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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Januar, 2008

Und dass es jetzt schon…

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…eine eigene Protestseite resp. ein Protestforum gegen die SZ gibt, ist eine ziemlich reife Leistung, die man so auch erst mal hinbringen muss. Gratuliere, Süddeutsche – so stellt man sich eine gelungene Qualitätsoffensive vor.

Großartig lustig auch die Ankündigung, eigens zur Landtagswahl in Hessen und Niedersachsen ausnahmesweise (aber nur ausnahmsweise, wirklich!) sonntags die Kommentarfunktion zu öffnen. Bis 23 Uhr. Danach sperrt wieder jemand zu. Wunderbar, Loriotscher Humor aus der Sendlinger Straße.

(via Stefan Niggemeier) 

Written by cjakubetz

Januar 27th, 2008 at 8:19 pm

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Wahlabend online

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So was wie Wahlen sind für Nachrichtenseiten immer ein Gradmesser. Nicht nur für ihre Beliebtheit und Reputation, sondern auch intern: Klappen unsere Workflows? Schaffen wir es, innerhalb kürzester Zeit flexibel auf sehr unterschiedliche Nachrichtenlagen zu reagieren?

Man kann inzwischen, so viel ist sicher, sehr verlässlich übers Web Wahlabende erleben, kein Mensch braucht mehr die Wahlsendungen im TV, die ja doch zu meist sehr ermüdenden Ritualen erstarrt sind. FAZ.net war heute abend sensationell schnell mit einer sehr soliden Kurz-Zusammenfassung draußen, knapp drei Minuten schneller als SPON beispielsweise. Zwischen 18 und 18.03 hatten dann nahezu alle relevanten Seiten die wichtigsten Schlagzeilen drauf; außer mit N24 ausgerechnet die Seite, die ja bekanntermaßen in den nächsten drei Jahren zu den Top 5 gehören will. An die Struktur der Seite müssen sich vermutlich auch die Redakteure noch gewöhnen und als User hat man ohnedies seine Schwierigkeiten, sich in dem flashlastigen, blinkenden Etwas zurechtzufinden. An der Usability müssen sie vermutlich noch ein wenig tüfteln in Berlin. Ziemlich sinnlos ist es übrigens auch, an die Wahl-Berichterstattung lauter kleine veraltete Video-Schnipsel (kein Witz: der kürzeste hat exakt 24 Sekunden!) ranzuhängen. Jetzt, eine Stunde nach Schließung der Wahlergebnisse, finde ich Videos, die mit dem Text “Für Roland Koch geht es heute um alles” beginnen, unfreiwillig komisch. Video first mag ja eine nette Devise sein. Aber bitte nur dann, wenn das Video auch nur halbwegs so etwas wie Relevanz hat.

Written by cjakubetz

Januar 27th, 2008 at 8:03 pm

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Garant für gar nix

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Die Serie zur Zukunft des Journalismus in der SZ finde ich einigermaßen spannend und ziemlich lesenswert.

Manches finde ich aber auch verräterisch. Beispielsweise, wenn ein Text mit der Einleitung beginnt, noch lebe ja die Zeitung als “Garant für Qualität”. Die Zeitung per se als Garant für Qualität? Als ob überhaupt irgendeine Mediengattung für sich in Anspruch nehmen könnte, Garant für irgendetwas zu sein. Qualität (whatever this means) gibt´s im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung und auch, selbst wenn es manchen sehr schwer vorstellbar erscheint, auch im Netz. Übrigens: Im Netz, in der Zeitung, im Fernsehen und im Radio gibt´s auch unglaublich viel Müll.

 Niemand käme also deswegen auf die Idee schlusszufolgern, das Netz sei der Garant für Schrott. Außer ein paar Printjournalisten, vielleicht.

Written by cjakubetz

Januar 27th, 2008 at 1:22 pm

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Lokalspitzen (5)

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Am Freitagmorgen, prallte gegen 7.20 Uhr eine 54-jährige Autofahrerin zwischen S. und H. frontal geen einen Baum, nachdem sie mit ihrem Auto ins Schleudern gekommen war. Die Frau wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Sie musste nach Bergung mittels Rettungsspreizer durch die Feuerwehr schwer verletzt ins Klinikum  eingeliefert werden, da sie nicht mehr ansprechbar war.

 (Nachtrag: Die Orte habe ich abgekürzt, die Fehler sind aus dem Original. Nun könnte man sagen: was soll´s? Meldungen dieser Art finden sich jeden Tag in jedem beliebigen Lokalteil der Republik. Genau das ist das Problem. Weniger für die Leser als für die Blätter. Man muss nicht sonderlich beckmesserisch veranlagt sein, wenn man jemandem, der nicht in der Lage ist, unfallfrei und halbwegs verständlich in drei Zeilen einen simplen Sachverhalt zu schildern, kein übergroßes Vertrauen schenkt. Geschweige denn, dass man dafür dann auch noch Geld ausgeben will. Selbst wenn Printleute ja immer gerne behaupten, sie hätten Journalismus mal richtig gelernt und seien insofern unverzichtbar.)

Written by cjakubetz

Januar 26th, 2008 at 11:00 am

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Uli und seine Freunde

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Im Sport, so meine Theorie, kann man Dinge ausprobieren, die anderswo ziemlich undenkbar wären. Weil, wenn wir uns ehrlich sind: Wer interessiert sich schon ernsthaft für Sportjournalismus? Sieht man von Blättern der Kategorie SZ oder FAZ ab, leisten sich die meisten Tageszeitungen allenfalls einen Durchsatz von Agenturmeldungen, um den Sport zu bestreiten.

Vermutlich deswegen leistet man sich in diesem Ressort erstaunliche Dinge: Der Deal Kirch/DFL beispielsweise, wonach die Sender vorproduzierte Berichterstattung nehmen und senden müssen, gehört sicher dazu. Die ARD, die ein Radteam finanziert, einen Biographen für den Team-Star abstellt und diesen Star für Interviews bezahlt und gleichzeitig über die ganze Soße mit journalistischem Tarnanstrich berichtet, ist so eine Sache. Und diesselbe ARD, die mal eben im Vorbeigehen behauptet, deutsche Biatlethen seien quasi durch die Bank gedopt, ohne dafür auch nur einen einzigen Beleg zu haben, ist ebenfalls eine Sache, über die man sich nicht genügend wundern kann. Man wundert sich insofern nicht wirklich, dass es den allermeisten nur ein müdes Schmunzeln entlockt, wenn der Fußball-Branchenprimus FC Bayern künftig nur noch vorselektierte Journalisten und Medien wirklich erstklassig informieren und den Rest mit Ware von Stange bedienen will.

Kann man natürlich so gelassen sehen. Ehrlicherweise müsste man dann nur den allermeisten in diesem Ressort das Siegel “Journalismus” aus dem Namen streichen. Man sollte lebende Mikrofonständer nicht zwingend mit denen gleichsetzen, die ihren Job noch halbwegs ernst nehmen. 

Written by cjakubetz

Januar 24th, 2008 at 6:20 pm

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N24 Relaunch

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Öhm…aus alter Verbundenheit heraus sage ich dazu jetzt mal lieber nix.

Written by cjakubetz

Januar 24th, 2008 at 5:45 pm

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Sarkobrunispiegel

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Nee, ich hab echt nicht vor, mich am Spiegel und seinen Titelgeschichten abzuarbeiten. Aber ne ganze Geschichte über Sarkozy und Bruni? Ich glaub´s immer noch nicht. Spiegel und SPON kommen sich mit ihrer Neigung zum Fischen im Seichten irgendwie immer näher und insofern kann man die Tatsache, dass der SPON-Chef jetzt Spiegel-Chef wird, nur als eines betrachten: konsequent. Sehr konsequent.

Konsequent auch in anderer Hinsicht: Das dünne Geschichtlein wäre nicht mal mehr ein solches und würde demnach auch keinen halbswegs normalen Menschen interessieren, wenn sich nicht Qualitätsmedien wie die o.a. angeführten mit Wonne darauf stürzen würden, dass Sarko der Bruni bei den Pyramiden am Hintern rumgespielt hätte. Man will sich ja nicht die Geschichten selbst kaputtmachen.

Written by cjakubetz

Januar 21st, 2008 at 3:52 pm

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Lokalspitzen (4)

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Was sind Geißböcke mit tausend Zeichen und Musils MoE gegen kannibalistische Sportberichte mit drei “Anführungszeichen” in gerade mal “drei” Sätzen? Here we go:

Das war ein „Sonntagsmenü“ ganz nach dem Geschmack der ESV-Eishockey-Cracks: Die Karoli Crocodiles „verspeisten“ Klassenprimus EV Bruckberg mit 7:5 (2:3, 3:1, 2:1)und liegen damit – nach Minuszählern gerechnet – nur noch einen Punkt hinter den unterlegenen Gästen. Das Duell des Dritten gegen den Ersten versprach einen „heißen Tanz“, zumal es schon in der Vergangenenheit gerade zwischen diesen beiden Rivalen immer wieder mal hitzige Gefechte gegeben hatte.

