Archiv für März 2010


Die Krise, die Blogger und die Controller

19. März 2010 - 0:50 Uhr

Beim Bayerischen Rundfunk hatten sie unlängt eine lustige Idee: Man könne doch mal über diese Krise berichten, von der man neuerdings so viel hört. Nein, nicht Bankenkrise, Zeitungskrise. Man erfährt dann in diesem Beitrag allerhand Unerhörtes: dass neuerdings Journalisten sogar von Arbeitslosigkeit bedroht seien, dass Zeitungen es wagten, Korrespondentenbüros in München  zu schließen und dass das alles irgendwie nicht mehr so sei früher.  Ganz irrwitzig: Es gibt Redaktionen, die manchen Themen nicht machen, weil sie womöglich Anzeigenkunden verärgern könnten! Nachdem ich meine erste Erschütterung angesichts der mit allem öffentlich-rechtlichem Ernst vorgetragenen Investigation (“Der arbeitlose Journalist will nicht erkannt werden!”) überwunden hatte, freute ich mich erstmal darüber, dass ich mit Hubert Denk und Ralf Hohlfeld zwei Menschen auf dem Schirm sah, die ich leider im echten Leben viel zu selten sehe. Danach freute ich mich darüber, dass man beim BR die Kirche immer noch gerne im Dorf und die Protagonisten reden lässt, die man zum Thema Zeitungskrise als allererstes befragen muss; beispielsweise einen gewissen Markus Rinderspacher, der seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPD im bayerischen Landtag ist, wofür man vermutlich demnächst keine Diäten, sondern Gefahrenzulage bezieht. Großes Stück jedenfalls, lieber BR — wenn ihr so weiter macht, werdet ihr demnächst auch noch aufdecken, dass es da sowas Neues gibt, was Zeitungen bedroht: Internet, oder so ähnlich.

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Eine wirklich lustige Medienwoche ist das ja ohnehin. Kaum denke ich mir, dass dieser BR-Beitrag ein klitzekleines bisschen geschwätzig und irgendwie blutleer daherkommt, bekomme ich in meiner Funktion als Blogger richtig eine reingezimmert: “unendliche Geschwätzigkeit” attestiert his majesty Wolf Schneider den Bloggern. Ich meine mich zwar zu erinnern, dass er das jetzt schon gefühlte dreiundzwanzigmal erzählt hat, aber man kann´s ja nicht oft genug sagen. Die Kollegen von “Meedia” gingen jedenfalls vor Schneider in die Knie (vermutlich, weil es Schneider ist) und stellten derart devote Fragen, dass Schneider sie seinen Journalistenschülern früher vermutlich um die Ohren gehauen hätte: Woran das den liegen würde, dass er immer noch so gut — ach was, was reden wir: eigentlich noch viel besser — bei den jungen Journalisten ankomme, will man beispielsweise wissen. Und wie man denn aus den geschwätzigen Bloggern bessere Menschen Schreiber machen könne. Schneider gibt sich gnädig, haut dem Interviewer überraschenderweise die Fragen nicht um die Ohren, sondern antwortet. In erster Linie erfahren wir viel über Wolf Schneider, vor allem, dass er immer noch, viel und gerne und natürlich (das vor allem: gut) unterrichtet. Der Online-Journalismus ist übrigens in einem guten Zustand, attestiert Schneider, was er an “Spiegel Online” festmacht, der  von seinem Ex-Chef Blumencron in dieser Verfassung gebracht wurde, was wiederum daran liegt, dass Blumencron (man ahnt es) Schneider-Schüler war.  Sein profundes Wissen über die geschwätzigen Blogger bezieht Schneider, der übrigens, nur um das nochmal herauszustellen, immer noch an Schulen im gesamten deutschsprachigen Raumn unterrichtet, aus den ungefähr fünf Blogs, die er pro Woche liest, “blind ins Netz gegriffen”. So geht das, wenn man Schneider heißt: Man liest wahllos fünf Blogs pro Woche, denen man dann im Vorbeigehen “unendliche Geschwätzigkeit” attestiert.  Und Mitleid hat er auch mit ihnen (danke, das wäre wirklich nicht nötig gewesen).

Mit Geschwätzigkeit hat das alles natürlich nicht im Geringsten zu tun.

