Archive for Juni 18th, 2007
Grimme ist nichts zu peinlich
Der Kommentar von Judith auf dieser Seite verdient einiges an Beachtung – ich finde nämlich, dass er zeigt, dass der Grimme Online Award in dieserm Jahr eine einzige Peinlichkeit ist…
Na, schon mal auf den Kalender geschaut? Heute ist der 18. Juni. An diesem 18. Juni vermeldet das Grimme-Institiut in der Vergangenheitsform, dass am 20. Juni, also in genau 2 Tagen, die Grimmepreis-Träger 2007 gekürt wurden (!). Man ahnt ja schon seit langem, dass Grimme etwas ganz Besonderes ist, aber dass man jetzt schon zwei Tage vor der Veranstaltung eine Pressemitteilung über deren Verlauf veröffentlicht, Respekt. Da warte ich direkt auf ein paar hämische Zeilen von Herrn Niggemeier, die es aber vermutlich nicht geben wird, denn der hat, tarä, den Preis gewonnen. Schade, ein wenig Häme hätte den Jungs in Marl sicher gut getan, aber wir wollen dann ja doch mal die Kirche im Dorf lassen.
(Stefan Niggemeier hat sich inzwischen geäußert.)
Und noch ein anderer hat ihn gewonnen, richtig, der nachnominierte Herr Sixtus. Und, tarä, hausgemacht.tv, ein Angebot, das gerade mal einen Tag online sein musste, um schon einen Grimmepreis zu bekommen.
Aber jetzt wissen wir es ja – wer schon zwei Tage vor einer Veranstaltung weiß, wie sie verläuft, braucht auch nur einen Tag, um die Preiswürdigkeit eines frisch gestarteten Angebots beurteilen zu können.
Meine Güte – dass sie nochmal eins draufsetzen in Marl, das hätte nicht mal ich für möglich gehalten. Was für ein schlechter Witz.
Internet ist zum Mailen da
Da kann die Holzklasse jetzt aber aufatmen: Beim Bayerischen Journalisten-Verband, genauer gesagt der Bezirksversammlung München/Oberbayern, hat jetzt eine gewisse Elke Löw aufgeräumt mit diesem ganzen Internet-Quatsch und dafür gesorgt, dass die gesamte Holzklasse sich entspannt zurücklehnen konnte, denn:
Internet sei kein Massenmedium, so Löw, die meisten Deutschen nutzten das Netz vor allem für den E-Mail-Verkehr und zum Buchen von Reisen. Die virtuelle Welt “Second Life”, derzeit in aller Munde, hätten die allermeisten Deutschen noch nicht “echt” angesehen, erklärte Löw und zitierte eine Studie, laut derer von 6.000 repräsentativ Befragten noch kein Einziger sich ins “Second Live” geklickt hatte. Auch was die Verdienstmöglichkeiten für die Zeitungen im Internet angehe, sei die Situation keineswegs aussichtslos. Die Anzeigenmärkte kämen z. B. vom Internet wieder zurück in die Zeitungen.
Und, jetzt doch mal im Ernst, wer braucht schon diesen ganzen Quatsch, den irgendwelche Blogger und sonstiges Gesocks ins Netz stellen:
Auch für Journalisten sei das Internet eher Jobmaschine als Bedrohung, denn “user generated content” höre sich als Schlagwort gut an, doch wer solle denn diese ganzen Artikel und Inhalte selektieren und bewerten wenn nicht Journalisten?
Frau Löw ist übrigens Beraterin und mit ihrer Firma spezialisiert “ als Ideenschmiede für komplexe, zielgerichtete Kommunikationslösungen.”
Achja, und vermutlich, so muss man wohl befürchten, meinte sie das alles ernst.