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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for April, 2008

Schöner shoppen mit Ihrer Zeitung

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Natürlich ist es ganz bestimmt eine prima Sache, dass man mit Hilfe der Zeitung seiner Wahl jetzt auch ein lokales Mini-Ebay besuchen und dabei wahlweise aufwärts oder abwärts steigern kann.

Ich frag mich nur, ob nicht speziell Tageszeitungen derzeit sich um ganz andere strategische Sachen als die Versteigerungen von flauschigen Bademänteln kümmern sollten. 

Written by cjakubetz

April 29th, 2008 at 12:20 pm

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TV-Konsum in dieser Woche…

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…ganz exakt null Minuten.

Gesehene Sendungen (u.a.): heute-journal, Ladyland, Stromberg. In rauen und regelmäßigen Mengen. iPod und Handy und maxdome sei Dank.

Manche Entwicklungen, auch die eigenen, gehen schneller und unmerklicher als wie man sich das vorstellen mag.  

Written by cjakubetz

April 27th, 2008 at 9:48 pm

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA,TV

Beste Glückwünsche…

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…übrigens an alle Preisträger des Alternativen Medienpreises. Ich wäre gerne gestern bei der Preisverleihung dabeigewesen. Alles andere zu dem Thema bei einem anderen Mitglied der Jury.

Written by cjakubetz

April 26th, 2008 at 9:46 am

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Geh heim und lerne…

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Eigentlich könnte es ja ganz einfach sein: Man brauchte sich lediglich an die Thesen zu halten, die Mindy MacAdams in ihrem Blog Teaching Online Journalism aufgestellt hat und die u.a. auch bei Dirk von Gehlen nachzulesen sind.

Diese Dinge sind so banal, dass man sich eigentlich gar nicht traut, sie ernsthaft jemandem ans Herz zu legen. Sie sind banal und im Grunde müssten sie common sense sein. Gut, denkt man sich, ein paar digitale Totalverweigerer jenseits der 35 oder wahlweise ein paar Zeitungsleute, die immer noch meinen, die Qualität und die Wertigkeit eines Mediums richte sich danach, ob es auf Papier gedruckt ist – die werden damit nicht viel anfangen können. Aber für alle anderen, die jetzt noch mehr oder weniger am Anfang ihres Berufslebens stehen, für die muss das so sein wie die ersten Übungen zum Schwimmenlernen: so verinnerlicht, dass man gar nicht darüber nachdenkt, was man da tut.

Und dann ist man mal drei, vier Wochen am Stück in der Republik unterwegs, nur um dann festzustellen, dass das beileibe noch nicht so ist. Sondern dass es vielmehr immer noch einen frappierend hohen Anteil von journalistischem Nachwuchs gibt, der eine erstaunlich geringe Neigung zeigt, sich mit diesem Thema halbwegs ernsthaft auseinanderzusetzen. Dass man im Jahr 2008 überhaupt noch auf junge Journalisten trifft, die kein Audacity, Premiere, Soundslides et al auf dem Rechner haben (und das ist eine deutliche Mehrheit), hätte ich kaum für möglich gehalten. Ist aber so. Und vermutlich ist genau das auch der Grund, warum wir es auf dem Arbeitsmarkt für Journalisten auch in den kommenden Jahren mit einer paradoxen Situation zu tun haben werden: Der Nachwuchs drängt vehement in sterbende Bereiche, während man überall dort, wo die Zukunft liegt, händeringend gute Leute sucht. Fast ist das so, als wenn der größte Teil der deutschen Abiturienten als bevorzugte Branche des künftigen Arbeitslebens “Bergbau” angeben würde…

(Auslöser des Postings war die Tatsache, dass Dirk von Gehlen gestern an der DJS die Thesen von Miss MacAdams vorgestellt hat und das eine wunderbare Gelegenheit war, mal im Stillen über dieses Thema zu sinnieren. Keinesfalls bezieht sich das Ergebnis des Sinnierens auf eine bestimmte Einrichtung, Schule, Klasse, what else. Fällt mir nur so auf. Ich glaube auch auf gar keinen Fall, dass – beispielsweise – junge Volontäre von diesem Trend ausgenommen sind). 

Written by cjakubetz

April 26th, 2008 at 9:39 am

Posted in AUSBILDUNG

Bloggen rund um den Mac

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Lustig. Sehr lustig.

Written by cjakubetz

April 24th, 2008 at 3:12 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Auf dem Boulevard mit SPON

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Wenn man Quote machen will, muss man ein wenig auf Boulevard. Wenn man viel Quote machen will, muss man viel auf den Boulevard. Spiegel Online macht sehr viel Quote und deswegen…leider nicht einfach nur sehr viel Boulevard, sondern auch sehr viel, sagen wir, saloppen Umgang mit Texten, Überschriften und Interpretationen. Mal wird behauptet, Peer Steinbrück habe die Bundestagswahl für die SPD schon verloren gegeben, ein anderes Mal heißt es, die SPD träume bereits vom Ministerpräsidentensessel in Bayern. Beides Überschriften, die durch den anschließenden Text wenig bis gar nicht gedeckt waren. Um nicht zu sagen: Man jazzt eine inhaltliche Nullnummer zur Bombe hoch, bisher – eigentlich – Wesen des Boulevards.

