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	<title>Kommentare zu: Über die Zukunft des Lokalen</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Von: ME</title>
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		<dc:creator>ME</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 16:54:02 +0000</pubDate>
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		<description>Wenn es nur drei Seiten wären ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es nur drei Seiten wären &#8230;</p>
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		<title>Von: nemo</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7766</link>
		<dc:creator>nemo</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 14:50:16 +0000</pubDate>
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		<description>Nein, es liegt überhaupt nicht am Personal. Ich bin im Lokalen bisher nur Leuten begegnet, die ihren Job lieben und sich den Arsch dafür aufreißen - was die durchschnittlichen Arbeitszeiten beweisen. Beamtenmentalität gibt es schon eher in den Mantelredaktionen, dort kann man sich schließlich bequem hinter seinem Schreibtisch und notfalls den Agenturmeldungen verstecken.

Und trotzdem stimmt die Qualität bei vielen Lokalteilen nicht. Woran das liegt? Am Spagat, den die Redakteure täglich machen müssen. Oft werkeln da zwei Leute an drei Seiten, müssen redigieren, umbrechen, Mails beantworten und nebenbei noch das Organisatorische erledigen. Fürs eigene Schreiben bleibt unter diesen Bedingungen sowieso keine Zeit. Hinzu kommt dann das tolle Online-Portal, das auch noch bedient werden will. (Geld fürs Design ja, aber für einen zusätzlichen Redakteur? Fehlanzeige!)

Dramatisch daran ist, dass natürlich gerade die investigativen Geschichten - die Qualität ausmachen - sehr viel Zeit kosten. Das braucht halt mal einen Nachmittag nur zur Recherche... Aber die Leser sind nicht blöd, sie merken die Bedingungen, unter denen solche Zeitungen produziert werden. Lediglich aus Bequemlichkeit behalten viele noch ihr Abo. Die nächste Generation jedoch ist längst ans Internet verloren. Da nützt es nichts, dass nun die Verlage verzweifelt nachziehen mit ihren Online-Angeboten.

Die Lösung? Die Verleger müssten gerade in Krisenzeiten investieren. Jahrelang haben sie von den Renditen gut gelebt, jetzt gilt es. Nur die Qualität kann nämlich noch ein Verkaufsargument sein, wo es die Aktualität und das lokale Informationsmonopol nicht mehr sind. Was aber passiert? Lokalredakteure werden entlassen oder müssen drastische Gehaltseinbußen hinnehmen. Mal ehrlich: Wie viele Kollegen sind denn noch im Tarif? Es werden täglich weniger... Und dann ist es selbstverständlich, dass die Motivation sinkt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, es liegt überhaupt nicht am Personal. Ich bin im Lokalen bisher nur Leuten begegnet, die ihren Job lieben und sich den Arsch dafür aufreißen &#8211; was die durchschnittlichen Arbeitszeiten beweisen. Beamtenmentalität gibt es schon eher in den Mantelredaktionen, dort kann man sich schließlich bequem hinter seinem Schreibtisch und notfalls den Agenturmeldungen verstecken.</p>
<p>Und trotzdem stimmt die Qualität bei vielen Lokalteilen nicht. Woran das liegt? Am Spagat, den die Redakteure täglich machen müssen. Oft werkeln da zwei Leute an drei Seiten, müssen redigieren, umbrechen, Mails beantworten und nebenbei noch das Organisatorische erledigen. Fürs eigene Schreiben bleibt unter diesen Bedingungen sowieso keine Zeit. Hinzu kommt dann das tolle Online-Portal, das auch noch bedient werden will. (Geld fürs Design ja, aber für einen zusätzlichen Redakteur? Fehlanzeige!)</p>
<p>Dramatisch daran ist, dass natürlich gerade die investigativen Geschichten &#8211; die Qualität ausmachen &#8211; sehr viel Zeit kosten. Das braucht halt mal einen Nachmittag nur zur Recherche&#8230; Aber die Leser sind nicht blöd, sie merken die Bedingungen, unter denen solche Zeitungen produziert werden. Lediglich aus Bequemlichkeit behalten viele noch ihr Abo. Die nächste Generation jedoch ist längst ans Internet verloren. Da nützt es nichts, dass nun die Verlage verzweifelt nachziehen mit ihren Online-Angeboten.</p>
<p>Die Lösung? Die Verleger müssten gerade in Krisenzeiten investieren. Jahrelang haben sie von den Renditen gut gelebt, jetzt gilt es. Nur die Qualität kann nämlich noch ein Verkaufsargument sein, wo es die Aktualität und das lokale Informationsmonopol nicht mehr sind. Was aber passiert? Lokalredakteure werden entlassen oder müssen drastische Gehaltseinbußen hinnehmen. Mal ehrlich: Wie viele Kollegen sind denn noch im Tarif? Es werden täglich weniger&#8230; Und dann ist es selbstverständlich, dass die Motivation sinkt.</p>
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		<title>Von: Thomas Television</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7715</link>
		<dc:creator>Thomas Television</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 12:54:30 +0000</pubDate>
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		<description>Na so ein Zufall, ein leitender Angestellter einer Regionalzeitung verteidigt den Lokaljournalismus. Damit hätte vermutlich keiner gerechnet ;)

