JakBlog

Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Oktober, 2007

22 Aliens bei sueddeutsche.de

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Schwer in Mode momentan: aufstehen und Talkshows verlassen. Nach Eva Herman hat das jetzt auch Jochen Bublath ausprobiert und das mit ziemlich gutem Recht, weil man selbst mit viel Humor nur schwer aushalten kann, wenn Nina Hagen von Aliens erzählt, die im Auftrag von george “Satan” Bush das Blut von Frauen austauschen. Oder so.

Bei sueddeutsche.de hat man angemessen auf diesen Eklat reagiert. Und eine wundervolle (na was wohl?) Bildergalerie veröffentlicht. Titel: Sag mir, wo die Aliens sind. Mit 22 Fotos und Texten, auf die sogar Nina Hagen neidisch wäre. 

 

Written by cjakubetz

Oktober 31st, 2007 at 8:23 pm

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Und gerade…

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…habe ich mir noch das Vergnügen gegönnt, mir den Videomitschnitt vom Charlotte-Roche-Event anzuschauen. Es war so, wie es ich mir gedacht hatte. Hier ein paar völlig unsortierte Gedanken.

Zeigt den Jungs an der Kamera doch mal jemand, wie ein Weißabgleich geht. Stefan Niggemeier wirkt ein wenig rosafarben im Gesicht. Und vertonen müssen wir auch noch üben.

Die Generalversammlung des politisch korrekten Nichtselbstdenkertums lacht an den Stellen, an denen es lachen soll.

Die Entscheidung, Frau Roche vom Sender zu nehmen, wird allmählich nachvollziehbar. Was macht eigentlich Sarah Kuttner?

“Ich finde das so schrecklich für Deutschland, dass es die Bildzeitung gibt.” Ja, Charlotte, drum versteigern wir jetzt dein Kleidchen bei Ebay und finden das alle gemeinsam ganz schröcklich. Für Deutschland. Und die Welt. Die Ärzte (Ja, genau die!) würden dir was husten für diesen Quark.

Written by cjakubetz

Oktober 31st, 2007 at 3:51 pm

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That´s Entertainment

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Bastian Sick ist demächst auf Tournee. Die Rede ist dabei explizit von einer Tournee und nicht von einer kleinen Lesereihe, was irgendwie auch ziemlich verwegen wäre, angesichts der Tatsache, dass er dabei u.a. auch mal in Passau Station macht. In der Dreiländerhalle. In der Dreiländerhalle finden ansonsten auch der ARD-Musikantenstadl und der Politische Aschermittwoch der CSU statt, nur um mal sanft anzudeuten, von welcher Größenordnung wir da reden. Was man so hört, darf man davon ausgehen, dass die Veranstaltung ziemlich ausverkauft sein wird.

Das ist erst einmal nichts Schlimmes, das Ganze dient ja schließlich einem guten Zweck, nämlich dem Erhalt und möglicherweise sogar der flächendeckenden Verbesserung der deutschen Sprache – und das auf unterhaltsame, charmante Art und Weise, die darauf verzichten kann, den Zeigefinger zu erheben.

Das ist die eine Sichtweise.

Die andere könnte die sein: Bastian Sick, durchaus selbst überrascht von dem Erfolg dessen, was aus einer kleinen Kolumne bei Spiegel Online geworden ist, hat inzwischen die Vermarktung dieses Erfolgs perfektioniert (sei ihm ja auch zugestanden). Aus dem Zwiebelfisch ist eine mittelständische Firma geworden und statt netter Sprachkritik macht Sick heute Linguistik-Entertainment. Apostrophen für die Masse, die sich schenkelklopfend amüsiert und nach zwei Stunden wieder raus an die frische Luft darf mit dem Gefühl: Wir stehen auf der richtigen Seite. Der guten Seite. Auf der, die den Apostroph noch richtig setzen kann. Dumm nur, dass wegen Sick und seinen Aktivitäten kein einziger Deppen-Apostroph verschwindet. Die, die das Ding mit dem Apostroph beherrschen, brauchen keine Nachhilfe. Und die, die gerne mal Sandy´s Imbiss schreiben, verirren sich nicht zu Sick. Aber vermutlich ist das auch gar nicht mehr der Anspruch, das mit der Sprache.

