Archive for August, 2007
Dringend gesucht: Eine gute Agentur für die GEZ
Nein, keineswegs sollte die GEZ noch mehr sinnloses Geld ausgeben, als wie sie es in ihrem kleinen Bürokratiemonstrum in Köln ohnedies schon tut. Nur bei einer Investition darf sie sich doch noch mal ernsthafte Gedanken machen: Die Beauftragung einer zumindest durchschnittlich leistungsfähigen PR-Agentur. Denn falls die GEZ schon eine haben sollte, dann kann sie nicht wirklich in die Abläufe des Ladens integriert sein. Und wenn sie noch keine Agentur haben sollte, die GEZ, dann sollte sie spätestens heute eine engagieren. Auf die käme nämlich in den nächsten Tagen eine Menge Arbeit zu. Wenn man einen Webseitenbetreiber abmahnen lässt, weil der auf seiner Seite einen Begriff benutzt (“GEZ-Gebühr”), der im täglichen Sprachgebrauch schon lange Usus ist und der alleine auf der ZDF-Webseite über 30mal auftaucht, dann zeugt das von leichtem Bodenhaftungsverlust und zudem verbesserungsfähiger Kommunikation.
Wird das ZDF jetzt eigentlich auch abgemahnt? Geht das überhaupt? Und wenn ja, kann das ZDF dann die Kosten mit den Gebühren verrechnen?
Jeder Geschäftstüchtige braucht einen Spot, der für ihn wirbt
Doch, ich finde den Bildblog-Spot gut, richtig gut sogar. Viel gelacht, originell gemacht – aber, bevor sich da jemand zu früh freut, ich würde einen Spot mit C.M. Herbst auch dann gut finden, wenn er Werbung für Klopapier machen würde. Oder Fischstäbchen. Insofern hat die Tatsache, dass ich ihn gut finde, den Spot und den Herbst, nix damit zu tun, dass ich allmählich nur noch schulterzuckend dasitzen kann, wenn´s um die Bildblogger und ihr Selbstverständnis geht.
Soso..ihr findet euch also mutig und halt euch für die Robin Hoods der Branche, hab ich das richtig verstanden? Ehrlich gesagt, ich halte euch für clever, sehr geschäftstüchtig. Dieses David-Goliath-Dasein so zu kultivieren, dass sich sogar C.M. Herbst kostenlos und Brainpool auch kostenlos und Anke Engelke auch kostenlos sich in den Dienst der Unerschrockenen stellen, allen Respekt. Und sich dann auch noch für ein ziemlich cleveres Geschäftsmodell selbst das Attribut “mutig” zu verleihen, doch, das hat was. Mutig nennt ihr dieses routinegewordene, tägliche Suchen nach Fehlern? Ich find´s schon ok, was ihr da macht, aber mutig, liebe Bildblogger, mutig finde ich was anderes. Ziemlich schade irgendwie, dass die wirklich Mutigen dieser Welt sich irgendwie ein wenig herabgesetzt fühlen müssen, wenn ihr schon ein einträgliches Business, das zwischenzeitlich ein klein wenig boring geworden ist, als “mutig” bezeichnet. Wie nennt ihr dann eigentlich Leute, die wirklich mutig sind? Superhelden? Batman?
Aber doch, danke nochmal: Herbst sehe ich immer wieder gerne. Obwohl ich ihn als Stromberg tausendmal besser und irgendwie auch erheblich glaubwürdiger finde. Vor dem Start der Stromberg-Staffel Nummer 3 tingelte Herr Herbst nämlich auch durch die Bild-Redaktion und hat dort ein einigermaßen langes Video-Interview gegeben.
Und das ist keine Lüge. Schaut´s euch an, Freunde. Findet ihr sicher im total mutig zusammengestellten Video-Archiv.
Nach einer Woche…
…im Umfeld der modernen Kunst freut man sich ehrlich gesagt nur noch auf:
- ein Bier
- sinnbefreites Rumblödeln
- Hells Bells (laut)
Was schaust du?
Was schaust du: Ein kleiner Sammelband mit Texten und Interviews darüber, wie es in der digitalen Welt weitergehen könnte, mit klarem Fokus auf das Thema Fernsehen. Yours truly war auch dabei, weswegen an dieser Stelle auch dezent darauf hingewiesen sein soll, wo man den Band kaufen resp. bestellen kann…
(SPON-)Degler reloaded
Zumindest publizistisch wieder aufgetaucht ist Dieter Degler, langjähriger Chefredakteur von Spiegel Online. Jetzt darf er sich bei der Süddeutschen als “Publizist und Unternehmensberater” verdingen, in Form einer eigenen Kolumne, die sich zwar “Degler denkt” nennt, irgendwie aber den Eindruck erweckt, als würde dieser Kolumnenname der Tatsache geschuldet sein, dass sich irgendjemand dachte: Eine Alliteration muss her. Egal wie.
Degler liefert jedenfalls Gedanken von erstaunlicher Schlichtheit ab. Zu lesen steht, dass Gier nix Schlimmes in der Wirtschaft ist, weil der Markt alles wieder reguliert. Ganz von selbst. Dolle Sache, so ein Markt. Allerdings lässt mich nach der Lektüre der Gedanke nicht los, dass man in der SZ-Wirtschaftsredaktion (Print) einen solchen Text vermutlich diskussionslos geschreddert und dabei sich gewundert hätte, warum das irgendwie so gar nicht greifen will mit dieser Qualitätsoffensive bei den Onlinern.
