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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Februar, 2009

McPNP

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Und im Übrigen macht die PNP mit ihrer Neuausrichtung jetzt ernst: Man hat eine Kooperation mit McDonalds geschlossen, was insofern gepasst hat, als dass man dem neuen Chefredakteur damit gleich die Möglichkeit zu seiner ersten Amtshandlung gegeben hat (dass es für einen Chefredakteur eigentlich ein Grund sein sollte, seiner Verlegerin augenblicklich die Kündigung auf den Tisch zu werfen, wenn er als ersten großen Termin Burger loben soll, ist wieder was anderes). Jedenfalls gibt jetzt bei jedem Frühstück, das man beim Passauer McDonalds bestellt, gleich noch eine aktuelle Ausgabe der PNP dazu, was für die PNP Grund ist, die Bulettenbrater gleich noch ein wenig im redaktionellen Teil zu loben:

Das Erfolgsgeheimnis der Fast-Food-Kette laut Froschmeier: „McDonald’s ist mehr als Hamburger und BicMac.“ Was das Unternehmen auszeichne, seien spezielle Angebote und die „Ausrichtung an regionalen Präferenzen“. So gibt es auf der ganzen Welt Produkte, die dem Geschmack der Kunden im jeweiligen Lokal zusagen. Und passend dazu eben ab sofort jeden Morgen Ihre PNP.

Mit dem schönen Effekt, dass man die Auflage wieder irgendwie nach oben bringt. Indes: Man ahnt allerdings auch, wie es um ein Blatt bestellt ist, wenn Zeitungen verschenkt werden.

Written by cjakubetz

Februar 28th, 2009 at 5:37 pm

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PNP springt rasant ins Jahr 2001!

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Das ist mal wieder so ein Tag, an dem man sich über das zunehmende Elend bei dem einen oder anderen Regionalblatt nicht mehr wundern mag.

Wir erinnern uns: Unsere liebgewordenen Freunde der PNP haben erst ein wenig Lokalredaktionen zertrümmert, den Chefredakteur gefeuert, dann in einem Akt der Nächstenliebe auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Jetzt entdeckt sie im Zuge der radikalen neuen strategischen Neuausrichtung ein paar atemberaubend neue, revolutionäre Dinge. Beispielsweise, dass man große Themen auf lokale Ebene runterbrechen und daraus eine neue Geschichte drehen kann (wer hätte das gedacht?). Heute jedenfalls beschreibt das Blatt, wie ihre neue Form von Journalismus aussieht:

(…)Wir wollen selbst globale Themen auf ihre regionale Relevanz hinterfragen, etwaige Auswirkungen auf die Menschen in unserer Heimat Nieder- und Oberbayern herausarbeiten und, wo immer möglich und für den Leser sinnvoll, verständlich und informativ darstellen. Das ist unser neuer Ansatz“, so der neue Chefredakteur.

Ziemlich neu auch dieser Ansatz; das klingt ein bisschen nach diesen Newsdesks, von denen man inzwischen immer wieder mal hört:

An die Stelle einzelner Ressorts in der Passauer Zentralredaktion tritt künftig eine große Nachrichtenredaktion. Dort werden die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt aufbereitet.

Und schließlich noch – hold on to your seats! – will die PNP Online und Print tatsächlich miteinander verzahnen. Wie lang mag Verlagsberater Rudolf Kollböck an diesem bahnbrechenden Vorschlag gearbeitet haben? Es waren lange Nächte, steht zu vermuten:

Eine weitere Neuerung besteht in der besseren Vernetzung zwischen Zeitung und Online-Redaktion – nach beiden Seiten: „Die Zeitung liefert nicht nur Nachrichten für den PNP-Internetauftritt, sondern von dort werden – zum Beispiel – Reaktionen aus Diskussionsforen an die Zeitung weitergeleitet. Und die macht daraus dann wiederum Themen“, so Fuchs. Damit werde die Zeitung noch interessanter auch für jüngere Leser, die besonders intensiv online vertreten seien. Jeder Zeitungsredakteur werde künftig auch an die Online-Redaktion denken – und umgekehrt.

Bleibt also nur eine überaus logische Feststellung unter dem Strich:

Verlegerin und PNP-Geschäftsführerin Simone Tucci-Diekmann ist überzeugt, dass die PNP mit der Stärkung der Marke Heimatzeitung unter Beibehaltung des bundespolitischen Anspruchs und dem Ausbau der Online-Aktivitäten inhaltlich gut aufgestellt ist für die Herausforderungen der Zukunft.

Die PNP springt also aus den späten 80ern direkt ins Jahr 2001. Und dann soll man sich noch wundern, wenn es Blättern dieser Kategorie immer schlechter geht?

Written by cjakubetz

Februar 28th, 2009 at 3:47 pm

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Sternspiegelfaztwitterapp

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Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird eine Frage bei nahezu allen Veranstaltungen, bei denen ich in den letzten 12 Monaten war, gestellt: Warum muss man eigentlich neben dem eigenen Muttermedium und der inzwischen zähneknirschend akzeptierten eigenen Webseite jetzt auch noch so viel anderen Kram bestücken, mit dem man eigentlich gar nichts am Hut hat? Twitter beispielsweise, iTunes oder Facebook? Das könnte man vermutlich sehr ausführlich mit der halbakademischen These beantworten, dass auch journalistischer Inhalt mehr und mehr seine Klammer verliert und dass man die potenziellen Nutzer ziemlich schwer nur noch über seine eigenen Kanäle erwischt. Man könnte aber auch einfach heute morgen mal einen Blick auf iTunes werfen und feststellen, dass Mister Eli Stone bei Pro 7 nur noch im Nachtprogramm düpelt, bei iTunes aber aktuell die meistverkaufte TV-Folge ist, was letztendlich die Serie wiederum zu einem deutlich größeren Erfolg werden lässt als es die reine Quotenmesserei nahelegt.  Zudem findet man bei den meist geladenen Apps fürs iPhone momentan eine News-Applikation auf Platz 1, die vermutlich auch deswegen momentan die Nummer 1ist, weil es (zumindest nach meinem Wissen) momentan die einzige iPhone-Applikation eines großen deutschen Nachrichtenportals ist.

Und dann fassen wir mal zusammen, was ich inzwischen alles nutzen könnte, wenn ich nur das iPhone an die Hand nehme: konventionelle Webseiten, Twitter-Feeds, Videos, Audios, (Live-)Radio, (Live)-TV, Apps.

Nicht dabei sein? Geht schon. Genauso gut kann man sich aber auch gleich eingraben lassen.

Written by cjakubetz

Februar 28th, 2009 at 11:37 am

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA

Wie die Lemminge

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Wenn mich nicht die Erinnerung vollständig trügt, dann war der Tenor, wenn es um Online-Videos ging, vor kurzem noch der: dolle Dinger, diese Videos, aber leider, leider so sakrisch teuer, dass es kaum einen  Weg geben wird, sie zu refinanzieren. Gestern dann gelesen, dass Werbung in Videos quasi the next big thing und schon jetzt dauernd ausverkauft sei - und mir dann gedacht, dass wir Medienleute uns über Banker nicht zu viel lustig machen sollten. Leichte Lemminge-Tendenzen gibt´s bei uns nämlich auch.

Written by cjakubetz

Februar 28th, 2009 at 11:13 am

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA

Und das ist leider kein Einzelfall…

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Ede Zimmermann in schwarzweiß, später in Farbe, dazu mit dem unachahmlich ausgesprochenen Satz: Und das ist leider kein Einzelfall…!

Alles, was man über XY wissen muss – hier.

Und keine weiteren Fragen dazu, bitte…

Written by cjakubetz

Februar 27th, 2009 at 2:29 pm

Posted in LESETIPP

Satz des Tages

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Ist Mitglied (bei Xing): Weil immer noch kein Headhunter angerufen hat.

(Hinweis 1: aus dem SZ-Magazin, ein wunderbares Stück über Communitys).

(Hinweis 2: Ich habe einen Xing-Account. Ich weiß bloß nicht, warum.)

Written by cjakubetz

Februar 27th, 2009 at 12:47 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Medienmacken

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Zugegeben, ich hatte es ziemlich eilig heute morgen – und wenn man irgendwann so gegen 5.30 Uhr das Haus verlässt, ist man noch nicht so richtig klar im Kopf. Deswegen habe ich glatt vergessen, meine SZ aus den Postkasten zu holen, was mich wiederum vor die Aussicht stellte, eine Stunde im Zug ohne Lektüre zu sitzen, was mich wiederum dazu brachte, schnell noch beim Zeitschriftenhändler vorbeizufahren (die haben bei uns um die Zeit schon offen), mir eine SZ mitzunehmen und mich dann in den Zug zu setzen.

Das ist eigentlich ganz schön bescheuert, rationell betrachtet. Da liegt also eine bezahlte und abonnierte SZ daheim, ich hatte mein iPhone in der Tasche, mit dem ich lesen, Radio hören und Videos hätte schauen können, am Bahnhof in München stehen eh inzwischen jeden 2. Tag Hostessen, die die SZ verschenken und am meinem Zielort hätte ich die SZ kostenlos bekommen. Aber nein, ich wollte morgens um 7 meine Zeitung lesen. Im Zug. Kein Internet, kein Radio. Einfach nur Zeitung.

Aufgefallen ist mir danach, dass ich, wenn es um den Umgang mit Medien geht, eh des Öfteren ziemlich bescheuerte Sachen mache. Da ist zum Beispiel diese Geschichte mit “Eli Stone”. Ich bin jetzt schon todunglücklich, dass es keine weitere Staffel dieser wunderbaren Serie geben wird und dass damit jetzt aktuell die gerade bei Pro 7 laufenden Folgen auch die letzten sein werden (ich stehe mit meiner Leidenschaft für den visionären Anwalt übrigens anscheinend ziemlich alleine; Pro 7 hat die Serie ins Nachtprogramm verlegt, was kein Ausweis für eine besonders gute Resonanz beim Zuschauer ist). Ich leide jedenfalls ziemlich mit dem guten Eli mit und freue mich dann wie ein kleines Kind über das Happy End, obwohl mir natürlich von Anfang an klar ist, dass die Geschichte gut ausgehen wird.  Trotzdem habe ich die Serie noch nie (ungelogen: noch nie!) im Fernsehen gesehen. Sondern immer nur wahlweise am Laptop und am Handy. Bevor Sie jetzt loswettern: Ich weiß, dass es ungefähr Millionen Gründe gibt, das nicht zu tun. Aber Eli Stone ist nunmal meine Serie für unterwegs; ich zeichne sie mir auch nicht über den Festplattenrekorder auf, sondern bin nur glücklich, wenn ich sie bei iTunes kaufen kann (BTW: Kennen Sie eigentlich das großartige Buch “Denken hilft zwar, nützt aber nichts”?)