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Enorm unterhaltsam, was man so am Rande aus dem Innenleben der Verlage erfährt: beispielsweise, dass man komplette Videostrategien für einigermaßen viel Geld entwirft, danach aber leider 500 Euro für eine wenigstens halbwegs funktionierende Kamera und eine improvisierte Sprecherkabine leider nicht mehr übrig sind. Oder dass man sich mit mehreren Leuten auf eine ausgiebige Recherchereise begibt, den Videomenschen aber zuhause lässt (kostet ja was…) und stattdessen die Kamera jemanden in die Hand drückt, der nach geraumer Zeit immerhin rausfindet, wie herum man so etwas halten muss.

BR, übernehmen Sie!

Nachtrag: Felix Schwenzel hat ein wenig nachgezählt und ist vermutlich einigermaßen mühelos darauf gekommen, dass Schneider alleine dreimal betont, dass er sich selbst für modern, wahlweise auch sehr modern hält.

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Re:publica

15. März 2010 - 20:00 Uhr

Gerade beim Lesen des Programms für die Re:publica 2010 festgestellt: Ich glaube, mir fehlt für sowas völlig der Stallgeruch.

Darauf hingewiesen haben möchte ich trotzdem.

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Shit that happened yesterday

12. März 2010 - 22:03 Uhr

Eines der schöneren Fundstücke im Web (via @maennig bei Twitter).

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Crossmedia – und die Tücken des Alltags

12. März 2010 - 21:52 Uhr

Es könnte ja eigentlich alles ganz einfach sein: Man strukturiert Redaktionen zu Newsrooms um, packt ein paar Schulungen dazu und vergattert die neue Truppe fortan zum strikten crossmedialen Arbeiten.  Die Produktion eines Videos ist schließlich kein Hexenwerk und bei einem Text ist es ja schon direkt egal. Geschrieben werden musste er schon vor 50 Jahren auch erst einmal. Und niemand würde abstreiten wollen, dass schreiben in einem guten Editor weitaus angenehmer ist als auf einer klappernden Schreibmaschine.

Soweit die gängige und gern gebrauchte Theorie. Dass es aber doch nicht so einfach ist, liegt spätestens dann auf der Hand, wenn man sich den essenziellen Unterschied zwischen Multimedia bzw. Online-Journalismus und wirklich crossmedialem Arbeiten verdeutlicht. Das eine, nämlich der Onlinejournalismus, ist in erster Linie eine neue Spielart, eine neue Variante des Journalismus. Er erfordert neues handwerkliches Können und zusätzliche Kompetenzen, wie beispielsweise Grundkenntnisse in der Produktion von audiovisuellen Inhalten. Daneben gibt es zwar noch das eine oder andere Online-Spezifikum, alles in allem aber ändert sich Journalismus auf Onlineplattformen nicht so derart gravierend, wie man das möglicherweise befürchten könnte. Kurzum: Online-Journalismus erfordert vor allem Erweiterungen der handwerklichen Kompetenz, möglicherweise auch schnelleres Umsteigen auf neue Entwicklungen, sowohl inhaltlicher als auch technischer Art. Ansonsten aber ist es vermutlich nicht sonderlich gewagt zu behaupten, dass man auch als Journalist, der noch in den analogen Welten groß geworden ist, ganz passabel online über die Runden kommen kann.

Spricht man hingegen von crossmedialem Arbeiten, sind die Dinge anders gelagert.  Das liegt nicht nur an den deutlich anspruchsvollen Anforderungen, sondern vor allem daran, dass Crossmedia eben etwas ganz anderes ist als Multimedia. Das wird gerne mal in einen Topf geworfen und eher indifferent betrachtet. Tatsächlich bedeutet wirklich crossmediales Arbeiten in erster Linie das Publizieren, die Kommunikation über mehrere Plattformen hinweg. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied zum rein multimedialen Arbeiten auf einer Webseite. Zwei Dinge sind es, auf die es dort ankommt – und die crossmedialen Arbeiten zu einer anspruchsvollen Angelegenheit machen:

  • Grundkenntnisse mehrerer Medienarten:  Crossmedia erfordert Arbeiten über mindestens zwei Plattformen hinweg, nimmt man mobile Medien und soziale Netzwerke noch hinzu, dann sind es schon drei oder vier. Das ist viel weniger ein quantitatives als ein qualitatives Problem.
  • Strategisches Denken: Im Regelfall ist Journalisten früher in ihrem Berufsleben keinerlei strategisches Denken und Arbeiten abverlangt worden. Ihr Job war das Erstellen guter Inhalte. Wer sich heute auf crossmediale Anforderungen einlassen muss, steht automatisch vor einigen bedeutenden Fragen des richtiges Vorgehens.