Dabei sagt es Herr Tückmantel ja selber:

&quot;und es zweitens keine einzige verwertbare Bestandsaufnahme wissenschaftlich-repräsentativer Natur gibt&quot;

Wir wissen es also einfach nicht. Ist der Lokaljournalismus gut oder schlecht? Keine Ahnung. Vermutlich würde eine solche &quot;verwartbare Bestandsaufnahme&quot; ja mit den Worten eingeleitet werden: Wir wussten ja schon immer, dass er Schrott ist, aber jetzt haben wir es wenigstens mal empirisch bewiesen ;)

Bis es soweit ist, kann Herr Tückmantel ja gerne auf Gegenteiliges verweisen oder es einfach behaupten, aber ich zumindest kann von meiner Lokalzeitung - und es ist nicht diesselbe wie von Herrn Jakubetz - dasselbe behaupten: sie ist einfach unerträglich schlecht. Das beginnt bei der hingerotzten Glosse auf Seite 1, geht über redundant banale Larifari-Artikel über den ewig gleichen Vereinsmist und endet bei dem fürchterlichen Layout und unterirdischen Fotos.

Allerdings: da ich, wie ihr anderen auch, ebenfalls im Lokaljournalismus gearbeitet habe (da muss schließlich fast jeder durch) kann ich sagen: es liegt nicht unbedingt am Personal, sondern am System. 

Das ist ja auch klar: Es gibt (gab) einfach die meisten Arbeitsplätze für (ernsthafte) Print-Journalisten in Lokalredaktionen, insofern liegt es in der Natur der Sache, dass es sehr viele gute Journalisten im Lokalen gibt. Aber die Lokalredaktionen werden eben tot gesparrt und nicht hinsichtlich Interndings usw. modernisiert und umstrukturiert. Ein Teufelskreis: Ein unterirdisches Produkt, dass immer weniger Leser findet = weniger Personal und schlechtere Infrastruktur = noch schlechterer Content. 

