Archive for Juni 6th, 2010
Die Flattr-Debatte
(Achtung, die folgende “Argumentation” ist eigentlich gar keine und insofern extrem angreifbar. Es ist eher ein Bauchgefühl, das mein ganzes Verhältnis zur Bloggerei widerspiegelt.)
Zugegeben, ich hatte auch darüber nachgedacht, auf diesem Blog einen Flattr-Button anzubringen. Ich finde es absolut respektabel, wenn es jemand tut und natürlich finde ich es schön, wenn andere den Wert einer Leistung erkennen und diese Mühe, die man sich macht, in irgendeiner Weise honoriert.
Gleichzeitig habe ich dann in den vergangenen Tagen die Erfolgs-Tweets mit den ersten Flattr-Einnahmen gelesen. Der eine schrieb von 10 Euro, der andere von 20 Euro, die taz jubilierte über Hundertirgendwas-Euro. Dass die Flatterei also eine echte ökonomische Perspekive darstellt, lässt sich aktuell nicht so richtig gut behaupten. Ich glaube auch nicht, dass sich das in wirklich absehbarer Zeit ändern wird. Weil dort, bei Flattr, nur eine winzig kleine Gruppe versammelt sein wird, die Online- und Blogavantgarde quasi, die sich gegenseitig Geld zukommen lassen wird. Das finde ich ehrenwert, um nicht missverstanden zu werden. Aber ich bezweifle massiv, dass es eine wirklich relevante Größenordnung an Menschen gibt, die so viel Freiwilligkeit und Aufrichtigkeit mitbringen, dass sie für etwas bezahlen, für was sie ganz und gar nicht bezahlen müssten.
Und dann sind da noch andere Sachen, die sind nicht logisch, liegen ausschließlich in mir begründet und eben — angreifbar. Der für mich wichtigste Punkt: Ich möchte für das Bloggen eigentlich gar nicht bezahlt werden. Zumindest nicht so. Ich käme mir einfach komisch vor, wenn ich für meine kleinen Beiträge hier von irgendjemanden 17 Cent zugeteilt bekäme. Ich könnte mich nicht freuen, wenn ich am Ende des Monats feststellen würde, mit meiner Bloggerei 20 Euro verdient zu haben. Wenn ich mir vorstelle, in einem Monat 20 Beiträge geschrieben zu haben und durchschnittlich einen Euro pro Beitrag zu bekommen, käme ich mir vor wie ein journalistischer Ein-Euro-Jobber. Dann lieber gar nichts.
Zumal mein Antrieb für diese Seite keineswegs der Gedanke ist, in irgendeiner entfernten Zukunft mein Leben zu finanzieren (was ohnedies völlig unrealistisch wäre). Ich freue mich, wenn meine Beiträge auf ein bisschen Resonanz stoßen, wenn man idealerweise etwas darüber diskutiert oder aber wenn sogar jemand auf diese Seite verlinkt. Und vor allem: Es ist mein Blog, meine Seite, mein ganz privates und von niemanden zu beeinflussendes Vergnügen.
Das, mit Verlaub und allem Respekt, ist mir tausendmal lieber als 20 Euro von Flattr.