Womit wir beim Bildblog wären. Vermutlich (ganz im Ernst) waren auch Stefan Niggemeier und Christoph Schultheiss vom Erfolg dieses ursprünglich kleinen Blogs überrascht. Kann ja auch der beste Marketing-Stratege nicht erahnen, dass irgendwann Bildblog-lesen zum guten Ton gehört und man das mit Abstand erfolgreichste Blogprojekt im ganzen deutschsprachigen Raum macht. Und dass man irgendwann mal so weit sein würde, dass Frau Engelke und Herr Stromberg Testemonials in einem Werbespot sind und Charlotte Roche aus Bildblog liest und Fettes Brot dabei auflegen. Allerdings, und das ist das Problem: Man ist jetzt auf der Showbühne. Bildblog ist eine perfekt geölte Unterhaltungsmaschine geworden, die den Leuten gibt, was sie wollen: Entertainment. Wie bei Bastian Sick. Man sitzt zwei Stunden in einer Lesung, beömmelt sich über die Doofheit der Bildredakteure und kann auch in diesem Fall sicher sein: Wir und noch ein paar andere, wir stehen auf der guten Seite.

Dummerweise konterkariert das den Anspruch, mit dem die Bildblogger angetreten sind: nämlich darauf hinzuweisen, dass Bild eben nicht ein “lustiges Quatschblatt” ist, sondern Europas größte Tageszeitung – mit entsprechender Macht und entsprechendem Einfluss ausgestattet. Natürlich muss man nicht mit Leichenbittermiene den Untergang des Abendlandes verkünden, aber bei solchen Geschichten und der demnächst vermutlich folgenden Bildblog-Tour mit Bildblog-Merchandising, Bildblog-Hörbüchern und Bildblog als Buch ist das Risiko groß, irgendwann mal direkt neben Sebastian Sick zu landen: Come on, Baby, lies mir nochmal diesen lustigen Fehler in der Post von Wagner vor. Und so, wie wegen Sick kein einziger grammatikalischer Dumpfbeutel weniger unterwegs ist, hat nicht ein einziges Exemplar der verloren gegangenen Bild-Auflage mit Bildblog zu tun. Wie jedenfalls die taz auf die Idee kommt, das Publikum sei schon irgendwie politisch, erschließt sich mir ganz und gar nicht.

Ganz persönlich erschüttert mich vor allem das, was jetzt an Reaktionen in den Kommentaren von Stefans Blog steht. Das ist von einer Servilität, von der ich dachte, sie ende außerhalb Bayerns (mag damit zusammenhängen, dass ich serviles Gutmenschentum irgendwie ganz fürchterlich finde). Bitte, Stefan, geht auf Tour! Stellt ein Video online! Macht bitte weiter so! Auch auf die Gefahr hin, mal wieder Dresche zu bekommen: Das Verhältnis zwischen Machern und Leser ist beim Bildblog nicht mehr so viel anders als bei der echten Bild, der Satz “Gut, dass es Bild gibt”, steht abgewandelt und sinngemäß auch in den Blog-Kommentaren bei Stefan Niggemeier.

Wann gibt´s eigentlich den “Bildblog kämpft für Sie”-Aufkleber? Und singt im Vorprogramm der Tour dann Xavier Naidoo?

Written by cjakubetz

Oktober 30th, 2007 at 6:45 pm

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Westen nach ein paar Stunden

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Interessant: Das neue Supidupi-Portal im Westen ist gerade mal ein paar Stunden alt, hat langsam die übliche Schaufenster-Deko abgenommen, die bei Launches nun mal so üblich ist – und siehe da: Der Westen ist wie das alte waz.de, nur mit einem neuen Anstrich. Wirkt wie eine Malocher-Bude ausm Pott aus den 60ern, die man neu angemalt und mit einem Giebel oder zwei verziert hat. Quasi schon abgehakt auf der Agenda.

Überschriften zur Stunde:

  • Lokführer: Diese Woche kein Streik
  • Zurück zu den Wurzeln
  • Kontroverse um Tempolimit
  • Zurück zu den Wurzeln

…und, mein persönlicher Favorit:

Grundschulverband sieht soziales Klima in Gefahr. Uaah.

