Archiv für 23. September 2010


Ein Buch- das Update (5): Der Punk und der Jochen

23. September 2010 - 22:39 Uhr
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Zugegeben,  das Video ist nicht mehr ganz aktuell, weil Markus Hündgen damals noch Ressortleiter bei “Der Westen” war und sich als “Videopunk” in der Netzgemeinde etablierte. Was er sagt, ist trotzdem spannend — und außerdem, um ehrlich zu sein, kann man ja schlecht einen Videomann so ganz ohne Video einführen. Sie ahnen vermutlich, worauf es rausläuft: Markus Hündgen wird bei unserem Buchprojekt das Thema “Video” betreuen, weniger aus der Sicht des klassischen Fernsehens, sondern als jemand, der sich vor allem im Bereich der Webvideos sehr gut auskennt.  Und achja, er hat sich auch angeboten, am Ende unserer Arbeit einen kleinen Promofilm über das Projekt zu machen. Ich hoffe,  er erinnert sich da in ein paar Wochen noch dran. Welcome on Bord, jedenfalls — freut mich sehr, dass Du dabei bist!

Und dann kann ich bei der Gelegenheit noch eine zweite Personalie lüften. Mit dem wunderbaren Jochen Markett war ich in diesem Jahr u.a. in Südafrika, die treueren Leser dieser kleinen Seite werden sich vermutlich an meine epischen Erzählungen erinnern. Jochen hat es großartig hinbekommen, südafrikanisches Chaos zu deutscher Effizienz zu organisieren und  dann auf dem Rückflug von Johannesburg nach Deutschland bei gefühlten 40 Grad Fieber noch das ganze Heft zu redigieren. Beste Voraussetzungen also für dieses Projekt. Jochen hat außerdem noch außergewöhnliche und spannende Erfahrungen mit Journalistenausbildung in etwas entfernteren Ländern, beispielsweise in Dubai. Und er singt den ganzen Tag, wenn man ihn lässt.

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Ein Buch – das Update (4): Kein Verlag, trotzdem Autoren

23. September 2010 - 19:37 Uhr

Gestern gab´s hier Schweigen zum Buch — was allerdings nicht daran lag, dass ich schon wieder die Lust verloren hätte (ganz im Gegenteil). Sondern weil ich beinahe den ganzen Tag zum Telefonieren genutzt habe. Nix gegen das virtuelle Leben, aber manches lässt sich dann doch besser persönlich bereden. Herausgekommen dabei ist vieles, was ich erfreulich finde. Wir sind seit gestern ganz großartig aufgestellt im organisatorischen Bereich, was mir insofern entgegenkommt, weil ich vermutlich der unbegabteste Organisator aller Zeiten bin. Ich habe einen Themenbereich abgedeckt, in dem ich selber nicht wirklich firm bin und habe ansonsten zwei Leute mit an Bord gezogen, von denen ich glaube, dass sie dem Projekt sehr gut tun werden.

Auch zum Thema “Verlag oder nicht Verlag” hat sich sowohl auf der Facebook-Seite als auch in vielen Mails und persönlichen Gesprächen eine sehr klare Tendenz gezeigt: kein Verlag. Um ehrlich zu sein, musste ich bei diesem Thema nicht lange überzeugt werden, der wirkliche Nutzen, einen Verlag an Bord zu holen, hatte sich mir schon vorher nicht erschlossen. Aber was weiß man schon? Wenn gute, sehr gute Argumente pro Verlag gekommen wären, hätte ich sicher darüber nachgedacht. So ist diese kleine Debatte schnell wieder beendet worden. Wenn alles bei diesem Projekt so leicht und reibungslos läuft, mache ich mir keine großen Sorgen. Ach, und weil wir gerade bei Facebook sind: Inzwischen gehen wir, nach gerade mal drei Tagen, stramm auf die 200 “Fans” zu.  Dafür vielen Dank — es geht nicht darum, dass ich mich an diesen Zahlen ergötze, sondern darum, dass es einfach sichtbare Unterstützung ist. Und sollten dann doch mal wieder leise Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Idee bei mir auftauchen, weiß ich ja, wo ich hinschauen muss.

