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	<title>Kommentare zu: Generation Farbband</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Von: Frank Kemper</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8626</link>
		<dc:creator>Frank Kemper</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 21:21:49 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe meinen ersten Artikel 1980 geschrieben, auf der Reiseschreibmaschine meines Vaters. Mein erstes Honorar ging für eine elektrische Schreibmaschine drauf (Privileg, gebraucht), mein zweites Honorar für ein Computer-Blitzgerät (Braun, neu). Was mir bei der Aufzählung aufgefallen ist, das war der Zeitpunkt, an dem die Gewerkschaften irgendwann mal versagt haben: Ich war 1987 an der Journalistenschule in München, damals arbeiteten wir mit einem Redaktionssystem namens ATEX. 1988 machte ich dann eine Hospitanz in Berlin beim Spandauer Volksblatt. Die hatten auch ein Redaktionssystem - und natürlich wollte ich das journalistische Handwerk an der neuesten Technik lernen, die verfügbar war. Doch da war der RTS vor: Der Tarifvertrag für rechnergestützte Textsysteme verbot es nicht festangestellten Redakteuren, selbst Text ins Redaktionssystem einzugeben (um die Arbeitsplätze der Datatypistinnen zu sichern), und der Betriebsrat wollte davon auch für mich keine Ausnahme machen. Also habe ich unter der Kennung des Lokalchefs im System gearbeitet, vielen Dank auch, ihr Pappnasen.

Was mich heute zunehmend stört, das ist die Arroganz, mit der etwas ältere Kollegen abgekanzelt werden, die Facebook eher substanzarm finden und an einem iPad den klar definierten Druckpunkt der Tastatur vermissen. Liebe Kinder, wir haben uns schon online in Social Communitys ausgetauscht, als ihr noch im Stimmbruch wart. Und ich habe meine erste Website 1995 gebaut. Vielleicht gerate ich bei Foursquare nicht in Extase, weil ich schon das eine oder andere gesehen habe in meinem Leben und deshalb inzwischen meine Emotionen in dieser Beziehung ganz gut im Griff habe. Obwohl - mein neues Android-Handy ist schon irgendwie geil, finde ich.

