16. Juli 2007 - 21:51 Uhr
Man müsste irgendwie eine Vorschrift schaffen, nach der nur Bayern über die CSU und Frau Pauli und insbesondere das Verhältnis der CSU und von Frau Pauli zueinander und dann wiederum das Verhältnis des Bayern zur CSU und zur Frau Pauli zu beschreiben. Möglicherweise käme dann Verständnisvolleres heraus als das, was wir in den letzten Tagen so gelesen haben. Ich habe mal von einem bekannten Journalisten, der eine Zeit seines Lebens in München verbracht hat, eine sehr ehrliche Antwort auf die Frage gelesen, ob er denn in dieser Zeit Bayern begriffen habe. Klare Ansage: dort gelebt, aber nie was verstanden. Ist ok. Kann man als Nordlicht auch nicht wirklich.
Also, die Sache ist so: Der Bayer mag klare Verhältnisse. Er hat auch kein Problem mit Obrigkeiten, weswegen er klare Verhältnisse insofern schafft, als dass er die Obrigkeiten mit deutlichen Mehrheiten ausstaffiert. 50 Jahren mit absoluter Mehrheit sind für den Bayern kein Problem und eine Opposition braucht er auch nicht. Die ist er nämlich qua Veranlagung selber. Deswegen gibt es in Bayern auch keine SPD bzw. das, was sich in Bayern SPD nennt, ist dazu da, dem Parlamentarismus in Bayern wenigstens den Anschein einer Auseinandersetzung zu geben. In Wirklichkeit ist das aber ganz einfach: Man wählt in Bayern CSU und begibt sich danach sofort in Opposition, weswegen man keine SPD braucht und trotzdem ein entspanntes Verhältnis zur Macht hat. Das wiederum hat damit zu tun, dass der echte Bayer eine klammheimliche Freude daran verspürt, die staatstragende Partei mit enormer Macht auszustatten, nur um ihr regelmäßig zu zeigen, dass auch Zweidrittel-Mehrheiten im Zweifelsfall nix bedeuten müssen.
Im aktuell vorliegenden Fall der Frau Pauli und ihrer Kandidatur um dem CSU-Vorsitz haben also all die ahnungslosen nichtbayerischen Journalisten, die sich aufgeregt per Aufsager live aus Zirndorf meldeten und beteuerten, die Frau habe ja so gut wie nix zu sagen gehabt, weswegen sie quasi chancenlos sei, bitter getäuscht. Der Bayer wählt zwar Zweidrittel-Mehrheiten, ist aber in der Tiefe seines Herzens immer ein Revoluzer. Deswegen überschüttet er Frau Pauli mit Sympathien und spricht ihr Mut zu, obwohl er natürlich weiß (und will), dass der Huber Erwin im September der neue Parteichef wird. Trotzdem: Wir lassen uns nicht gerne sagen, was wir zu denken und zu wählen haben, nicht mal von einem designierten Ministerpräsidenten. Oder sonstwem. Die Pauli soll kandidieren und der Huber Chef werden und wir, und nur wir ganz alleine, haben das so entschieden. Danach können´s dann wieder weiterregieren, die Zweidrittel-Mehrheitler von unseren Gnaden.
So. So ticken wir. Und wenn´s uns grad einfällt, dann auch mal wieder ganz anders.
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13. Juli 2007 - 16:30 Uhr
Für das, dass es sich bei Frau Pauli um eine “Kamikaze-Kandidatur” (N24) und einen “erschütternden Auftritt” (N24) einer “geltungssüchtigen Frau” (SZ) handelt, also, dafür, liebe Kollegen, hängt ihr aktuell den Auftritt einer erschütternden, selbstsüchtigen Kamikaze-Kämpferin ganz schön hoch. Immerhin war die erschütternde, selbstsüchtige, aussichtslose Provinzpolitikerin heute den ganzen Tag (Online-)Seitenaufmacher und bei N24 waren sie gleich so aufgeregt über die aussichtslose Kandidatur, dass man die erschütternde Pressekonferenz gleich mit einer aufgeregten Schalte zu einer Reporterin garnierte, deren Auftritt journalistisch gesehen aber auch irgendwie ein bisschen erschütternd war.