Ich hoffe, den Verlagen ist bewusst, dass sie verpflichtet sind im Lokalen für Journalismus zu sorgen. Das ist systemrelevant. Im Moment tun sie alles für die Selbst-Abschaffung des Lokaljournalismus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Na so ein Zufall, ein leitender Angestellter einer Regionalzeitung verteidigt den Lokaljournalismus. Damit hätte vermutlich keiner gerechnet <img src='http://www.blog-cj.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dabei sagt es Herr Tückmantel ja selber:</p>
<p>&#8220;und es zweitens keine einzige verwertbare Bestandsaufnahme wissenschaftlich-repräsentativer Natur gibt&#8221;</p>
<p>Wir wissen es also einfach nicht. Ist der Lokaljournalismus gut oder schlecht? Keine Ahnung. Vermutlich würde eine solche &#8220;verwartbare Bestandsaufnahme&#8221; ja mit den Worten eingeleitet werden: Wir wussten ja schon immer, dass er Schrott ist, aber jetzt haben wir es wenigstens mal empirisch bewiesen <img src='http://www.blog-cj.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Bis es soweit ist, kann Herr Tückmantel ja gerne auf Gegenteiliges verweisen oder es einfach behaupten, aber ich zumindest kann von meiner Lokalzeitung &#8211; und es ist nicht diesselbe wie von Herrn Jakubetz &#8211; dasselbe behaupten: sie ist einfach unerträglich schlecht. Das beginnt bei der hingerotzten Glosse auf Seite 1, geht über redundant banale Larifari-Artikel über den ewig gleichen Vereinsmist und endet bei dem fürchterlichen Layout und unterirdischen Fotos.</p>
<p>Allerdings: da ich, wie ihr anderen auch, ebenfalls im Lokaljournalismus gearbeitet habe (da muss schließlich fast jeder durch) kann ich sagen: es liegt nicht unbedingt am Personal, sondern am System. </p>
<p>Das ist ja auch klar: Es gibt (gab) einfach die meisten Arbeitsplätze für (ernsthafte) Print-Journalisten in Lokalredaktionen, insofern liegt es in der Natur der Sache, dass es sehr viele gute Journalisten im Lokalen gibt. Aber die Lokalredaktionen werden eben tot gesparrt und nicht hinsichtlich Interndings usw. modernisiert und umstrukturiert. Ein Teufelskreis: Ein unterirdisches Produkt, dass immer weniger Leser findet = weniger Personal und schlechtere Infrastruktur = noch schlechterer Content. </p>
<p>Ich hoffe, den Verlagen ist bewusst, dass sie verpflichtet sind im Lokalen für Journalismus zu sorgen. Das ist systemrelevant. Im Moment tun sie alles für die Selbst-Abschaffung des Lokaljournalismus.</p>
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		<title>Von: Brett</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7714</link>
		<dc:creator>Brett</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 21:41:09 +0000</pubDate>
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		<description>Ganz wesentlich für die Rettung der Zeitungen ist der Lokalteil. Er ist unersetzlich und überflüssig gleichzeitig. Überflüssig wegen der vielen Nichtigkeiten, unersetzlich, weil die Menschen danach hungern, was für Nichtigkeiten auf Kreisebene so stattfinden. Die Qualität des Lokalteils ist aber nicht nur eine Frage der Qualität der journalistischen Arbeit, sondern hat auch mit der Qualität einer Stadt und eines Lesepublikums zu tun. Der Lokalteil wird geliebt, wenn die Leute sich darin wiederfinden können. Das ist eine psychologisch oft recht komplexe Geschichte. Große Politik, Wirtschaft, 1. Bundesliga - das sind alles Themen, wo die Journalisten kritisch schreiben können, weil die Betroffenen gerne beleidigt sein können - das wird der Zeitung nicht schaden. Auf Lokalebene sind die Gewichte anders austariert. Je kleiner die Stadt, umso mehr haben die Leser die Oberhand gegenüber jedem Versuch, ihnen mit Kritik zu kommen. Der Ausweg könnte z.B. sein: die Debatte unter den Lesern entfachen. Im Übrigen ist es natürlich kein Wunder, dass in dem Moment, wo den Zeitungen die Rezession noch zusätzlich die Rückenmuskeln schwächt, auch der Lokalteil an Widerborstigkeit verliert. Völlig verfehlt halte ich eine quasi moralische Debatte darüber, ob die Lokaljournalisten nun ihr Ethos aufgegeben haben oder nicht. Man sollte schon ein bisschen über Strukturen nachdenken, denn da kommen die chronischen Dilemmata des Lokaljournalismus her.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz wesentlich für die Rettung der Zeitungen ist der Lokalteil. Er ist unersetzlich und überflüssig gleichzeitig. Überflüssig wegen der vielen Nichtigkeiten, unersetzlich, weil die Menschen danach hungern, was für Nichtigkeiten auf Kreisebene so stattfinden. Die Qualität des Lokalteils ist aber nicht nur eine Frage der Qualität der journalistischen Arbeit, sondern hat auch mit der Qualität einer Stadt und eines Lesepublikums zu tun. Der Lokalteil wird geliebt, wenn die Leute sich darin wiederfinden können. Das ist eine psychologisch oft recht komplexe Geschichte. Große Politik, Wirtschaft, 1. Bundesliga &#8211; das sind alles Themen, wo die Journalisten kritisch schreiben können, weil die Betroffenen gerne beleidigt sein können &#8211; das wird der Zeitung nicht schaden. Auf Lokalebene sind die Gewichte anders austariert. Je kleiner die Stadt, umso mehr haben die Leser die Oberhand gegenüber jedem Versuch, ihnen mit Kritik zu kommen. Der Ausweg könnte z.B. sein: die Debatte unter den Lesern entfachen. Im Übrigen ist es natürlich kein Wunder, dass in dem Moment, wo den Zeitungen die Rezession noch zusätzlich die Rückenmuskeln schwächt, auch der Lokalteil an Widerborstigkeit verliert. Völlig verfehlt halte ich eine quasi moralische Debatte darüber, ob die Lokaljournalisten nun ihr Ethos aufgegeben haben oder nicht. Man sollte schon ein bisschen über Strukturen nachdenken, denn da kommen die chronischen Dilemmata des Lokaljournalismus her.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ein Journalist</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7713</link>
		<dc:creator>Ein Journalist</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 18:25:06 +0000</pubDate>
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		<description>Der erste Kommentar könnte sich glatt auf die Rghein-Zeitung beziehen. ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Kommentar könnte sich glatt auf die Rghein-Zeitung beziehen. <img src='http://www.blog-cj.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Steffen Zimmermann</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7712</link>
		<dc:creator>Steffen Zimmermann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 10:01:21 +0000</pubDate>
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		<description>Klar mag es da und dort auch herausragende Beispiele für gut gemachten, modernen Lokaljournalismus geben (Raues &quot;Braunschweiger Zeitung&quot; gehört sicher dazu).

Aber die breite Masse der Lokalzeitungen in Deutschland arbeitet konsequent daran, sich selbst die eigene Daseinsberechtigung zu entziehen. Die Arroganz der lokalen Verleger und Redakteure erinnert mich stark an die Crewmitglieder auf der Titanic...

Ich empfinde es jedenfalls immer wieder als absolute Frechheit, was dem mündigen, intelligenten Leser jeden Morgen wieder in den ganz normalen Lokalzeitungen präsentiert wird.

Was mich vor allem stört:
1. die meist völlig undifferenzierte Berichterstattung über die eigene Stadt, frei nach dem Motto: In unserer Stadt ist alles toll, jenseits der Stadtgrenzen aber ist alles doof.
2. Das Hofieren von lokalen Wirtschaftsunternehmen (= Anzeigenkunden), denen immer wieder in anzeigenähnlichen Artikeln völlig unkritisch gehuldigt wird.
3. Das vollkommen lieblose &quot;Blattmachen&quot; (wenn man es denn noch so nennen kann), das sich in erschreckenden Rechtschreibfehlern und völlig uninspirierten, lediglich schnell zusammengeklatschten Zeitungsseiten äußert.

Ich weiß - nach meinen persönlichen Erfahrungen als Leser von Blättern wie der Nordwest-Zeitung, der Thüringer Allgemeinen oder der Allgemeinen Zeitung Mainz - wirklich nicht, warum man heute noch eine Lokalzeitung lesen sollte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Klar mag es da und dort auch herausragende Beispiele für gut gemachten, modernen Lokaljournalismus geben (Raues &#8220;Braunschweiger Zeitung&#8221; gehört sicher dazu).</p>
<p>Aber die breite Masse der Lokalzeitungen in Deutschland arbeitet konsequent daran, sich selbst die eigene Daseinsberechtigung zu entziehen. Die Arroganz der lokalen Verleger und Redakteure erinnert mich stark an die Crewmitglieder auf der Titanic&#8230;</p>
<p>Ich empfinde es jedenfalls immer wieder als absolute Frechheit, was dem mündigen, intelligenten Leser jeden Morgen wieder in den ganz normalen Lokalzeitungen präsentiert wird.</p>
<p>Was mich vor allem stört:<br />
1. die meist völlig undifferenzierte Berichterstattung über die eigene Stadt, frei nach dem Motto: In unserer Stadt ist alles toll, jenseits der Stadtgrenzen aber ist alles doof.<br />
2. Das Hofieren von lokalen Wirtschaftsunternehmen (= Anzeigenkunden), denen immer wieder in anzeigenähnlichen Artikeln völlig unkritisch gehuldigt wird.<br />
3. Das vollkommen lieblose &#8220;Blattmachen&#8221; (wenn man es denn noch so nennen kann), das sich in erschreckenden Rechtschreibfehlern und völlig uninspirierten, lediglich schnell zusammengeklatschten Zeitungsseiten äußert.</p>
<p>Ich weiß &#8211; nach meinen persönlichen Erfahrungen als Leser von Blättern wie der Nordwest-Zeitung, der Thüringer Allgemeinen oder der Allgemeinen Zeitung Mainz &#8211; wirklich nicht, warum man heute noch eine Lokalzeitung lesen sollte.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Klaus Jarchow</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7711</link>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 08:25:19 +0000</pubDate>
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		<description>Die Wahrheit liegt beim Befund, nicht bei der Behauptung: &lt;a href=&quot;http://www.stilstand.de/archives/677&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt; ... In der Online-Ausgabe der Rheinischen Post erhält das sprachliche Unvermögen täglich freien Auslauf - vor allem im Lokaljournalismus ... &lt;/a&gt;

Gut auch das: &lt;a href=&quot;http://www.stilstand.de/archives/2826&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;... Auch in der Folge erwartet uns eine absturzgefährdete Spitzenprosa, die sich in ihrer Originalität wirklich sehen lassen kann: ...&lt;/a&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahrheit liegt beim Befund, nicht bei der Behauptung: <a href="http://www.stilstand.de/archives/677" rel="nofollow"> &#8230; In der Online-Ausgabe der Rheinischen Post erhält das sprachliche Unvermögen täglich freien Auslauf &#8211; vor allem im Lokaljournalismus &#8230; </a></p>
<p>Gut auch das: <a href="http://www.stilstand.de/archives/2826" rel="nofollow">&#8230; Auch in der Folge erwartet uns eine absturzgefährdete Spitzenprosa, die sich in ihrer Originalität wirklich sehen lassen kann: &#8230;</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: cdv!</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7710</link>
		<dc:creator>cdv!</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 18:55:30 +0000</pubDate>
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		<description>Aha, lieber Ex-Kollege Tückmantel: Wenn ich das richtig verstehe, ist dann die Rheinische Post eine der wenigen Zeitungs-Ausnahmen, die gnadenlos von Jahr zu Jahr die Auflage steigern. Weil die Zeitung einen Super-Lokalteil hat. Stimmt doch, oder? Und allen anderen Lokalzeitungen geht es genau so gut wie ihnen? Hmm, meedia-analyzer sieht das etwas anders. Und: Das ist kein Contra, sondern ein hilfloses Umhergeschreibsel, dass sie in ihrem Blatt auch nicht hätten lassen können. Zu polemisch, hätten alle meine Chefredakteure gesagt, nicht sachlich genug. Schreiben sie nicht &quot;hätte&quot; und &quot;würde&quot;, sondern nehmen sie doch mal sachlich Stellung, wo sich der Lokaljournalismus in den letzten Jahren verbessert hat.. Und wenn sie das dann schreiben, dann zeigen sie mir mal, wo das passiert. Die meisten Lokalzeitungen, die ich mir heute ansehe, sind gruselig. Es sind Ex-Kollegen, die bis heute nicht verstanden haben, dass es seit den Zeiten des Internets einen anderen Journalismus erfordert. Oder, wie mir eine Ex-Kollegin neulich am Telefon freimütig und ohne Selbsterkennen sagte: Zum googlen habe ich keine Zeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aha, lieber Ex-Kollege Tückmantel: Wenn ich das richtig verstehe, ist dann die Rheinische Post eine der wenigen Zeitungs-Ausnahmen, die gnadenlos von Jahr zu Jahr die Auflage steigern. Weil die Zeitung einen Super-Lokalteil hat. Stimmt doch, oder? Und allen anderen Lokalzeitungen geht es genau so gut wie ihnen? Hmm, meedia-analyzer sieht das etwas anders. Und: Das ist kein Contra, sondern ein hilfloses Umhergeschreibsel, dass sie in ihrem Blatt auch nicht hätten lassen können. Zu polemisch, hätten alle meine Chefredakteure gesagt, nicht sachlich genug. Schreiben sie nicht &#8220;hätte&#8221; und &#8220;würde&#8221;, sondern nehmen sie doch mal sachlich Stellung, wo sich der Lokaljournalismus in den letzten Jahren verbessert hat.. Und wenn sie das dann schreiben, dann zeigen sie mir mal, wo das passiert. Die meisten Lokalzeitungen, die ich mir heute ansehe, sind gruselig. Es sind Ex-Kollegen, die bis heute nicht verstanden haben, dass es seit den Zeiten des Internets einen anderen Journalismus erfordert. Oder, wie mir eine Ex-Kollegin neulich am Telefon freimütig und ohne Selbsterkennen sagte: Zum googlen habe ich keine Zeit.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: cjakubetz</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7709</link>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 16:57:26 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist sprachlich natürlich gruselig, aber die Logik verstehe ich nicht ganz: Liegt das wirklich daran, dass ein Politikredakteur falsche Vorstellungen vom Lokalen hat, wenn er schlechte Überschriften macht?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist sprachlich natürlich gruselig, aber die Logik verstehe ich nicht ganz: Liegt das wirklich daran, dass ein Politikredakteur falsche Vorstellungen vom Lokalen hat, wenn er schlechte Überschriften macht?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: vipraum</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2009/09/28/uber-die-zukunft-des-lokalen/comment-page-1/#comment-7708</link>
		<dc:creator>vipraum</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 16:47:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blog-cj.de/blog/?p=2519#comment-7708</guid>
		<description>In unserer morgigen Ausgabe ist ein Beitrag über getötete Wildschweine auf der Seite 1. Die Überschrift stammt von einem Politikredakteur. Und was steht drin? Genau, das Wort &quot;Schwarzkittel&quot;. 

