Archiv für Juni 2008


Österreich ist Europameister!

5. Juni 2008 - 11:19 Uhr

Das können nur Österreicher – ein wunderbarer Rückblick auf die EM 2008 und der sensationelle Siegeszug der Österreicher nochmal in bewegenden Bildern. Großartig auch: (die echten) Netzer und Delling (“Das zieht einen ganz schön runter!”). Unbedingt anschauen! 

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Web-Videos

5. Juni 2008 - 9:49 Uhr

Alles redet von Video, kaum einer kann es. Wenn man momentan den Strategen mancher Zeitungshäuser so zuhört, könnte man dem Eindruck gewinnen, die Lösung aller potenziellen Probleme sei schon lange da: Man nehme ordentlich viel Video-Inhalt, packe ihn auf die Webseite, mache dazu noch einen Quervermerk in der Zeitung (siehe auch Video auf xxx-online.de) – und fertig ist die neue Bewegtbildstrategie.

Das ist ein leider nur sehr theoretisches Modell. Wirklich Spaß macht das Videoschauen auf den wenigsten der deutschen Tageszeitungsseiten. Klar, weil man für wirklich gute Videoproduktionen investieren muss. In gute Leute, gute Technik, gute Ausbildung. In kaum einer Disziplin kann man so enorm viel verkehrt machen wie in der Königsdisziplin Video. Manchmal sieht es so aus, als wollten diverse Zeitungshäuser genau diese These einmal am eigenen Beispiel durchdeklinieren.

Finger weg also von Video? Auf gar keinen Fall. Gute Videos sind großartig – nicht nur, weil sie schön bunt flackern, sondern weil man online Grenzen sprengen kann. Weil man Formate und Ideen entwickeln kann, die sich im konventionellen TV so nicht umsetzen ließen. Hillary Clinton beendet ihre Wahlkampagne – und was macht die NYT? Einen Zehn-Minuten-Beitrag, ausschließlich ein Rückblick auf die letzten 18 Monate (ziemlich weit unten auf der Seite, links). Woraus man übrigens auch noch ganz wunderbar die Erkenntnis ziehen kann, dass Fernsehen und Internet beim Thema Video doch zwei Welten sind. Wer also einfach nur versuchen wird, Fernsehen ins Netz nach den bisherigen Konventionen zu übertragen, wird nicht viel Spaß an dieser Idee haben.

Und noch eins: An dem Tag, an dem ich Beiträge solcher Art auch mal bei unseren Blättern finde, mache ich diese kleine Seite zu. Oder schreib´ wenigstens eine Woche lang nur noch Gutes zum Zustand des deutschen Journalismus,

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Mr. Obama and Mrs. Clinton

5. Juni 2008 - 9:35 Uhr

Völlig unwichtig, ich weiß – aber dennoch: Was ich am angelsächsischen Journalismus unter anderem so schätze ist das Voranstellen einer halbwegs ordentlichen Anrede vor einem Namen. Mr. Obama und Senator Clinton – klingt tausendmal eleganter als das dröge “Kohl” und “Schröder”", zu dem man uns schon als Journalisten-Praktikanten erzieht. Und außerdem, Leute: Eine Frau einfach “Merkel” oder “von der Leyen” oder “Clinton” zu nennen, wie krank ist das denn?

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Das Bizarrste…

4. Juni 2008 - 12:07 Uhr

…was ich seit langer, langer Zeit gelesen habe. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solche Peinlichkeit einer Redaktion erlebt zu haben. Und dazwischen noch die stetigen Ergebenheitsadressen der Emma-Redaktion als Frau Schwarzer (“Alice konnte selbstverständlich ihren Posten als Chefredakteurin nicht einen Tag verlassen”). Wisst ihr was, liebe EMMA´s? Stampft das Blättchen eine Zeit lang ein und macht einen kleinen Benimm-Kurs. Stil sieht jedenfalls anders aus.