Übrigens: Meine letzte Schreibmaschine habe ich noch, eine Brother CE-61, die erste, die Proportionalschrift konnte. Sie hat kein €-Zeichen, und das @ fehlt auch. Aber wegschmeißen? Never. Ein Journalist ohne Schreibmaschine ist keiner.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe meinen ersten Artikel 1980 geschrieben, auf der Reiseschreibmaschine meines Vaters. Mein erstes Honorar ging für eine elektrische Schreibmaschine drauf (Privileg, gebraucht), mein zweites Honorar für ein Computer-Blitzgerät (Braun, neu). Was mir bei der Aufzählung aufgefallen ist, das war der Zeitpunkt, an dem die Gewerkschaften irgendwann mal versagt haben: Ich war 1987 an der Journalistenschule in München, damals arbeiteten wir mit einem Redaktionssystem namens ATEX. 1988 machte ich dann eine Hospitanz in Berlin beim Spandauer Volksblatt. Die hatten auch ein Redaktionssystem &#8211; und natürlich wollte ich das journalistische Handwerk an der neuesten Technik lernen, die verfügbar war. Doch da war der RTS vor: Der Tarifvertrag für rechnergestützte Textsysteme verbot es nicht festangestellten Redakteuren, selbst Text ins Redaktionssystem einzugeben (um die Arbeitsplätze der Datatypistinnen zu sichern), und der Betriebsrat wollte davon auch für mich keine Ausnahme machen. Also habe ich unter der Kennung des Lokalchefs im System gearbeitet, vielen Dank auch, ihr Pappnasen.</p>
<p>Was mich heute zunehmend stört, das ist die Arroganz, mit der etwas ältere Kollegen abgekanzelt werden, die Facebook eher substanzarm finden und an einem iPad den klar definierten Druckpunkt der Tastatur vermissen. Liebe Kinder, wir haben uns schon online in Social Communitys ausgetauscht, als ihr noch im Stimmbruch wart. Und ich habe meine erste Website 1995 gebaut. Vielleicht gerate ich bei Foursquare nicht in Extase, weil ich schon das eine oder andere gesehen habe in meinem Leben und deshalb inzwischen meine Emotionen in dieser Beziehung ganz gut im Griff habe. Obwohl &#8211; mein neues Android-Handy ist schon irgendwie geil, finde ich.</p>
<p>Übrigens: Meine letzte Schreibmaschine habe ich noch, eine Brother CE-61, die erste, die Proportionalschrift konnte. Sie hat kein €-Zeichen, und das @ fehlt auch. Aber wegschmeißen? Never. Ein Journalist ohne Schreibmaschine ist keiner.</p>
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		<title>Von: S. Michael Westerholz</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8589</link>
		<dc:creator>S. Michael Westerholz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 15:52:13 +0000</pubDate>
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		<description>Und wie spannend war es, am späten Abend noch über die soeben beendete Stadtratssitzung zu schreiben und dann mit dem Manu. und spät gelieferten Fotos zum Bahnhof zu rasen, damit der Spätzug nach Passau noch erreicht wurde. Aber wie man sich doch oft täuscht, lieber Herr cj, klebten in Passau nicht sehr viele Metteure die Seiten? Wozu an jedem Abend ein Redakteur mitantreten musste, voll verantwortlich für das Ergebnis auf sehr viel mehr Seiten als heute. Als die Bildschirme kamen, war´s doch bei der PNP und überhaupt freigestellt, darein oder weiter in die Schreibmaschine zu schreiben. So ein Band auszutauschen dauerte Sekunden, anders das Gewackel mit den ersten Scanner- artigen Faxgeräten, riesigen Kästen: Da gab es einen g´standenen Redakteur, der so zittrig daran ging, das Blatt in die Maschine zu schieben, dass diese  - nur bei ihm -regelmäßig streikte: Worauf der gute Mann sich lauthals äußerte: &quot;Sie hasst mich!&quot; und der Lokalchef aus seinem Zimmer rief: &quot;Kein Wunder, wenn einer als Depp geboren wurde!&quot; Und was sagt uns das alles? Nix! Die Generationen weit vor uns freuten sich über die ersten Schreibmaschinen und Telefone. Und lieferten auch täglich ihre aktuelle Zeitung aus. Wetten, dass das noch weiteren Generationen gelingt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und wie spannend war es, am späten Abend noch über die soeben beendete Stadtratssitzung zu schreiben und dann mit dem Manu. und spät gelieferten Fotos zum Bahnhof zu rasen, damit der Spätzug nach Passau noch erreicht wurde. Aber wie man sich doch oft täuscht, lieber Herr cj, klebten in Passau nicht sehr viele Metteure die Seiten? Wozu an jedem Abend ein Redakteur mitantreten musste, voll verantwortlich für das Ergebnis auf sehr viel mehr Seiten als heute. Als die Bildschirme kamen, war´s doch bei der PNP und überhaupt freigestellt, darein oder weiter in die Schreibmaschine zu schreiben. So ein Band auszutauschen dauerte Sekunden, anders das Gewackel mit den ersten Scanner- artigen Faxgeräten, riesigen Kästen: Da gab es einen g´standenen Redakteur, der so zittrig daran ging, das Blatt in die Maschine zu schieben, dass diese  &#8211; nur bei ihm -regelmäßig streikte: Worauf der gute Mann sich lauthals äußerte: &#8220;Sie hasst mich!&#8221; und der Lokalchef aus seinem Zimmer rief: &#8220;Kein Wunder, wenn einer als Depp geboren wurde!&#8221; Und was sagt uns das alles? Nix! Die Generationen weit vor uns freuten sich über die ersten Schreibmaschinen und Telefone. Und lieferten auch täglich ihre aktuelle Zeitung aus. Wetten, dass das noch weiteren Generationen gelingt?</p>
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		<title>Von: theo</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8588</link>
		<dc:creator>theo</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 12:08:09 +0000</pubDate>
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		<description>Mir ist neulich mal aufgefallen, dass ich 1982 volontiert habe. Das ist nun 28 Jahre her. In meiner Lieblings-Eckkneipe meinte dann einer dazu:
28 Jahre, so lange hat nicht einmal vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis hin zur Olympiade 1972 in München gedauert.

Das relativiert dann doch vieles.

Erstaunlich, dass wir uns selbst oft noch für so jung halten. Und schön, wenn wir manchmal ungläubig vor unserer eigenen Biographie stehen. Das besagt doch nur: da steckt noch Leben drin.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist neulich mal aufgefallen, dass ich 1982 volontiert habe. Das ist nun 28 Jahre her. In meiner Lieblings-Eckkneipe meinte dann einer dazu:<br />
28 Jahre, so lange hat nicht einmal vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis hin zur Olympiade 1972 in München gedauert.</p>
<p>Das relativiert dann doch vieles.</p>
<p>Erstaunlich, dass wir uns selbst oft noch für so jung halten. Und schön, wenn wir manchmal ungläubig vor unserer eigenen Biographie stehen. Das besagt doch nur: da steckt noch Leben drin.</p>
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		<title>Von: Detlef Borchers</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8587</link>
		<dc:creator>Detlef Borchers</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 09:55:46 +0000</pubDate>
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		<description>Ich vermisse in der Beschreibung die Fernschreiber, die im Fernschreiber-raum ratterten. Ich war in einer Nachrichtenredaktion und durfte ein halbes Jahr lang immer die Blätter abreißen und für den Redakteur häufeln, also alles was AP, dpa AFP und Reuters zu einem Thema mit einem Reißlineal schnippseln und sortieren und das in einem sehr lauten Raum. Daraus machte dann der Redakteur die &quot;Nachricht&quot;. 