Beide Kernprobleme des crossmedialen Journalismus haben in der Praxis eines gemeinsam: Sie erfordern eine intensive Beschäftigung nicht nur mit dem technischen Handwerkszeug, sondern vor allem mit allen Änderungen, die eine digitalisierte Medienwelt mit sich bringt. Sehr häufig lässt sich also die Beobachtung machen, dass crossmediales Arbeiten nicht an klassischen handwerklichen Problemen scheitert, sondern es in der Tat das falsche oder auch einfach nur unflexible Denken ist, dass die ganze Sache so schwer macht. Zugute halten muss man den Betroffenen dabei allerdings, dass es ja nun wirklich nicht so ganz einfach ist mit der digitalisierten Welt: Die Änderungen kommen manchmal im Wochenturnus – und das, wovon man eben noch geglaubt hatte, es sei die Zukunft unserer Medienwelt, ist im nächsten Moment schon wieder Schnee von gestern.  Es braucht also – neben klassischen journalistischen Fähigkeiten – unbedingt auch die Bereitschaft, sich permanent auf Neues einzulassen. Dass dies nicht überall auf grenzenlose Begeisterung stößt, ist übrigens gar nicht mal so sehr ein originäres Journalisten-Problem, sondern vielleicht nur allzu menschlich.

Dabei sind es aber gar nicht mal die Journalisten selber, an denen manches hakt. Nicht selten zeigt sich schnell in den ersten Praxistests, dass viele Redaktionen rein infrastrukturell gar nicht in der Lage sind, wirklich crossmedial zu arbeiten.  Immer wiederkehrende Probleme sind vor allem:

  • Content Management:  Immer noch sind unterschiedliche Systeme, die nicht miteinander korrespondieren eher die Regel als die Ausnahme. Dabei  stört nicht nur jede Verschiebung von Inhalten in ein anderes System empfindlich die Arbeitsabläufe, sondern sorgt auch für ein deutlich erhöhtes Fehlerrisiko.
  • Ständige technische Innovationen und Produktupdates: Was im ersten Moment ja durchaus positiv klingt – nämlich fortlaufende Produktverbesserungen- und Vereinfachungen – macht den Alltag im crossmedialen Arbeiten teilweise ungeheuer mühsam. Die Technik überlagert leider manchmal das redaktionelle, inhaltliche Arbeiten einem nur schwer erträglichen Maß. Technische Routinen können sich kaum bilden. Das bedeutet, dass Journalisten häufig sehr viel mehr um technische Aspekte kümmern müssen als ihnen lieb ist.

Beides macht das crossmediale Arbeiten in Redaktion zunächst einmal (unnötig) schwer. Wer für seine redaktionelle Tagesarbeit zwischen vier oder fünf Fenstern umschalten muss, wird über kurz oder lang Fehler machen. Fehler, die nicht sein müssten. Fehler, die meistens nichts mit mangelnden journalistischen Fähigkeiten zu tun haben, sondern Fehler, die einem unzureichenden Handwerkszeug geschuldet sind. Daneben bleiben häufig Kraft und Konzentration auf der Strecke. Wer regelmäßig etwas updaten, installieren oder via copy&paste hin- und herschieben muss, kann in dieser Zeit nicht das tun, was Journalisten eigentlich tun sollten. Verglichen mit dem, was Journalisten heute an technischen Fähigkeiten benötigen und an nicht-journalistischen Tätigkeiten leisten müssen, ist das, was man vor 20 Jahren an Befürchtungen bei der Einführung des Ganzseitenumbruchs an Befürchtungen äußerte, Kinderkram. Der Journalist, der damals den Sprung von der analogen in die digitale Zeitungsproduktion mitmachen musste, hatte das Beherrschen eines vergleichsweise einfachen Computerprogramms und einen Seitenumbruch am Bildschirm zu schultern, später dann auch die digitale Bildbearbeitung. Allerdings stand damals auf der Habenseite ebenfalls eine ganze Menge: Bei Zeitungsmenschen beispielsweise fiel das zeitaufwendige und eher lästige Film- und Bildentwickeln in der Dunkelkammer weg. Er gewann Zeit hinzu, weil das Setzen der Texte und die Mettage der Seiten entfielen. Redaktionen konnten plötzlich vergleichsweise einfach auch am späten Abend noch ihre Seiten aktualisieren. Bei Radio- und Fernsehredaktionen machte die digitale Produktion ebenfalls vieles einfacher und schneller.

