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Anmerkungen eines Medienmenschen

Archive for Juni 14th, 2010

Südafrika, 2010 (6): God save the Green

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Heute geht´s also endlich los. Am Abend sitze ich in einer Maschine nach Johannesburg, die heiße Phase unseres Projekts “WM 2010″ beginnt. Die Stimmung? So eine merkwürdige Mischung aus unglaublicher Vorfreude, einer gewissen Anspannung und der berechtigten Sorge um das Gehör, wenn wir am Sonntag im Stadion im Spiel gegen Ghana sein werden. Selten so viele wohlmeinende Ratschläge und halb ernst gemeinte Sätze wie “Pass bloß auf dich auf” gehört. Die eher beruhigenden Geschichten, die man mir momentan zumailt, sind die, dass die Sicherheitsbedenken in Südafrika im Allgemeinen und in Johannesburg speziell wenigstens übertrieben seien. Die anderen raten mir zum Einsatz von Pfefferspray oder einfach dazu, die kommenden zwei Wochen einfach nicht aus dem Haus zu gehen.

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Letzte Besorgung, kurz vor dem Abflug. Tröööööööööt, Sie wissen schon.

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Wenn ich während Weltmeisterschaften etwas gerne lese, dann britische Zeitungen. Meine bisherige Lieblingsüberschrift (nach dem etwas kuriosen Tor, dass sich der englische Keeper Rob Green einfing): “God save the Green”. Das ist boulveradesk und gemein, das schon, aber tausendmal orgineller als das seit Jahren andauernde und hochnotpeinliche “Schwarz-rot-geil” der “Bild”. Und dass “Bild” heute originellerweise verkündet hat, wir würden während der WM “alle wegtröten” hat mich in meinem Beschluss bestärkt, nur noch englische Medien zu lesen.

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Weil wir gerade bei Rob Green sind. Natürlich gehört das hier zu den bisher wnderbarsten Momenten der WM, was die NZZ übrigens zu dem wunderbaren Satz verleitet, Greens Ballhalteversuch habe wie ein “Hofknicks” ausgesehen:

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Mir war allerdings nicht klar, dass Rob Green generell eine leichte Neigung zu denkwürdigen Aktionen hat. Die hier gefällt mir fast  noch besser als sein Hofknicks gegen die USA:

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So, und nun: Trikot an, Turnschuhe an, ab zum Flughafen. Schland!

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Lesenswert zum Thema:

Written by cjakubetz

Juni 14th, 2010 at 9:26 am

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Ein Magazin im Spannungsfeld

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Eines der letzten Mysterien im Medienmarkt ist der unfassbare Erfolg von Magazinen wie “Landlust”. Da laufen den ganzen Tag  Frauen in pseudoskandinavischen Klamotten rum, lagern ihre Milch nicht in Tetrapaks sondern in künstlich auf alt gemachten Milchkannen, trinken aus grellbunt und ebenfalls auf ländlich gemachten Tassen und vermitteln leicht gequält den Eindruck, als gäbe es nichts Schöneres, als den ganzen Tag sich um die sieben Kindern zu kümmern und  lustiges Landleben zu führen. Die nichtakademischen Ursula von der Leyens quasi. Solche muss es zuhauf geben, anders lässt es sich kaum erklären, warum “Landlust” nicht nur einige Nachahmer gefunden hat, sondern auch regelmäßig mit gefühlten Verfünffachungen der Auiflage aufwartet.

Grund genug für die Lehrredaktion 48 K der Deutschen Journalistenschule, einen publizistischen Gegenentwurf zu machen. Das Heft, das im Rahmen der regelmäßigen “Klartext”-Reihe gestern an die Leser verschickt worden ist, behandelt das Leben “im Spannungsfeld einer Stadt”, weswegen es diesmal auch den Namen “Volt” trägt und als spin-off der “Klartext”-Reihe konzipiert wurde. Seit gestern abend ist auch der Online-Auftritt dazu freigeschaltet.

Written by cjakubetz

Juni 14th, 2010 at 8:57 am

Der Reichsparteitag

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Gestern abend war ich zu müde, um mich noch über die allgemeine Entrüstung über den Satz von Kathrin Müller-Hohenstein zu amüsieren, die dem guten Miro Klose, der nach gefühlten Lichtjahren endlich mal wieder das Tor traf, einen “inneren Reichsparteitag ” bescheinigte.

Weil Stefan Niggemeier jetzt aber auch schon über Fußball schreibt, was ich generell für eine nur mittelgute Idee halte, war er schneller — und hat alles gesagt, was zu sagen ist.

Und warum muss ich jetzt gerade an Monty Python denken? Jehova, Jehova!

Written by cjakubetz

Juni 14th, 2010 at 8:13 am

Posted in LESETIPP