Und dann fehlt das Schreiben auf Matrize mit 10 Kopien und diesem süßlichen Dauergeruch von Spiritus!

Bei uns warf bei Schreibfehlern der Lehrredakteur mit den Kugelköpfen, nicht mit der Schreibmaschine. Aber schön wars, man konnte viel lernen. Ich erinnere mich an den Tod von Franco, der beschäftigte alle Redakteure so sehr, dass ich Volo die kompletten Restnachrichten zusammenstellen musste, zackbumm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich vermisse in der Beschreibung die Fernschreiber, die im Fernschreiber-raum ratterten. Ich war in einer Nachrichtenredaktion und durfte ein halbes Jahr lang immer die Blätter abreißen und für den Redakteur häufeln, also alles was AP, dpa AFP und Reuters zu einem Thema mit einem Reißlineal schnippseln und sortieren und das in einem sehr lauten Raum. Daraus machte dann der Redakteur die &#8220;Nachricht&#8221;. </p>
<p>Und dann fehlt das Schreiben auf Matrize mit 10 Kopien und diesem süßlichen Dauergeruch von Spiritus!</p>
<p>Bei uns warf bei Schreibfehlern der Lehrredakteur mit den Kugelköpfen, nicht mit der Schreibmaschine. Aber schön wars, man konnte viel lernen. Ich erinnere mich an den Tod von Franco, der beschäftigte alle Redakteure so sehr, dass ich Volo die kompletten Restnachrichten zusammenstellen musste, zackbumm.</p>
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		<title>Von: Joachim Braun</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8584</link>
		<dc:creator>Joachim Braun</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 21:26:00 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, so war&#039;s. Die Fahnen selber kleben und wenn der Text nicht ausreichte, dann wurde Füllanzeigen dazwischen gepppt. Und wenn das Manuskript Tippfehler hatte, dann schmiss mir der Chefredakteur die Schreibmaschine hinterher, so eine tonnenschwere Olympia. Und der erste PC, der musste morgens mit einer Cassette (also einem kleinen Tonband) 15 Minuten lang geladen werden und hatte einen 12 Zoll großen grün-schwarz-Bildschirm.
Und heute bloggen wir, facebooken, twittern und sind bei vielen Sachen intensiver dabei als die 20- bis 30-Jährigen: Brave new World. Respekt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, so war&#8217;s. Die Fahnen selber kleben und wenn der Text nicht ausreichte, dann wurde Füllanzeigen dazwischen gepppt. Und wenn das Manuskript Tippfehler hatte, dann schmiss mir der Chefredakteur die Schreibmaschine hinterher, so eine tonnenschwere Olympia. Und der erste PC, der musste morgens mit einer Cassette (also einem kleinen Tonband) 15 Minuten lang geladen werden und hatte einen 12 Zoll großen grün-schwarz-Bildschirm.<br />
Und heute bloggen wir, facebooken, twittern und sind bei vielen Sachen intensiver dabei als die 20- bis 30-Jährigen: Brave new World. Respekt!</p>
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	<item>
		<title>Von: Grünschnabel</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/01/generation-farbband/comment-page-1/#comment-8581</link>
		<dc:creator>Grünschnabel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 14:37:22 +0000</pubDate>
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		<description>Aber: Du hast es geschafft. Wieso ist es dann für den großen Rest deiner Generation so schwierig, das auch auf die Kette zu kriegen? Ist das nicht-können oder vielleicht nicht-wollen?

Und: immerhin war es ein Telefon mit Tasten und nicht mit Wählscheibe ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aber: Du hast es geschafft. Wieso ist es dann für den großen Rest deiner Generation so schwierig, das auch auf die Kette zu kriegen? Ist das nicht-können oder vielleicht nicht-wollen?</p>
<p>Und: immerhin war es ein Telefon mit Tasten und nicht mit Wählscheibe <img src='http://www.blog-cj.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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