Dagegen gewinnt der crossmedial arbeitende Journalist – im Vergleich zu seinem technischen Mehraufwand – nahezu nichts hinzu. Er kann sicher noch einen Tick schneller produzieren, er kann auch von unterwegs aus publizieren, er hat deutlich mehr Stilmittel, Kanäle und Darstellungsformen zur Auswahl – nur, dass es dafür nicht mit dem vergleichsweise schnellen und einmaligen Erlernen eines Programms getan ist, sondern dass er in eine Art produktionstechnisches Perpetuum mobile geraten ist. Wer nicht bereit ist, sich auf womöglich täglich verändernde Produktionsbedingungen einzustellen und sein Arbeiten ständig neu anzupassen, wird in diesen wilden Tagen des Wandels kaum bestehen können.

Und genau das ist das Problem: zu viel der ständigen Anpassung, Neuorientierung und Veränderung ist des Menschen Sache nicht unbedingt. Das ist nicht nur, aber eben auch bei uns Journalisten häufig so. Zumal der Wandel, den wir momentan erleben, bisher einzigartig ist. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher beschreibt das in seinem Buch „Payback“ so:

„Der kognitive Veränderungsdruck, den das Internet-Zeitalter auf die Menschheit ausübt, ist gewaltig und wird am Ende nur vergleichbar mit einer ganzen Kaskade einstürzender Weltbilder, gerade so, als erschienen in kurzen Abständen gleichzeitig Gutenberg plus Marx plus Darwin auf der Bildfläche. Es ist also nicht falsch, sich jetzt schon warm anzuziehen.“

Eine Aussage, die wortgleich für das angewendet werden kann, was uns derzeit in den Redaktionen passiert. Und auch die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind identisch:   Es geht längst nicht mehr um ein paar kleine Ergänzungen mehr. Das ganze Weltbild, das man sich bisher womöglich in Redaktionen von der eigenen Arbeit machte, ist hinfällig. Das beginnt damit, dass es eben einen Redaktionsschluss im herkömmlichen Sinne nicht mehr gibt, weil das gleichbedeutend wäre mit einem „Kommunikationsschluss“. Mit dem Kommunizieren kann man aber im digitalen Zeitalter, in dem ständig irgendwo irgendjemand kommuniziert, nicht so einfach Schluss gemacht werden. Eine Zeitung beispielsweise, die am Freitagabend mal eben die Arbeit einstellt und erst am Sonntag Mittag wieder aufnimmt, wird über kurz oder lang ein massives Problem bekommen. Die User – nicht erst die der Zukunft, sondern zunehmend die im Hier und heute –  halten sich nicht mehr an die früher unausgesprochene und dennoch existente Regel, dass Journalismus und Kommunikation nur zu Bürozeiten stattzufinden hätten. Vor allem in Zeitungsredaktionen scheint man dies noch nicht verinnerlicht zu haben; der Fairness halber muss man allerdings zugestehen, dass es auch eine ganze Reihe von Radio- und Fernsehredaktionen gibt, deren Ablauf sich immer noch ziemlich strikt an analogen Gepflogenheiten orientiert. In sehr vielen, so scheint es, hat dies vor allem damit zu tun, dass die Veränderungen in ihrer Gesamtheit, die der Umzug in die digitale Welt erfordern würden, von vielen noch nicht verinnerlicht worden ist.

Das zeigt sich sehr häufig an (man wäre fast geneigt zu schreiben: sehr deutschen) Diskussionen um die richtigen Formate, die richtigen Darstellungsformen im Netz. Ganz so, als seien die wichtigsten Fragen, die nach der idealen Länge eines Videos oder der Zeichenbegrenzung für Texte. Dabei sind das so ziemlich die letzten Themen, die man im Zeitalter der Digitalisierung besprechen müsste. Wer mit derartiger Leidenschaft solche Fragen stellt, belegt letztendlich, dass er die Wucht der Veränderung, die gerade auf ihn zukommt, noch nicht begriffen hat. Und doch hört man die Thematik immer und immer wieder: Wie lang darf ein Text im Netz sein und wie schreibt man einen richtigen Teaser? Muss man sich dann wundern, dass in vielen Redaktionen Crossmedia als die Fortsetzung bisherigen Medienschaffens mit digitalen Mitteln begriffen wird?

Und so banal es klingen mag: Die Erfahrung zeigt auch ein strukturelles Problem in vielen Redaktionen auf (leider muss man auch hier dazu sagen: Besonders betroffen sind viele Regionalzeitungen). In vielen Redaktionen liegt der Altersschnitt der Mitarbeiter jenseits derer Jahrgänge, denen man mit gutem Gewissen eine hohe Online-Affinität attestieren kann. Es ist nun mal einfach so: Wer mit dem Rechner und dem Internet groß geworden ist, hat dazu nun mal einen anderen Zugang als jemand, dessen Mediennutzung sich über viele Jahre auf eine Tageszeitung und ein paar wenige Fernseh- und Radiosender beschränkte.

