Archive for September, 2007
Was die Regionalen im Netz falsch machen
Erwin Huber ist Niederbayer. Jetzt sind wir Niederbayern es ja gewohnt, dass wir eine Menge prominenter Leuter hervorbringen, sogar der Papst ist zumindest nach Diözesanzugehörigkeit Niederbayer, auch wenn geographisch gesehen dieses Marktl ein paar Kilometer zu weit nach oben gerutscht ist, als dass man es noch einverleiben könnte. Aber wie gesagt, nur minimal.
Trotzdem, es kommt nicht so richtig oft vor, dass einer der Unsrigen Aufmacherthema in der Tagesschau und allen anderen wichtigen Nachrichtensendungen ist. Der Nachfolger von Edmund Stoiber ist er jetzt, es war zwar abzusehen, aber nachdem Seehofer ja auch kandidiert hat (ja, und eine gewisse Frau Pauli auch, aber deren mediales Haltbarkeitsdatum wurde dann heute überschritten), aber trotzdem: spannend war´s in jedenm Fall, nicht nur die Frage nach dem ob, sondern auch nach dem wie.
Goldene Zeiten also für die medialen Platzhirsche in Niederbayern, könnte man meinen. Noch dazu, wo der Parteitag in München und damit quasi vor der Haustür stattfand. Man könnte also eigene Leute nach München fahren lassen, man könnte live via Onlineseite darüber berichten, was gerade passiert, man könnte die ersten Fotos, womöglich sogar einen ersten O-Ton online stellen, für seine Heimatzeitungen nimmt sich Huber im Regelfall ungewöhnlich viel Zeit.
Sie lachen gerade? Utopie, sagen Sie? Ja – Sie haben leider recht. Weder die Passauer Neue Presse noch das Straubinger Tagblatt haben heute nachmittag auch nur eine Zeile über Hubers Wahl geschrieben. Logisch. Am Wochenende ist ja auch niemand da. Für Online schon gleich gar nicht. Und ein Printer, der möglicherweise das Online-Modul mit bedient? Ich bitte Sie, wir wollen ja nicht gleich übertreiben. Reicht ja, wenn auf irgendwelchen Zeitungskongressen Sonntagsreden über den Wandel zu multimedialen Journalismus-Manufakturen gehalten werden.
Und so wurde der Huber Erwin aus Reisbach bei Dingolfing Parteivorsitzender der CSU und alle haben darüber berichtet, SPON, SZ und andere sogar mit Livetickern. Nur die Niederbayern nicht. Die berichten dafür am Montag groß drüber, richtig groß sogar. Muss man sich dann noch wundern, dass Regionalzeitungen im Netz so gut wie keine Rolle spielen und in diesem Medium gerade auf die Größe von Mikroben zusammengedampft werden?
Quiz-Time mit Edi
Nanu? Ein kleiner Beleg dafür, wie einfallsreich große Qualitäts-Online-Redaktionen sind, wenn sie mit Gewalt Klickmaschinen generieren müssen.
Pauli multimedial
Und so einfach geht Multi- und Crossmedia in der Praxis: Wenn Spiegel online Frau Pauli beim Wahlkampf begleitet, dann ist nicht nur ein schreibender, sondern auch ein filmender Reporter dabei. Zwei journalistische Darstellungsformen, zusammengepackt in eine Geschichte.
RUF MICH AN!
JA! Die netteste Frau, mit der ich jemals bei der T-Com zu tun hatte, hat mich gerettet. Schnell, einfach, kompetent.
Ruf mich nicht an…(VIII)
Beim T-Punkt Landshut geht auch heute niemand ans Telefon. Wundert mich aber nicht, weil ich das aus München kenne. Da bat mich mal eine Mitarbeiterin des Punkts Sonnenstraße, ich solle doch mal eben noch zwei Minuten warten, der Kollege für die Geschäftskundenbetreuung komme gleich. Nach 40 Minuten, in der ich in der Ecke saß und wartete, ging ich wieder. Probiere es jetzt doch wieder bei der Hotline.
Muss an einen blöden Witz denken.
Patient beim Psychiater: “Herr Doktor, niemand beachtet mich.”
“Der Nächste, bitte.”
Ruf mich nicht an…(VII)
Fax wie von Hotline befohlen geschickt.
Keine Reaktion.
Mail an Pressestelle geschickt.
Keine Reaktion.
Vermutlich existiert gar keine Telekom auf der Erde. Rene Obermann ist ein gut getarnter Alien.
Ruf mich nicht an (VI)…
Doch. Sie meint es ernst. Den Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars muss ich schriftlich beantragen. Geht aber auch per Fax, so fortschrittlich ist man bei T-Com schon.
Dafür aber wollen sie jetzt eine Kopie des Handelsregisterauszugs.
Überlege, ob mir meine Hausärztin Beruhigungsmittel verschreiben könnte.
Ruf mich nicht an…(V)
Wenn jemand mal in Landshut vorbeikommt, bitte sehen Sie doch nach, ob der T-Punkt noch steht. Da muss was passiert sein.
Post scriptum: Bizarres gerade aus der Hotline: ich solle doch den Antrag auch mal schriftlich beantragen, doppelt hält besser. Ich fürchte, die Dame am anderen Ende meint es ernst.
Ruf mich nicht an (IV)…
*tuuut. tuuut.tuuut. tuuut* (repeat 20 x)
Reaktion der Geschäftskundenbetreuung des T-Punkts Landshut nach dem Tipp der Dame von der Hotline, doch mal direkt dort anzurufen, um einen Antrag zur Erteilung eines Antragsformulars zu erhalten. Aber für was bin ich hartnäckiger Journalist? Ich probiere es weiter.
Ruf mich nicht an…(III)
“Geben Sie mir mal Ihre Adresse, ich seh mal nach, ob da schon was passiert ist…hmmmm…nein, eigenartig…ich kann hier auch nichts sehen…”