Archiv für August 2008


Die Welt ist kompliziert…

20. August 2008 - 10:36 Uhr

…vor allem wenn es um Politik geht:

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Weltrekord!

19. August 2008 - 15:08 Uhr

So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?

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Heather und Paul werden 50

17. August 2008 - 15:38 Uhr

Mach Klicks! Wer in einer Onlineredaktion arbeitet, der kennt diesen (meistens unausgesprochenen) kategorischen Imperativ vermutlich zur Genüge. Und so werden munter alle denkbaren Ereignisse aufgeblasen bis zum Exzess und sogar solche, bei denen eine Bildstrecke ein probates Mittel ist, werden zur völligen Ungenießbarkeit gebracht. Die folgende Geschichte ist so ein Fall…

Madonna, die Frau mit den unzählig vielen Gesichtern und der Karriere seit den frühen 80ern, wird 50. Da darf es ruhig eine Bildergalerie sein, eine ausführliche zudem. Das hat man sich auch bei n-tv.de gedacht, wo man schon aus weitaus geringeren Anlässen Bildergalerien gemacht hat. Unter anderem bebildert n-tv den 50. von Madonna so:

Ein Fehler? Paul & Heather irgendwie versehentlich bei Madonna reingerutscht? Oder gar eine Sensationsmeldung der Society, Paul und Mrs. Mills wieder vereint und zu Gast bei Madonnas Geburtstag? Unsinn. Die Auflösung geht so:

Das muss man sich mal reintun: Wenn also Madonna und ihr Mann sich jemals scheiden lassen würden, würden sie nach Vermutung der Redaktion von n-tv.de nicht so ein öffentliches Theater wie Mills und McCartney abziehen. Wunderbare Theorie, sofort ein Foto rein – und schon gibt´s einen Klick mehr.

Manchmal wünscht man sich dann doch die Zeiten zurück, in denen Platz ein rares Gut war – und man sich jedes Bild dreimal überlegen musste.

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Kindle

11. August 2008 - 22:30 Uhr

Wenn es denn stimmt, dass der “Kindle” von Amazon, dieser iPod für Bücher, im Herbst schon nach Deutschland kommt – ja, ich werde einer der ersten sein, der das Teil kauft. Ich mag meine alten Bücher, es wird weiterhin Bücher geben, die ich mir als Buch kaufe. Aber den Gedanken, 200 Bücher in einem Teil mitnehmen zu können, finde ich so verlockend, was interessiert mich da die Haptik. Im nächsten Urlaub mit dem Kindle am Strand, netter Gedanke.

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Wenn Frau es kaum erwarten kann, ihre Dessous zu zeigen

10. August 2008 - 21:57 Uhr

Klar kennen wir alle die Gründe für die guten Bildergalerien: Klicks. Ohne Ende. Klickmaschinen, wie man sie so schön abschätzig in den Redaktionen nennt. Trotzdem frage ich mich, ob das mit diesen Klickereien nicht einfach viel zu kurz gedacht ist. Und ob nicht der Schaden, den sie anrichten, durch die paar Klicks mehr gar nicht aufzuheben ist.

Wenn ich nämlich beispielsweise mich durch die Seiten eines Senders klicke, der den Anspruch erhebt, Deutschlands Nachrichtensender Nummer eins zu sein, und dann auf 30 oder 40 Bilder dieser Qualität stoße und dann auch noch die entsprechenden Bildtexte lese, dann verliere ich ein wenig das Vertrauen in die journalistischen Kompetenzen – oder anders gesagt: Von einer Redaktion, die Sätze schreibt wie “Es gibt Frauen, die können es nicht erwarten, die neue Wäsche vorzuführen”, würde ich mir ungern den Kaukasus-Konflikt erklären lassen. So einfach ist das.

PS: Im Übrigen stelle ich mir gerade vor, ob es nicht ein kleines bisschen ernüchternd für junge, hungrige,ambitionierte Journalisten ist, die gerade in einer großen Fernseh-Nachrichtenredaktion gelandet sind, wenn sie dann vom CvD 30 Miezen in Unterwäsche auf den Tisch geworfen bekommen mit dem Hinweis: Machmalntext…

Update, 11.8., 13 Uhr: Onlinejournalismus 2008, man beachte auch die “Dekollte”-Schreibweise – noch jemand ohne Körbchengröße? (Auszug aus Welt Online, via Kommentare):

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Wer weiß was (über Vodafone)?

9. August 2008 - 8:36 Uhr

Ein wenig off-topic, aber auch ein hübscher kleiner Test darüber, was man an gemeinsamen Wissen so zusammentragen kann: Ich recherchiere gerade an einer kleinen Geschichte über Telcos, insbesondere Vodafone, und deren ein wenig, hmpf, uncharmanten Umgang mit Kunden speziell bei Vertragsverlängerungen und beim Abrechnen von Daten auf UMTS-Karten für den Laptop.  Hat jemand Erfahrungen damit gemacht, kennt jemanden jemanden, der damit Erfahrungen gemacht hat? Kurzes Signal in den Kommentaren oder eine Mail (siehe Impressum) genügen. Vielen Dank schon mal!

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Trial & many errors…

8. August 2008 - 22:17 Uhr

Ehrlich gesagt: So richtig schlau werde ich aus Akademikern nicht. Erst vor kurzem hat sich einer von ihnen in einer Rezension meines Crossmedia-Buchs ziemlich darüber echauffiert, dass das Buch so praxisbezogen und wenig theorielastig sei. Sein Fazit: “Für den Einsatz in der Lehre nicht empfehlenswert.” Ein Ausrutscher, dachte ich damals. Nun aber kommt Prof. Lars Rinsdorf von der Hochschule der Medien in Stuttgart und bemängelt, das Buch biete zwar reichlich praktische Anleitung, aber so gut wie keine Theorie. Erstaunliche Feststellung, das: Das Buch erschien in einer Reihe, die mit “Praktischer Journalismus” betitelt ist. Und nachdem man in vielen Veranstaltungen und Seminaren auf Journalisten stößt, die sich beklagen, dass es zum Thema crossmediales Arbeiten zwar sehr viele Theorien, aber wenige praktische Handreichungen gibt, dachte ich mir, es wäre vielleicht eine Idee, ein paar praktische Handreichungen zu geben. Medienwissenschaft sollen andere machen.

Das wäre vielleicht noch gar nicht so dramatisch, wenn es nicht schon das zweite Mal wäre, dass sich Akademiker beschweren, dass a. das Buch zu wenig theoretische Ansätze biete und b. die Rolle der hochschulgebundenen Ausbildung auf ungefähr null reduziert würde (übrigens, absichtlich – keineswegs irgendwie vergessen). Die Gründe dafür sind einfach. Lehren im akademischen Sinne kann man das, was momentan passiert, so gut wie überhaupt nicht. Was man hingegen machen kann (und sollte): Sich das hier zu Herzen nehmen, ein paar Software-Downloads anwerfen und dann Dinge ausprobieren, auch auf die Gefahr hin, dass die trials mit einigen errors versehen sein werden. So etwas ist verbindlich kein Stoff für akademische Lehre; ich glaube auch beim besten Willen nicht, dass jemand, der ernsthaft Kreatives für die Entwicklung dieser tatsächlich sehr neuen Medien beitragen will, an einem Ort wie einer Hochschule sehr gut aufgehoben sind. Ein Labor ist eben kein Hörsaal. Das Genöle wegen fehlender Literaturverzeichnissebestätigt mich eher in der Auffassung, dass die akademische Debatte und die tatsächlichen praktischen Entwicklungen im digitalen Journalismus zwei Welten sind – die nicht wirklich viel miteinander zu tun haben.

Und deswegen bleibe ich dabei: Wer digitalen Journalismus lernen will, muss es in der Praxis tun, ein wenig autodidaktische Neigungen haben und sich vor allem darüber im Klaren sein, dass es relevante Lehrsätze dazu weitgehend noch gar nicht gibt und er deswegen bestenfalls gerade dabei ist, selber einen solchen Lehrsatz mitzugestalten.

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Ich, der Direktor

6. August 2008 - 21:13 Uhr

Man hört nicht mehr sehr viel Gutes vom Handy-TV in Deutschland und so gut wie gar nichts mehr vom einstmals als nicht sehr viel weniger als eine Revolution angepriesene P2P-Fernsehen “Joost”. Das mag in den einzelnen Fällen unterschiedliche Gründe haben, eines aber haben Joost und Mobile 3.0 gemeinsam: Sie setzen auf lineare Programme als Prinzip (Mobile 3.0 mehr, Joost weniger), Lineare Programme allerdings sind in den künftigen Zeiten des allgegenwärtigen Internets so ziemlich das langweiligste, was man sich vorstellen kann. In der U-Bahn zappen, am Rechner im konventionellen Sinne fernsehen? Uninteressant, wenn man sich überlegt, dass man mühelos via Laptop und Handy genau das sehen kann, wonach einem gerade ist.

Video und bewegtes Bild als Inhalt sind also keineswegs tot, wie man aus den Joost- und Mobile-Geschichten schlussfolgern kann. Nur der äußere Rahmen, in die man diese bewegten Bilder stecken will, passen nicht. Mein Programm-Direktor bin ich selber – nicht Mr. Joost, nicht Herr Mobile (und endlich kann ich diese leere Phrase mal irgendwo mit halbwegs gutem Gewissen anbringen).

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15 Liter auf 100 Kilometer

6. August 2008 - 10:33 Uhr

Beim BDZV haben sie unlängst einen sehr klugen Satz gesagt: Die Entwicklung der kommenden drei Jahre werde über-, die der nächsten zehn Jahtre hingegen unterschätzt. Der Satz stammt von Richard Rebmann, dem Vizechef des Verbands und gleichzeitig Geschäftsführer der SWMH. Das Zitat ist insofern gut, weil es , gewollt oder nicht, illustriert, was momentan am Markt los ist: Irgendjemand wirft etwas in die Runde mit dem Kontext “Internet” und irgendwie werden sie alle ganz wuschig. Man könnte folglich also auch das Wort “Unterhose” in den Ring werfen, wenn es im Kontext mit Online ist, ist es gut. (Nebenbei bemerkt sind allerdings auch die Realitäten beim BDZV lustig: Der Kongress, in dessen Rahmen dieses Zitat fiel, war Mitte Juni. Der entsprechende Newsletter dazu wurde Anfang August versendet – alte Printerdenke eben.)

Tatsächlich ist es so, dass die momentane hektische Betriebsamkeit ein kleines Problem mit sich bringt: Man kann sich zwar auf die Schulter klopfen und betonen, man sei jetzt auch im digitalen Bereich irgendwie irre aktiv. Nur nutzt das gar nichts, wenn man die langfristigen Veränderungen (ebendiese besagten zehn Jahre) nicht realisiert und nicht versteht. Es dreht sich schon seit längerem nicht mehr darum, eine hübsche Webseite hinzustellen, irgendetwas zu verlängern und zu verzahnen. Letztendlich wird es darum gehen, eine Inhalteplattform, eine digitale information utility aufzubauen. Das wird der entscheidende Trick der kommenden zehn Jahre sein – und nicht etwa dieses immer noch veraltete Denken, man habe ein Muttermedium, neben dem man noch ein paar Beiboote fahren lässt. Selbst dann nicht, wenn man diese Beiboote mit ein paar PS mehr aufhübscht.

Nix neues, das? Nein, das ist es in der Tat nicht. Aber das war (und ist) in der Autoindustrie ja auch nicht viel anders, möglicherweise gehört dieses nicht sehr langfristige Denken auch einfach zur menschlichen Grundaustattung. Jedenfalls kann ich mich erinnern, als schon Ende der 80er die ersten Gedanken an ein mögliches Ende des Zeitalters der fossilen Brennstoffe auftauchten. Trotzdem haben die Autobauer fröhlich weiter technische Monstren, gipfelnd in den SUV´s , die auf 100 Kilometer 15 Liter brauchen, gebaut. Jetzt kostet der Sprit 1,50 und die ersten Rufe nach Subventionen werden laut. Man hätte das alles allerdings leicht vorher wissen und entsprechend reagieren können.

Würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn bald die ersten Rufe nach einer Subventionsabgabe zur Rettung notleidender Zeitungen laut würden. Man hätte nämlich auch dort einiges schon sehr viel früher wissen können…beispielsweise dass 15 Liter auf 100 Kilometer irgendwann einfach nicht mehr bzeitgemäß sein würden.

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Blogger…

4. August 2008 - 22:17 Uhr

…müssen nicht jeden Kommentar vor Freischaltung überprüfen, zumindest dann nicht, wenn sie ein nichtkommerzielles Projekt beschreiben. Urteilt man in Frankfurt und beweist damit weitaus mehr Realitätssinn als in Hamburg. Gut so.

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