Es gibt aber auch andere, deutlich bessere Beispiele. Redaktionen, deren Selbstverständnis sich massiv gewandelt, Redakteure, die sich inzwischen gleichermaßen als Kommunikatoren und Moderatoren verstehen. Und die mit Redaktionssystemen arbeiten können, die ihnen die Möglichkeit bieten, die alles aus einer Hand heraus zu tun. Ihnen allen gemein sind auffälligerweise einige Prozesse, die anscheinend unabdingbar sind. In den meisten positiven Fällen begann die Bewegung von oben nach unten; waren es sehr häufig Chefredakteure, CvD´s oder Ressortleiter, die den Anstoß zum Umbau gaben. Umgekehrt zeigt sich dieses Phänomen übrigens auch: Überall da, wo die Entscheider sich zurückhalten-zögerlich zeigen, werden allenfalls mal ein paar Volontäre oder Jungredakteure nach Digitalien abgestellt; gerne mit der Begründung: Die sind noch jung und kennen sich mit Computern gut aus.

Wie weit sind also etablierte Redaktionen noch entfernt von crossmedialem Arbeiten? Versucht man sich an einer Art Bestandsaufnahme, zeigt sich ein extrem uneinheitliches Bild. Man erlebt Chefredakteure, die das Thema Crossmedia immer noch für hoffnungslos überschätzt halten und deswegen ihre Redaktionen unverändert das gute alte Kerngeschäft machen lassen. Es gibt Häuser, die schon alleine wegen ihrer technischen und personellen  Ausstattung nicht im Ansatz in der Lage wären, multimedial zu arbeiten. Und es gibt andere, die das Netz und seine Möglichkeiten umarmen, die eher die Chancen als die Risiken sehen; denen klar ist: Man muss nicht alles mögen, was derzeit passiert – nur kommt die alte Welt deswegen auch nicht mehr zurück.

(Dieser Text erscheint demnächst in einem Sammelband zum Thema “Crossmediales Publizieren”, der u.a. von Prof. Ralf Hohlfeld von der Universität Passau herausgegeben wird).

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Schiffeversenken zwischen Theorie und Wirklichkeit

8. März 2010 - 21:46 Uhr

Mittlerweile ist man ja wenigstens so weit, dass es kein Zeitungshaus und keinen Verlag mehr gibt, der ernsthaft noch die Notwendigkeit eines mehr oder weniger schnellen Wechsels in die digitale Welt bestreitet. Erstaunlich ist eines aber dann doch: Fast nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen theoretischem Schein und praktischem Sein so groß wie in den deutschen Verlagen.

“Burn the boats” empfiehlt beispielsweise Marc Andreessen den Verlagen: Trennt euch von euren althergebrachten Geschäftsmodellen. Seht endlich nicht nur ein, dass die Tage des bedruckten Papiers zu Ende gehen, sondern handelt auch danach. Und handelt schnell, weil ihr sonst untergeht. “In particular, he was talking about print media such as newspapers and magazines, and his longstanding recommendation that they should shut down their print editions and embrace the Web wholeheartedly”, heißt es bei “Techcrunch” — und genau davon kann bei uns leider immer noch keine Rede sein. Weder mit vollem noch mit halbem Herzen: Für die meisten ist die Digitalisierung immer noch ein Albtraum, von dem sie möglichst schnell aufzuwachen hoffen.

Eine sehr exemplarisches Verhalten habe ich unlängst beobachtet: ein Verlag, der von sich selbst behauptete (O-Ton) “ziemlich weit” auf dem Weg in die digitale Zukunft zu sein. Theoretisch klang das, was man mir erzählte, dann auch gar nicht mal so abwegig. Dann aber kam der Praxischeck: ein vernünftiges, crossmediataugliches CMS? Fehlanzeige.  Eine stringente mehrkanalige Strategie? Nicht die Spur. Onlinetaugliche, onlinegebriefte, onlineaffine Redakteure? So etwas Bizarres wie eine App? Man denke drüber nach, ja (spannende Idee, nachdem es die Dinger ja inzwischen gerade mal erst ein gutes Jahr als Massenprodukt gibt). Eine Strategie für freie und womöglich bezahlte Inhalte? Nichts, rien, nada. Die Idee, man sei “ziemlich weit” in Sachen digitale Zukunft, muss sich also demnach aus der Tatsache gespeist haben, dass man eine Webseite und schon mal entfernt davon gehört hat, was “social media” ist (was “Twitter” ist, wussten dann aber von 20 doch nur 2).

