Archiv für 28. Februar 2009


McPNP

28. Februar 2009 - 17:37 Uhr

Und im Übrigen macht die PNP mit ihrer Neuausrichtung jetzt ernst: Man hat eine Kooperation mit McDonalds geschlossen, was insofern gepasst hat, als dass man dem neuen Chefredakteur damit gleich die Möglichkeit zu seiner ersten Amtshandlung gegeben hat (dass es für einen Chefredakteur eigentlich ein Grund sein sollte, seiner Verlegerin augenblicklich die Kündigung auf den Tisch zu werfen, wenn er als ersten großen Termin Burger loben soll, ist wieder was anderes). Jedenfalls gibt jetzt bei jedem Frühstück, das man beim Passauer McDonalds bestellt, gleich noch eine aktuelle Ausgabe der PNP dazu, was für die PNP Grund ist, die Bulettenbrater gleich noch ein wenig im redaktionellen Teil zu loben:

Das Erfolgsgeheimnis der Fast-Food-Kette laut Froschmeier: „McDonald’s ist mehr als Hamburger und BicMac.“ Was das Unternehmen auszeichne, seien spezielle Angebote und die „Ausrichtung an regionalen Präferenzen“. So gibt es auf der ganzen Welt Produkte, die dem Geschmack der Kunden im jeweiligen Lokal zusagen. Und passend dazu eben ab sofort jeden Morgen Ihre PNP.

Mit dem schönen Effekt, dass man die Auflage wieder irgendwie nach oben bringt. Indes: Man ahnt allerdings auch, wie es um ein Blatt bestellt ist, wenn Zeitungen verschenkt werden.

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PNP springt rasant ins Jahr 2001!

28. Februar 2009 - 15:47 Uhr

Das ist mal wieder so ein Tag, an dem man sich über das zunehmende Elend bei dem einen oder anderen Regionalblatt nicht mehr wundern mag.

Wir erinnern uns: Unsere liebgewordenen Freunde der PNP haben erst ein wenig Lokalredaktionen zertrümmert, den Chefredakteur gefeuert, dann in einem Akt der Nächstenliebe auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Jetzt entdeckt sie im Zuge der radikalen neuen strategischen Neuausrichtung ein paar atemberaubend neue, revolutionäre Dinge. Beispielsweise, dass man große Themen auf lokale Ebene runterbrechen und daraus eine neue Geschichte drehen kann (wer hätte das gedacht?). Heute jedenfalls beschreibt das Blatt, wie ihre neue Form von Journalismus aussieht:

(…)Wir wollen selbst globale Themen auf ihre regionale Relevanz hinterfragen, etwaige Auswirkungen auf die Menschen in unserer Heimat Nieder- und Oberbayern herausarbeiten und, wo immer möglich und für den Leser sinnvoll, verständlich und informativ darstellen. Das ist unser neuer Ansatz“, so der neue Chefredakteur.

Ziemlich neu auch dieser Ansatz; das klingt ein bisschen nach diesen Newsdesks, von denen man inzwischen immer wieder mal hört:

An die Stelle einzelner Ressorts in der Passauer Zentralredaktion tritt künftig eine große Nachrichtenredaktion. Dort werden die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt aufbereitet.

Und schließlich noch – hold on to your seats! – will die PNP Online und Print tatsächlich miteinander verzahnen. Wie lang mag Verlagsberater Rudolf Kollböck an diesem bahnbrechenden Vorschlag gearbeitet haben? Es waren lange Nächte, steht zu vermuten:

Eine weitere Neuerung besteht in der besseren Vernetzung zwischen Zeitung und Online-Redaktion – nach beiden Seiten: „Die Zeitung liefert nicht nur Nachrichten für den PNP-Internetauftritt, sondern von dort werden – zum Beispiel – Reaktionen aus Diskussionsforen an die Zeitung weitergeleitet. Und die macht daraus dann wiederum Themen“, so Fuchs. Damit werde die Zeitung noch interessanter auch für jüngere Leser, die besonders intensiv online vertreten seien. Jeder Zeitungsredakteur werde künftig auch an die Online-Redaktion denken – und umgekehrt.

Bleibt also nur eine überaus logische Feststellung unter dem Strich:

Verlegerin und PNP-Geschäftsführerin Simone Tucci-Diekmann ist überzeugt, dass die PNP mit der Stärkung der Marke Heimatzeitung unter Beibehaltung des bundespolitischen Anspruchs und dem Ausbau der Online-Aktivitäten inhaltlich gut aufgestellt ist für die Herausforderungen der Zukunft.

Die PNP springt also aus den späten 80ern direkt ins Jahr 2001. Und dann soll man sich noch wundern, wenn es Blättern dieser Kategorie immer schlechter geht?

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Sternspiegelfaztwitterapp

28. Februar 2009 - 11:37 Uhr

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird eine Frage bei nahezu allen Veranstaltungen, bei denen ich in den letzten 12 Monaten war, gestellt: Warum muss man eigentlich neben dem eigenen Muttermedium und der inzwischen zähneknirschend akzeptierten eigenen Webseite jetzt auch noch so viel anderen Kram bestücken, mit dem man eigentlich gar nichts am Hut hat? Twitter beispielsweise, iTunes oder Facebook? Das könnte man vermutlich sehr ausführlich mit der halbakademischen These beantworten, dass auch journalistischer Inhalt mehr und mehr seine Klammer verliert und dass man die potenziellen Nutzer ziemlich schwer nur noch über seine eigenen Kanäle erwischt. Man könnte aber auch einfach heute morgen mal einen Blick auf iTunes werfen und feststellen, dass Mister Eli Stone bei Pro 7 nur noch im Nachtprogramm düpelt, bei iTunes aber aktuell die meistverkaufte TV-Folge ist, was letztendlich die Serie wiederum zu einem deutlich größeren Erfolg werden lässt als es die reine Quotenmesserei nahelegt.  Zudem findet man bei den meist geladenen Apps fürs iPhone momentan eine News-Applikation auf Platz 1, die vermutlich auch deswegen momentan die Nummer 1ist, weil es (zumindest nach meinem Wissen) momentan die einzige iPhone-Applikation eines großen deutschen Nachrichtenportals ist.

Und dann fassen wir mal zusammen, was ich inzwischen alles nutzen könnte, wenn ich nur das iPhone an die Hand nehme: konventionelle Webseiten, Twitter-Feeds, Videos, Audios, (Live-)Radio, (Live)-TV, Apps.

Nicht dabei sein? Geht schon. Genauso gut kann man sich aber auch gleich eingraben lassen.

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Wie die Lemminge

28. Februar 2009 - 11:13 Uhr

Wenn mich nicht die Erinnerung vollständig trügt, dann war der Tenor, wenn es um Online-Videos ging, vor kurzem noch der: dolle Dinger, diese Videos, aber leider, leider so sakrisch teuer, dass es kaum einen  Weg geben wird, sie zu refinanzieren. Gestern dann gelesen, dass Werbung in Videos quasi the next big thing und schon jetzt dauernd ausverkauft sei - und mir dann gedacht, dass wir Medienleute uns über Banker nicht zu viel lustig machen sollten. Leichte Lemminge-Tendenzen gibt´s bei uns nämlich auch.

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