Man darf nicht nur anhand der immer platter werdenden Themenauswahl von SPON, sondern auch wegen des erwähnten saloppen Umgangs mit Überschriften, Texten und Fakten davon ausgehen, dass dies in Hamburg mit voller Absicht geschieht. Neuestes Beispiel von heute: Zum hundersten Mal hat jemand über eine Prominente ausgepackt, diesmal ein ehemaliges Callgirl, die behauptet, ihrer Profession früher mal mit Heather Mills nachgegangen zu sein, die vier Jahre lang unter dem Nachnamen McCartney bekannt wurde. SPON jedenfalls schildert Mills als eine erpresserische, eiskalte, ehemalige Bordsteinschwalbe mit folgender Überschrift: “Heather Mills an Paul McCartney: Entweder du heiratest mich – oder ich bin weg.”

Klingt spannend. Nur, leider mal wieder: Das Zitat ist vom Text nicht im Geringsten gedeckt. Im Text heißt es lediglich:

“Sie sagte damals: ‘Ich werde ihm ein Ultimatum stellen und wenn er mich dann in den nächsten acht oder zehn Monaten nicht heiraten will, dann verlasse ich ihn.’”

Und das wiederum ist ein Zitat der vermeintlichen ehemaligen Callgirl-Kollegin. Zudem: (angeblich) gefallen im Gespräch zwischen den beiden Damen, nie direkt von Mills an McCartney. Und auch nicht autorisiert von Mills oder McCartney oder sonstwem. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, wenn man die Überschrift von SPON liest, die eindeutig anderes impliziert.

Aber das ist vermutlich egal. Wenn man die Überschrift klickt, ist der IVW-Pixel und damit der Klick schon ausgelöst. Und nur darum geht´s, bei den “Qualitätsmedien”, die sich ins Internet begeben.

Written by cjakubetz

April 23rd, 2008 at 11:21 am

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA

Wikis, gedruckt

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Kann es wirklich sein, dass Printer das Internet einfach nicht verstehen? Und, noch polemischer gefragt: Ist das denn wirklich so schwer zu kapieren, dass Online-Medien und gedruckte Medien so ganz und gar nichts miteinander zu tun haben? Zumindest kommt der Gedanke auf, wenn man liest, dass Bertelsmann allen Erntes die Wikipedia drucken will.

Was kommt als nächstes? YouTube als Samstagabendshow im ZDF?

Mehr dazu hier.

Written by cjakubetz

April 22nd, 2008 at 8:30 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Der Erkenntniswert von Galerien

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Der FC Bayern steht gerade vor der heißen Phase der Saison. Einen Titel hat man schon, der zweite ist fast sicher und der dritte ist zumindest in Reichweite. Gute Truppe also, die in München kickt – kaum Grund, großartige Veränderungen vorzunehmen. Wirklich spannend ist momentan nur die Frage: Wird Rensing die Nummer 1 oder holt man doch einen anderen Kahn-Ersatz?

Man kann daraus einen 20-Zeiler machen – oder aber eine 12teilige Bildergalerie. Man nehme dazu ein Foto vom aktuellen Ersatzkeeper und vier mehr oder minder wahllose Bilder von anderen Keepern, die als Nummer zwei hinter der künftigen Nummer eins kicken, vorausgesetzt, die jetzige Nummer zwei wird wirklich Nummer 1. Weil man mit fünf Bildern aber schlecht eine Galerie machen kann, nimmt man noch ein paar andere Fotos von Spielern, deren Zukunft noch nicht geklärt ist. Und man nimmt noch ein Bild von einem, von dem man weiß, dass er gehen wird (Schlaudraff), aber man noch nicht weiß, wer ihm nachkommen wird. Weil das immer noch alles ziemlich unspektakulär ist, schreibe man drüber: Der FC Bayern in der heißen Phase. Und schon hat man statt einer ziemlich substanzlosen Meldung eine Galerie mit 12 Klicks.

So geht Onlinejournalismus – wenn man statt Inhalten Klicks im Auge hat.

Update: Die Kollegen vom Münchner Merkur haben heute ebenfalls das kickende Personal in München personalisiert. Für sinngemäß denselben Inhalt benötigten die Kollegen nicht mal 15 Zeilen. (leider nicht online).