So stellt sich der Politikredakteur nämlich Lokaljournalismus vor.: Man sagt statt Wildschwein &quot;Schwarzkittel&quot;, statt Spargel &quot;weißes Gold&quot;, Plätze  laden &quot;zum Verweilen ein&quot; und  Polizisten staunen häufig &quot;nicht schlecht &quot;. 

Doch in unserer Lokalredaktion schreibt kaum einer noch so. Insofern hat Herr Tückmantel schon recht: Diejenigen, die sich jetzt als Kritiker des Lokaljournalismus aufspielen, sind noch im Gestern verhaftet oder zielen aktuell bestenfalls auf Politikredakteure, die mal den Pausenlokalen geben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer morgigen Ausgabe ist ein Beitrag über getötete Wildschweine auf der Seite 1. Die Überschrift stammt von einem Politikredakteur. Und was steht drin? Genau, das Wort &#8220;Schwarzkittel&#8221;. </p>
<p>So stellt sich der Politikredakteur nämlich Lokaljournalismus vor.: Man sagt statt Wildschwein &#8220;Schwarzkittel&#8221;, statt Spargel &#8220;weißes Gold&#8221;, Plätze  laden &#8220;zum Verweilen ein&#8221; und  Polizisten staunen häufig &#8220;nicht schlecht &#8220;. </p>
<p>Doch in unserer Lokalredaktion schreibt kaum einer noch so. Insofern hat Herr Tückmantel schon recht: Diejenigen, die sich jetzt als Kritiker des Lokaljournalismus aufspielen, sind noch im Gestern verhaftet oder zielen aktuell bestenfalls auf Politikredakteure, die mal den Pausenlokalen geben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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