"Universalcode" - der neue Standard der Journalismus-Lehre. 580 Seiten, 27,90 Euro, mit Beiträgen u.a. von Richard Gutjahr, Stefan Plöchinger, Heribert Prantl, Markus Hündgen, Marcus Lindemann, Marcus Bösch. Herausgegeben von Christian Jakubetz, Ulrike Langer und Ralf Hohlfeld. Hier klicken, in den Warenkorb legen - und versandkostenfrei per Haus erhalten!
Kollegin Anna, die aus Bad Driburg in Ostwestfalen kommt, aber nichts dafür kann und trotzdem nett ist, hat heute eine Hellsehertagung in Johannesburg besucht. Aus der Hand gelesen wurde ihr dabei heute der künftige Weltmeister.
Italien.
Sie sollten sich gut überlegen, ob Sie zu einem Hellsehr gehen.
Wenn der südaferikanische Sportjournalist Matshelane Mamabole über Fußball und die WM spricht, dann hat das so gar nichts von 1:0-Berichterstattung und “Wie haben Sie sich beim Tor gefühlt”-Fragen. Im Gegenteil: Er hat bereits vor dem WM gesagt und geschrieben), dass die heimische Bafana international nur zweitklassig ist. Dafür bekommt er auch schon mal nächtliche Drohanrufe und wird als unpatriotisch beschimpft. Er lässt auch an der FIFA kaum etwas Gutes und sagt zur WM in Südafrika ziemlich desillusioniert: Das ist nicht unsere WM. Warum er das so sieht und wieso aus seiner Sicht Afrika von diesem Turnier nicht profitieren wird — das alles in einem gut fünf Minuten langen Audiozusammenschnitt.
(Zu seinen auffälligeren Eigenschaften gehört übrigens auch, gerne mit dem Finger auf dem Tisch zu trommeln, auf dem gerade das Aufnahmegerät steht. Und sein Blackberry wollte er auch nicht ausmachen. Das erklärt das eine oder andere Nebengeräusch, das sich auch mit viel Mühe beim Schneiden nicht entfernen ließ).
Nachts erst nach Hause kommen, am nächsten Morgen um 5 aufstehen, um zu Gast im “Morgenmagazin” zu sein: Für einen beträchtlichen Teil unserer Seminargruppe waren Mittwoch und Donnerstag ziemlich anstrengende, trotzdem aber unglaublich erlebnisreiche Tage. Neben einer eher unerwünschten Begegnung mit der Stadionpolizei gab es eine ziemlich überraschende Begegnung mit Gerald Asamoah. Der wurde dann entsprechend gelöchert und gab trotz der frühen Uhrzeit einige gut gelaunte Antworten.
***
Hier kann immer alles jederzeit passieren. Sagte uns der Guide, der uns am Sonntag durch Kliptown geführt hat. Heute ist er tot. Verbrannt in seiner eigenen, kläglichen Hütte. Wir wissen nicht, wie es passiert ist, wir können nur spekulieren. Darüber, warum seine Hütte in Flammen aufgegangen ist und warum er dort nicht mehr herausgekommen ist. Alles kann hier passieren. Immer. Und zu jeder Zeit.
Denken Sie bitte nicht, Südafrika sei eine folkoristische Idylle.