Written by cjakubetz

April 21st, 2008 at 1:38 pm

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Warum man Journalisten dann doch wieder lieb haben muss…

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…erklärt sich, wenn man so wunderbare Stücke wie das des SZ-Magazins über Chelsea Clinton liest. Allein schon wegen der Überschrift “Die Mutter aller Töchter.”

Written by cjakubetz

April 19th, 2008 at 9:58 am

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Über den Umgang mit unserem Berufsbild

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Vor kurzem hatte ich eine durchaus interessante Debatte mit Journalistenschülern eines ziemlich großen Fernsehsenders. Unter anderem ging es neben den üblichen berufsspezisfischen Dingen auch darum, wie wir in einem Zeitalter der digitalen Kommunikation es denn halten wollen mit dem Umgang mit unserem Zuschauer/Leser/User. Zwischendrin mal kam die (sinngemäße) Frage, wofür es denn bitte sehr eigentlich eine Zuschauerredaktion gäbe. Nicht von der Hand zu weisen, nur: In den meisten Medienhäusern gibt es so etwas nicht, weswegen die Redaktionen vor einer simplen Alternative stehen: Entweder man spricht mit den Leuten oder man lässt es bleiben.

Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass diese “Alternative” gar keine sei. Die Kommunikation mit dem geneigten Publikum gehört inzwischen unabdingbar zu den Grundaufgaben des Journalisten, was bedingt, auch wenn´s wehtut, dass wir auch mal über unsere Fehler sprechen müssen. Es gibt Angenehmeres, zugegeben, aber es geht nicht anders. Nur, dass uns das anscheinend immer noch ziemlich schwer fällt, selbst bei den besten Vorsätzen. Beim WAZ-Portal “Der Westen” beispielsweise startete man am 28.10.2007 ein Korrekturblog, in dem die Chefredakteurin daselbst ankündigte, man werde sich bemühen, in diesem Blog gemachte Fehler zu korrigieren. Seitdem bringt es das Korrekturblog des Westens auf stramme sechs Einträge, was statistisch gesehen rund einen Fehler pro Monat bedeutet, darunter solche wie den, dass das Portal am 20.11. wegen eines technischen Fehlers zwischen 20 Uhr und 22.30 Uhr nicht zu erreichen war. Falls er es selber nicht bemerkt hat, freut sich der Nutzer über ein solch exorbitantes Maß an Transparenz und demütiger Einsicht.

“Gepflegten Slapstick” nennt Kollege Fabian Mohr unterdessen das, was sich aktuell bei sueddeutsche.de abspielt. Dort steht seit einigen Wochen ein Fehler online, den man mit guten Gewissen als undramatisch bezeichnen darf. Die SZ hatte geschrieben, dass Fabian neuerdings nur noch Kommentare zulasse, in denen sich der Kommentator quasi vollständig oute. Was so ganz einfach nicht stimmt. Kein Drama, das, aber eben falsch. Fabians Versuch, diese Bagatelle zu korrigieren, führt mittlerweile zu den absurdesten denkbaren Ergebnissen. Aktueller Stand der Dinge: Der Autor des Artikels hat als Kommentator unter seinen eigenen Artikel einen Kommentar gesetzt, dass er einen Fehler begangen hat. Man muss sich das mal reintun: Statt den Fehler ganz einfach mit zwei Mausklicks zu korrigieren, steht der Fehler jetzt weiter online, mit einem Vermerk des Autors, dass in dem Artikel ein Fehler ist, den er bedauert.

Eine rationale Erklärung gibt es dafür nicht, vermutlich schon gleich gar nicht bei einem Medium, das Kommentare ohnedies nur zu Bürozeiten erlaubt. Trotzdem bleibt die Frage, warum es in Deutschland immer noch diese Unkultur gibt, Fehler einfach nicht einzugestehen und für sich selbst einen Status knapp unter der Unfehlbarkeit zu beanspruchen. Und was, zum Teufel, man eigentlich von diesen ganzen Panels halten soll, auf denen dauernd über den Wandel unseres Berufsbildes schwadroniert wird, vermutlich auch von Leuten, die Fehler einfach stehen lassen oder Kommunikationsattrappen wie Korrekturblogs ins Leben rufen.

Update, 23.16 Uhr: Ich sehe gerade, dass sich auch Stefan Niggemeier dieses Themas heute abend angenommen hat. Nachdem ich den Eindruck habe, dass man bei Journalisten, die ihr Publikum auch mal als Idiotae bezeichen, schnell zu Verschwörungstheorien neigt, vor allem, wenn es um Blogs geht, schon mal vorab der Disclaimer: Fabian ist ein früherer Kollege von mir, Stefan bin ich bisher genau einmal begegnet. Dass diese Geschichte ziemlich zeitgleich in allen drei Blogs auftaucht, ist reiner Zufall. Believe it or not.

Written by cjakubetz

April 18th, 2008 at 11:11 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT