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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Mai, 2008

Spiegel, ganz ungewohnt

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Irgendwas ist passiert beim Spiegel (der Insider ersetze das “irgendwas” mit der Assoziation seiner Wahl). Auf dieser kleinen Seite ist ja schon öfters darüber lamentiert worden, wie sehr das einstige Demokratiesturmgeschütz in der Dämerung der Aust-Phase verflachte und langweilte, aber inzwischen: Es lohnt sich wieder, reinzuschauen. Und manchmal sind die Geschichten jetzt auch wieder ziemlich originell. Beispielsweise die wunderbar gnadenlose und politisch völlig inkorrekte Zerlegung von “Neon” auf der Medienseite beispielsweise, samt der großartigen Behauptung, Neon sei die Therapie für eine uncoole und langweilige Generation (mit meistens eher fragwürdigen Frisuren, wenn ich das noch anmerken darf). Oder die 5-Jahres-Prognose für Thomas Godoj. Kurz gesagt: Manchmal hat man den Eindruck, beim “Spiegel” könnte es wieder so etwas wie Witz und Inspiration geben.

Und das ist allemal mehr, als die Generation-P-Therapeuten mit den ehrlichen Kontaktanzeigen (“Alle Frauen laufen vor mir weg. Ich versteh´das nicht.”) für sich in Anspruch nehmen können.

Written by cjakubetz

Mai 30th, 2008 at 8:06 am

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S & M

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Zugegeben, ich werd´s nie verstehen: Jedes Jahr treffen sich (wahlweise) minderbegabte oder clowneske oder mediokre musikalische Langweiler, setzen sich einem nicht immer nachvollziehbaren Abstimmungssystem aus – und alle, wirklich alle berichten darüber. Wenigstens hat sich die ARD einen dauerhaften Startplatz erkauft, sonst wäre, den letzten Ergebnissen zufolge schon jeweils im Halbfinale Schluss. Völlig zurecht, übrigens.

Soll man jetzt das Verschleudern von Gebührengeldern anprangern? Aber nicht doch. En passant Gestalten wie Gracia oder die No Points Angels zu erledigen, ist ja irgendwie auch ein öffentlich-rechtlicher Auftrag. Und wenigstens ahnt man nach so einem Abend dann wieder, warum S/M-Studios vermutlich enormen Zulauf haben. Ein Grand-Prix-Abend ist auch nichts anderes.

Written by cjakubetz

Mai 25th, 2008 at 10:28 am

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Wie man gute Bilder-Geschichten erzählt

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Klar leben gute Foto-Geschichten in erster Linie von den Fotos. In mindestens zweiter Linie aber leben sie auch von der Benutzeroberfläche, von der äußeren Form der Präsentation. Da leben wir in Deutschland irgendwie immer noch in der Steinzeit. In ziemlich vielen Fällen sind Slideshows auf einem inhaltlichen Level, das sich nicht von dem des Hobbyknipsers unterscheidet, der Urlaubsfotos aus der Schuchschachtel holt und sie mal eben auf dem Schreibtisch verteilt. Keine Geschichten, sondern wahlloses und einigermaßen uninspiriertes Aneinanderreihen von austauschbaren Bildern. (Mit der Betonung auf Bilder, Fotos sollte man das eigentlich nicht nennen).

Zumeist passt auch der äußere Rahmen der Präsentation dazu. Das beginnt damit, dass die meisten einfach nur einen drögen Vor- und Zurück-Button haben – und endet mit teils abstrusen Bildtexten (suchen Sie auf diesem Bild erstens die Beckhams und zweitens das Thema, um das es geht). Graue Realität im Online-Deutschland. Was mich verwundert: Mit guten Bildergalerien ließen sich ja nicht nur die unvermeidlichen Klicks erzielen, sondern auch echte Alternativen für journalistische Darstellungsformen gewinnen. Man müsste sich als Journalist nur einfach mal mit Fotos auseinandersetzen.