Inzwischen haben wir auch ein wenig über den Zeitpunkt einer möglichen Erstveröffentlichung nachgedacht, das Ziel ist jetzt mal grob das Jahresende. Ich weiß natürlich, dass das überaus ambitioniert ist. Auf der anderen Seite habe ich die Befürchtung, dass die ganze Sache an Schwung verliert, setzt man sich selbst zu großzügige Ziele. Und außerdem weiß man ja, wie das ist in der neuen digitalen Welt: Die Halbwertszeit bestimmter Dinge ist dramatisch gering — und ein Buch zu veröffentlichen, das am Erscheinungstag schon wieder veraltet ist, das wäre nun wirklich lächerlich.

Insofern, bleiben Sie bitte uns und dieser Idee gewogen — wir werden uns dafür auch ordentlich reinhängen, versprochen.

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Und wo bleibt das Positive (7)?

23. September 2010 - 15:23 Uhr

Ich bin kein Leser der Frankfurter Rundschau. Noch nie gewesen. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür, ich habe nichts gegen das Blatt – aber auch nicht wirklich viele, die mich zum Abonnenten lassen würden. Der Umbau ins Tablet-Format hat mich eher kalt gelassen, in welchem Format eine Zeitung erscheint, ist mir eigentlich egal.

Heute dagegen – habe ich mir eine FR gekauft. Nicht am (realen) Kiosk, sondern auf einige Empfehlungen hin für das iPad. Seit heute könnte ich mir vorstellen, die FR regelmäßig zu lesen. Ist das nicht witzig, liebe Verleger?

Erklärt ist das einfach und schnell: Die FR hat seit heute eine App am Start. Eine App, die man gerne nutzt, die gut gemacht ist, die dem Medium gerecht wird, eine App, die nicht einfach nur die Zeitung einszueins auf den Bildschirm holt. Keine Zeitung, sondern ein Bildschirm-Magazin.

Dabei sind viele Dinge, die die FR richtig gemacht hat, eigentlich so furchtbar banal und einfach, dass man sich kaum traut, sie nochmal als grundlegend anzumahnen. Erstens: Ich habe keine Abo- oder sonstwas Verpflichtungen. Wenn ich eine Ausgabe haben will, dann lade ich sie. Einfach, unkompliziert. Am Kiosk muss ich ja auch kein Abo abschließen, wenn ich eine Zeitung kaufe. Zweitens: der Preis. Ich bin keiner der Leser, die wegen einer Preiserhöhung von 10 oder 20 Cent aufhören, eine Zeitung zu lesen. Aber ich habe bis heute nicht verstanden, weswegen ich für eine Einzelausgabe des “Spiegel” mehr bezahle als für ein gedrucktes Exemplar. Merkwürdigerweise: Ich habe zwar gerade noch geschrieben, dass mit bei einem EVP 10 oder 20 Cent egal sind, aber in diesem Fall – ärgere ich mich einfach. 79 Cent hingegen für eine Einzelausgabe der FR, keine Frage, das Vergnügen werde ich mir öfter leisten, auch angesichts der Tatsache, dass der durchschnittliche Preis anderer überregionaler Blätter inzwischen gerne mal in der Größenordnung guter 2 Euro irrlichtert, wobei ich mich bei mancher Dienstags- oder Mittwochausgabe frage, wie man das eigentlich zu rechtfertigen gedenkt (zumal ich dummerweise immer noch die Neigung habe, ab und an in D-Mark-Zeiten zu rechnen und mich dann so rund 4 Mark für eine einzelne Ausgabe einer Tageszeitung immer wieder erschrecken).

Gratuliere also, FR: Das Ding ist gut, es zeigt übrigens in der ganzen Debatte um Zeitungszukunft, dass Menschen sehr wohl bereit sind, Geld für Inhalt und Journalismus auszugeben, wenn sie eine nachvollziehbare, gute Gegenleistung bekommen. Und dass man Zeitungen retten kann, wenn man endlich damit aufhört zu glauben, Zeitungen müssten Zeitungen sein.

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