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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Juli 25th, 2007

Bayerns fleißige Schüler – oder: Warum man wegen Antenne gerne früher aufsteht

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Wir Bayern wissen das ja: Unsere Schüler sind die Intelligentesten. Die Emsigsten. Die Begabtesten. So begabt, dass sie das Abi in acht Jahren schaffen und in allen Rankings immer ganz weit vorne liegen.

So begabt, dass sie schon die Schulbank drücken, wenn andere noch tief schlafen. Und so fleißig, dass sie sogar schon im Klassenzimmer sitzen, wenn die Schule noch gar nicht geöffnet hat. Um 6.54 Uhr beispielsweise, um bei Gewinnspielen von Antenne Bayern mitzumachen. Geht nicht? Geht doch, haben die Kollegen von Blogmedien herausgefunden. Auch wenn sie darüber zurecht ein bissel wundern…  

Written by cjakubetz

Juli 25th, 2007 at 4:44 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Diplom-Korinthenk…

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Liebes Bildblog,

normalerweise würde ich ja bei euch kommentieren. Kann man bei euch aber nicht. Nein, keine Sorge, es kommt jetzt nicht die überaus akademische Frage, ob ein Blog nur ein Blog ist, wenn darin kommentieren kann. Sondern eher was anderes. Nämlich, dass ich allmählich den Eindruck nicht los werde, dass ihr ziemlich genau das tut, was ihr der Bild regelmäßig vorwerft: Ihr seit populistisch. Ihr blast Kleinkram zur vermeintlich großen Nummer auf. Und ihr schielt auf Quote (weswegen es von diesem Beitrag aus hier auch keinen Link gibt). Und ihr ruft zur Paparazzi-Jagd auf den Chefredakteur auf.

Franz Josef Wagner, man kann zu ihm stehen wie man mag, hat einen seiner Briefe geschrieben. Diesmal ging es am Rande auch um Winnetou und dessen Ende durch die Kugel eines Bösewichts. Wagner ordnete diese eine, für Winnetou tödliche Kugel, dem “bösen Santer”, respektive also einem festen Schützen zu. Das, so habt ihr investigativ recherchiert und an Langatmigkeit kaum zu übertreffen erklärt, ist wohl so nicht richtig, denn, so schreibt ihr:

Karl May lässt die Identität des Schützen also offen.”

Und dann, weil gerade in Fahrt, erklärt ihr weiter:

Zwar erschoss der “böse Santer” Winnetous Vater Intschu-tschuna und Winnetous Schwester Nscho-tschi; dafür, dass er sich zur Tatzeit am Hancockberg aufhielt, gibt es jedoch keine Belege.

Liebe Bildblogger, bitte: Sagt mir, dass das nicht euer Ernst ist. Dass ihr allen Ernstes eure Zeit der Frage widmet, dass ein Bild-Kolumnist in einem Nebensatz einer Kolumne, in der es eigentlich um ganz was anderes geht (nämlich Harry Potter) vermutlich einen klitzekleinen und einigermaßen unerheblichen Fehler gemacht habt. Dass ihr das als “Kritische Notizen” verkaufen wollt. Freunde, mit Verlaub, wenn mir das ein Finanzbeamter erzählt, ok, dann denke ich mir: Der kann nicht anders. Um mich zu outen: Ich bin mir sicher, Fehler dieser Art sind mir in meinem über 20jährigen Journalistenleben zu Hunderten passiert. Ich weiß, ihr werdet sagen, dass das nicht für mich und meine Arbeit spricht, aber wisst ihr was: So ticken wir Menschen nun mal. Wir machen solche Fehler. Wenn ihr die alle auflisten wollt, dann müsst ihr ein neues Blog gründen. Wobei ihr dann aber die Gewähr habt, jeden Tag ca. 200 Beiträge posten zu können, von der SZ bis hin zum Weilheimer Tagblatt.

Was mich besonders nervt bei dieser Debatte: Man muss euch ja gut finden. Wer euch nicht gut findet, steht im Generalverdacht, alles, was Bild schreibt, vorbehaltlos gut zu finden. Dabei finde ich, dass man sich durchaus sehr kritisch und sehr differenziert mit der Bild auseinandersetzen darf/kann/soll/muss. Nur ist das, was ihr tut, das Gegenteil von Differenzierung. Was differenziert ist, könnt ihr beispielsweise im neuen Buch von Wolf von Lojewski nachlesen, der darüber schreibt, dass die Bild in ihrer Geschichte durchaus ihre Scoops landete, allerdings auch einige bittere Pleiten im Portfolio hat. In eurer Sichtweise hat, fürchte ich, nur die eine Seite ihren Platz. Hat allerdings aus meiner Sicht heraus auch was mit Bequemlichkeit zu tun: Nichts ist einfacher, kein publizistischer Erfolg leichter zu haben, als gegen die größte und umstrittenste Tageszeitung in Deutschland zu schießen. Das ist wie mit McDonald´s oder der Deutschen Bahn: Man kann sich des Applauses eines großen Publikums sicher sein, man geht quasi null Risiko.

Ich glaube auch nicht mal mehr, dass ihr einen wirklichen Beitrag zur Debatte über den (Bild-)Journalismus leistet. Ihr seit everbody´s darling (außer natürlich bei Springer) und ich wette, es gibt einen beträchtlichen Teil von Lesern, die nur zu euch kommen, um sich mit ein bisschen Häme und Schadenfreude für den Tag munitionieren zu können. Zuverlässig wissen sie ja inzwischen auch, wo sie das kriegen. Anders kann ich mir jedenfalls kaum erklären, dass man sich mit Bagatellen wie dem Todesschützen Winnetous mit so viel verbissener Ernsthaftigkeit auseinander setzen kann. Oder damit, dass Klatschreporterinnen einen Hollywoodstar zum “Habenwollen-Traummann” deklarieren, obwohl der “bekanntlich” schwul ist (ja und…deswegen kann er trotzdem für die holde Weiblichkeit ein “Traummann” sein, oder ist diese Möglichkeit in eurem Weltbild auch nicht vorgesehen?)

(*Disclaimer: Ich bin gelegentlich an der Springer-Akademie als Dozent zu Gast. Ich habe allerdings, bevor jemand nachzurecherchieren versucht, publizistisch bisher weder print noch online für Bild gearbeitet).

Written by cjakubetz

Juli 25th, 2007 at 1:05 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Kausch keilt

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Thomas Kausch keilt in der FAZ ziemlich gegen seinen Ex-Arbeitgeber SAT1 aus.  Kann man machen und eventuell sogar verstehen, aber ob es professionell ist, sei dahin gestellt. Was mich allerdings schon verblüfft: Ein Interview solcher Natur und mit solchen Fragen würde andernorts möglicherweise als reine Stichwortgeberei beklagt. Das sind keine Fragen – das sind Vorlagen.

Written by cjakubetz

Juli 25th, 2007 at 8:54 am

Posted in NUR SO DAHINGESAGT