Wie man es besser, viel besser macht? Mal wieder drüben, in den USA.  (den Pre-Roll denken Sie sich bitte einfach weg.) 

Written by cjakubetz

Mai 24th, 2008 at 10:56 am

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Das aktuelle Crossmedia-Studio

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Lustige Geschichte des Tages: Michael Steinbrecher will Professor für “Crossmediale Entwicklungen im Journalismus” werden. Kein Witz. (via).

Written by cjakubetz

Mai 23rd, 2008 at 10:15 am

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

NYT, Multimedia

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Einfach nur groß, was die Kollegen der NYT regelmäßig abliefern.

Written by cjakubetz

Mai 22nd, 2008 at 12:10 pm

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Und schließlich…

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….noch ein letzter Gedanke zum Thema “Die ARD und ihre Mediatheken”: Wenn man anscheinend jemand in seinen Verbundreihen hat, der sowas offensichtlich gut kann und dafür sogar eine Grimme-Nominierung erhält (nebenbei: ZWEI Mediatheken unter den Nominierten, ist das nicht ein bissel arg viel?), warum lässt man den das nicht einfach für alle machen?

 Ja, ich weiß: Auch dafür gibts bestimmt Gründe. Systemimmanenz beispielsweise. Aber verstehen muss man sie ja nicht, gell?

Written by cjakubetz

Mai 20th, 2008 at 11:04 pm

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DasErste-Mediadurcheinander

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Nach ausgiebiger Betrachtung der ARD-Mediathek jetzt endlich dazugekommen, auch die Mediathek von “Das Erste” zu begutachten. Bevor Sie wegklicken: Die Mediathek der ARD und vom “Ersten” sind keineswegs identisch. Ich habe sogar mal eine Begründung dafür gelesen, habe sie aber nicht verstanden und empfehle deswegen die für alle Fälle greifende, unschlagbare Logik von Edmund Stoiber: Weil das ja klar ist.

Und weil das ja klar ist, nimmt man langmütig auch hin, was die ARD – pardon: das Erste da abliefert. Kurz gesagt: Zwei Studenten aus dem ersten Semester hätten es besser hinbekommen. Jetzt, Montag mittag, werden als neueste Videos u.a. “Das Wort zum Sonntag” und der Börsenbericht vom vergangenen Freitag annonciert, außerdem gibt es eine Zusammenfassung der letzten Ausgabe von “Verbotene Liebe”. Viel Verbotenes kann da allerdings nicht passiert sein, die Folge lässt sich nämlich in 31 Sekunden erzählen. Immerhin fragt die ARD – pardon: Das Erste – freundlich nach: Möchten Sie dieses Video weiterempfehlen?

Wenn Sie dann schon nix weiterempfehlen wollen, dann hat die ARD – pardon: Das Erste – noch einen Tipp für Sie. Die Nominierung von Jogi Löws EM-Kader. Das ist zwar fast 9 Minuten lang, ziemlich ungeschnitten, live kommentiert und außerdem schon vier Tage alt, aber man wird ja nicht kleinlich sein: Bekanntlich kann man sowas gar nicht oft genug sehen.

Kurz gesagt also: Nicht eine, nein gleich zwei echte Video-Qualitätsinseln, die die ARD und die ARD – pardon: Das Erste – aufgestellt haben. Und den Mut muss man ja erst einmal haben, etwas online zu stellen, was vorher offensichtlich keinerlei Funktionskontrolle unterzogen wurde.

Written by cjakubetz

Mai 19th, 2008 at 12:19 pm

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Geschichten mit Bildern

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Man könnte, ganz generell betrachtet, aus guten Fotos eine Menge machen. Viel mehr als beispielsweise in Zeitungen, wo man natürlich auch schon lange entdeckt hat, wie wichtig und letztendlich auch spannend gute Bilder sein können – nur hat man da ein ganz banales Problem: Platz.

