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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Januar, 2009

GEZ fürs iPhone

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“Das von Ihnen erwähnte iPhone ist in der Lage, Rundfunkdarbietungen aus dem Internet wiederzugeben, es gilt daher als neuartiges Rundfunkgerät und ist gebührenpflichtig. Die Gebühr beträgt ab Januar 2009 5,76 Euro pro Monat (…) “Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass die Gebühr nur dann zu entrichten ist, wenn es sich bei diesem Gerät um das Erstgerät handelt, sollte der Rundfunkteilnehmer bereits andere herkömmliche Rundfunkgeräte angemeldet haben, gilt im privaten Bereich dieses Gerät ähnlich wie z.B. ein Autoradio als gebührenfreies Zweitgerät, es ist daher nicht gesondert anmelde- und gebührenpflichtig.”.”

Lustiges aus Bürokratien. Wie betreibt man denn ein iPhone, ohne einen internetfähigen Computer zu haben, der wiederum, folgt man der GEZ-Logik, ja schon lange als prinzipiell rundfunkfähiges Gerät angemeldet sein müsste, was wiederum nach sich zöge, dass für ein iPhone ohnehin keine Gebühren fällig sind.

Und manchmal frage ich mich, um wie viel besser unser Radio und unser Fernsehen sein könnte, würde man dieses brüokratische Monstrum namens GEZ auf halbwegs ertägliches Maß zusammenstutzen und das eingesparte Geld ins Programm stecken. (via)

Written by cjakubetz

Januar 16th, 2009 at 3:57 pm

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Not zwitschering (2)

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Robert Basic, dem man immerhin zugute halten muss, ein begnadeter Verkäufer seiner selbst zu sein, hat Thorsten Schäfer-Gümbel interviewt. Das wäre eigentlich keiner weiteren Erwähnung wert, wäre es nicht ein Twitter-Interview gewesen und hätten nicht ein paar Technik-Freaks leuchtende Augen bekommen. Mir selbst hat dieses Interview-Gezwitscher eigentlich nur gezeigt, was Twitter nicht sein wird: ein ernstzunehmendes journalistisches Medium. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wer meint, er müsse anderen seine Welt in 140 Zeichen mitteilen, nichts dagegen. Wenn wir aber von Journalismus reden, dann bleibt leider nur Geschwätzigkeit in einer ohnehin schon ziemlich geschwätzigen Welt übrig. Dass sich Schäfer-Gümbel als eine Mischung aus “bayrischer lebensfreude und preussischen tugenden” sieht, ist bestimmt ganz prima, aber wissen muss man das wirklich nicht. TSG ist durch ein Familienmitglied zum Twittern gekommen und nicht durch eine Agentur? Wie spannend. Und wäre TSG der beste Ministerpräsident, den wir je hatten oder nur Mittelmaß? Er wäre auf jeden Fall besser als Koch, lässt uns TSG wissen, und ehrlich gesagt: Darauf wären wir von alleine jetzt kaum gekommen.

Man mag natürlich – zurecht – dem armen TSG zugute halten, dass es auf diese Frage kaum eine andere Antwort gibt und Basic fragt tatsächlich auch wie einer dieser quälenden Fußballreporter, die einem bedauernswerten Kicker, der gerade noch bei einem Puls von 160 ist, die Frage stellen, wie er sich denn eigentlich so gefühlt habe, als er den entscheidenden Elfmeter versemmelte. Ja gut, ich sag mal – eigentlich hätte TSG genau das antworten müssen, das wäre schon wieder witzig gewesen. Tatsächlich aber zeigen die drögen Fragen und die mittelmäßig lustigen Antworten das Grundproblem des Twitterns: Einen halbswegs komplexen Sachverhalt auf 140 Zeichen komprimieren, ist vielleicht ein ulkiges Experiment, aber kein Journalismus. Und wenn wir schon beim moralisieren sind: Diese Dauerverflachung von Politik nervt ja eh schon, wenn sich politische Debatten dann auf dieses Level bewegen, weiß ich nicht, was daran aufregend, innovativ oder interessant sein soll.

Was aber dann? Vielleicht – wirklich nur Geschwätz?

Nachtrag am Rande: Am Montag Seminar gehabt mit 28 Volontären deutscher Tageszeitungen und Radios (schönen Gruß übrigens). Von 28 wussten keine 5, was Twitter ist. Soviel als Realitätscheck.

Written by cjakubetz

Januar 14th, 2009 at 7:09 pm

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Amazon, Teil 2

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Huch! Ihr seit ja so gut zu mir…

Written by cjakubetz

Januar 11th, 2009 at 4:43 pm

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Amazon-Charts

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Ja, ich geb´s zu: Auch wenn das natürlich nur quasi die Untercharts zum Thema Medien in den allgemeinen Verkaufscharts bei Amazon sind und auch wenn das morgen schon wieder ganz anders aussehen wird, aber ich freu mich gerade wie Bolle…

Written by cjakubetz

Januar 11th, 2009 at 11:35 am

Posted in IN EIGENER SACHE

Sieht so ein neuer Champion aus?

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Man durfte sich da ja schon wundern: Steuersenkungen seien keinerlei Problem, reklamierte der (gewesene) bayerische Finanzminister und CSU-Chef Huber im letzten Sommer, weil das ja eigentlich ganz einfach sei: Bis 2011 nehme der Staat soooo viel an Steuern ein, dass man das locker an die Bürger zurückgeben könne. Die Kommentatoren unterschiedlichster Coleur kommentierten dies erwartungsgemäß aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus, sei es als vernünftige Idee oder als Wahlkampfgetöse. Allerdings kann ich mich an keinen erinnern, der den Huber-Vorschlag insofern als Blödsinn abtat, als dass der Staat in den kommenden Jahren völlig andere Dinge zu tun haben könnte als Wohltaten zu verteilen – er muss ja schließlich Fusionen kranker und misswirtschaftender Banken finanzieren. Von einer möglicherweise heraufziehenden Krise biblischen Ausmaßes jedenfalls habe ich in den Wirtschafts-Kommentaren der Sommermonate irgendwie wenig gelesen.

Was ich sagen will: Speziell im Wirtschaftsjournalismus habe ich in den vergangenen ja durchaus ganz guten Jahren viel an Kritikfähigkeit, an genauem Hinschauen vermisst. Zu den Boom-Zeiten in der New Economy auch schon. Und insofern freut man sich dann, wenn die Kollegen der FAS eine Sache wie die staatliche Finanzierung der Fusion von CoBa und Dresdner Bank ziemlich deutlich hinterfragt.

Written by cjakubetz

Januar 11th, 2009 at 11:30 am

Posted in LESETIPP

Komisch ja auch…

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…dass immer da, wo der Name Lutz Schumacher auftaucht, die Begriffe “Kündigung” und “Stellenabbau” in unmittelbarer Nähe sind. (siehe zum Beispiel hier oder auch hier).

Written by cjakubetz

Januar 10th, 2009 at 12:59 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Welcome to the jungle

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Wirklich alles, was es zur Madenameisenrokodilsshow zu sagen gibt, hat Peer Schader ganz wunderbar bei den Kollegen von Spiegel Online aufgeschrieben.

Written by cjakubetz

Januar 10th, 2009 at 12:49 pm

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Angriff der Käuze

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Leider (noch) nicht online, dafür aber umso lesenswerter: Ringsgwandls süffisante Abrechnung mit Sprachkäuzen wie Wolf Schneider und dessen “Aktion lebendiges Deutsch”; heute in der Wochenendbeilage der SZ. Man fragt sich speziell im Fall Schneider ja ohnehin immer wieder, wieso eigentlich alle wie die Lemminge hinter ihm herhecheln und alles, was er sagt, einfach nur toll finden. Dabei ist die Forderung nach einem Klapprechner eher ungewollt komisch.

(Nachtrag: Inzwischen steht die Geschichte online.)

(PS: Mir fällt eben auf, dass nicht jeder außerhalb Bayerns wissen muss, wer der Herr Dr. Ringsgwandl ist. Für die Ahnungslosen – und auch die, die Bayern immer noch für ein postkartkomptabibles Folklorestück halten – ein bissel Ringsgwandl für Einsteiger. Schreiben kann er übrigens auch).

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Written by cjakubetz

Januar 10th, 2009 at 11:38 am

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Online worst (23): Heute ohne PNP, dafür mit Zoomer

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“Was ist denn da los?”, fragt man sich bei Meedia.de – und meint damit den vermeintlich katastrophalen Absturz vom Trashportal Zoomer in der Zuschauergunst. Dabei ist das Ganze ziemlich unüberraschend. Erstaunlich in den letzten Wochen war ja nur eines: dass die Noch-Zoomer-Truppe es geschafft hat, ein ohnehin eher erbärmliches Angebot einem Relaunch zu unterziehen, an dessen Ende das Angebot tatsächlich noch erbärmlicher aussieht.

Fangen wir mal bei so etwas banalem wie der Optik an. Ich bin kein Grafiker und maße mir auch sicher keine alllzuhohe Kompetenz in Designfragen an – aber was man sich bei Zoomer während des Relaunchs ausgedacht (gedacht??) hat, sieht ein bisschen so aus, als hätte sich eine Pennälertruppe nach der ersten Koksparty des noch jungen Lebens an den Rechner gesetzt, ausprobiert, was sich mit InDesign so machen lässt und dann entvervt das Spielzeug wieder in die Ecke gesetzt. Ein derartig groteskes Missverhältnis zwischen Schriftarten, Schriftgrößen und Fotos ist mir jedenfalls schon lange nicht mehr untergekommen; dass man da auch noch Worte in der Überschrift trennt, was soll´s noch groß?

Mindestens genauso bizarr ist die Themenauswahl. Natürlich kann man ein Portal für ein junges Publikum thematisch nicht so aufstellen wie, sagen wir, Zeit online. Aber mit dieser Agenda, wie sie Zoomer nicht nur heute nachmittag, sondern eigentlich ungefähr immer hat, steht das Portal vermutlich deutschlandexklusiv da. Man muss ja nicht gleich kapieren, nach welchen Kriterien diese Geschichten gerankt werden, aber wenn es das ist sein sollte, was wirklich wichtig ist, hat Zoomer entweder eine skurrile Redaktion oder selten eigenartige Leser. Ein gefakter türkischer Karnevalsverein ist jedenfalls eine derartige Anti-Geschichte, dass man sie wirklich niemandem vorsetzen kann. Und ganz nebenbei bemerkt: Wenn man schon ein Nachrichtenportal lancieren will, sollte man auch so etwas Ähnliches wie eine Nachrichtenkompetenz vermitteln. Nicht mal ein 14-Jähriger traut Zoomer zu, die Welt erklären zu können, wenn man allen Ernstes solche Geschichten als Aufmacher präsentiert.

Und irgendwie scheinen erwachsene Medienmacher ja immer noch dem Irrglauben zu unterliegen, wenn man Medien für ein junges Publikum machen wolle, müsse man ein wenig stammelig rüberkommen und auf elementare Grundsätzer halbwegs gepflegter Sprache verzichten. Von Rechtschreibung und Zeichensetzung reden wir lieber erst gar nicht. Bei Zoomer liest sich das dann so:

(…)Denn natürlich hatten alle erschienen Journalisten den Artikel zur Hand und fragten den Pseudo-Gründungsmitgliedern Löcher in den Bauch, beäugten sie komisch, einer rief sogar ‚Wollt ihr uns verarschen?’. “Ich antwortete ‘Nö!’ und dann wurden wir immer mutiger. Wir stellten unsere Forderungen nach einer Quotenregelung für das Dreigestirn und nach gesitteterem Feiern beim Karneval. Wir präsentierten auch unseren Rosenmontagswagen – einen roten Flitzer”, sagt die 27-Jährige. Brenlzig wurde es, als sie die Anwesenden mit ‘Hellau’ statt dem im Köln typischen “Alaaf” begrüßte.

Die Sache wäre spätestens aufgeflogen wenn ihr jemand eine Frage auf Türkisch gestellt hätte. “Mit dem Kopftuch sah ich zwar sehr türkisch aus, aber ich spreche kein Wort dieser Sprache”, sagt sie. Dann wäre der Dritte im Bunde, Pierre M. Krause hinter einer Tür hervorgesprungen gekommen und hätte gerufen ‘reingefallen’. Der konnte aufgrund seiner medialen Bekanntheit nicht an der Aktion teilnehmen.

Neben den Medien sollte aber auch der Kölner Karneval ins Visier genommen werden. “In dieser Beziehung verstehen die Kölner einfach keinen Spaß”, so Korneli, die schon des öfteren beim Karneval war und dabei nicht immer die besten Erfahrungen gemacht hat. “Ganz schlimm finde ich Männer, die beim Karneval denken, sie könnten mich angrabschen.”

Eine restlos irrelevante Themenauswahl, ein grauenvolles Layout, Journalisten, denen es an Witz, Idee, Kreativität fehlt – warum sollte sich das in den Nutzerzahlen nicht auch entsprechend niederschlagen? Und hat eigentlich irgendwann irgendjemand nochmal Uli Wickert bei Zoomer gesehen?

Liebe Holtzbrincker, stampft es ein, das Ding. Selbst das, was ihr als Überbleibsel in die neue Großredaktion packen wollt.

Written by cjakubetz

Januar 9th, 2009 at 6:10 pm

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Ich bin ein Star, lasst sie raus…!

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Wenn Sie faule Eier werfen wollen, tun Sie das bitte jetzt: Ich oute mich hiermt als bekennender Anhänger des RTL-Dschungelcamps. Ich finde, wenn man die Quintessenz des Privat-TV auf eine Formel bringen müsste, würde sie “Ich bin ein Star…” lauten. Das ist in etwa so wie mit einem BigMac: Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, ihn zu mögen. Aber ab und an muss er sein.

Written by cjakubetz

Januar 9th, 2009 at 4:46 pm

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