Was nimmt man also mit von so einem Tag? Erstmal die Vermutung, dass die WAZ sich berauscht hat an ein paar Nebensächlichkeiten: Web 2.0! Community! Video! Tag! Blog! Multidingenskirchen! Man hat reihenweise Interviews gegeben und man musste zwischenzeitlich befürchten, Frau Borchert werde demnächt Bundesmedienministerin oder noch was Schlimmeres.

Was die WAZ übersehen hat: Wenn man sich schon ein paar Milliönchen aus der Kasse und sagenhafte eineinhalb Jahre Zeit nimmt, wäre es vernünftig, sich auch mal über Journalismus und ein paar Texter, die auch texten können, Gedanken zu machen. Man muss nämlich ein wenig Angst haben, die WAZ habe sich mit Überschriften und Texten wie am heutigen Tag vorgenommen, den Ruhrpott totzulangweilen. Bisher nämlich lesen wir Ansammlungen von Plattheiten, die man sich nicht einmal in einem Lehrbuch zu veröffentlichen getrauen würde:

Mit ihrer Forderung nach einem Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen hat die SPD eine kontroverse Debatte entfacht. 

Rudi Assauer hat den Fußball im Westen geprägt wie kaum jemand sonst. 

Die Bundesbürger legen wieder mehr Geld auf die hohe Kante.

Experimentierfreudig, jung und umweltbewusst gibt sich die diesjährige Tokyo Motor Show.

Puh. Und das alles hintereinander weg. Eine Leadsatz-Maschine, gefüttert mit den gängisten Phrasen, würde es nicht langweiliger hinbekommen. Man entfacht also nach wie vor “kontroverse Debatten” (hat eigentlich schon mal jermand eine nicht-kontroverse Debatte erlebt?). Assauer hat den Fußball geprägt wie – natürlich – kaum ein anderer. Und die Bundesbürger legen Geld – wohin? Auf die hohe Kante natürlich. Man entwickelt bei solchen Texten fast schon wieder Sympathien für Wolf Schneider und hat eine Ahnung, warum sich seine ollen Schinken immer noch gut verkaufen. Ob Frau Borchert die Texte ihrer Eleven auch mal redigiert? 

Kurz gesagt: Aktuell steht “Der Westen” für die Problematik in deutschen Medien- und insbesondere Zeitungshäusern: Man kauft Communitys, verlegt Bücher, wirft CD´s auf den Markt, kauft Bloggerinnen ein und veranstaltet Tagungen.

Auf den Gedanken, dass man ein Publikum mit kontrovers diskutierenden Fußballern, die wie kein anderer Geld auf die hohe Phrasenkante legen, zuverlässig in den Tiefschlaf schickt, kommt man anscheinend nicht. Ob das jetzt im Netz oder gedruckt stattfindet – fatal ist beides. Journalistisch jedenfalls – und noch reden wir auch im Netz in erster Linie von Journalismus und nicht von Gimmicks – ist der Westen zumindest am Tag 1 nahe an der Bankrotterklärung.

Written by cjakubetz

Oktober 29th, 2007 at 6:33 pm

Hübsch…

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…was man da tief im Westen zusammen gebaut hat. Sieht grundsolide aus, hat alles, was man haben sollte und hat sogar Dinge, von denen man 2006 noch dachte, dass man sie haben müsste. Beispielsweise eine tag cloud, von der man 2007 wiederum sagen würde, dass es mal eine Zeit gab, in der man ein solches Gimmick nett fand fand. Das kommt davon, wenn man sich eineinhalb Jahre Zeit lässt. Im Online-Geschäft ist das eine Ewigkeit.

Nun gut, es wird vermutlich verdammt schwierig sein, einen Koloss wie die WAZ ins Laufen zu bringen. Trotzdem: Was man vor eineinhalb Jahren noch aufregend hätte finden können – beispielsweise Geo-Tagging – ist inzwischen zwar immer noch eine hübsche Sache, aber bei weitem nicht mehr so neu, als dass man den Einsatz von Geo-Tagging noch besonders innovativ finden müsste.