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Online = Boulevard

4. Juni 2008 - 9:47 Uhr

Es gibt Meinungen, die sind einfach nicht auszurotten. Sozusagen meinungsmäßige Selbstläufer, durch nichts und niemanden so wirklich zu belegen, aber dennoch unausrottbar. Eine von diesen Selbstläufermeinungen aus der Kategorie “Keiner weiß, wo´s herkam” entsteht gerade. Sie lautet in etwa so: Onlinejournalismus zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er kurz, knapp, boulevardesk, ohne irgendwelchen Tiefgang und denkbar leicht zu konsumieren sei. Sagen – erstaunlicherweise – nicht vor allem diejenigen, deren Geschäft hauptsächlich der Boulevard ist, sondern diejenigen, deren größtes Interesse eigentlich sein müsste, einen Onlinejournalismus zu etablieren, der genau das Gegenteil von platt, reißerisch und oberflächlich ist.

Dreimal ist mir in den vergangenen zwei Wochen diese Auffassung vom naturgegeben boulevardesken Onlinejournalismus begegnet, mit teils erstaunlichen Begründungen. Ein Redakteur beispielsweise einer großen süddeutschen Zeitung begründete das so, es liege “in der Natur der Sache”, dass der Online-Auftritt einer großen süddeutschen Zeitung deutlich mehr Boulevard mache als die Printgausgabe. Ach ja – das liegt in der Natur der Sache? Verstanden habe ich das bis heute nicht, nachdem mir aber wie gesagt kurz darauf nochmal zwei an sich kluge Menschen begegnet sind, die zwar nicht bei dieser großen süddeutschen Zeitung arbeiten, dennoch aber die Gleichung “Online=Boulevard” aufmachten.

Ob es daran liegt, dass Spiegel Online da eine leider etwas fatale Vorbildfunktion einnimmt (eingedenk der Tatsache, dass für viele Online-Laien SPON der Inbegriff einer Nachrichtenseite ist)? SPON macht Boulevard, keine Frage, vielleicht macht das auch den herausragenden kommerziellen Erfolg der Seite aus. Aber nirgends steht geschrieben, dass Online Boulevard sein müsse, nicht einmal dann, wenn man das Ganze kommerziell erfolgreich betreiben will. Es gibt kein solches Naturgesetz und ich würde sogar bezweifeln, dass es (Achtung, Buzzword) Qualitätsmedien gut tut, ihre Qualitätsmaßstäbe im Web über den Haufen zu werfen. Wie auch immer sich der kommerzielle Erfolg von Angeboten wie SPON oder sueddeutsche.de auswirken mag, dass er zur Reputation der Mutterblätter beiträgt, würde ich ganz erheblich in Zweifel ziehen.

Aber vielleicht wäre es ja schon mal ein Schritt zu einem besseren Onlinejournalismus in Deutschland, würde man erst gar nicht zulassen, dass sich die Gleichung mit dem Boulevard etabliert.

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Qualitätsinseln (2)

4. Juni 2008 - 7:06 Uhr

Markus Lanz als Journalistendarsteller. Verona Pooth als Pressesprecherin von Franjo Pooth. Und ein gebührenfinanzierter Sender, Kurt Becks Heimsender, der so etwas unreflektiert ausstrahlt. Lanz statt Kerner? Es geht immer noch ein bisschen schlimmer.

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Erkenntnis des Tages

2. Juni 2008 - 20:39 Uhr

Heute den Tag der Zeitschrift in Düsseldorf moderiert. Geweint.  Gelacht. Wenn eine Armada von Printleuten bei einem “Tag der Zeitschrift” fast den ganzen ebendiesen Tag lang von Dingen irgendwas mit online redet, dann bekommt man eine Ahnung, was gerade los ist am Markt. Man muss deswegen ja nicht glauben, dass eine breite Masse von Printern plötzlich kapiert hat, wie das Internet tickt. Aber zumindest versuchen sie es allmählich, immerhin.

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Wer macht die Medien?

1. Juni 2008 - 20:29 Uhr

Kleiner Lesetipp am Rande: Wer macht die Medien? Ein kleiner Band, herausgegeben von Gabriele Hooffacker. Interviews zur (im weitesten Sinne) Zukunft der Medien, u.a. mit Stefan Niggemeier, Don Alphonso und (jawoll, es wird nicht verschwiegen) mir. Interessante Mischung, gell?

Bestellen für 12 Euro oder als pdf downloaden hier.

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Totalausfall

1. Juni 2008 - 20:24 Uhr

Ein Wochenende mit digitalem Totalausfall. Alle Server down, rien ne vas plus.

Ist das eigentlich schon sehr krank, wenn man alle 15 Minuten vor dem Rechner sitzt und nachschaut, ob´s wieder geht? 

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