Post scriptum: Aber das ist gleichzeitig das Schöne am Medium Online. In den Kommentaren gibt´s von den Usern einen Satz heiße Löffel für das Ablassen heißer Luft, gefühltes Verhältnis zwischen heißen Löffeln und heißer Luft: 1:1.
Ich auch!
Die treffendste Anmerkung, die ich jemals über das Gutmenschentum in der Blogosphäre gelesen habe:
Und das ist es, was mich an der Sache so ankotzt. Dieses ängstliche Geschnatter, die wertlosen ichauchBeiträge, die morgen schon wieder von Katzenbildern abgelöst werden, dieses Schafeblöken allerorten, weil irgendwo der Metzger sein Beil schleift.
Merci, Don, dös host schee gsogt…
Und weil ich gerade dabei bin…
…mich mit juristischem Geplänkel wie der Androhung einstweiliger Verfügungen zu befassen: Das Rumgenöle in der Blogosphäre und anderswo über die nunmehr zweite Abmahnung, die Kollege Niggemeier jetzt von Callactive kassiert hat, wird mir von Tag zu Tag suspekter. Niggemeier kämpft mit harten journalistischen Bandagen seinen Strauß mit Call-In-TV aus (was völlig ok ist), Callcative kontert mit ziemlich harten juristischen Bandagen dagegen. Was allerdings auch ok oder zumindest deren Recht ist. Was hattet ihr erwartet? Dass Callactive den Betrieb einstellt und umgehend eine sechsstellige Summe für einen guten Zweck spendet, weil sie von Niggemeier angegangen werden?
No need to cry. If you can´t stand the heat…das Duell Journalisten vs. Juristen, liebe Freunde, die ihr jetzt gleich das Ende der freiheitlich demokratischen Grundordnung gekommen seht, ist Standard im Journalismus. Seit vielen, vielen Jahren. (Und nein, dieser Beitrag ist weder contra Niggemeier noch pro Callactive, nicht dass hier wieder diese alte entweder-oder-Debatte losgeht).
Documenta, jetzt auch bei ARTinfo24.com
So schnell kann das gehen in der Netzwelt: Nachdem uns die documenta stante pede mit nichts Geringerem als einer Einstweiligen Verfügung gedroht hat, falls für unser Ausbildungsprojekt die entsprechende Webseite weiterhin den Namen “documenta live” trägt, hat sich das Kunstmagazin ARTinfo24.com bei uns gemeldet. Zwei, drei kurze Mails, dann die Idee: Nachdem wir eh gerade mit 15 Leuten hier in Kassel sitzen, könnten wir einen Teil unserer Beiträge, insbesondere Videos und Audios, auch den Freunden von ARTinfo24.com zur Verfügung stellen. Momenten basteln wir noch an der technischen Lösung, sind aber guter Dinge, dass es bald wird. Und das alles, weil jemand in der Presseabteilung der modernen Kunst mal eben ein bisschen Rambo spielen wollte. Insofern: vielen lieben Dank dafür. Wir freuen usn sehr auf die Zusammenarbeit mit ARTinfo24.com.
Gesucht: Gute Autoren
Auf das Ergebnis dieser Suche bin ich gespannt: Die Kollegen von medienlese suchen gute (Fach)-Autoren und wollen die für ihre Beiträge auf dem Blog/den Blogs auch bezahlen. Hört sich ein bisschen ja nach dem nächsten Branchendienst an, der sich da positionieren will.
Die moderne Kunst endet bei der Domain
Es ist ein Ausbildungsprojekt, das wir momentan bei der documenta in Kassel betreiben. Multimedia praxisorientiert, am lebenden Objekt, jeden Tag live, mit dem Gedanken, dass die Ergebnisse der 15 jungen Journalisten, die hier dabei sind, nicht in den Mülleimer wandern, sondern zu sehen sind. Keinerlei Kommerz, keinerlei Vermarktung.
Die moderne Kunst versteht dabei allerdings keinerlei Spaß. Die dazu geschaltete Seite mit der Domain documenta-live.de mussten wir heute vormittag nach Androhung einer einstweiligen Verfügung durch die documenta umgehend vom Netz nehmen. Der Name documenta sei geschützt und dürfe auch in Domains von Projekten, die über die documenta berichten, nicht verwendet werden. Nicht mal bei Ausbildungsprojekten, nicht mal dann, wenn man zusichern würde, die Seite nach einer Woche wieder vom Netz zu nehmen. Das bedeutet, man darf zwar auf einer monothematischen Seite über die documenta berichten, darf aber den Namen der Veranstaltung, über die man berichtet, nicht im Domainnamen führen, was irgendwie blöd ist, weil wir ja über nichts anderes berichten als über die Veranstaltung documenta, die nun mal documenta heißt. Am Rande übrigens nachrecherchiert: Die Domain documenta-zwoelf.de ist bis heute nicht registriert, möglicherweise hat die moderne Kunst noch etwas Nachholbedarf in Sachen Internet.
Jetzt heißt die Seite livedocumentation.de, vor heute abend wird allerdings wegen des Umzugs der Seite leider nichts zu sehen sein. Danke, documenta.