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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Juli, 2008

Meedia

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Herr Manthey ist wieder da und es ist so geworden, wie man es erwarten durfte. Meedia ist ein Portal, bei dem ich immer an die ersten Pioniere denken muss, die vor Jahrhunderten Amerika entdeckten: Sie hielten glitzerndes Zeugs hin und die Eingeborenen freuten sich; nicht merkend, dass das glitzernde Zeug eher Tand ist. Ein bisschen so ist auch das lang angekündigte Meedia. Man kann es chic finden (auch wenn es in seiner Anmutung schon sehr konventionell daher kommt), man findet auch ziemlich viel an Inhalt, aber nichts davon ist so neu oder aufregend, dass man das Portal jetzt zwingend in seinen Favoriten ablegen müsste. Spielereien bieten Manthey und Freunde ausreichend; der Media-Analyser ist beispielsweise sowas. Man kann ganz wunderbar und schnell und übersichtlich Zahlen miteinander vergleichen; man kann zum Beispiel auf einen Blick nachsehen, was eigentlich aus der Ankündigung geworden ist, N24 mit einem Millionenaufwand zu einem der führenden Nachrichtenportale in Deutschland zu machen (nebenbei bemerkt: nix. Zumindest ist der Besuchertrend bestenfalls stagnierend. Über Inhalte reden wir ohnehin lieber nicht.)

Aber muss man deswegen Meedia lesen, nur weil es hübsch blinkt und weil es nette Tools bietet? Persönlich habe ich mit Meedia ähnliche Probleme wie schon mit Mantheys Publikationen, als er noch analog war. Immer nur in Marshmallows beißen, macht nicht wirklich satt.

Nachsatz noch genereller Natur: Ob man es wohl irgendwann in der Onlinewelt als Standard durchgesetzt bekommt, dass man Seiten erst dann online stellt, wenn sie technisch ausgereift sind?

Written by cjakubetz

Juli 14th, 2008 at 11:25 am

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Regeln für ein gutes Blog

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Frage: Was macht für Sie ein gutes Blog aus?

Antwort: Dass ich es gerne lese.

Written by cjakubetz

Juli 11th, 2008 at 9:20 pm

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Fair Radio

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Interviews, die es so nie gab – und Atmo, die man mal eben dazu mischt: Vielsagendes vom Zustand und über die Zustände des deutschen Radios in diesem Interview.

Written by cjakubetz

Juli 11th, 2008 at 9:19 am

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Dr. Psycho und die Quote

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Weiß irgendjemand die Quote von der letzten Folge von Dr. Psycho? Zugegeben: Ich habe keinerlei Ahnung, wie sie war. Ich habe die letzte Folge von Dr. Psycho (aktuell beste Serie im deutschen TV) noch nicht mal gesehen. Das heißt, natürlich habe ich sie gesehen, aber nicht bei Pro 7. Um genau zu sehen: Gesehen habe ich Dr. Psycho erst einmal im Fernsehen. Das war ein ziemlich entsetzliches Erlebnis, weil ich vorher die letzten Minuten des talentbefreiten Elton und seines Prellbocks Simon sehen und danach etliche Male Werbeunterbrechungen und Trailer (“gleich bei Pro 7…”) über mich ergehen lassen musste.

Und deswegen gibt´s Dr. Psycho nur noch aus der Konserve. Das kann Pro 7 ziemlich wurscht sein, weil es gerade bei solchen Formaten (Stromberg ist ein ähnliches Phänomen) ganz prima mit der Entkoppelung von Programm und Schema leben kann. Bei iTunes beispielsweise ist nämlich zuverlässig nach jedem Ausstrahlungstag die jeweilige Folge von Herrn Ulmen die Nummer eins der (TV-)Downloads. Wer also braucht Programm, wenn´s (guten) Inhalt gibt? Und wenn interessiert eigentlich das Markenlabel, unter dem der gute Inhalt läuft? Von mir aus zeigt auch 9 Live den…öhm, nein, das dann lieber doch nicht.

Nachsatz: Ich habe zwar einen Maxdome-Account und könnte dort ebenfalls Dr. Psycho sehen. Aber Streaming ohne Download, ohne mobile Anwendung? WTF?

Written by cjakubetz

Juli 10th, 2008 at 8:11 pm

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Säue durchs Dorf

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Interessantes Gespräch gerade eben mit dem gewesenen Ex-Lieblingskollegen: Nein, sagt er, es gebe gerade nichts wirklich Neues, Spannendes in der Verlagsbranche. Es werde nicht mehr jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben; man habe sich mit dem common sense arrangiert: digitale Zukunft, neue Vetriebswege, crossmediale Optionen.

Gleichzeitig nochmal Rückblick auf die diesjährigen Media Coffes (Sie wissen schon, diese kleine Tour durch Deutschland von NA): Wenn ich mir den Diskussionsverlauf in den diesjährigen Städten so ansehe, habe ich nicht den Eindruck, als sei essentiell irgendwas anderes geredet worden als im Jahr zuvor. Das kann man sehen wie man mag. Die Digital-Avantgarde wird es vermutlich als Beleg dafür werten, dass man sich eigentlich gar nicht mehr trauen darf, irgendeinen Begriff überhaupt noch in der Mund zu nehmen, der noch den inkriminierten Terminus Zwonull enthält. Zurecht, im Übrigen: Über das vermeintliche Zwonull ist inzwischen wirklich alles gesagt worden, was es zu sagen gibt. Mit den Begriffen Blogs, Podcasts etc. beeindruckt man wahrscheinlich nicht mal mehr einen altgedienten Lokalredakteur der Hildesheimer Nachrichten.

Dort wiederum, in der analogen und nicht ganz so avantgardistischen Gemeinschaft, hat man sich mit dem Schicksal arrangiert. Man jubelt dort nicht – und das wäre vermutlich auch zuviel verlangt. Aber dass man mit der These, aller Inhalt sei künftig einfach nur noch digital und dann auf die entsprechenden Kanäle zu verteilen, nicht mehr als Vollspinner hingestellt wird, ist ja zumindest schon mal ein Fortschritt. Das war nicht immer so. 

Gespannt darf man nunmehr sein, wie es mit der praktischen Umsetzung aussehen wird. Denn all diese schönen Theorien und Konzepte kosten unter dem Strich nicht nur Geduld, Ausdauer und Kreativität, sondern vor allem: Geld.

Written by cjakubetz

Juli 10th, 2008 at 10:16 am

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Drogenabhanige spären!

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Zoomer soll umgebaut werden, kündigt der Chefredakteur an - und meint, es könnten u.a. Elemente wie Navigation etc. sei, die für ziemlich jämmerliche Klickraten sorgt (die Rede ist von zwei Seiten pro Visit, für ein Nachrichtenportal eine Bankrotterklärung).

Kann sein. Kann aber auch sein, dass die Inhalte (lieber Urheber, nicht böse sein, ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe: aber es sprach mal jemand von einem “Nachrichtenschrotthaufen”) auch User entsprechenden Niveaus anziehen und dass deswegen die Probleme von Zoomer ganz woanders als in der Navigation zu suchen sind.

Jedenfalls, über das Thema Doping wird gerade bei zoomer.de so diskutiert:

Alle Gedopten Sportler sind keine Sportler mehr sondern Drogenabhanige. Ein Guter Sportler Zeichnet sich durch jahelanges Tranig aus. Durch erfolge und niederlagen. Der griff zu doping kann kein mittel zum sieg sein für einen Sportler. Und wenn ja ist er nichts weiter als ein Betrüger der sich einen Vorteil zu seinem erlichen Gegener macht. Eine lebenslange Späre für alle Doper.

Written by cjakubetz

Juli 9th, 2008 at 10:11 am

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2000 und ein bisschen

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Nur mal kurz nachgedacht: Wenn es denn stimmen sollte, dass das durchschnittliche Einkommen eines freien Journalisten in Deutschland 2000 und ein paar zerdrückte Euros (brutto) beträgt, muss man sich dann wundern, warum viele von denen einen Nebenjob machen, der irgendwie mit PR zu tun hat? Und: Kann man es ihnen verdenken?

Written by cjakubetz

Juli 7th, 2008 at 8:51 pm

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Warum Kasse und Kreativität selten zusammen passen

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Eines der regelmäßig interessantesten Erlebnisse in meinen früheren Jobs war das Zusammenprallen von Kasse und Kreativität; wäre ich bösartig, würde ich sagen: von Geld und Geist.  Ein bisschen war das wie in “Und täglich grüßt das Murmeltier..”: die immer wieder gleichen Fragen und die immer wieder gleichen Antworten, bis ich irgendwann etwas genervt darum bat, die immer wieder gleichen Fragen einfach nicht mehr zu stellen, weil sie sich ohnehin nicht beantworten ließen.

Die Fragen, meist von Controllern, Beratern oder ähnlichen Karohemdenträgern gestellt, gingen in etwa so: Wie viele Artikel kann ein Redakteur am Tag schreiben? Wie lange braucht man, um einen 3-Minuten-Beitrag zu produzieren? Wie viel Personal braucht man, um eine redaktionelle Wertschöpfungskete zu schaffen? Wenn man Redakteure 15 Prozent unter Tarif bezahlt, kann man dann davon ausgehen, dass sein Leistungsdefizit gegenüber einem regulär bezahlten Redakteur dennoch nur zehn Prozent beträt und man insofern mit einem untertariflich bezahlten Redakteur ein paar Prozent mehr Rendite macht? Je nach Laune habe ich über diese Fragen geschmunzelt und ggf. den Fragesteller auch schon mal gebeten, mir solche Fragen erst wieder zu stellen, wenn er sich ganz sicher ist, dass er sich vorher gut überlegt hat, dass diese Frage überhaupt zu beantworten ist.

Diese im Nachhinein originellen Episoden eines Berufslebens gehen mir momentan durch den Kopf, wenn ich lese, wie sich Leute aufführen, die in erster Linie Geld im Hinterkopf haben und meinen, das Betreiben eines Mediums sei nichts anderes als Geldverdienen und lasse sich somit auch mit den Gesetzen des Marktes und den Methoden des Controllings bewerkstelligen. Kann man nicht die “Berliner Zeitung” auch mit 90 statt 120 Redakteuren machen? Müssen in der Redaktion der Netzeitung wirklich 30 Redakteure hocken, tun es stattdessen nicht auch einfach 15? Beide Fragen, liebe Finanzinvestoren, lassen sich mühelos mit “ja” beantworten. Ja, das geht: Man kann die “Berliner Zeitung” auch mit 90 Redakteuren fahren – und, gute Nachrichten, hört, hört, sogar vermutlich noch mit weniger Leuten (danke für das Vertragsangebot, aber ich bin schon verplant für dieses Jahr).

Das Problem ist nur: Die Rechnung geht trotzdem nicht auf. Weil Medien immer noch was mit Geist und Kreativität zu tun haben, und beides ist schwer messbar, geschweige denn mit Fragebögen eines Controllers messbar. Und selbst wenn man Zeit als einen mess- und bewertbaren Faktor mit einbeziehen würde: Ist ein Leitartikel deswegen besser, weil er in 30 statt in 50 Minuten geschrieben wurde? Welchen Qualitätsunterschied gibt es, wenn ein Nachrichtenbeitrag in einer stat in eineinhalb Stunden geschnitten wurde? Kann man Synergien zwischen Ressorts schaffen? Jeder, der auch nur einmal in einer Redaktion saß, bemerkt: Die Fragen sind so absurd, dass es nicht einmal lohnt, sich darüber halbwegs ernsthafte Gedanken zu machen.

Bisher habe ich noch niemand kennen gelernt, der mit dieser Herangehensweise erfolgreich gewesen wäre (gottseidank, um das hinzuzufügen). Weder eine Zeitung noch ein Fernsehprogramm lassen sich am Reißbrett von Zahlenfetischisten machen; man muss nur befürchten, dass man diese banale Erkenntnis trotz der momentanen Freiluftaufführungen in Berlin und Unterföhring nicht versteht, zumindest bei den Zahlenmenschen. Ist das gut so? Ja, weil letztlich der Markt dann doch wieder etwas Verblüffendes tut: Er schmeißt diejenigen raus, die nach den Gesetzen des puren Marktes arbeiten wollen. Herr Depenbrock wird´s auch noch lernen. Ganz sicher.

Written by cjakubetz

Juli 6th, 2008 at 2:08 pm

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Regionale im Netz

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“Sie spielen ihr eigenes Spiel, das können sie als Monopolisten in einem Verbreitungsgebiet. Sie müssen sich nicht messen lassen. Und ahnen wohl, dass es ohnehin zu spät ist, eine derart zementierte Mentalität jetzt noch erfolgreich zu ändern. Für diese Erkenntnis zahlen andere viel Geld an Beratungsfirmen.”

Schreibt SPON über (viele) Regionalzeitungen im Netz – wie wahr.

Written by cjakubetz

Juli 4th, 2008 at 10:53 am

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Eine Woche…

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…na ja, fast, wenn man das EM-Finale mal ausnimmt, ohne Fernsehen. Und: Fehlt mir was? Erschreckernderweise: Nein, gar nichts. Im Gegenteil.

Written by cjakubetz

Juli 4th, 2008 at 9:31 am

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