Onlinemedien sind da eindeutig besser dran. Platz ist definitiv kein Kriterium mehr und in Zeiten digitaler Bildbearbeitung hält sich auch der zeitliche Aufwand stark in Grenzen. Manchmal allerdings befürchte ich, dass genau diese beiden (vermeintlichen) Vorteile dem Arbeiten mit Bildern im Onlinejournalismus ganz und gar nicht zugute kommen. Im Gegenteil, manches ist eher kontraproduktiv. Und wenn es jetzt auf dieser kleinen Seite mal wieder um die Bildergalerien geht, dannm gar nicht mal wegen der oft beklagten Klickschinderei. Sondern deswegen, weil es ein Jammer ist, wie lieblos man in Deutschlands Onlineredaktionen mit dem Medium Bild umgeht.

Schönes Beispiel: das grimmenominierte “einestages” von SPON mit einer Bildergalerie zum Thema Trikotwerbung. Gut, man kann ohnedies darüber streiten, inwieweit das noch etwas mit Zeitgeschichte zu tun hat. Aber selbst wenn man einräumen würde, dies sei Zeitgeschichte, so staunt man doch, wie wahllos die Bilder aneinandergereiht werden. Statt eine Geschichte zu erzählen, statt irgendeine stringente Handlung zu entwickeln, wirft man alles in die Galerie, was irgendwie mit Trikots und Werbung zu tun hat, darunter einige wirklich erstaunliche Belanglosigkeiten.

Art Director, hilf! Vielleicht wäre es ja schon mal eine Idee, wenn man Redakteuren klar macht, dass es keinen Sonderpreis für die meisten Bilder eines Tages gibt. Und dass niemand stirbt, wenn einmal eine Geschichte sogar ganz ohne Foto dasteht.

Written by cjakubetz

Mai 19th, 2008 at 12:05 pm

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Liebes ZDF…,

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…wir wissen ja nun hinreichend darüber Bescheid, dass der neue Jürgen Klopp Oliver Kahn heißt und uns dergestalt ab September erzählen wird, wie die Fußballwelt tickt. Dass ihr dem Olli schon letzten Samstag einen ausführlichen Auftritt im Sportstudio gegönnt habt und der nach einem tränentriefenden Beitrag ein wenig über das neue Buch mit den neuesten Kalendersprüchlein (“Erfolg kommt von innen!”) plaudern durfte, geschenkt. Dass ihr euch gestern im Sportstudio nochmal rangeschmissen habt, auch ok – Steinbrecher kann nur ranschmeißerisch. Aber dass ihr im heute-journal nochmal einen eigenen Olli-Jubel-Beitrag gebracht, euch vom (O-Ton) “Titanen” verabschiedet und darüber den weinenden Ottmar Hitzfeld völlig außen vorgelassen habt – nu lasst gut sein.

Written by cjakubetz

Mai 18th, 2008 at 7:53 pm

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Bücher aus dem Auto

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Immer wieder erstaunlich, wie sehr sich journalistische Darstellungsformen unterscheiden: Während bei den großen Seiten in den USA vertonte Bildergalerien schon lange Standard sind und sich zu einer eigenen journalistischen Kunstform entwickelt haben, dümpeln sie bei uns ziemlich vor sich hin. Kaum jermand, der sich in Deutschland diese wunderbare Format mit all seinen Möglichkeiten zunutze macht (klar: wird von IVW ja auch nur mit einem Klick belohnt, für andere Galerien gibt es ungleich mehr).

Indes, was man mit verhältnismäßig geringem technischen Aufwand erzielen kann, zeigen die Kollegen von der FAZ hier. Sehenswert – und wenn man sich die Geschichte zwei-, dreimal ansieht, kommen die Kollegen ja dann doch noch auf ihre verdienten PI´s, auch wenn ich vermute, dass ihnen das tendenziell eher egal ist.

Written by cjakubetz

Mai 17th, 2008 at 9:29 am

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