Archive for Januar, 2010
“Wikipedia der Fußballnarren”
Ein “Wikipedia der Fußballnarren” soll “Fußball Passau” also nach Meinung des “Spiegel” (aktuelle Ausgabe, Seite 123) sein. Auch wenn das inhaltlich eine etwas steile These ist und man sich auch fragen kann, wieso diese Geschichte im Ressort “Wissenschaft/Technik” läuft — trotzdem ist das eine große Sache für Michael Wagner. Und bei der PNP sollten sie sich vielleicht doch mal fragen, ob es angesichts dessen nicht eine ein wenig kümmerliche Strategie ist, wenn man ankündigt, demnächst auch mal was mit Sport und diesem Internet, von dem man neuerdings so viel hört, zu machen.
(via Kommentar von Thomas Mrazek)
Staunen über Selbstverständliches
Gerade schreibe ich an einem längeren Beitrag für die nächste Ausgabe der “Drehscheibe”. Es geht darin um zwei hyperlokale Projekte, die in den letzten Wochen in der Branche für ein wenig Aufsehen gesorgt haben: das Lokalfußball-Portal von Michael Wagner und das Heddesheimblog von Hardy Prothmann. Ich habe für beide Seiten ziemlich viel Sympathie, staune aber dennoch darüber, dass sie beide derart viel beachtet werden. Nicht, weil ich sie nicht gut fände. Sondern vielmehr deswegen, weil sie eigentlich nur das tun, was im Lokaljournalismus selbstverständlich sein sollte: Sie berichten strikt über Lokales, sie machen das umfangreich und sie machen das mit einer lesbaren Sympathie für die Gegend und für die Themen, mit denen sie täglich zu tun haben.
Damit haben sie Erfolg — obwohl sie eigentlich nur das machen, was im Lokaljournalismus eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Auf der anderen Seite: Wenn sie mit Selbstverständlichkeiten Erfolg haben, ist das auf der anderen Seite dann nicht einfach ein Beleg dafür, dass diejenigen, die ansonsten professionellen Lokaljournalismus machen, nicht einmal mehr solche Selbstverständlichkeiten beherzigen?
Über die Vorreiter im Netz
Wir müssen bedenken, dass das Internet in den westlichen Staaten inzwischen von der Mehrzahl der Leute genutzt wird. Erst in den letzten Jahren haben wir diesen gewaltigen Sprung gemacht. Man muss sich erinnern, dass Habermas das Internet vor ein paar Jahren noch ein Zusatzmedium genannt hat. Da dachten noch viele, das geht vorbei.
Gibt es so etwas wie eine Avantgarde im Netz? Nein, nicht mehr — bedauert der Internetaktivist Geert Lovink. Das ganze Gespräch mit ihm bei FAZ.net.