Archive for März 24th, 2009
Wie gehe ich richtig aufs Klo?
Ob das wohl eine typisch deutsche Geschichte ist? Immer dann, wenn es so etwas Ähnliches wie ein neues Medium und neue Kommunikationsformen gibt, ist es nicht etwa so, wie es sein könnte: dass man nämlich diese Dinge mal in die Hand nimmt, sie ein wenig ausprobiert, sie sich langsam entwickeln lässt (und sich ggf. auch die Freiheit nimmt, sie wieder wegzuwerfen, wenn sie nix gescheites sind).
Aber nein, es muss ja alles seine Ordnung haben: Wir machen Charts, wer wie viele Follower hat und damit vor wem liegt (gäääähn) und wir schreiben Handbücher über Twittern und wir machen goldene Regeln, wie man richtig twittert. Der selbe Langweiler-Kram war schon zu lesen, als Blogs kamen (Wie blogge ich richtig? Wer hat die meisten Besucher, wer steht vor wem?)) und als man entdeckte, dass man im Zuge der Datenkomprimierung jetzt auch selber Audios erstellen kann (Wie podcaste ich richtig?).
Meine Güte – wie entsetzlich langweilig. Statt einfach selber ein Medium zu entwickeln und selber Maßstäbe zu setzen, ruft alles nach dem Handbuch und den goldenen Regeln, deren Erfolge dann daran bemessen werden, dass Knüwer momentan mehr Follower hat als Turi (im Übrigen, liebe Chartmacher: schon mal was von selbstverstärkender Prominenz gehört?) Und wann kommen eigentlich die Handbücher und die goldenen Regeln, wie man richtig aufs Klo geht?
Für meinen Teil: Mir ist es völlig wurscht, wer wie viele Follower hat. Und wer mir Regeln vorsetzen will, wie man richtig bloggt oder (noch besser) richtig fürs Web textet, landet ziemlich schnell auf meiner ganz persönlichen Blacklist. Kreativität im Handbuch? Was für ein absurder Gedanke.
Süddeutscher Journalistentag 2009
Manchen Veranstaltern sagt man schon aus purem Eigennutz zu. Wenn beispielsweise Mehmet Scholl auf der gleichen Party rumtanzt. Aber es gibt natürlich auch noch viele gute andere Gründe, den Süddeutschen Journalistentag 2009 in München zu besuchen…