Letztendlich also alles eine Frage der Perspektive: Schaut man sich durchschnittliche (Regional-)Zeitungsportale und deren HTML-basiertes Elend in Deutschland so an, muss man der WAZ attestieren, einen ziemlich großen Wurf gelandet zu haben. Nimmt man das mediale Trommelfeuer zum Maßstab, das in den vergangenen Wochen über uns hereinprasselte, dann relativiert sich das. Gelungen, sicher. Aber die Neuerfindung des crossmedialen Journalismus ausrufen, nur weil man jetzt Videos, Blogs, Tags und eine Community hat?

Written by cjakubetz

Oktober 29th, 2007 at 11:25 am

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Notizen aus der Provinz

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…wahllos und ohne Wertung zusammen gestellt:

Da gibt es beispielsweise eine typische Regionalzeitung, mittelgroß, mittelbedeutsam und mittelgut, bei der eine Volontärin einen Samstag über alleine die Online- “Redaktion” schmeißt. Dazu gehören etliche technische Vorgänge, ein bisschen Inhalt und eine Arbeitszeit von 8 bis 20 Uhr.

Und es gibt eine andere Zeitung, ähnlich strukturiert, bei der über 100 Redakteure fest angestellt arbeiten. Davon betreuen 4 die diversen Online-Aktivitäten. Viel Energie investiert man in Spiele, Quiz und Bildergalerien, schließlich steht jede noch so kleine Neuerung und Aktivität von vornherein auf dem finanziellen Prüfstand. Von Journalismus redet man in diesem Zusammenhang eh nicht so gern und so viel.

Eine Zeitung habe ich kennen gelernt, die in vielerlei Hinsicht als vorbildlich gelten darf, als eine löbliche Ausnahme: Sie zahlt ihre Online-Redakteure nach Tarif (für die etwas weltfremden und naiven Außenstehenden unter Ihnen: Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die anderen übertariflich bezahlen).

Ulkrig auch diese Variante: Freier Mitarbeiter geht auf Termin, liefert – sagen wir – 40 Fotos auf seiner Speicherkarte in der Redaktion ab. Redaktion wählt zwei aus, veröffentlicht sie auch und honoriert zu stolzen Sätze wie bspw. 15 Euro. Die restlichen 38 Fotos werden als Slideshow im Online-Angebot verwendet. Selbstredend ohne gesonderte Nachfrage und natürlich ohne Honorar. Zur Begründung heißt es dann, man verdiene ja an Onlineangeboten und Bildergalerien nix, weswegen es leider auch kein Honorar gebe. 

Beim Nordkurier tritt demnächst Lutz Schumacher seinen Dienst an. Das ist der, der in Münster mal eben eine komplette Lokalredaktion vor die Tür setzte und sie mit Tagelöhnern billigeren Kräften ersetzte. Angeblich gibts beim Nordkurier auch schon Pläne zur Umstrukturierung und ein paar zähneklappernde Redakteure.

Soviel dann also zur Qualitätsdebatte und zur Frage, wie es eigentlich um unseren Journalismus bestellt sein könnte.  Wenn man davon ausgehen darf, dass Blätter dieser Größenordnung immer noch flächendeckend die Republik befüllen, dann muss man also wohl konstatieren, dass der größte Teil unseres Tageszeitungsjournalismus mit sehr eigenartigen Methoden und Argumenten gemacht wird. Von Investitionen ins Hirn und in dann auch noch in die potentiellen künftigen Schlüsseltechnologien hab ich jedenfalls in den letzten Wochen so gut wie nix gehört.

Written by cjakubetz

Oktober 28th, 2007 at 5:56 pm

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Keine Web-Bloggs

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Und, übrigens, die Veranstaltung mit dem verheißungsvollen Titel “My Space, Web-Bloggs – und die Qualität?” ist abgesagt worden. Mangels Teilnehmern. Hat aber sicher nichts mit den Web-Bloggs zu tun.

