit der WAZ und ihrem neuen Zauber-Auftritt überhaupt nochmal rechnen?

(u.a. auch via blogmedien.de

Written by cjakubetz

Juni 25th, 2007 at 6:13 pm

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA