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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Mai, 2009

“Giving birth to a new sort of news business”

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The internet is killing newspapers and giving birth to a new sort of news business.

Warum es eigentlich ganz und gar nicht schlimm ist, was da gerade passiert, beschreibt der “Economist” ziemlich anschaulich.

Written by cjakubetz

Mai 15th, 2009 at 11:57 am

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Schneider mag kein Blogger sein

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Zu den unzählig vielen Regeln, die der Herr Sprach-Feldwebel Wolf Schneider im Laufe seines langen Lebens bestimmt irgendwann mal aufgestellt hat, gehört (vermutlich), dass man nicht über die Dinge sprechen soll, von denen man nichts versteht. Und selbst wenn Schneider diese Regel nicht aufgestellt haben sollte, würde er sie mit einiger Sicherheit unterschreiben, so wie das jeder vernünftige Mensch tun würde. Schneider selbst jedenfalls umschreibt sein Verhältnis zu Computern in einem Interview mit “Meedia” so:

Meine Frau stöpselt mich ein in die elektronische Welt. Sie holt mir alles heran, was ich möchte. Ich habe keine Ahnung, wie ein Computer funktioniert.

Trotzdem fühlt sich Wolf Schneider berufen, über diese “elektronische Welt” und ihre Inhalte zu urteilen, sonst wäre er vermutlich nicht Wolf Schneider. Über Blogs hat Schneider auch schon etwas gehört, weswegen er auf die Frage, ob er sich denn jetzt auch als Blogger verstehe, zu der folgenden Feststellung kommt:

Das Wort Blogger ist für mich zu einem erheblichen Teil negativ besetzt. Es wird ja neben einigen gescheiten Dingen unendlich viel Schwachsinn produziert. Deswegen find ich es jetzt nicht wichtig, mich da einzuordnen.

Da klatscht sich der Old-Media-Mensch auf die Schenkel und freut sich: Mensch, da hat es der alte Schneider den ganzen Newmedia-Quatschköpfen aber mal ordentlich gegeben – und: Wenn Schneider das sagt, muss es ja richtig sein (eine Haltung, die man verblüffenderweise bei ganz vielen Journalisten entdeckt, die sofort die Hacken zusammennehmen, wenn Schneider etwas sagt).

Man könnte natürlich mühelos die Schneider-Aversion gegen das Bloggen abtun als Altersstarrsinn oder auch nur schlichtes Nichtwissen von jemandem, der sich von seiner Frau in die elektronische Welt einstöpseln lässt. Dumm nur, dass diese Denkweise – manches ist ja ganz ok, aber das meiste ist Schwachsinn – zu einer Art unreflektiertem Gedankengut in vielen Journalistenköpfen geworden ist. So eine Art Phrase, die man immer dann loslässt, wenn man ein wenig Halbwissen demonstrieren will, wie jenes Mitglied einer Zeitungschefredaktion, das mir mal jovial auf die Schulter klopfte und sagte: In Deutschland gibt´s ja mehr Blogger als Leser (höhöhö…).

Das erstaunt mich dann auch insofern, als dass Herr Schneider und jener Herr Chefredakteur ja vermutlich sehr intelligente Menschen sind und wahrscheinlich beim Redigieren eines Kommentars o.ä. an Phrasen ziemlich strenge Maßstäbe anlegen würden.

Written by cjakubetz

Mai 13th, 2009 at 8:32 am

Posted in NUR SO DAHINGESAGT

Kein zurück

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Warum das Scheitern des einen oder anderen Blogs noch lange nicht heißt, dass deswegen die lieben Leser wieder reumütig in den Schoß der Zeitungen zurückkehren…an der Blogbar.

Written by cjakubetz

Mai 12th, 2009 at 9:40 am

Posted in LESETIPP

Der Bankraub

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Im aktuellen SZ-Magazin beschreibt Kurt Kister ziemlich lesenswert, warum es sich trotz allem lohnt, montags den gedruckten Spiegel zu lesen. Eines sollte man noch hinzufügen: nämlich diese Titelgeschichte über die Finanzkrise, die eigentlich ein Bankraub war (die Geschichte wurde jetzt mit einigem Recht mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet). Ich habe diese Geschichte damals schon verschlungen – und das einzige, was mich wunderte war, dass sie damals nicht viel mehr Resonanz hervorgerufen hat. Die These der Geschichte, dass wir es ganz und gar nicht mit einer Krise zu tun haben, die irgendwo aus den Tiefen des Universums plötzlich über uns hereinbrach, sondern mit einem von den handelnden Bankern begangenen Kapitalverbrechen, hätte durchaus mehr Beachtung verdient gehabt, finde ich. So aber ist es beispielsweise in meinem schönen Bayern so, dass zwar die Bayern LB mit zig Milliarden gerettet werden muss und Bayern über Jahre hinaus ein hoch verschuldetes Land sein wird, dennoch aber weder Politiker noch Bayern LB noch die beteiligten Sparkassen auch nur ein kleines Stück Schuld haben. War ja alles die Krise, die böse.

Umso lesenswerter jetzt im Nachgang nochmal der Spiegel-Titel, schon jetzt ein Stück Zeitgeschichte. Journalismus, wie er sein muss.

Written by cjakubetz

Mai 9th, 2009 at 9:05 am

Posted in LESETIPP

Deutsche sind ordnungsliebend und mögen keine Blogs

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Eigentlich wollte ich mich jetzt gerade ein wenig amüsieren über einen Beitrag, in dem sich ein amerikanischer Blogger im SZ-Magazin (Sonderedition Medien) damit auseinandersetzt, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren (tun sie nicht?). Ich wollte darin den Satz loswerden, dass ein solcher Quark wirklich nur in der blogmuffeligen SZ erscheinen kann und wollte außerdem auch noch ein paar andere Kleinigeiten loswerden, ehe ich bemerkte, dass der junge und berühmte Blogger Niggemeier das schon en passant erledigt hat. Ausdrücklich würde ich auch die Abhandlungen des hierarchisch und statusmäßig hoch anzusiedelnden Professor Klaus Meier empfehlen, ehe ich mich wieder in mein Erdloch zurückziehe und darüber sinniere, wie schön es doch wäre, mal Ferien zu machen,

Written by cjakubetz

Mai 7th, 2009 at 3:22 pm

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Die K-Frage

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Immer dann, wenn ich zu einem (noch dazu: gehypten) Thema so gar keine richtige Meinung habe, mache ich es so, dass ich die theoretische Diskussion auf einfache Praxisfragen runterbreche. Im Falle des “Kindle DX”, der nicht weniger als die Rettung der Zeitungen in den USA werden soll, frage ich mich: Wäre ich bereit, 500 Dollar für ein Gerät für ein Gerät auszugeben, dass es mir ermöglicht, die schwarz-weiß-Ausgabe bspw. der “New Yrk Times” auf einen Bildschirm zu holen, für einen Abopreis von 9,95 Dollar?

Momentan, sorry NYT: Nö.

Written by cjakubetz

Mai 7th, 2009 at 2:25 pm

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Online worst (26)

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Aber natürlich, liebe Kollegen von sueddeutsche.de, ist es eine wunderbare Idee, eine Bildstrecke mit 22 Fotos von 22 Stars zu veröffentlichen, die Grimassen ziehen. Vor allem in Fällen wie Mr. Bean und Christoph Maria Herbst, die man sich grimasseziehend gar nicht vorstellen kann. Danke für dieses Stück unterhaltende Aufklärungsarbeit – man ahnt dann doch wieder, wofür der Name “Süddeutsche” steht.

Written by cjakubetz

Mai 5th, 2009 at 5:56 pm

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Speak Schneider

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Darf ich anmerken, dass ich das hier ehrlich gesagt eher fad finde und dass das einzige, was mich am Phänomen Schneider erstaunt, die Demut ist, mit der sich alle viele in den Staub vor dem Meister werfen, wenn er den ichweißnichtwievielten Aufguss seiner Sprachkritik bringt und insofern quasi ein Dieter Bohlen der Sprachkritik ist? (Wenn wir, um auch einmal eine andere Form der Kritik zu üben, von der abenteuerlichen Kameraführung und ein paar anderen Unfeinheiten bei der Videoproduktion mal ganz absehen.)