Written by cjakubetz

Januar 16th, 2008 at 12:05 pm

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Ende der Debatte, jetzt zählt die Praxis

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Die Kollegen von Medienlese machen sich seit geraumer Zeit immer wieder mal Gedanken darum, warum die Zahl der Verlinkungen auf Medienblogs in den letzten Monaten immer weiter zurück gegangen ist. Ende des Blog-Hypes? Grassierende Leseunlust?

Ich glaube gar nicht, dass man so weit gehen muss. Ich denke vielmehr, die Antwort ist einfacher: Die Fronten sind klar – und es ist alles gesagt, was zu sagen ist. Ganz persönlich hat es mich nicht einmal mehr in den Fingern gejuckt, als Willi Winkler am Samstag in der Wochenendbeilage der SZ quälend langatmig und fürchterlich elitär erklärte, warum die Zeitung als solche quasi unsterblich ist. Das scheint dort inzwischen Methode zu bekommen, aber substantiell Neues entnehme ich diesen Beiträgen nicht mehr, ob die jetzt von Graff oder Winkler stammen. Wenn es um Medien geht, sieht man bei der SZ ohnehin gerne nur das, was man sehen will, weswegen man auch vor kurzem behauptete, das Dschungelcamp sei von seiner Zuschauerstruktur her quasi klassisches Unterschichtenfernsehen, das den Armen und Doofen quasi zur Ruhigstellung gereicht wird. Entgegen aller Zahlen und Quoten – oder wie es mal so schön in einem bayerischen Polizeibericht zu einem Unfall mit Blechschaden hieß: In völliger Verkennung der Lage.

Mir fällt es zugegeben unendlich schwer, mich noch zu einem Beitrag aufzuraffen, wenn solche Nummern wie jene ominöse Debatte in Berlin abgehen, wo Blogger-Eliten wie Don Alphonso und Thomas Knüwer auf Journalisten-Eliten trafen und Akademiker und Herr Jörges vom Stern dauernd verkündete, über ganz viele Sachen doch erst gar nicht reden zu wollen.  Dessen Bild vom Netz beinhaltet, wie wir wissen, immer noch die Vorstellung, es handle sich hierbei in erster Linie um eine Kloake. Dass zudem mein eigener Berufsverband (DJV; ich bin dort Mitglied) und sein eigener Vorsitzender ein bizarres Verhältnis zum Thema Neue Medien pflegen, ist mir schmerzhaft bewusst. Aber darüber weiter aufregen? Nein. Das ist es nicht wert. Ich bin zwar immer noch Journalist (zugegeben: mit Borderliner-Potential wg. Vorliebe für Blogs und Blogger), möchte aber bitte nie im Leben so verbohrt enden wie viele meiner Kollegen. Schon alleine aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Ich mag mich nicht in ein paar Jahren aufs Abstellgleis schieben lassen und mich von jüngeren belächeln lassen, nach der Devise: Der redet auch immer nur von damals in den Ardennen…

Ich bin überzeugt, dass es unserer klassischen Medienstruktur sowhl inhaltlich wie ökonomisch schon lange feste an den Kragen geht. Zeitungs- (und auch: Rundfunk-)Leute, deren Argument ernsthaft ist, man investiere ja eh ins Netz und (uaa, Vorsicht, jetzt kommt der Langweiler schlechthin) ohnehin sei noch nie ein altes Medium von einem neuen verdrängt worden, langweilen mich inzwischen zu Tode.

Und deswegen, liebe Freunde von der Medienlese, kann ich zumindest für meinen Teil sagen, dass ich nicht weniger auf Medienblogs verlinke, weil ich sie irrelevant finde oder weniger zu schätzen weiß, im Gegenteil. Viele davon sind zu meiner unverzichtbaren Lektüre geworden. Ich mag es nur nicht sehr, alte Debatten immer wieder zu führen, noch dazu, wo man den Ausgang des Ganzen doch ohnehin absehen kann. Lasst die Graffs, Konkens, Jörges´und Winklers dieser Erde weiter in ihrem Kokon vor sich hin brüten, was zählt, das sind zumindest für mich schon lange nicht mehr die schwermütigen wie selbstgefälligen  “Ich-hab-mal-Journalismus-gelernt”- Überbleibsel der 68er, sondern das Hier, Heute und vor allem das Morgen in der Praxis.

Ende der Debatte. End of transmission.

Written by cjakubetz

Januar 16th, 2008 at 11:34 am

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iRack und iRan

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Perfekt, diese Steve-Jobs-Show. Perfekt insofern, als dass Medien inzwischen wunderbare Erfüllungsgehilfen sind und Jobs-Shows inzwischen sogar mit Live-Tickern begleiten.

In dem Zusammenhang: Unbedingt das hier anschauen! Unbedingt! 

Written by cjakubetz

Januar 15th, 2008 at 8:50 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT