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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Oktober, 2008

Online worst (12)

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Natürlich kann man sich angesichts der lustigen Blitzmeldungen und anderer Onlinedesaster aus der PNP fragen, warum eigentlich auch nur ein Mensch ohne Androhung von Gewalt auf pnp.de geht.

Eine Antwort könnte sein: aus purer Verzweiflung. Denn bei der “Konkurrenz” vom Straubinger Tagblatt findet sich aktuell (Freitag, 11 Uhr, also knapp 24 Stunden nach dem Ereignis) folgende prickelnde Geschichte:

Wirklich, man sollte aufhören, sich über irgendwas zu wundern. Zumindest dann, wenn es um regionale Tageszeitungen und ihre Zukunftsideen geht.

Written by cjakubetz

Oktober 31st, 2008 at 12:02 pm

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Online worst (11)

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Der Tag, an dem die PNP dieses Dingsbumms, na, dieses Netz da, dieses komische entdeckte, war ein guter. Man amüsiert sich so schön und der Begriff “Blitzmeldung” bekommt auch eine völlig neue Dimension.

Donnerstag, 22.04 Uhr, Startseite pnp.de:

Dass übrigens der Staatssekretär Sibler aus dem Verbreitungsgebiet der PNP nicht mehr im Kabinett ist und dies ziemlich überraschend, erfährt man bei der PNP nicht.

Daneben dürfen Sie aber jetzt raten, was die “bisherige CSU-Generalsekretärin Christine” künftig so macht. Auch nett.

Written by cjakubetz

Oktober 30th, 2008 at 11:09 pm

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Seitenkürzen (2)

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Heute im Laden die PNP (gedruckt) gekauft; keine Ahnung, warum ich das tue. “Wollen Sie wirklich zwei Zeitungen?”, fragt mich die Verkäuferin. Ich erschrecke – und stelle fest: In der Tat, ich habe zwei Zeitungen  genommen. Und selbst da dachte ich mir insgeheim schon, dass das Blatt immer dünner wird. Dann nachgezählt: 28 Seiten, Anzeigen natürlich mitgezählt, zum Einzelpreis von 1,20.

Der Kernkompetenz des Blattes, dem Lokalen, widmet man übrigens ziemlich genau ein Drittel.

Achja, und irgendwie kam mir auch das Anzeigenvolumen etwas kümmerlich vor.

Written by cjakubetz

Oktober 29th, 2008 at 11:31 am

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Selbstreferendingsbumms…

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Man wirft uns Bloggern ja gerne mal vor,  uns irgendwie in erster Linie um uns selbst zu drehen. Oder, besser gesagt, meistens werfen wir uns das selber vor, wobei in dem an uns selbst gerichteten Vorwurf ja auch schon wieder ein Stück von dieser Selbstreferendingsbumms steckt, wenn man es genau nimmt.

Dagegen sind wir eigentlich gar nichts gegen uns selber, vor allem dann nicht, wenn wir (wie ich und einige andere auch) Borderliner sind, Journalisten und Blogger (erinnert mich übrigens gerade sehr an Woody Allen, der in einem Film einen klassischen Middleclass-New-Yorker durch die U-Bahn gehen lässt, der wiederum einen Farbigen erblickt, der eine Kipa trägt und dann feststellt: “Neger alleine reicht wohl noch nicht.”)

Jedenfalls, um endlich zur Sache zu kommen, beginnen heute in München die Medientage, die derart selbstreferentiell sind, dass sich ein Bloggertreff wie eine Therapsiesitzung von Menschen mit minderem Selbstwertgefühl ausnimmt. Außerhalb der Branche nimmt das naturgemäß kein Mensch richtig war, wie das eben so ist bei Branchentreffen: Die Jahresversammlung der bayerischen Metzger registrieren wir ja auch eher am Rande.