Es ist diese fabelhafte Ignoranz, die immer wieder erstaunt. Es ist ja nicht nur dieser eine erwähnte Verlag, bei dem die Eigenwahrnehmung und die Realität in Sachen Onlinemedien meilenweit auseinanderklaffen. Die meisten Webseiten deutscher Verlage sind immer noch in einem Zustand, der ihren Besuch eher wenig verlockend macht. Man legt sich eine Fan-Seite bei Facebook zu und meint dann, man sei im Zeitalter neuartiger Kommunikation angekommen. Einen Grund, warum man von irgendetwas Fan sein sollte, liefern sie leider nicht mit. Die Online-Abteilungen sind sehr häufig Feigenblätter, ein absurdes Missverhältnis in der personellen Besetzung zwischen Print und Online immer noch eher die Regel denn die Ausnahme.  Ich weiß aus dem Stand fünf Tageszeitungen, bei denen 100 Leute in der Printredaktion arbeiten — und drei online. Und immer noch gibt diese weit verbreitete und merkwürdige Grundhaltung, das “Kerngeschäft” seien die gedruckten Werke, weil man das ja zum einen richtig gut könne und zum anderen in diesem elenden Web kein wirkliches Geld zu verdienen sei (“Wir verschenken nichts”, hat mir jetzt jemand mal im Brustton der Überzeugung und der ehrlichen Entrüstung gesagt).

Sie versenken ihre Boote nicht, weil sie nicht wollen. Die meisten versenken sie nicht, weil sie es immer noch nicht verstanden haben.

Wollen wir 2015 nochmal schauen, was von ihnen übrig geblieben ist?

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1000 Mikes, selbstgemacht

7. März 2010 - 12:22 Uhr

Zugegeben, ich bin kein großer Radio-Hörer mehr. Seit ich töchterbedingt wieder viel Antenne Bayern hören muss, habe ich den Eindruck, ich sei versehentlich in einem Remake von “Und täglich grüßt das Murmeltier” gelandet. Ich kann inzwischen verlässlich sagen, was “Johnny B” und “Black Betty” und “Paparazzi” kommen, was mich immer amüsiert, weil ich mir dann immer vorstelle, wie ein Sparkassen-Angestellter aus Germering seinen Golf Diesel aus der Doppelgarage fährt und sich bei “Black Betty” entsinnt, dass er da vor 30 Jahren immer wüst zu gerockt udn seine ersten Vollräusche absolviert hat.  Ich glaube, mehr Titel hat der Sender momentan nicht auf der Festplatte. Das ist übigens mit den Moderatoren-Imitatoren dort ähnlich,  man ahnt eigentlich fortlaufend, was als nächstes an leicht klebrigen oder manchmal auch nur öden Moderationen kommt. Wenn die Töchter das Auto verlassen haben, schalte ich übrigens immer sofort um.

Heute dagegen — ein schöner Tipp eines alten Kollegen, ein Radio 2.0, nur im Netz, sehr interakiv, ein wenig abseitig, gerade deswegen sehr charmant: 1000Mikes, eine Plattform für mehr oder (meistens) weniger  professionelle Radiomacher.  Man kann sich dort Gedichte über Schottland anhören (eines der meistgehörten: hier) oder Eishockey-Live-Berichterstattung von den Straubing Tigers.

Radio von allen, für alle — und ich überleg mir jetzt glatt, ob ich da nicht mal einen eigenen Niederbayern-Kanal aufmache. Irgendjemand dabei? Bitte in den Kommentaren oder per Mail melden.

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Zeitung im Selbstzerstörmodus

6. März 2010 - 12:35 Uhr

Gerade eben wollte ich ernsthaft eines meiner niederbayerischen Lokalblätter als E-Paper kaufen. Draußen schneit es wie doof, meine Lust, in den nächsten Laden zu fahren, ist bei Null — und außerdem könnte mich die Geschichte, um die es geht, wirklich interessieren, ich würde sie gerne irgendwo archivieren. Und dafür ist das e-Paper-Format ja ohnehin besser geeignet als ein Stück Papier, das irgendwann vergilbt und ziemlich unübersichtlich in Stapelform in Baumarktregalen im Kellerarchiv landet.

Zwei Klicks also, um ans Ziel zu kommen, Abrechnung via Click&Buy — das schien mir ein akzeptabler Weg, ums an Ziel zu kommen (eingedenk der manchmal etwas arg merkwürdigen Bezahlvorgänge bei anderen Anbietern). Und beinahe, aber eben nur: beinahe hätte ich auch auf den Kaufen-Button geklickt, wäre mir nicht noch was nur so mittelgroß gedrucktes aufgefallen:

Ach, ich darf mir die Zeitung quasi nur ausleihen? Danach geht sie dann in Selbstzerstörmodus?

Und irgendwie werde ich das Gefühl ja nicht los, dass der Verlag den Satz, den er da auf der selben Webseite bringt, ziemlich ernst meint:

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Liebes Google…

4. März 2010 - 8:40 Uhr

…natürlich werden auf dieser kleinen Seite auch mal, hm, Dinge behandelt, die das Herz nicht immer erfreuen.

Aber musstet ihr mir deswegen gleich diese Anzeige hier auf die Seite stellen?

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Die Zukunft von Journalismus heißt – Journalismus

3. März 2010 - 18:03 Uhr

Und wo bleibt jetzt die Perspektive?

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Gestern abend kam noch eine Mail zu diesem Beitrag hier, in dem es sinngemäß hieß: Das stimme ja schon alles, was ich geschrieben hätte, aber irgendwo fehle ihm ein wenig die Zukunftsperspektive — sowohl in diesem Beitrag, als auch generell in diesem wie auch in anderen (Medien-)Blogs.

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Ich mag das ziemlich, was dieser Mensch in seinem Hauptberuf so schreibt. Deswegen hätte ich ihm das Folgende antworten können: Natürlich gibt es eine Perspektive, ich sehe sie ja jeden Tag. Ab und an kaufe ich mir eigens das Blatt, für das der Mailschreiber arbeitet, weil ich gerne seine Kommentare lese und mich meistens ziemlich gut aufgehoben fühle bei ihnen. Ich habe seine Tweets abonniert, weil ich sie gerne lese und weil ich kaum ein Blatt kenne, dass so klug und witzig mit seinen Lesern via Twitter interagiert. Und weil das so ist, schaue ich mir auch die Onlineausgabe des Blattes ganz gerne an, obwohl die früher absolut ungenießbar (um nicht zu sagen: ein sehr schlechter Witz) war. Und ja, ich gebe dafür, was dieses Blatt so alles produziert, auch Geld aus. Momentan nur für die Zeitung, ich wäre aber bei einem intelligenten und kundenfreundlichen Modell auch bereit, für anderes zu zahlen.

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Reden wir also erst einmal über das Journalistische, ehe wir zum leidlichen Thema Geld, Geschäftsmodelle, Abrechnungsweisen kommen. Man wird ja in diesen Tagen den Eindruck nicht los, als würde man darüber generell ein bisschen arg wenig sprechen. Fragt man heute Strategen und, ja, auch das, Journalisten nach dem, wie sie sich die Zukunft vorstellen, hört man sehr oft Dinge wie: iPad, PaidContent, Gratismentralität, Online, Hyperlokales, Graswurzelaktivitäten. Man vernimmt das meistens in einem Kontext zwische Ratlosigkeit und Frustration; jedenfalls bekommt man es selten mit Menschen zu tun, die dem Ganzen auch etwas Positives, Aufregendes, Herausforderndes abgewinnen können. Die paar, die es können und machen, kenne ich (glaube ich) inzwischen alle persönlich. Der Rest empfindet die neue Medienwelt irgendwie als eine Art Belastung oder Quälerei. Wenn man aber dauernd über Geräte, Modelle und Frustration spricht, bleibt das auf der Strecke, was unseren Job seit Menschengedenken ausmacht: Journalismus. Ich kann mich immer noch wie ein Kleinkind über gute Autoren freuen, ich zolle jedem, der ein paar kluge Sätze schreibt oder spricht, meine aufrichtige Bewunderung und gerne auch 3,50 Euro als Honorar. Dabei ist es weitgehend egal, aus welchem Hintergrund jemand kommt. Ob das ein Blogger oder ein Chefredakteur ist, interessiert mich eher am Rande, Hauptsache es ist gut. Das heiß natürlich, dass Journalisten es auf einmal mit einer zumindest quantitativ und in vielen Fällen auch qualitativ größeren Konkurrenz zu tun bekommen. Auf der anderen Seite ist das aber auch eine Chance für sie: Wer etwas zu sagen hat und das richtig gut tut, wird wahrgenommen, bekommt Aufmerksamkeit. Und dieses “richtig gut können” –  das sollte zumindest theoretisch eher die Stärke von ausgebildeten Journalisten sein.  Theoretisch zumindest.

