Archiv für 7. Juni 2010


Mailwettbewerb

7. Juni 2010 - 16:42 Uhr

Heute ein interner Wettbewerb: drei Mails mit jeweils Servicecharakter geschickt. Gespannt, wer gewinnt in Sachen Schnelligkeit, Kulanz, Kompetenz. Überraschendes Ergebnis:

  1. Deutsche Post: Superschnell, supernett, superkulant. (Ja, ich staune auch)
  2. T-Mobile: Mittelschnell, mittelnett, mittelkompetent. (hatte ich erwartet)
  3. Eine Volksbank-Raiffeisenbank in Niederbayern. (war eigentlich auch zu erwarten).

(Ok, das war off-topic, aber ich kann ja wegen solcher Geschichten nicht gleich ein komplett neues Blog aufmachen.)

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Journalismus lehren

7. Juni 2010 - 12:17 Uhr

“Journalismus lehren” heißt ein neuer Sammelband, den die Journalistenakademie München und ihre Leiterin Dr. Gabriele Hooffacker inzwischen herausgebracht haben. Der Titel ist Programm: Es geht im Wesentlichen um Journalistenausbildung in der Praxis, aber auch um die Veränderungen, die der Journalismus mitgemacht hat und wohl auch noch mitmachen wird.  Autoren sind u.a. Professor Klaus Meier, Lutz Frühbrodt, Marko Schlichting (und ich). Das Buch kann wahlweise für 19 Euro bestellt oder kostenlos als PDF bezogen werden.

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Das ewige Lamento

7. Juni 2010 - 8:53 Uhr

Irgendwie ist es ja schon wieder von fast rührender Hilflosigkeit, wie insbesondere Printmedien auf die neuen Riesen im Netz reagieren. Man will nämlich einfach was abhaben vom Kuchen.

Die neueste Idee stammt vom VDZ, der zumindest eines schon mal richtig erkannt hat: Ein nicht unbeträchtlicher Teil von Werbeerlösen — der VDZ schätzt momentan rund 10 Prozent bis zum Jahr 2012 — wird zu Riesen wie Facebook abwandern. Das ist tendenziell unerfreulich für die Verlage, weswegen man sich eine interessante Reaktion ausgedacht hat: Man will jetzt einfach eine Umsatzbeteiligung von Facebook haben, beispielsweise für Erlöse auf Fanseiten von Zeitschriften, die bei Facebook eingerichtet sind. Wobei man ja nun nicht weiß, wie das eigentlich aussehen soll: Da richtet ein Leser eine Fan-Seite für, sagen wir, den “Stern” ein — und das Geld, das Facebook auf dieser Seite generiert, wird dann anteilsmäßig an den “Stern” abgeführt? Und wenn der “Stern” sich selbst eine Fanseite einrichtet, bekommt er dann auch Geld dafür? Das  wäre dann nochmal eine hübsche Steigerung der Argumente in der Google-Debatte: Man würde dann Geld dafür verlangen, dass irgendwo auch nur der Name des Objekts auftaucht.

Erstaunlich daran ist nicht nur die hartnäckige Realitätsverweigerung, die solchen Vorschlägen zugrunde liegt. Facebook oder andere werden einen Teufel tun und deutsche Verlage brav an ihren Umsätzen beteiligen.  Ebenso bemerkenswert (und bezeichnend) ist der strategische Ansatz, der dahinter liegt: Seit Jahren hecheln viele Verlage den Entwicklungen im Netz hinterher — und wenn sie dann feststellen, dass sie in einer Sackgasse gelandet sind, schreien sie nach Umsatzbeteiligung, Leistungsschutz, Welpenschutz und Artenschutz. Man meint, sie seien Ausgebeutete in einer modernen Form des Feudalismus. Anstatt die Möglichkeiten zu ergreifen, die neue Kanäle bieten (und ja, das tun sie!), wird nach Verboten und Regulierungen gerufen. Dabei wäre es ja einfach,würde man wirklich wollen: zwei Mausklicks und die Webseiten sind nicht mehr auffindbar für Suchmaschinen. Würde halt dann eben nur mal schnell die Hälfte des Traffics kosten, was man dann irgendwie auch wieder nicht will.

Dabei ist dieser Ansatz schon deswegen falsch, weil er die Verlage noch über Jahre hinweg in der Rolle der Getriebenen halten wird.  Stattdessen müssten sie, wie es der eine oder andere ja inzwischen auch schon vormacht, endlich wieder Herr des eigenen Handelns werden, anstatt dauernd den Googles und Facebooks dieser Welt hinterherzuhecheln. Eigene Ideen, eigene Plattformen entwickeln, anstatt sich dauern zu beklagen, dass andere schneller und gewitzter waren. Und vielleicht mal eine kleine Liste anfertigen, auf der mahnenderweise drauf steht, was man in den letzten Jahren so alles übersehen hat. Da hat sich inzwischen nämlich so einiges angesammelt.  Ganz oben steht dann: 1996. Das Internet.

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