Trotzdem lässt es beispielsweise der BR in seinem Nachrichtenkanal so richtig krachen. In den Hauptnachrichten auf B 5 (!) deckten die Kollegen heute morgen als allererstes einen handfesten Skandal auf: Der neue Ministerpräsident Seehofer hat seine Teilnahme am Gipfel resp. seine Eröffnungsrede abgesagt! Lässt sich vom Staatskanzlei-Chef vertreten, vermutlich zumindest (der BR recherchiert noch an diesem Scoop)!. Und das nur, weil er mit Belanglosigkeiten wie einer Kabinettsbildung beschäftigt ist! Man darf davon ausgehen, dass Seehofer einen schweren Stand bei Journalisten haben wird, wenn er derart fatalae Prioritäten setzt. Danach ein fünfminütiges Spezial über die Medientage und am Sonntag dann eine Sonderausgabe des Medienmagazins von den Medientagen, was wenigstens halbwegs sinnig ist, dennoch aber unter dem Strich die Frage offen lässt, ob es der BR auch gemeldet hätte, wenn Seehofer seine Teilnahme an der Jahresversammlung der Metzger abgesagt hätte.

Achja, bevor ich´s vergesse oder jemand anders drauf kommt: Ich bin natürlich auch dabei bei den Medientagen, so viel Selbstreferendingsbumms darf´s dann schon sein.

Update,1 Uhr: War auf der “Mediennacht”. Keine Ahnung warum.

Written by cjakubetz

Oktober 29th, 2008 at 8:51 am

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Online worst (10) – oder: Antworten auf die Zeitungskrise

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Natürlich ist das, was in diesem Kommentar gefragt wird, schon gerechtfertigt: Wenn man bisher lediglich weiß, dass es irgendwie eine böse Krise bei den Printobjekten geben wird und man moniert, dass das bloße Zusammenkürzen von Seiten keine wirklich fanatsievolle Antwort darauf ist, was könnte dann eine probate Antwort sein?

Eine davon lautet seit Jahren: neue Angebote machen, die digitalen Plattformen stärken, Leser da abholen, wo sie sind, junges Publikum mit Online- und Mobileangeboten abholen, die ganze Klaviatur halt.

Man kann es natürlich auch so machen wie die Krisenmanager aus Passau:

Gefunden heute um 10.30 Uhr, gerade mal 20 Stunden nach dem eigentlichen Ereignis. Zeitungsleute machen Online, das kommt dann dabei heraus.

Um also halbwegs ernst zu bleiben auf die Frage nach den Antworten: Ein erster Schritt wäre es, Onlinemedien erstmal zu begreifen.

Written by cjakubetz

Oktober 28th, 2008 at 11:41 am

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Der Daimler und die WAZ

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Beim Daimler, wie die Schwaben ihren Autobauer nenne, stehen demnächst die Bänder etwas still; ziemlich lange sogar. Wenn also in Bälde fünf Wochen lang deutlich weniger Autos als sonst die Werke verlassen, dann hat das erst einmal damit zu tun, dass es die Nachfrage dafür nicht gibt. Also passt man seine Produktion an, baut weniger Fahrzeuge und irgendwann steht man dann, falls sich die Lange nicht erheblich wieder bessert, vor dem Problem seine gesamten Kapazitäten samt Personal deutlich zu reduzieren.

Das nennt man dann meistens Krisenmanagement. Von einer tragfähigen und zukunftsorientierten Strategie würde in diesem Zusammenhang vermutlich niemand reden.

Die WAZ spielt gerade ein wenig Daimler. Etliche Millionen müssen eingespart werden und um den zweiten Schritt (Personal) nicht vor dem ersten machen zu müssen, entscheidet man sich zu einer Verringerung der Produktion. Statt 48 Seiten sollen die Blätter künftig nur noch 32 haben, was viel Geld spart, wie jeder weiß, der weiß, was Papier und Druck so alles kostet. Allerdings, so einfach ist das leider nicht: Auch ein der Betriebswirtschaftslehre eher weniger zugeneigte WAZ-Leser wird schnell merken, was da mit ihm passiert – nämlich, dass er fürs gleiche Geld erheblich weniger Leistung bekommt. Und glauben Sie, ich weiß es aus meiner eigenen Printzeit bei Regionalzeitungen: Die Leser definieren die Zahl der Seiten durchaus als Leistung; obwohl wir als Journalisten ja gerne zu der Meinung neigen, es komme doch in erster Linie darauf an, was in der Zeitung steht und nicht, wieviel. Irrtum. Und bei einer Reduzierung des Inhalts um rund 25 Prozent wird der Leser schnell merken, dass er deutlich weniger für sein Geld bekommt bzw. dass man ihm durch die Hintertür eine satte Preiserhöhung hingelegt hat (falls die Preiserhöhung nicht ohnedies bald auch auf regulärem Weg kommt; das hat sich bei Zeitungen ja ritualhaft eingeschlichen, mit einem kurzen Bedauern über die schlechte Welt die Preise einmal im Jahr hochzusetzen).

Dabei ist die WAZ vermutlich kein Einzelfall bzw.  wird zumindest keiner bleiben. Die Indikatoren, aus denen sich die neue Zeitungskrise zusammensetzt, sind inzwischen hinlänglich bekannt, man hat das Unheil ja heraufziehen sehen. Wenn die Finanzkrise jetzt auch auf die reale Wirtschaft und damit auf den Werbemarkt und damit wiederum auf die Zeitungen durchschlägt, werden wir sehr schnell eine Erosion auf dem Zeitungsmarkt sehen, die man sich derart heftig bisher gar nicht mal vorgestellt hat. Seiten kürzen ist kurzfristig eine Idee, mittelfristig aber der Bankrott. Wenigstens ist die WAZ mit dem “Westen” zumindest soweit, dass man sich eine digitale Exitstrategie ausdenken kann. Wenn man sich andere anschaut, fragt man sich ernsthaft, ob man die Idee von dotcomtod nicht wieder aufleben lässt und auf Regionalzeitungen umwandelt.

Die nächsten Jahre überleben? Das werden die, denen mehr einfällt als Seiten zu kürzen.

Written by cjakubetz

Oktober 27th, 2008 at 10:27 am

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Die hohe Kunst des Fernsehdialogs

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Mit besten Grüßen ans Wochenendseminar. Da kann nicht mal MRR meckern.

Written by cjakubetz

Oktober 26th, 2008 at 9:30 pm

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Fernsehen

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(…) Im Allgemeinen verhält es sich mit dem Schimpfen über das Fernsehen wie mit dem Schimpfen über die Bahn. Das machen nur die Seltenfahrer, die Laien, aber niemals die Profireisenden. Als ich vorgestern mit dem Zug von Köln nach Stuttgart fuhr, war der ICE nur halb so lang wie sonst. Die Amateure stürzten schnaufend in den Zug, schubsten die Leute mit ihren Rucksäcken und schimpfen “Scheißbahn, der Mehdorn muss weg.” Die Profireisenden wie ich dagegen standen gelassen im Zug wie in Indien, ich stand von Köln bis Mannheim, völlig gleichmütig.

(Harald Schmidt im Spiegel).

Written by cjakubetz

Oktober 26th, 2008 at 11:16 am

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Post von drüben

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Heute kam eine Mail eines ehemaligen Stipendiaten. Er hatte bei mir vor gut einem halben Jahr einen Praxiskurs crossmediales Arbeiten belegt und kam dort hinein wie so viele: Interessiert, aufgeschlossen, ohne Praxiserfahrung, aber zumindest nicht völlig ablehnend, was ja schon mal was wert ist, wenn man sich im gleichen Moment an eine Teilnehmerin an einer anderen Einrichtung erinnert, die die Manöverkritik eines Kurses mit der Festsellung beendete, das sei ja alles schön und gut mit diesen neuen Medien, aber sie hoffe doch sehr, dass dieser Krug noch lange an ihr vorbeigehe. Die Frau war Anfang 20.

Der ehemalige Stipendiat jedenfalls schreibt, dass er derzeit in den USA ein Praktikum absolviere und mehr oder mionder erstaunt feststelle, was Onlinejournalismus leisten könne, wenn man sich beispielsweise die NYT oder das WSJ anschaue. Und dass er demnächst, wenn er wieder nach Deutschland zurückkehrt, dann doch lieber ein Onlinepraltikum als ein Praktikum bei einem analogen Medium anstrebe.

Noch ist er mit dieser Erkenntnis und dieser Einstellung ein MInderheitenangehöriger.

Noch.

Written by cjakubetz

Oktober 26th, 2008 at 11:11 am

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Online worst (9): Ein Todesfall als “Bild des Tages”

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Ohne Worte.

Written by cjakubetz

Oktober 21st, 2008 at 10:39 am

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