Archiv für 9. Juni 2010


Eine kleine Hasstirade auf Foursquare

9. Juni 2010 - 17:33 Uhr

Nie im Leben hätte ich es für möglich gehalten, dass auf meinem iPhone mal eine Foursquare-App landet.  Bevor Sie jetzt lachen: Ich habe es nicht freiwillig getan.

Das ganze kam so: Die Klasse 48 K der DJS, mit der ich aktuell an einer neuen Ausgabe des Klartext-Magazins arbeite (geht am Freitag dann online) hat sich in ihrem Heft mit dem Thema “Leben in der Stadt” beschäftigt. Und klar, der Städter von heute muss permanent die Menschheit wissen lassen, dass er gerade bei McDonalds oder beim Italiener um die Ecke ist. Das kann er via Foursquare ganz prima machen, weswegen jetzt lauter Meldungen die Kanäle verstopfen, die allesamt beginnen mit: I am at…

Vermutlich ist das ja so, dass hinter Foursquare eine Verschwörung steckt. Von analogen Konterrevolutionären, die dem noch unentschiedenen Teil der Menschheit darlegen wollen, wie sehr das Web und soziale Medien vernichtend schlechten Einfluss auf unser Resthirn nehmen. Vernichtung einer ganzen Kultur durch Wissen, das keiner wissen will. Welch grausamer Anschlag auf die Menscheit, perfide wie Stromberg und wirksamer als jede Wasserfolter. Man muss einfach nur den ganzen Tag vor der Twitter-Timeline sitzen und lesen: i am at iam at i am at i am at i am at i am at…

…na,merken Sie schon was?

In Zukunft gilt jedenfalls rigoros: Foursquare-Nutzer werden entfolgt. Und die App fliegt morgen nach getaner Arbeit sofort wieder runter vom Handy!

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Südafrika, 2010 (5)

9. Juni 2010 - 10:23 Uhr

Ab und an stehe ich in meiner journalistischen Arbeit vor gravierenden Hindernissen und Herausforderungen: Zum Beispiel funktioniert dann das W-LAN nicht oder die Kamera klemmt. Das sind Dinge, die unseren Beruf irgendwie einzigartig spannend machen. Gelegentlich kommt es sogar vor, dass es gar kein W-LAN gibt, wir sind dann aber schon geneigt, von eigentlich unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu sprechen.

Im “Spiegel” habe ich dann in dieser Woche gelesen, was das ZDF seinen Mitarbeitern empfiehlt, die in den nächsten Wochen aus Südafrika berichtenwerden. Man soll beispielsweise nicht anhalten, wenn ein Hindernis die Weiterfahrt mit dem Auto blockiert (könnte nämlich eine Falle sein; stattdessen also wenden oder rückwärtsfahren). Außerdem solle man nicht alleine irgendwo unterwegs sein und sich klar machen, dass in Südafrika die Einhaltung bestehender Gesetze irgendwie entspannter gesehen wird als bei uns. Weswegen übrigens angeblich die ARD darauf verzichtet, ihren Leuten schusssichere Westen mitzugeben, weil man im Zweifelsfall die Knarre eh gleich an den Kopf gehalten bekommt.

Vor der “Ausübung ungeschützten Geschlechtsverkehrs” rät das ZDF übrigens auch ab.

Ach ja, ich freu mich.  Sonntag, Frankfurt, 19.35 Uhr LH irgendwas.

Kommentieren » | IN EIGENER SACHE, NUR SO DAHINGESAGT