Written by cjakubetz

Mai 4th, 2009 at 12:50 pm

Posted in ONLINE/MULTIMEDIA

Kurze Prognose für das weitere Leben der Annemarie E.

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Montag: “Exklusiv in Bild” packt Annemarie aus: So war das wirklich bei DSDS! Pikante Pointe: Sowohl Bohlen als auch Neumüller haben versucht, die dralle Blondine flachzulegen, scheiterten aber (“So eine bin ich nicht!”). Man kann sich also ausmalen, woher die schlechten Bewertungen der Jury kamen.

Dienstag: Exklusiv in “Explosiv” packt Mutter Eilfeld aus: So war das wirklich bei DSDS! Der pikanten Pointe fügt sie hinzu, dass auch Marco Schreyl wohl gerne mal…

Donnerstag: Vater Eilfeld sagt der “Bild”, dieser Bohlen wäre doch ohne Annemarie ein Nobody und sei überhaupt überschätzt.

Samstag: “Bild” ernennt Annemarie vor dem Finale zum “Superstar der Herzen”. Ihre erste Single “Baby Snakes” rast von Platz 0 auf 17 in den Charts. Die Witwe des Komponisten Frank Z. prozessiert gegen die “bloody bitch”, die das Erbe ihres Mannes in Unkenntnis der Textzeilen verunglimpft.

Sommer 2009: Nach längerer Funkstille hat ein “Bild”-Redakteur eine zündende Idee und kreiert das Wortspiel “”Annemarie Geilfeld”. Erleichterung in der Redaktion. Und bei den Eilfelds. Die Schlagzeilen der nächsten Wochen sind gerettet. Auch der Moderator des Antenne Nordthüringen-Sommerfests grinst schelmisch, als er “Annemarie Geilfeld” als Stargast des jährlichen Sommerfests ankündigt. Ihr Auftritt ist jedoch nach zweieinhalb Liedern zu Ende. Annemarie verheddert sich bei ihrer Version von “Je ne regrette rien”, die irgendwie ein wenig nach “Purple Rain” klingt, in einer 8-Meter-Phyton, stolpert und bricht sich ein Bein. Als Ersatz springt Mike Leon Grosch auf die Bühne. Mutter Eilfeld wittert eine Bohlen-Intrige.

Herbst 2009: Annemarie nimmt ein Angebot des “Playboy” an und freut sich über “total ästhetische Fotos”. Dieter Bohlen muss ins Krankenhaus eingeliefert werden,  als er morgens in Tötensen einen Lachanfall bekommt. Der soll ausgelöst worden sein durch ein Foto, in dem sich eine gelbe Schlange um die halbnackte Annemarie windet.

Winter 2009/2010: Mutter Eilfeld wittert eine Intrige, als Annemarie im Dschungel von RTL es nur auf Platz 3 schafft. Weinend wirft sich Annemarie in die Arme ihrer Freundin Giulia Siegel. Vater Eilfeld lässt ausrichten, dieser “kleine dicke Bach” wisse doch offensichtlich gar nicht, was er Annemarie zu verdanken habe.

Sommer 2017: Annemarie, inzwischen mit dem Siebtplatzierten aus der vierten Staffel aus “Supertalent” verheiratet, tritt bei Pro7 in der “Comeback-Show” auf, scheidet aber schon der ersten Runde gegen einen gewissen Daniel Küblböck aus. Das überwiegend junge Publikum freut sich dennoch darüber zu sehen, “was fürn hammerhartes Fernsehen es damals gegeben hat”. RTL-Großaktionär Dieter Bohlen, der den Sender im Zuge der Wirtschaftskrise vor acht Jahren weitgehend übernommen hat, sitzt zuhause in Tötensen. Und lacht.

Update, Montag, 8.15 Uhr: Ich habe “Bild” unterschätzt. Tatsächlich wurde Annemarie schon heute zum “Superstar der Herzen” gekürt.

Written by cjakubetz

Mai 3rd, 2009 at 12:25 pm

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