Written by cjakubetz

Oktober 28th, 2007 at 5:05 pm

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Wenn´s Klickvieh nicht mehr klicken mag…

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Hier und an vielen anderen Stellen hat man sich in den letzten Wochen wahlweise echauffiert oder auch einfach nur lustig gemacht über den Versuch von sueddeutsche.de, alles, was auch nur halbwegs nach Foto aussieht, zu Bildergalerien aufzuplustern. Der Hintergrund ist klar: Klicks sollen her, egal wie. Klicks sind die Währung, um die sich die Online-Welt dreht und die, so meint man weitverbreitet, das einzige sind, was man zähl- und spürbar vermarkten kann. Etwas anderes kann (bei den anderen natürlich auch nicht) kaum dahinter stecken, wenn die Onlineausgabe der SZ inzwischen sogar Witze, Werbeslogans und Bierflaschen zu ausgedehnten Bilderstrecken macht. Wirklich zwingende, journalistische Gründe habe ich bei den Bilderstrecken der SZ in den allerwenigsten Fällen ausmachen können. Fabian Mohr schreibt denn auch korrekterweise bei onlinjournalismus.de: “Hans-Jürgen Jakobs will Klicks, um jeden Preis. Klappt auch. Wenn man von mittelschweren Kollateralschäden für die Online-Marke SZ absieht – die steht seit Jakobs für eine rapide und bisweilen erstaunlich krude Verflachung.”

Korrekt – aber nur zum Teil. Denn Fabians Schlussfolgerung, das mit den Klicks würde auch klappen, stimmt nur sehr eingeschränkt, wenn man die letzten vier Monate, die durchaus von Bilderstrecken-Orgien gepflastert waren, anschaut. Laut IVW-Jahresvergleich zwischen September 2006 und September 2007 sind die Zahl der Visits und der PI´s (wie bei den meisten anderen Angeboten auch) moderat gewachsen. Das Verhältnis zwischen PI´s und Visits ist aber in diesem Zeitraum nahezu unverändert geblieben: 7,75 im September 2006, 7,70 im September 2007. De facto haben also die exzessiven Galerien überhaupt nichts gebracht, außer reichlich Spott – und der Erkenntnis, dass User möglicherweise doch nicht jeder Klickmaschine auf den Leim gehen.

Und noch eines spricht gegen eine nur zu leicht durchschaubare Klick-Strategie: Im letzten halben Jahr hat sich die SZ weder bei den Visits noch den PI´s spürbar bewegt. Man befindet sich auf dem selben Stand wie im März 2007. Nur zum Vergleich: Welt online hingegen hat im selben Zeitraum von 36 Millionen PI´s auf 78 Millionen PI´s zugelegt. Ebenso stiegen die Visits von 5,9 auf 8,5 Millionen. Und schließlich noch ein Blick auf das Verhältnis PI pro Visit: 6,16 im März. 9,16 im September.

Möglicherweise also hat man dann doch ein paar Argumente bei den nächsten Diskussionen zur Hand, wenn es mal wieder heißt, ohne Bilderstrecken um jeden Preis seien Onlineangebote ökonomisch quasi nicht tragbar.

Written by cjakubetz

Oktober 25th, 2007 at 9:29 am

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Tief im Westen…

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…dauert´s noch ein bisschen. Zwar hat man die letzten Monate ein enormes mediales Dauerfeuer hingelegt und Frau Chefredakteurin fand sich auf nahezu allen Titelseiten nahezu aller Medienmagazine wieder – aber aktuell lesen wir gerade, dass man nochmal ein paar Tage Aufschub braucht. Jetzt soll´s der kommende Montag werden. Merkwürdig, davon war in den Medienmagazinen und “Brachendiensten” nix zu lesen.

Written by cjakubetz

Oktober 25th, 2007 at 8:52 am

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Auflagen

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Tages-, Sonntags- und Wochenzeitungen im 3. Quartal: 2,69 Prozent Auflagenverlust. Eine Zahl, über die sich niemand wundern geschweige denn aufregen wird. Weil sie völlig normal geworden ist.

Trotzdem erstaunlich, wenn man dann auf Panels et al als “Schwarzmaler” bezeichnet wird – nur, weil man dezent auf ebensolche Zahlen und die daraus zu erwartenden Konsequenzen hinweist. Was mir persönlich ziemlich gleichgültig ist. Aber wenn ich reiner Zeitungsjournalist wäre, würde ich mich langsam warm anziehen. Könnte kalt werden draußen.

Written by cjakubetz

Oktober 24th, 2007 at 4:18 pm

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