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Warum stehen hier solche Bagetellen? Weil sie zwar Bagetellen sind, man aber den Eindruck nicht los wird, dass man sie nicht oft genug wiederholen kann. Richtige Autoren, Autoren die etwas können, Autoren, die nicht nur unter dem Label einer Marke schreiben, sondern womöglich selber sogar Marken sind, vermisst man inzwischen fast überall. Redaktionen sind nach meinem Eindruck leider viel zu sehr zu Kostenstellen, zu reinen Produktionsstätten verkommen; besetzt mit ziemlich vielen Menschen, die austauschbar sind. Den Luxus, gute Autoren zu hegen und zu pflegen leistet sich fast niemand mehr, was einer Quadratur des Kreises ziemlich nahekommt: Man könne sie sich nicht leisten, wird gerne argumentiert, weil man schlank und kostengünstig produzieren müsse. Der Kostendruck wiederum nimmt zu, weil man immer mehr an Umsätzen verliert und die Umsätze wiederum — ist es eine gewagte These, wenn man behauptet, dass sie auch deswegen zurückgehen, weil Journalismus immer verwechselbarer und austauschbarer geworden ist? Natürlich finde ich übrigens Internet toll, verzweifle inzwischen aber regelmäßig an Chefredakteuren, die als obersten Anspruch an ihre künftige Leute ausgegeben haben, dass sie auch Internet “können” müssten. Um ehrlich zu sein: Wenn ich heute einen richtig guten Autoren im Team hätte, könnte der meinetwegen seine Sachen auch mit der Schreibmaschine reinhacken oder auf analogem Tonband aufnehmen.

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Ich ertappe mich zunehmend dabei, meine Mediennutzung tatsächlich nach der Qualität der Autoren auszusuchen. Und: Je umfangreicher die Angebote werden,  desto selektiver und rigoroser wird die Auswahl betrieben. Von David Gelernter habe ich in dieser Woche den schönen Vergleich gelesen, dass es einfacher sei, einem einzigen schnell sprechenden Menschen zuzuhören, als fünf Menschen gleichzeitig — selbst dann, wenn diese fünf in einem normalen Tempo sprechen. Daraus lässt sich eine Perspektive für Journalisten und für Medien schon ableiten: Wenn man es schafft, dieser eine zu sein, dem man gerne zuhört, dann hat man auch gute Chancen, in diesem digitalen Dschungel nicht unterzugehen.

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Das also könnte tatsächlich eine Geschäftsidee werden: zu akzeptieren, dass wir es in Zukunft noch viel mehr als bisher mit einer Art Aufmerksamkeitsökonomie zu tun haben werden als bisher. Zu akzeptieren, dass sich Finanzierungen künftig (auch) aus Aufmerksamkeit ableiten lassen. Und zu akzeptieren, dass es Aufmerksamkeit nicht für Beliebigkeit gibt. Ich glaube allen Ernstes daran, dass viele der bisherigen Medien-Geschäftsmodelle nicht nur wegen ein paar ökonomischer Unwegsamkeiten gerade vor die Wand fahren. Ich glaube, es ist die Beliebigkeit, die Trägkeit, die Routine in vielen Redaktionen, die gerade eine Menge Menschen auf die Idee bringt, man könne es doch auch mal ganz gut ohne Zeitung/Radio/Fernsehen probieren (und dummerweise merkt man ja auch: es geht ganz gut).

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Kann mir also Google News (man muss ja zum Schluss leider auch auf dieses leidvolle Thema kommen) irgendeinen guten Autoren ersetzen? Sind News-Aggregatoren nicht eigentlich nichts anderes als ein modernes Clipping? Und wäre jemals jemand auf die Idee gekommen, wegen eines Clippings keine Zeitung mehr zu lesen? Ein Leistungsschutzrecht? Ich würde jedem Verleger/Chefredakteur sofort seligsprechen, wenn er seine Zeit darin investieren würde, Journalismus zu fördern — anstatt sie zu verschwenden, indem er eine Technologie (das ist eben nur: eine Technologie) blockieren will.

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Und in erster Linie, man ist ja auch Egoist, wünsche ich mir für diesen Beitrag jetzt nur eins: Aufmerksamkeit.

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Wie man Journalismus (vielleicht) finanzieren könnte

3. März 2010 - 16:23 Uhr

Keine Ahnung, ob das so funktionieren wird: Aber zumindest mal überlegen, wie man Journalismus künftig finanzieren möchte, sollte man in jedem Fall. Dass es dabei auch ein paar Wege geben könnte, über die man bisher in Deutschland noch gar nicht so richtig nachdenkt, zeigt Robert Rosenthal in diesem Interview.

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