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13. Juli 2007 - 8:31 Uhr
Telefon (läutet hektisch): *rrrrrring*
Stimme am Telefon (in gebrochenem Deutsch): “Gutän Tag. Hier iss Deutsche *älekom. Tarrifabteilung. Wie gäht es Ihnen?”
Ich (verwundert): “Gut. Warum?”
Stimme: “Ich sähe hierr, dass Sie sind Kunde bei uns. Und ich will Ihnen machen neue Angebot. Das Angebot…”
Ich (unterbreche): “Ähöm, Moment…ich bin kein Kunde bei der *elekom.”
Stimme: “Aah. Sie haben gewechselt?”
Ich: “Ja.”
Stimme: “Zu wäm?”
Ich: “Zu xxx.”
Stimme (lacht meckernd): “Hähähhä. Da zahlen Sie vill zu vill. Wissen Sie was? Ich macke Ihnen neue, bessere Angebot. Mit 16er DSL.”
Ich: “16er DSL? Hier? Im tiefsten Niederbayern?”
Stimme: “Ja. Brauche nur Ihrä Kundennummer.”
Ich: “Aber ich bin doch gar kein Kunde mehr.”
Stimme: “Ich kann auch späta nochmal anrufen. Dann können Sie Kundennummer suchen. Haben Sie sicher noch von früher.”
Ich: “Guter Mann, entweder Sie machen mir Ihr Angebot oder Sie lassen es, aber ich such doch jetzt nich nach…”
Stimme (untebricht): “Ohnä Kundennummer keine Angebott. Leider.”
Ich: “Klingt zwar absurd, aber dann halt nicht.”
Stimme: “Wollen Sie wirklich nicht suchen nach Kundennummer, dann rufe ich spättä…”
Ich: “Nein, wirklich nicht.”
Stimme (motzt): “Sie sind wirklich schwierig, hier rufe ich nix mehr an…”
(klong…legt auf)
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12. Juli 2007 - 21:08 Uhr
…und wovon träumen Sie dann nachts?
“Mein Eindruck ist, dass die meisten Menschen die beim Online-Journalismus sind, nicht freiwillig da sind. Die wären lieber im Print-Journalismus. Ich behaupte: 90% aller Online-Journalisten würden lieber eine feste Printstelle haben.”
(via Pottblog)
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12. Juli 2007 - 9:39 Uhr
Klingt so einfach – und ist doch so schwierig: Wirklich sinnvolle und gelungene multimediale Darstellungsformen, die über die übliche Slideshow hinausgehen, bei der Inhalte stimmig gekoppelt und intuitiv nutzbar sind, finden sich immer noch viel zu selten. Leider, denn richtig gutes Multimedia kann enorm viel Spaß machen, sowohl als User als auch als Produzent.
Dabei kann eine Kopplung von Text und AV-Elementen ziemlich einfach sein, wie dieses Stück über Coverversionen in der Musik belegt. Davon abgesehen, dass es nach meinem Geschmack (aber irgendwas muss man ja meckern) einen Tick zu lang geraten ist, handelt es sich um eine schöne und sinnvolle Geschichte. Die entsprechenden Stücke sind mit einem kurzen Audio hinterlegt, dass im Hintergrund abgespielt werden kann, während man weiterliest (oder auch nicht).
Gegenbeispiel: Bei diesem Klingelton-Check (jaaa…ich weiß…das Thema ist, sagen wir mal, grenzwertig, wie andere Kollegen schon festgestellt haben) geht der Schuss nach hinten los, weil ich nicht weiterlesen kann, während das Sound-Beispiel läuft. Zwei Versuche, danach bin ich weg, Multimedia, wie es eben nicht sein sollte.
A little bit off topic: Geht´s für Journalisten überhaupt noch nur mit dem Texte-Schreiben alleine? Nein. Geht es nicht.
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