Ich habe mich übrigens die Tage mal wieder nach vielen langen Tagen durch Twitter gewühlt, habe sogar einen eigenen Account, nachdem alle drüber reden und man ja mitreden können will. Danach erneut bemerkt: gibt mir nichts ab, diese Form der Kommunikation. Rein gar nichts.

Den “Elektrischen Reporter” kann man übrigens auch für die Playstation Portable konvertiert downloaden. Großartig, würde ich aber nie tun. Erstens, weil ich keine PSP habe und zweitens, weil ich nie auf einer Gaming-Konsole Fernsehsendungen schauen würde. Was mich nicht daran hindert, auf meinem Handy TV-Sendungen anzuschauen und Spiele daraufzuladen, was das Handy letztendlich ja wiederum zu einer telefonierenden Spielekonsole macht.

Ab und an kaufe ich mir ürigens die Schwerpunkte von Brand eins als Hörbuch. Obwohl es billiger wäre, ich würde sie auf Papier kaufen; dann hätte ich auch gleich noch das Heft dazu. Ich finde aber, sie hören sich besser an als sie zu lesen sind.

Manche Blogs habe ich als Feed aboniert, andere nicht. Obwohl ich sie täglich besuche.

Seit es Podcasts gibt, höre ich fast kein Radio mehr. Zumindest nicht das lineare Programm. Auf der anderen Seite habe ich nie so viele BR-Formate gehört wie aktuell.

Und vermutlich haben Sie jetzt zehnmal den Kopf geschüttelt und sich womöglich gefragt: Wie kann man nur? Das ist die entscheidende Frage mit der einfachen Antwort: Man kann, weil man kann. Lassen Sie mich halt einfach. Ich lasse Sie ja auch.

(Und eigentlich wollte ich damit nur eine einfache Antwort auf die Frage geben, warum man inzwischen Inhalte auf so unglaublich vielen Kanälen ausspielen soll.)

Written by cjakubetz

Februar 26th, 2009 at 10:26 am

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Life´s a Puff

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Das Leben ist lustiger als jede Satire: Das Haus (in München), in dem ich lange gearbeitet habe und das irgendwie von ein paar Aufs und ganz aberwitzigen Abs geprägt war, das Haus jedenfalls soll jetzt umgewidmet werden. Zu (schreibt der Boulevard) “Europas größtem Bordell”. Mein Ex-Büro als Separée, eine fantastische Satire. Und der Gedanke, was künftig in meinem alten Büro so getrieben wird, ist irgendwie, hüstel, reizvoll.

(schon gut, ich weiß: das können nur Insider witzig finden.)

Written by cjakubetz

Februar 19th, 2009 at 10:33 pm

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Vanity leer

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In einem Anflug von Sentimentalität gestern am Flughafen die, wie wir inzwischen wissen, letzte Ausgabe von “Vanity Fair” gekauft. Dann festgestellt, dass dieses ganze aktuelle Krisengetue wirklich wunderbar geeignet ist, Dinger sterben zu lassen, die keine Existenzgrundlage haben (mit “Krise” lässt sich super argumentieren). “Vanity Fair” ist so ein Ding gewesen, ebenso wie übrigens das jüngst beerdigte “Tomorrow”: Eine Zeitung wie Popcorn. Ziemlich aufgeblasen und wenn man reinbeißt, schmeckt es irgendwie nach nichts. Ganz viel Arbeit für einen Art Director, dabei aber vergessen, irgendwie so etwas ähnliches wie Inhalt zu produzieren. Kein einziger halbwegs geistreicher Satz im Heft, aber dafür hübsch verpackt.

Written by cjakubetz

Februar 19th, 2009 at 1:14 pm

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Radioelend

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Gestern insgesamt sieben Stunden im Auto gesessen, was eh nicht schön ist. Dabei viel Radio gehört, was inzwischen auch nicht mehr schön ist. Dann überlegt, warum eigentlich in sieben Stunden Hören irgendwelcher Popwellen ungefähr kein einziger halbwegs geistreicher Satz gefallen ist. Dann zuhause diese Geschichte von Horst Müller gelesen und gedacht: Das isses.

Nachtrag: ebenfalls lesenswert diese Geschichte, die den Zusammenhang zwischen Radio-MA und Busengrabschen schön darlegt.

Written by cjakubetz

Februar 15th, 2009 at 12:14 pm

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